Nach dem Juraaufstieg von Zeegendorf am Teuchatzer Berg steht am Ortseingang die römisch-katholische St.-Jakobus-Kirche. Mit fast einen Meter dicken Kirchhofmauern erweckt sie einen befestigten Eindruck. Der wuchtige Chorturm hat Schlitzscharten und einen Turmhelm aus dem 15. Jahrhundert. Das Langhaus wurde 1651 nach dem Dreißigjährigen Krieg neu gebaut.
Eine Kapelle existierte schon, als Bischof Friedrich III. von Aufseß im Jahr 1430 Mistendorf zur Pfarrei ernannte. Es wird berichtet, dass „am 13. Juli 1430 Bischof Friedrich auf Bitten der Einwohner der Dörfer Mistendorf, Teugitz (Teuchatz), Zegendorf (Zeegendorf), Oberngrub, Drusenhofstatt, Neuses und Niedermistendorf die zwei Kapellen, die zu Unserer lieben Frau in Mistendorf und die des St. Jacobi zu Teugitz (Teuchatz) sammt dem Volke der sieben Dörfer von der Pfarr zu Buttenheim getrennt mit Zustimmung des Bischofs Johann von Würzburg als des Lehnsherrn und des Pfarrverwesers Ullerich Aberhern zu Buttenheim und die Kapelle zu Mistendorf zu einer neuen Pfarrkirche der sieben Dörfer wegen des fernen Weges von Buttenheim errichtet. Die Verleihung der neuen Pfarrkirche behält sich der Bischof vor“. Die Gründungsurkunde liegt im Erzbischöflichen Ordinariatsarchiv in Bamberg.
In kriegerischen Zeiten, wie beim meranischen Erbstreit und bei den Hussiteneinfällen, wurde die Wehrkirche als Zufluchtsstätte ausgebaut. Die drei Kirchtürme von Herzogenreuth, Hohenpölz und Teuchatz bildeten ein Festungsdreieck und man konnte sich mit Blinkzeichen verständigen. Aus dieser Zeit stammt ein silberner Messkelch, ein Geschenk des Lehnsherren Schaumburg. Um 1630 stellte Tiefenhöchstadt den „Gottespfleger“.
Die erste Beschreibung der Inneneinrichtung stammt aus den Jahren 1682/83 mit einem Katharinenaltar, der 1694 von Elias Schmidt aus Bamberg bei einer Innenrenovierung für 36 fl. neu bemalt wurde.
1734 wurde der heutige Hochaltar angeschafft. H. Meyer schrieb 1734:
„100 fl seynd dem meister Schreiner Walter in Bamberg geben worden vor einen neuen Choraltar“.
Das Gemälde in der Mitte zeigt den Schutzheiligen Jakobus, seitlich davon stehen die Apostel Simon Petrus und Johannes mit Kelch. Das frühere Altarbild mit der Heiligen Katharina wurde in den Nebenaltar eingefügt, wofür Meister Walter einen „Dom“ fertigte.
Die beiden Seitenaltäre entwarf 1874 der Bamberger Zeichenprofessor Jakob Friedrich Schmitt († 1905). Der linke Altar zeigt die Gottesmutter Maria mit Christus, der rechte ist dem Heiligen Wendelin geweiht. Über den Altären ist eine Kreuzigungsgruppe zu sehen und am Chorbogen rechts hängt die Statue des Heiligen Sebastian.
Das Kirchenschiff sind Kreuzwegstationen paarweise angebracht. Diese wurden 1753 der Kirche in Mistendorf gestiftet und am 24. Februar 1754 geweiht (Unterlagen Pfarrei Mistendorf). Warum sie 1785 nach Teuchatz kamen, ist nicht bekannt.
Eine Statue des Apostels Jakobus mit der Pilgermuschel auf einem Sockel über dem Eingangsportal wurde von der Teuchatzerin Barbara Lunz geschnitzt und gefasst (bemalt) und wird in Wehrkirchen und Kirchenburgen in Oberfranken von Edmund Zöller und Dieter Dietrich als besonders schöne Statue erwähnt. An der Rückseite der Kirche über dem Karner (Beinhaus) befindet sich eine kleine Herz-Jesu-Statue (ebenfalls von B. Lunz gefertigt). 1763/1764 wurde erstmals eine Orgel erwähnt:
- „5 fl seind dem Orgelmacher zu dem neuen Orgelwerklein, welches die Guttäter machen lassen, bezahlt worden.“
Die Orgel hielt nicht lange, denn 1844 schrieb der Pfarrer an das Landgericht, dass seit mehr als 30 Jahren keine Orgel mehr vorhanden sei. Man möge doch dem vorgelegten Vertrag mit dem Orgelmacher Berger aus Bamberg zustimmen. 1846 konnte die neue Orgel mit sieben Registern für 260 fl. angeschafft werden.
Eine Glocke mit der Jahreszahl 1634 überstand den Dreißigjährigen Krieg, bereits 1667 zeigte eine Kirchturmuhr die Zeit an.
1814 hatte das Kirchlein große Bauschäden. Am 24. Februar schrieb das Generalkommissariat des Obermainkreises an das Landgericht Bamberg sinngemäß:
- „Die Filialkirche zu Teuchatz ist im Jahre 1809 zum Teile eingestürzt. Die Inspektion ergab, dass die Kirche auf keine Weise mehr dauerhaft hergestellt werden kann. Es wurde der Antrag gemacht (von Tiefenpölz), die Kirche ganz niederzureißen und neu aufzubauen. Der Kostenaufwand wird auf 1320 fl. geschätzt. Es ist zu erörtern, ob die Kirche nicht ganz entbehrlich sei.“
Die Finanzierung war schwierig. Die Einheimischen wollten keinesfalls auf ihre Kirche verzichten. So antwortete Pfarrer Adam Söhnlein aus Tiefenpölz, dass die Kirche unentbehrlich sei, sie werde von 460 Gläubigen seiner Pfarrei genutzt. Der Weg von Kalteneggolsfeld und Oberngrub zur Mutterkirche nach Tiefenpölz sei schon im Sommer beschwerlich, im Winter aber fast ganz unbegehbar. Die Regierung genehmigte letztlich die Wiederherrichtung.
Am 20. Januar 1863 schlug der Blitz in den Turm, zerstörte die Decke im Chor an vielen Stellen und zerschmetterte das westliche Chorfenster.
1870 wurde das verfaulte Balkenwerk des Kirchturms erneuert. Enttäuscht war man darüber, dass der Turmknopf keinerlei Zeugnis aus der Geschichte des Dorfes bzw. der Kirche enthielt. Beim Neubau wurde eine Chronologische Überlieferung für die künftigen Bewohner der Gemeinde Teuchatz eingebracht, die folgenden Wortlaut hat:
„Teuchatz, den 16. August 1870
Nach Vollendung der Reparaturarbeiten am Kirchturmhelme, dessen größtenteils verfaultes Balkenwerk gründlich ergänzt und theilweise wieder verwendet wurde, konnte heute nach Verlauf von 3 Monaten seit Abbrechung des Kirchthurms der Knopf desselben wieder aufgesetzt werden. Die Mittel waren nicht ausreichend, um den Knopf vergolden zu lassen, da die Zimmermanns- und Schieferdeckerarbeiten etwa 1000 fl. Kosten verursachten, welche (bis auf 150 fl. die von der königlichen Regierung von Oberfranken auf Ansuchen beigetragen wurden zur Kirchthurmreparatur) von der Stiftung, die gegenwärtig 7837 fl. 10 Kr (Kreuzer) Kapitalien besitzt, bezahlt wurden und nur die verfügbaren Mittel verwendet werden durften, die Filialgemeinden Teuchatz und Kalteneggolsfeld und Oberngrub aber zur Kostenbestreitung dieser Reparatur des Kirchthurms nichts bezahlte.
Gleichzeitig mit der Thurmreparatur sollte auch das Innere der Kirche renoviert werden, zu welchem Zwecke die königliche Kreisregierung von Oberfranken 200 fl. Unterstützung aus der Filialkirchenstiftung Burk hieher wendete, die aber lange nicht ausreichend waren, weshalb die Renovation noch längere Zeit hinausgeschoben aber doch bald in Angriff genommen werden wird.
Der Kirchthurm dahier war vor dem mit 4 Thürmchen an den Seiten versehen, welches ihm aber ein plumpes Ansehen gaben und deshalb wegblieben. An ihre Stelle kamen 4 Fenster. Zimmermeister Christian Herrmann von Buttenheim hat die Zimmerarbeiten, Schieferdeckermeister Philipp Schrüfer von Bamberg die Schieferdeckerarbeiten an dem hiesigen Thurm übernommen und zur Zufriedenheit ausgeführt. Schieferdeckergeselle Friedrich Köhsel aus Plankenstein hat sich bei diesen Arbeiten besonders tüchtig bewiesen und lobend hervorgethan durch Abmachen des Thurmknopfes und Aufsetzen desselben und durch Ausführung der schwierigsten und gefährlichsten Arbeiten überhaupt.
Bei dem Wiederaufrichten des Thurmgebälks fiel Zimmergeselle Johann Thumpert aus Buttenheim, der mutwilligerweise an der Außenseite des Gebälks herabsteigen wollte, vom 2. Stock desselben herab und blieb todt.
Gleichzeitig mit dem Thurm hier wurde auch die hiesige Flurkapelle renoviert. Bürgermeister Dr. Schneider zu Bamberg bezahlte die Kosten hierfür, da die Kapelle wegen ihrer Fernsicht eine Zierde der Stadt Bamberg ist. Auch wurde in diesem Jahre das Gemeindehaus dahier, dessen Erbauung viel Hader in der Gemeinde verursachte, vollendet.
Als weitere Nebenumstände dürften der Erwähnung wert sein, dass im Jahre 1866 in dem hiesigen Thurmknopfe ein Bienenschwarm seinen Aufwenthalt einen Sommer lang genommen hatte, darin aber zugrunde ging, wie die im Knopfe bei Einlegung des Thurmes noch vorhandenen Überreste bewiesen haben.
Im Jahre 1863 am 20. Januar schlug der Blitz in den hiesigen Thurm, durchbohrte die Decke im Chor an vielen Stellen und zerschmetterte das westliche Chorfenster gänzlich. Dieser Fall ereignete sich gleichzeitig an den Kirchthürmen in Mistendorf, Geisfeld, Amlingstadt und vielen anderen Orten. Indes ist dies hier ein noch nicht vorgekommener Fall, nach Aussagen der ältesten Ortsbewohner.
Das Jahr 1870, durch den Deutsch-Französischen Krieg berühmt, wird die künftigen Generationen Geschichte lehren.
Der Wunsch, über die Urgeschichte der hiesigen Gemeinde auch nur einiges zu erfahren, durch eine im Thurmknopfe verwahrte Beurkundung, welche sich aber nicht vorfand, hat den Unterzeichneten zur Verfassung dieses Schriftstücks veranlasst. Bis es gelesen wird, wird denen, welche es heute lesen und in den Thurmknopf verwahren sahen, wohl kein Zahn mehr wehtun.
Johann Dormisch, Schullehrer und Kirchendiener, auch Cantor und Organist an der röm. kath. Filialkirche und Schulstelle zu Teuchatz.“
Im Jahr 1990 wurde dieser Bericht geborgen und kopiert. Weitere Zeitberichte von der Reparatur 1933 unter Pfarrer Bierfelder wurden gefunden.
- Da um 1630 alle Leute auf dem so genannten Gebirg in Teuchatz beerdigt wurden, mussten ältere Grabstätten aus Platzgründen neu belegt werden. Die Schädel und Gebeine wurden im Karner aufbewahrt. Dieses Beinhaus auf der Rückseite der Kirche am Chorturm zählt zu den letzten Karnern in Deutschland.[8]