The Alan Parsons Project
| The Alan Parsons Project | |
|---|---|
Alan Parsons Live Project, Juni 1998 | |
| Allgemeine Informationen | |
| Genre(s) | Progressive Rock, Artrock (Frühphase); Pop-Rock, Softrock (Spätphase) |
| Aktive Jahre | 1975–1990 |
| Website | alanparsonsmusic.com/ |
| Gründungsmitglieder | |
| Alan Parsons | |
| Eric Woolfson († 2009) | |
| Ehemalige Mitglieder | |
| Ian Bairnson (1975–1987) († 2023) | |
Gesang |
Colin Blunstone (1982–1985) |
| Mel Collins (1980–1984) | |
| Laurie Cottle (1985–1987) | |
Saxophon, Synthesizer |
Richard Cottle (1984–1987) |
| Stuart Elliott (1977–1987) | |
Gesang |
Elmer Gantry (1982–1984) |
Keyboard |
Duncan Mackay (1977–1979) |
Gesang |
John Miles (1976, 1985–1987) († 2021) |
Bass, Gitarre, Gesang |
David Paton (1975–1985) |
Orchestrierung, Keyboard |
Andrew Powell (1976–1987) |
Gesang |
Chris Rainbow (1979–1987 († 2015)) |
Schlagzeug |
Stuart Tosh (1975–1977) |
Gesang |
Lenny Zakatek (1977–1987) |
The Alan Parsons Project war ein britisches Musikprojekt, das dem Progressive Rock oder Artrock zugerechnet werden kann. Die Band wurde von Alan Parsons und Eric Woolfson gegründet und bestand von 1975 bis 1990. Bekannte Lieder sind Eye in the Sky, Don’t Answer Me und das – nur in Deutschland und Österreich erfolgreiche – Instrumentalstück Lucifer.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Alan Parsons war Tontechniker der Abbey Road Studios und wirkte dort an den letzten Alben der Beatles mit. Später arbeitete er u. a. mit den Wings und war an den Klassikern Atom Heart Mother und The Dark Side of the Moon von Pink Floyd als Toningenieur und Produzent beteiligt. Seine Produktionsarbeit gilt als entscheidender Faktor des Erfolgs der Alben von Cockney Rebel und Al Stewart Mitte der 1970er Jahre. Auf dem Album Once Again von Barclay James Harvest spielte Alan Parsons die Maultrommel in Lady Loves.
Eric Woolfson war Manager von Carl Douglas, der mit dem Lied Kung Fu Fighting einen Welthit landete. Als Songschreiber für den Rolling-Stones-Produzenten Andrew Oldham hatte er sich einen Namen gemacht.
Parsons und Woolfson trafen sich 1974 und beschlossen, ihre eigene Musik herauszubringen: Woolfson war von Edgar Allan Poe begeistert und wollte ihn vertonen, Parsons wollte sein Talent „sichtbarer“ machen. So gründeten sie „The Alan Parsons Project“ und luden dazu viele Gastmusiker ein, darunter Andrew Powell, einen Dirigenten und Komponisten, der für die Orchesterarrangements zuständig sein sollte, sowie den Sänger John Miles, der gerade den von Alan Parsons produzierten Hit Music gehabt hatte. Als Begleitmusiker wurde die komplette Band Pilot (David Paton, Stuart Tosh, Ian Bairnson, Billy Lyall) verpflichtet, für die Parsons ebenfalls als Produzent von drei Alben tätig gewesen war.
1976 erschien das erste Album Tales of Mystery and Imagination – Edgar Allan Poe, eine Sammlung von Liedern, die von Kurzgeschichten des britisch-amerikanischen Schriftstellers inspiriert waren. Bereits auf diesem Konzeptalbum, das von vielen Kritikern wohlwollend aufgenommen wurde, kristallisierte sich der musikalische Stil heraus: rockige Klänge in Verbindung mit großen sinfonischen Arrangements. Mindestens ein Instrumentalstück sollte in Zukunft auf jedem Album zu finden sein, wobei Parsons bald verstärkt Synthesizer einsetzte.
Es folgten neun weitere Alben, die in der Regel um ein zentrales Thema konzipiert waren. Woolfson schrieb die meisten der Titel und fungierte nicht selten auch als Sänger, Parsons sorgte für Arrangements und Produktion. Seit 1981 entwickelte sich der Stil weg von Konzeptalben hin zu eher locker thematisch strukturierten Songsammlungen. Mit dem Erfolg des Titels Eye in the Sky, der 1982 ein Top-10-Hit wurde, setzte musikalisch eine Umorientierung in Richtung Adult Orientated Rock (AOR) ein. Das Album Eye in the Sky ist eines der ersten Alben weltweit, das komplett mit digitaler Technik aufgenommen wurde.
Zwischendurch arbeiteten die einzelnen Project-Mitglieder – allesamt gefragte Studiomusiker – auch immer wieder für andere Künstler, etwa für Kate Bush (Bairnson, Elliott, Paton, Powell) oder Bucks Fizz (Bairnson). 1983 bildeten Ian Bairnson, Stuart Elliott, David Paton, Colin Blunstone sowie der Keyboarder Peter Bardens die kurzlebige Band Keats, die lediglich ein Album gleichen Namens einspielte und nur mäßig erfolgreich war.
1989 wollte Woolfson dann erneut ein Konzeptalbum aufnehmen, das von Freud und seinen Theorien handeln sollte. Ein Bekannter schlug ihm ein Musical vor, das schließlich unter dem Titel Freudiana im Wiener Theater an der Wien mit Ulrich Tukur in der Hauptrolle uraufgeführt wurde. Das dazugehörige von Parsons produzierte Album erschien Ende 1990, allerdings nicht unter dem Bandnamen, da er die Ausrichtung seiner Band nicht durch eine Musicalproduktion „verwässern“ wollte.
Freudiana ist zwar kompositorisch fast ausschließlich das Werk von Woolfson, wird der klanglichen Ähnlichkeit wegen aber oft für ein Project-Album gehalten und wurde letztendlich auch mit einem Großteil der angestammten Project-Musiker eingespielt. Das Musical, dessen Rechte beim künstlerischen Leiter Brian Brolly, die Verluste aber bei Parsons und Woolfson blieben, war ein Misserfolg und sorgte für das Ende der Band und der Zusammenarbeit ihrer beiden Köpfe.
Parsons brachte in der Folge unter seinem eigenen Namen (also ohne den Zusatz Project) weitere Platten heraus – darunter auch zwei Livealben mit bekannten Liedern des Projects (siehe Solo-Diskographie). Vor 1990 war das Alan Parsons Project eine reine Studioband gewesen, jetzt trat man ohne Woolfson wiederholt live auf. Woolfson schrieb unterdessen mehrere Musicals auf der Grundlage früherer Project-Alben; er starb am 2. Dezember 2009.
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Trotz (oder wegen) des großen kommerziellen Erfolges fanden bei den meisten Musikkritikern lediglich die ersten Arbeiten des Teams Parsons/Woolfson Anklang. Deutschen Fernsehzuschauern ist das Alan Parsons Project am besten bekannt durch die Erkennungsmelodie Lucifer (vom Album Eve). Dieses Stück kündigt seit 1990 die Sendung Monitor im WDR an. Der charakteristische Rhythmus am Anfang des Titels entspricht den Buchstaben EVE im Morsecode: . Mittlerweile wird jedoch nicht mehr das Original, sondern ein Remix[1] verwendet.
Lucifer bildete auch das ZDF-Thema bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien vor und nach den Übertragungen der Spiele. Der Titel Sirius (vom Album Eye in the Sky) wird bei zahlreichen Sportveranstaltungen als Einlauf- und Vorstellungsmusik verwendet. Don’t Answer Me (vom Album Ammonia Avenue) war in Deutschland 1984 ein Top-10-Hit, das Album selbst belegte mehrere Wochen die Spitze der deutschen Charts.
Alan Parsons fungierte als Produzent und Toningenieur bei der (instrumentalen) Musik zum Film Der Tag des Falken (Ladyhawke, 1985), die von Andrew Powell auf Wunsch des Regisseurs Richard Donner im typischen Alan-Parsons-Project-Stil komponiert wurde.
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mr. Laser Beam, der in den Credits des Albums Vulture Culture (1984) unter Oral Rendition (Radiostimme auf dem Titel Let’s Talk About Me) erscheint, heißt eigentlich Lee Abrams. Der Künstlername ist ein Anagramm des bürgerlichen Namens. Abrams verfasste auch die Liner Notes für das Album The Best of the Alan Parsons Project (1983).
In der letzten Sequenz des Musikvideos zu Don’t Answer Me sind Alan Parsons und Eric Woolfson als Musiker zu sehen.
Diskografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Studioalben
| Jahr | Titel Musiklabel |
Höchstplatzierung, Gesamtwochen/‑monate, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen (Jahr, Titel, Musiklabel, Platzierungen, Wochen/Monate, Auszeichnungen, Anmerkungen) |
Anmerkungen | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1976 | Tales of Mystery and Imagination Charisma Records (Phonogram) |
DE11 (205 Wo.)DE |
— | — | UK56 (1 Wo.)UK |
US38 (46 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 19. Mai 1976
Verkäufe: + 660.000 |
| 1977 | I Robot Arista Records (EMI) |
DE2 (137 Wo.)DE |
AT23 (1 Mt.)AT |
— | UK26 (8 Wo.)UK |
US9 (54 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 1. Juni 1977
Verkäufe: + 1.530.000 |
| 1978 | Pyramid Arista Records (EMI) |
DE3 (122 Wo.)DE |
AT17 (5 Mt.)AT |
— | UK49 (4 Wo.)UK |
US26 (25 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 26. Mai 1978
Verkäufe: + 1.260.000 |
| 1979 | Eve Arista Records (EMI) |
DE1 (66 Wo.)DE |
AT2 (8 Mt.)AT |
— | UK74 (1 Wo.)UK |
US13 (27 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 27. August 1979
Verkäufe: + 1.010.000 |
| 1980 | The Turn of a Friendly Card Arista Records (Polygram) |
DE2 (50 Wo.)DE |
AT2 (8 Mt.)AT |
— | UK38 (4 Wo.)UK |
US13 (58 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 7. November 1980
Verkäufe: + 1.510.000 |
| 1982 | Eye in the Sky Arista Records (Polygram) |
DE1 (47 Wo.)DE |
AT1 (6½ Mt.)AT |
— | UK27 (11 Wo.)UK |
US7 (41 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 14. Mai 1982
Verkäufe: + 2.125.000 |
| 1983 | Ammonia Avenue Arista Records (Polygram) |
DE1 (28 Wo.)DE |
AT5 (3½ Mt.)AT |
CH1 (23 Wo.)CH |
UK24 (8 Wo.)UK |
US15 (26 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 9. Dezember 1983
Verkäufe: + 1.260.000 |
| 1984 | Vulture Culture Arista Records (Polygram) |
DE1 (18 Wo.)DE |
AT10 (3 Mt.)AT |
CH2 (13 Wo.)CH |
UK40 (5 Wo.)UK |
US46 (19 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 30. November 1984
Verkäufe: + 300.000 |
| 1985 | Stereotomy Arista Records (Polygram) |
DE15 (14 Wo.)DE |
AT15 (½ Mt.)AT |
CH13 (6 Wo.)CH |
— | US43 (18 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 15. November 1985
|
| 1987 | Gaudi Arista Records (RCA/Ariola) |
DE6 (14 Wo.)DE |
AT16 (2 Mt.)AT |
CH8 (9 Wo.)CH |
UK66 (2 Wo.)UK |
US57 (14 Wo.)US |
Erstveröffentlichung: 10. Januar 1987
Verkäufe: + 50.000 |
| 2014 | The Sicilian Defence RCA Records (Sony) |
— | — | — | — | — |
Erstveröffentlichung: 23. März 2014
|
grau schraffiert: keine Chartdaten aus diesem Jahr verfügbar
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- „The Alan Parsons Project: Robits and Telepathy.“ In: Robert McParland: Science Fiction in Classic Rock: Musical Explorations of Space, Technology and the Imagination 1967–1982 (Critical Explorations in Science Fiction and Fantasy). 2017, S. 154 ff.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- alanparsonsmusic.com (englisch)
- Alan Parsons Fan Site (englisch)
- ericwoolfsonmusic.com (englisch)
- The Alan Parsons Project auf den Babyblauen Seiten
- The Alan Parsons Project bei Musik-Sammler.de
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Informationen zur aktuellen Monitor-Titelmusik. In: Internetauftritt der Sendung Monitor. 19. November 2014, abgerufen am 6. Juli 2023.
