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Teseo

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Werkdaten
Originaltitel: Teseo

Titelseite des Librettos von Teseo, London 1713

Form: Opera seria
Originalsprache: Italienisch
Musik: Georg Friedrich Händel
Libretto: Nicola Francesco Haym
Literarische Vorlage: Philippe Quinault: Thésée (1675)
Uraufführung: 10. Januar 1713
Ort der Uraufführung: Queen’s Theatre, Haymarket, London
Spieldauer: 2 ½ Stunden
Ort und Zeit der Handlung: Athen,[1] in antiker, mythischer Zeit
Personen
  • Teseo (Sopran)
  • Agilea, seine Geliebte (Sopran)
  • Egeo, König von Athen (Alt)
  • Medea, seine Verlobte (Sopran)
  • Clizia, Geliebte des Arcane (Sopran)
  • Arcane, ein Vasall des Königs (Alt)
  • Minister der Minerva, (Bass) ursprünglich Sopran
  • Göttin Athene (stumm)
  • Hofstaat, Krieger, Wachen, Volk
Das Queen’s (ab 1714 King’s) Theatre am Haymarket in London, Händels künstlerische Heimstatt von 1711 bis 1734. Es wurde 1705 eröffnet und brannte 1789 völlig ab.

Teseo (englisch & deutsch: Theseus;[2] HWV 9) ist eine Oper (Dramma tragico) in fünf Akten von Georg Friedrich Händel. Die Uraufführung war am 10. Januar 1713 im Queen’s Theatre am Haymarket in London.

Teseo war nach Rinaldo und Il pastor fido Händels dritte Oper für London, wohin er erst im Herbst 1712 zurückgekehrt war; er wohnte zunächst bei einem Mr. Andrews aus Barn-Elms.[3][4]

Das Textbuch des Teseo ist dem Earl of Burlington gewidmet, einem Mäzen Händels. Ob der Komponist jedoch bereits während der Entstehung des Teseo in Burlington House wohnte (wie Burney vermutete)[5], oder erst später (ab etwa 1713 oder 1714 ?)[6], ist nicht genau bekannt und vielleicht sogar zweifelhaft.[7][8]

Die Komposition der neuen Oper war am 19. Dezember 1712 beendet, wie Händel in seinem Autograph notierte: „Fine del | Drama | G F H | à Londres | ce 19 de Decembr | 1712“.[2][6] In der Uraufführung am 10. Januar 1713 im Queen’s Theatre traten die folgenden Sänger auf:

Die Inszenierung war prächtig, mit neu angefertigten Kostümen, Dekorationen und Maschinen,[10] die sicher einen nicht unerheblichen Anteil am beachtlichen Erfolg der Oper hatten. Doch kam es bereits nach der zweiten Aufführung hinter den Kulissen zu einer schweren Krise, wie die fälschlicherweise Francis Colman zugeschriebene Opernchronik berichtet:[11]

“Mr O. Swiny ye Manager of ye Theatre was now setting out a new opera, Heroick. all ye Habits new & richer than ye former with 4 New Scenes, & other Decorations & Machines. ye Tragick Opera was called Theseus, ye musick composed by Mr Hendel. Maestro di Capella di S.A.E. D’Hannover. […] ye Opera being thus prepared Mr Swiny would have got a Subscription for Six times, but could not. – he then did give out Tickets at half a Guinea each, for Two Nights ye Boxes lay’d open to ye Pit. ye House was very full these two Nights […] after these Two nights Mr Swiny Brakes & runs away & leaves ye Singers unpaid ye Scenes & Habits also unpaid for. The Singers were in Some confusion but at last concluded to go on with ye opera’s on their own accounts. & devide ye Gain amongst them.”

„Mr. O. Swiney, der Theaterdirektor, plante nun eine neue Oper, heroisch, alle Kostüme neu und prunkvoller als die vorherigen, mit 4 neuen Bühnenbildern und anderen Dekorationen und Maschinen. Der Titel dieser tragischen Oper war Theseus. Die Musik hatte Händel komponiert. Maestro di Capella di S.A.E. D’Hannover. […] Nachdem die Oper so vorbereitet war, wollte Swiney Subskriptionen für sechs Abende verkaufen, was ihm aber nicht gelang. Dann verkaufte er seine Eintrittskarten zu je einer halben Guinee, zwei Abende lang standen die Logen bis zum Parterre allen Zuschauern offen, das Haus war an diesen beiden Abenden sehr gut besucht […] Nach diesen beiden Abenden machte sich Swiney davon und ließ die Sänger zurück, ohne auch nur die Bühnenbilder und Kostüme bezahlt zu haben. Die Sänger gerieten in einige Verwirrung, beschlossen jedoch zuletzt, die Opern selbständig weiterzuführen und den Gewinn unter sich zu verteilen.“

Opera Register. London, Januar 1713.[12][13]

Nach Swineys Flucht nach Italien, mit den Einnahmen zweier Vorstellungen, wurde Johann Jacob Heidegger kaufmännischer Direktor des Queen’s Theatre und konnte sich in den folgenden Jahrzehnten als Impresario in London etablieren,[13] unter anderem zwischen 1719 und 1728 als Händels Geschäftspartner der Royal Academy of Music.

Teseo erreichte 13 Vorstellungen. Die letzte, am 16. Mai 1713, war eine Benefizvorstellung für Händel, der dafür nicht nur einige neue Arien („several New Songs“) komponiert hatte, sondern sich als besondere Attraktion auch als Solist auf dem Cembalo hören ließ.[14][10][15]

Aufführungsgeschichte

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Ihre Wiedergeburt erlebte die Oper am 29. Juni 1947 bei den Göttinger Händel-Festspielen.[16] Es spielte das Städtische Orchester Göttingen unter Leitung von Fritz Lehmann. Eine deutsche Textfassung hatte Emilie Dahnk-Baroffio erstellt. Die erste Aufführung des Stückes in historischer Aufführungspraxis sah man in Boston (USA) am 30. Mai 1985 mit dem Boston Early Music Festival Orchestra unter der Leitung von Nicholas McGegan.

Londoner Textbuch von 1713, Beginn der zweiten Szene des ersten Aktes.

Teseo war die erstmalige Zusammenarbeit Händels mit dem Musiker und Dichter Nicola Francesco Haym, der als Vorlage Philippe Quinaults Libretto zu Jean-Baptiste Lullys berühmter Tragédie lyrique Thésée (1675) verwendete. Haym strich selbstverständlich den Prolog (mit allegorischen Verherrlichungen Ludwigs XIV.) und außerdem die meisten der typisch französischen Chöre und Ballette, übernahm aber ungewöhnlicherweise von Quinault die Struktur. Daher ist Teseo Händels einzige Oper in fünf Akten. Einen großen Teil der Rezitative übertrug Haym „unmittelbar“ aus dem Französischen ins Italienische, Arien- und Ensembletexte dichtete er aber fast alle neu. Die Arien sind meistens nicht als Abgangsarie am Ende einer Szene platziert – wie in der neueren Entwicklung der italienischen Opera seria –, sondern mitten in den Szenen, wie bei Quinault[17][18] (oder in der älteren venezianischen Operntradition). Eine weitere Folge der französischen Vorlage ist die für eine Opera seria relativ hohe Zahl von vier Duetten.[19] Haym nahm auch Kürzungen vor, wodurch (laut Dean und Knapp) zuweilen die Motivation der Personen verschleiert wird, und erfand zwei Szenen neu (Akt III,1 und IV,1-2).[20]

Historisch-literarischer Hintergrund

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Der mythologische Inhalt der Oper entspricht den Traditionen der Tragédie lyrique, während die zeitgenössische italienische Oper meistens heroische und historische Stoffe bevorzugte.

Quinault entnahm die Geschichten des Theseus und der Medea aus Plutarchs Bíoi parálleloi (Parallele Lebensbeschreibungen) und aus dem 7. Buch von Ovids Metamorphosen. Die Überlieferung wird jedoch in der Oper sehr frei behandelt und durcheinander gemischt. So fand beispielsweise der Mordversuch Medeas an Theseus laut Mythologie eigentlich vor den Episode mit Ariadne (die in der Oper nicht vorkommt) und mit Aigle (= Agilea), der Tochter des Panopeus, statt. Demnach hatte sich Theseus in Naxos von Ariadne getrennt, weil er sich in Aigle verliebt hatte.[21]

Die Oper spielt in Athen in mythischen Vorzeiten.[1]

Tempel der Minerva. Der Vorhang öffnet sich zu den Klängen einer kriegerischen Sinfonie, dazwischen ist das Klirren der Waffen von kämpfenden Menschen zu hören. Agilea, die unter dem Vormund Egeos steht, tritt mit einem Gefolge von Jungfrauen auf. Sie ist in Teseo verliebt, der gegen die Feinde Athens in die Schlacht zieht, und erzählt ihrer Vertrauten Clizia, dass sie um seine Sicherheit besorgt ist. Clizia ihrerseits ist mit Arcane ein Liebespaar. Als Clizia ihn aber bittet, sich über Teseos Befinden zu informieren, reagiert er eifersüchtig.

Nach seinem Sieg teilt König Egeo Agilea mit, dass er sie zur Frau nehmen und zu seiner Königin machen wolle. Ihren Einwand, dass er doch bereits mit Medea verlobt sei, lässt er nicht gelten: Er sei entschlossen Medea zu trotzen, selbst wenn sie Himmel und Hölle in Bewegung setzen sollte. Schließlich geht er, um die Huldigungen des Volkes entgegenzunehmen. Allein geblieben stellt Agilea fest, dass ihr die Gefühle des Königs und jeder Ehrgeiz völlig egal sind: Sie wird und will nie jemand anderen als Teseo lieben.

Paulus Bor: Die desillusionierte Medea. Metropolitan Museum, New York

Königlicher Palast. Medea beklagt ihr schweres Schicksal, da sie nie Glück in der Liebe hatte. Egeo tritt ein und lobpreist sie und ihre Zauberkünste, die eine unschätzbare Hilfe für den errungenen Sieg gewesen seien. Dennoch kommen beide überein, ihre Verlobung zu lösen, da sie nicht mit dem Herzen dabei sind. Als „Ersatz“ bietet Egeo ihr die Heirat mit dem Helden Teseo an. Medea, die durchschaut, dass er Agilea begehrt, akzeptiert freudig seinen Vorschlag, da sie ihrerseits in Teseo verliebt ist. Arcane warnt Egeo, da Teseo wegen seiner Heldentaten von den Truppen bereits als Egeos Nachfolger gefeiert worden sei. Egeo ist alarmiert.

Platz in Athen. Teseo zieht im Triumph in Athen ein und wird vom Volk gefeiert. Nachdem er die Athener gebeten hat sich zurückzuziehen, wird er von Medea angesprochen, die ihn darauf aufmerksam macht, dass Egeo ihn um seine Erfolge beneide und des Verrats verdächtige; doch sie sei bereit, den König zu besänftigen. Auf ihre Bemerkung, dass er ja „nichts von Liebe spreche“, antwortet Teseo ihr ganz offen, dass er nur Agilea liebe. Während Medea ihre eigenen Gefühle verbirgt, teilt sie ihm zu seiner Bestürzung mit, dass Egeo sein Rivale sei, aber er könne ihr und ihren diplomatischen Gaben völlig vertrauen. Teseo nimmt ihre Hilfe dankbar an. Doch als die Zauberin allein ist, brechen Eifersucht und Wut aus ihr heraus und sie schwört Rache.

Agileas Gemächer. Arcane und Clizia freuen sich über ihr Wiedersehen, und er teilt ihr mit, dass er beim König um ihre Hand anhalten möchte. Clizia kündigt Agilea Teseos baldige Ankunft an. Als er eintrifft, wird ihr Wiedersehensglück überschattet von Agileas Sorgen wegen Egeos Wunsch sie zu heiraten. Teseo ist dennoch zuversichtlich über ihre gemeinsame Zukunft. Nachdem er gegangen ist, kommt jedoch Arcane und spricht Agilea ebenfalls auf Egeos Pläne an. Diese versucht ihren Kummer darüber nicht mehr zu verbergen. Plötzlich erscheint Medea, gibt sich als Agileas Rivalin um Teseos Herz zu erkennen und fordert von ihr, den Befehlen des Königs und ihren – Medeas – eigenen Wünschen zu gehorchen. Als Agilea sich standhaft weigert, ihrer Liebe zu Teseo zu entsagen, schwört Medea wutentbrannt Rache und verwandelt den Ort in eine Wüste mit schrecklichen Ungeheuern. Dann lässt sie Arcane und Clizia frei und beschwört die „Schatten der ewigen Nacht“, die Agilea quälen und schließlich entführen.

Arcane berichtet Egeo von der Entführung Agileas durch Medea; Egeos Frage nach dem Grund beantwortet er jedoch nicht. Der König schwört Rache an der Zauberin. Arcane vergleicht Egeos rasende Leidenschaft mit seiner Liebe zu Clitia.

William Turner: Vision der Medea. Tate Britain, London

Medea versucht Agilea weiterhin durch Höllenqualen dazu zu bringen, Teseo aufzugeben und den König zu heiraten. Doch Agilea fühlt sich dazu nicht in der Lage. Medea lässt nun den schlafenden Teseo von Geistern herbeitragen. Als Agilea versucht ihn liebevoll zu wecken, beschwört die Zauberin voller Rage die Furien und befiehlt ihnen, Teseo umzubringen. Da tritt Agilea dazwischen und erklärt sich bereit zur Hochzeit mit dem König. Doch das reicht Medea noch nicht: Sie verlangt von ihr, Teseo davon zu überzeugen, dass sie ihn nicht mehr liebe und Egeo aus eigenem Willen heiraten wolle. Dazu verwandelt Medea die Szene in eine bezaubernde Insel und weckt Teseo mit ihrem Zauberstab. Als er erwacht, wendet sich Agilea scheinbar gleichgültig von ihm ab und behauptet ihre Liebe sei erlöschen, aber er erkennt an ihren Tränen, dass sie lügt. Medea scheint nun zu akzeptieren, dass sie gegen die wahre Liebe des Paares machtlos ist und behauptet, sie wolle ihnen nicht mehr im Wege stehen. Teseo und Agilea besingen ihr gemeinsames Glück.

Verzauberter Palast Medeas; man sieht festlich gedeckte Tische. Medea, von unerfüllter Liebe und Eifersucht gequält, beschließt ihren eigenen Selbstmord – doch zuvor sollen auch Teseo und Agilea dran glauben. Egeo erscheint, und es gelingt Medea ihm einzureden, dass Teseo eine Bedrohung für ihn darstelle. Sie gibt ihm Gift, mit dem er Teseo aus dem Weg räumen soll. Nun kommen Teseo und Agilea mit ihrer Hochzeitsgesellschaft. Der Bräutigam kniet vor Egeo nieder, welcher erklärt, den Willen des Volkes von Athen zu akzeptieren und zugunsten Teseos zurücktreten zu wollen.

Andrea Schiavone: Medea. Louvre, Paris

Dann reicht er Teseo den vergifteten Becher. Teseo schwört bei seinem Schwert dem König ewige Treue und will gerade den Becher ansetzen, als Egeo das Schwert als dasjenige erkennt, welches er vor Jahren seinem kleinen Sohn mitgegeben hatte. Er schlägt Teseo den Becher aus der Hand und umarmt ihn als seinen Sohn, während Medea flüchtet. Egeo verzichtet nun auf Agilea und gibt dem Brautpaar sowie auch Arcane und Clizia seinen Segen zur Heirat. Plötzlich erscheint Medea in einem Wagen, der von fliegenden Drachen gezogen wird. Bevor sie verschwindet, beschwört sie die Geister der Hölle, die den Zauberpalast in Brand setzen. Doch den entsetzten Anwesenden kommen die Göttin Minerva und ihr Priester zu Hilfe und alle besingen den Sieg von Frieden und Liebe.

Georg Friedrich Händel Stich von Harding nach dem Porträt von B. Denner

Von Händels Autograph zu Teseo sind nur Teile des vierten und fünften Aktes erhalten. Es gibt aber eine ganze Reihe von Abschriften, von denen eine in der Coke-Collection von der Hand Linikes (sogen. „Coke I“) anscheinend noch vor der Uraufführung entstand und viele interessante Musizieranweisungen enthält. Eine weitere wichtige frühe Abschrift, die einige Korrekturen von Händels eigener Hand enthält, befindet sich in der British Library (RM 19 e 6).[22]

Die französische Herkunft des Librettos spiegelt sich nicht nur in der Gliederung in fünf Akten, sondern auch in einer formal vielseitigen Partitur, mit einer ungewöhnlich hohen Zahl von vier Duetten sowie fünf Accompagnato-Rezitativen – an einem der Accompagnatos sind sogar drei Personen beteiligt (Nr. 22 „Numi, chi ci soccorre?“ für Agilea, Clizia und Arcane). Stilistisch sind jedoch so gut wie keine französischen Einflüsse zu erkennen.[23]

Von den Chören bei Quinault und Lully ist außer dem Schlusschor nur die Nr. 12 („Ogn’uno acclami“) im zweiten Akt, zu Teseos erstem Auftritt, erhalten. Beide Chöre erfordern zusätzliche Sänger oder einen kleinen Chor, da sich unter den Solisten kein Tenor befindet.[24][25][26]

Auch die Orchestrierung ist farbig, mit jeweils zwei Block- und Traversflöten, Oboen, Fagotten und Trompeten zum Streichorchester mit Continuo. Auffällig interessant und ausdrucksvoll sind die Partien der Oboen, und es gibt mehrere Nummern mit Solo-Oboe, die mit ziemlicher Sicherheit von Johann Ernst Galliard gespielt wurde.[27] Zwei Arien (Agileas „È pur bello“ (Akt I, Nr. 1) und Arcanes „Le luci del mio bene“ (Akt III, Nr. 17)) haben einen fünfstimmigen Streichersatz mit zwei Violenstimmen in der Mitte, worin eventuell ein französischer Einfluss liegen könnte; zwei Violen verlangt Händel außerdem im Duett „Sí, ti lascio“ für Medea und Egeo (Akt II, Nr. 11).[28]

Die Oper beginnt mit einer dreisätzigen Ouvertüre nach französischem Muster in B-Dur,[29] deren Fugato ein stark italienisch beeinflusster Konzertsatz mit Solo-Violine ist. Der Ouverture folgt ein weiterer virtuoser Konzertsatz mit Violine, obligaten Oboen und Fagott, der offenbar die „Sinfonia bellicosa“ (kriegerische Snfonia) darstellt, die zu Beginn der ersten Szene im Libretto erwähnt wird.[30]

Die Sänger-Besetzung ist sehr italienisch und besteht fast ausschließlich aus hohen Stimmen: vier Sopranen und zwei Alt-Stimmen, von denen ursprünglich zwei Kastraten waren; hinzu kommt ein Bassbariton für den kleinen Part des Hohepriesters am Ende. Die beiden schon erwähnten Chöre sind vierstimmig und verlangen auch Tenor- und Bassstimmen. Die drei Hauptfiguren Teseo, Agilea und Medea singen jeweils sechs Arien; Medea hat dazu noch zwei Accompagnati, Teseo eines (Akt V, Nr. 36 „Giuro per questo acciaro“). Je vier Arien fallen an die beiden Alt-Partien Egeo und Arcane, Clizia hat nur zwei Arien. Darüber hinaus sind alle sechs Figuren an Duetten beteiligt, Arcane und Clizia singen sogar zweimal im Duett – auffälligerweise werden ihre beiden Duette (Nr. 5 und 38) nur vom Basso continuo begleitet.

Die musikalische Qualität der Partitur ist nicht ganz einheitlich. Auffällig inspiriert sind die beiden rivalisierenden Frauenrollen Agilea und Medea, zwei völlig konträre Charaktere. In dem Zusammenhang verwundert es kaum, dass der vierte Akt, in dem der Konflikt zwischen den beiden Rivalinnen kulminiert, der dramaturgische und musikalische Höhepunkt der Oper ist, mit der größten Dichte herausragender Musik.

Ausschnitt aus Medeas „Morirò, ma vendicata“ (Nr. 2), mit erstem Einsatz des Soprans. Druck: London, 1788

Verschiedene Autoren sind sich darüber einige, dass Händels Charakterisierung der Medea besonders beeindruckend gelungen ist.[31][32][33][34] Die Partie entstand für Elisabetta Pilotti, die über hervorragende dramatische Fähigkeiten verfügt haben muss und auch die beiden Zauberinnen in Rinaldo und Amadigi darstellte. Der abgründige Charakter Medeas wird durch die ausschließliche Verwendung von „dunklen“ B-Tonarten[35] gekennzeichnet und in formaler Hinsicht ist der Part auffällig fantasievoll gestaltet, also keine bloße Abfolge von Secco-Rezitativ und Dacapo-Arien.

Bei ihrem ersten Auftritt zu Beginn des zweiten Aktes wird Medea als unglückliche Frau dargestellt, in einer Szene, die durch eine melancholische Cavatina („Dolce riposo“, Nr. 9) in Es-Dur eingeleitet wird. Dabei verflechten sich die kantablen Linien der Stimme und einer Solo-Oboe über pochenden Streicherakkorden; nach einem Secco-Rezitativ wird eine gekürzte Form der Cavatina wiederholt, es entsteht also eine Art Dalsegno-Form. Nach einem weiteren Secco-Rezitativ folgt die Arie „Quell’amor“ (Nr. 10) in der Paralleltonart c-moll. Medeas Duett mit Egeo „Si ti lascio“ (Nr. 11) in der nächsten Szene steht in F-Dur und zeichnet sich durch eine geradezu groteske Fröhlichkeit aus, als die beiden sich einvernehmlich „trennen“, weil sie beide in jemand anderen verliebt sind.

Alle weiteren Soli Medeas malen mit beeindruckenden Mitteln das Bild einer verlogenen, hasserfüllten, bösartigen und gefährlichen Frau, die mit den Kräften der Hölle im Bunde ist. Schon am Ende des zweiten Aktes hat sie eine erste dramatische Wut-Szene „Ira, sdegni … O stringerò nel sen“ (Nr. 15-16), die aus Accompagnato- und Secco-Rezitativ mit Arie besteht.

Noch intensiver ist dann das Ende des dritten Aktes, als sie zum ersten Mal als Zauberin gezeigt wird. Einem ersten Accompagnato für Medeas völlig geschockte drei Opfer Agilea, Clizia und Arcane („Numi...“, Nr. 22) und Secco-Rezitativen folgt Medeas Geisterbeschwörung „Ombre, sortite“ (Nr. 23) in der düsteren Tonart f-moll, „[…] in welchem die wilde, ungebändigte Wut der rasenden Zauberin, Medea, und ihre Beschwörungen bewundernswert durch die Instrumente dargestellt werden“ (Charles Burney).[36][13] Die Szene gipfelt Akt in der dramatischen B-Dur-Aria „Sibillado“ (Nr. 24), bei der sich Motive aus harten Tonrepetitionen mit virtuosen Triolen-Koloraturen abwechseln.

Eine weitere Furienbeschwörung Medeas gibt es im vierten Akt mit der Arie „Dal cupo baratro“ (Nr. ), die wieder im düsteren c-moll steht und wo die Stimme gemeinsam mit den Violinen den „Bass“ zu den geradezu ironisch wirkenden Melodien der Oboen singt. Medeas letzte Arie „Morirò, ma vendicata“ (Akt V, Nr. 33) zeigt sie am Rande des Wahnsinns in einem Bravourstück ersten Ranges, wo kontrastierende Tempi und Metren extrem widersprüchliche Gefühle ausdrücken, und zwar schon in der orchestralen Einleitung. Die Streicher werden teilweise in einem „brutalen“ Unisono mit Staccato-Tonrepetitionen geführt. Die Arie steht in g-moll und entspricht einer Dalsegno-Form, doch beginnt der A-Teil im 3/4-Takt (nach dem Ritornell) mit einem schmerzerfüllt klagenden Adagio der Singstimme alleine, nur von einem Echo der Oboe beantwortet; es folgt ein entfesseltes Presto mit herab-„rasselnden“ Koloraturen, während der B-Teil im geraden Takt steht und völlig anderes musikalisches Material verwendet – streckenweise muss die Sängerin dabei Koloraturen in schnellem Parlando singen.[32][33][34]

Ausschnitt aus Agileas „Deh, serbate“ (Nr. 2) Druck: London, 1788

Auch die Musik der Gegenspielerin Agilea, die ursprünglich von Margherita de l’Épine gesungen wurde, ist von höchster Qualität und Inspiration, mit einer Betonung von Liebreiz und Schönheit.[37] Die im Vergleich zu Medea „konventionelleren“ Formen sind offenbar positiv, mit einem seelisch gesünderen Charakter, zu deuten. Drei ihrer Arien stehen in Kreuz-Tonarten, darunter auch ihre beiden Soli am Beginn der Oper. Die erste („È pur bello“) steht in einem glücklichen G-Dur, wobei die Stimme im A-Teil nur von hohen Streichern begleitet wird. In der nach einem kurzen Secco-Rezitativ folgenden zweiten Arie („Deh, serbate“) in melancholischem h-moll musizieren Sopran und Oboe in einem bewegenden Duett, wozu die hohen Streicher einen wolkigen Hintergrund aus Sechzehntel-Figuren über einem wandernden Bass bilden.

Auch in den meisten anderen Arien Agileas treten Holzbläser in der Instrumentation auf, so ist „M’adora l’idol mio“ (Nr. 8) am Ende des ersten Aktes ein virtuoses Concerto mit Solo-Oboe, mit ausladenden Koloraturen, die teilweise in Terzparallelen laufen. Besonders apart instrumentiert ist „Vieni, torna“ (Nr. 20) mit obligaten Fagotten, und in „Deh! v’aprite, o luci belle“ (Nr. 27) erklingen zum Schlaf des Teseo Traversflöten, die eine liebliche und weiche Atmosphäre schaffen.[38]

Agileas „Amarti sì vorrei“ in Akt IV (Nr. 31) ist ein Adagio in d-moll, das nur vom Basso continuo begleitet wird, und ein besonders bewegender emotionaler Höhepunkt der Oper. Die nächste Nummer (nach Rezitativen) ist Agileas Duett mit Teseo (Nr. 32), das in der hellen Tonart A-Dur steht. Die Anrede „Caro / cara“ zu Beginn gibt beiden Sängern nacheinander die Möglichkeit, ihr Messa di voce bzw. ihre Verzierungskunst zu zeigen. Im weiteren Verlauf wird unter anderem mithilfe langer Koloraturen, zum Teil in Terzparallelen, überschwengliche Freude und Glück ausdrückt.[39]

Die Partien der anderen Sänger, selbst für die beiden Kastraten Valeriano Pellegrini als Teseo und Valentino Urbani als Egeo, ist zwar immer angemessen und/oder „schön“, auch gibt es vor allem für Teseo und Egeo reichlich Gelegenheit in virtuosen, koloraturenreichen Helden- oder Wut-Arien ihre geläufige Kehle und brillante Technik zu zeigen – aber selten ist die Musik von derselben hohen Inspiration wie die der beiden weiblichen Hauptrollen.[40]

Einige Nummern sind:

  • das poetische Es-Dur-Arioso Teseos in Akt IV, als er aus seinem Schlaf erwacht („Chi ritorna“, Nr. 29), mit belcantistischen Kantilenen für die Stimme und die Solo-Oboe über getupften Streicherakkorden. Es wird gefolgt von der dramatischen Bravourarie „Qual tigre“ (Nr. 30), die in kämpferischem D-Dur steht. Der merkwürdige Tonartenunterschied soll wahrscheinlich die verschiedenen Stimmungen – Halbschlaf oder Schläfrigkeit (29) und Empörung (30) – ausdrücken.[41]
  • Egeos Auftrittsarie „Serenatevi“ (Akt I, Nr. 6), ein Andante in F-Dur mit ziselierten Verzierungen in der Gesangslinie und einer ungewöhnlichen Begleitung, bei der über einem wandernden Bass die Violinen und Violen im Unisono und all’ottava spielen. Seine G-moll-Arie „Non è da re quel cor“ (Akt III, Nr. 34), mit der er zunächst Medeas Vorschlag, Teseo zu vergiften, ablehnt, ist wie eine Triosonate mit konzertierender Violine und Continuo gesetzt, die anfangs mit der Stimme im Unisono erklingen; zum Schlussritornell des A-Teils (d. h. zweimal) setzt das Orchester mit Oboen ein.[42]
  • der ursprünglich für die Altistin Jane Barbier geschriebene Part des Arcane, obwohl dramaturgisch nur eine Nebenrolle, hat einige interessante Nummern: Seine traurige Auftrittsarie „Ah! Cruda gelosia“ (Akt I, Nr. 4) ist ein Largo in e-moll, das nur von einem Cello begleitet wird, d. h. ohne akkordische Continuo-Begleitung; seine liebliche B-Dur-Arie „Le luci del mio bene“ (Nr. 17), mit Blockflöten im Orchester und in einem wiegenden 12/8-Takt, verströmt eine heitere pastorale Atmosphäre und ist eines der schönsten Stücke der Partitur. Auch das lebhafte „Benché tuoni“ in Akt IV (Nr. 26) ist eine Perle, wenn auch eine Entlehnung aus Aci, Galatea e Polifemo.[43]

Zwei Blockflöten, zwei Traversflöten, zwei Oboen, zwei Fagotte, zwei Trompeten, Streicher, Basso continuo (Violoncello, Erzlaute bzw. Theorbe, 2 Cembali[44]).

Struktur der Oper

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Scena I Recitativo. Agilea Sia qual’ vuole il mio fato
Scena II Recitativo. Agilea, Clizia Clizia, son gli Ateniesi
1. Aria. Agilea (Ob, Str, BC) È pur bello, in nobil core
Scena III Recitativo. Agilea, Arcane Ora svelaci Arcane
2. Aria. Agilea (2 Ob, Str, BC) Deh serbate, o giusti Dei, quella vita per cui vivo
Scena IV Recitativo. Clizia, Arcane Parte Agilea per venerar la Dea
3. Aria. Clizia (2 Vl, BC) Ti credo, sì, ben mio
Recitativo. Arcane, Clizia Comanda dunque, o bella
4. Aria. Arcane (Vc, BC) Ah! cruda gelosia
Recitativo. Clizia, Arcane Dunque all’affetto mio
5. Duetto. Clizia, Arcane (Str, BC) Addio, mio caro bene
Scena V 6. Aria. Egeo (2 Vl, BC) Serenatevi, oh luci belle
Recitativo. Egeo, Agilea Or ch'affermato ho il soglio
7. Aria. Egeo (2 Vl, BC) Ricordati, o bella
Scena VI Recitativo. Agilea Ah, che sol per Teseo arde quest’alma
8. Aria. Agilea (2 Ob, Str, BC) M’adora l’idol mio
Scena I 9. Arioso e Recitativo. Medea (Ob, Str, BC) Dolce riposo, ed innocente pace
Recitativo. Medea L’infelice Medea
10. Aria. Medea (2 Vl, BC) Quell’amor ch’è nato à forza
Scena II Recitativo. Egeo, Medea Delle armi nostre
11. Duetto Medea, Egeo (2 Ob, Str, BC) Sì, ti lascio, altro amore io chiudo
Scena III Recitativo. Arcane, Egeo Sire, tutto è periglio
Scena IV 12. Coro. (2 Trp, 2 Ob, Str, BC) Ogn’uno acclami il nostro Alcide
Recitativo. Teseo Amici, a bastanza mostraste il vostro affetto
Scena V Recitativo. Medea, Teseo Teseo, dove te n’vai?
13. Aria. Teseo (BC) Quanto ch’a me sian care le luci del mio bene
Recitativo. Medea, Teseo Ai vostri amori, temo qualche fatal incontro
14. Aria. Teseo (2 Vl, BC) Non so più che bramar
Scena VI 15. Recitativo accompagnato. Medea (Str, BC) Ira, sdegni, e furore
16. Aria. Medea (Str, BC) O stringerò nel sen
Scena I 17. Aria. Arcane (2 BlFl, Str, BC) Le luci del mio bene
Recitativo. Arcane, Clizia Opportuna qui giunge
18. Aria. Clizia (Vc, BC) Risplendete, amiche stelle
Recitativo. Arcane, Clizia Perdona omai, perdona
19. Aria. Arcane (BlFl, 2 Vl, BC) Più non cerca libertà
Scena II Recitativo. Clizia, Agilea Quivi sarà fra poco Teseo
20. Aria. Agilea (2 Fg, Str, BC) Vieni, torna, idolo mio
Recitativo. Clizia Teseo qui giunge
Scena III Recitativo. Teseo, Agilea Pur ti riveggio al fine
21. Aria. Teseo (2 Ob, 2 Vl, BC) S’armi il fato, s’armi amore
Scena IV Recitativo. Arcane, Agilea, Clizia Egeo di qui venir m’impose
Scena V Recitativo. Medea, Agilea Tu ben sai, principessa, quant’è grave il mio sdegno
Scena VI 22. Recitativo accompagnato. Agilea, Clizia, Arcane (Str, BC) Numi, chi ci soccorre?
Recitativo. Clizia, Arcane, Medea Deh, dammi aita, Arcane
23. Recitativo accompagnato. Medea (Str, BC) Ombre, sortite dall’eterna notte
Recitativo. Agilea O ciel, che mai sara?
24. Aria. Medea (2 Ob, Str, BC) Sibilando, ululando, fulminate, la rival
Scena I Recitativo. Arcane, Egeo Sire, come imponesti
25. Aria. Egeo (2 Vl, BC) Voglio stragi, e voglio morte
Scena II Recitativo. Arcane Amor per Agilea
26. Aria. Arcane (2 Ob, Str, BC) Benchè tuoni e l’etra avvampi
Scena III Recitativo. Agilea, Medea Cruda, ed ancor non vuoi
Scena IV Recitativo. Agilea Che mai veggio, oh Dio!
27. Aria. Agilea (2 Fl, Str, BC) Deh! v’aprite, o luci belle
Recitativo. Medea E ancor su’ gli occhi miei
28. Aria. Medea (2 Ob, Str, BC) Dal cupo baratro venite, oh furie
Scena V Recitativo. Agilea, Medea S’arma contro di me tutto l’inferno?
Scena VI 29. Aria. Teseo (Ob, Str, BC) Chi ritorna alla mia mente la perduta rimembranza
Recitativo. Medea, Teseo Mira qual cura prendo
Scena VII Recitativo. Teseo, Agilea Agilea più non m’ama!
30. Aria. Teseo (2 Vl, BC) Qual tigre o qual megera
Recitativo. Teseo, Agilea Tu piangi, e a me l’ascondi?
31. Aria. Agilea (BC) Amarti sì vorrei
Scena VIII Recitativo. Medea, Agilea, Teseo Non vi lagnate più
Scena IX Recitativo. Teseo, Agilea Chi di mi più beato?
32. Duetto. Teseo, Agilea (Str, BC) Cara / caro, ti dono in pegno il cor
Scena I Recitativo. Medea Dunque per vendicarmi
33. Aria. Medea (Ob, Str, BC) Morirò, ma venticata
Scena II Recitativo. Medea Scopri i, ma non veduta l’ascosa fiamma
Scena III Recitativo. Medea, Egeo Questo vaso, che miri
34. Aria. Egeo (2 Ob, Str, BC) Non è da re quel cor
Recitativo. Medea, Egeo Ma de’ popoli l'odio avrà quel figlio
Scena IV 35. Aria. Teseo (2 Vl, BC) Tengo in pugno l’idol mio
Recitativo. Teseo, Egeo Sire, a piedi tuoi Teseo s’inchina
36. Recitativo accompagnato. Teseo (Str, BC) Giuro per questo acciaro
Scena V Recitativo. Egeo Che miro, o Ciel!
Recitativo. Arcane, Egeo, Agilea, Teseo Ah! perfida Medea!
37. Aria. Agilea (Ob, Str, BC) Sì, sì, t’amo, oh caro
Recitativo. Arcane, Egeo, Agilea, Clizia Signore, in questo giorno
38. Duetto. Clizia, Arcane (2 Ob, Str, BC) Unito a un puro affetto
Scena VI Recitativo. Medea Essenti dal mio sdegno ancor non siete
Scena VII Recitativo. Agilea, Clizia, Egeo, Teseo, Arcane Soccorreteci o Numi!
39. Recitativo accompagnato. Minerva (2 Ob, Str, BC) Il ciel già si compiace
40. Coro. (2 Trp, 2 Ob, Str, BC) Goda ogn’ alma in sì bel giorno

Arien- und Duettverteilung

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Rolle Erster Akt Zweiter Akt Dritter Akt Vierter Akt Fünfter Akt Gesamt
Teseo 0 1 1 3 1 5 Arien, 1 Duett
Agilea 3 0 1 3 0 6 Arien, 1 Duett
Egeo 2 1 0 1 1 4 Arien, 1 Duett
Medea 0 4 1 1 1 6 Arien, 1 Duett
Clizia 2 0 1 0 1 2 Arien, 2 Duette
Arcane 2 0 1 1 1 4 Arien, 2 Duette
  • Bernd Baselt: Thematisch-systematisches Verzeichnis. Bühnenwerke. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 1. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, ISBN 3-7618-0610-8 (unveränderter Nachdruck: Kassel 2008, ISBN 978-3-7618-0610-4).
  • Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7 (englisch).
  • Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 4. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1
  • Ellen T. Harris u. a.: The librettos of Handel’s operas : a collection of seventy-one librettos documenting Handel's operatic career, volume ii, Garland, New York 1989.
  • Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Bettina Obrecht. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar, 1992. (Andere Ausgabe im Insel Verlag (= Insel-Taschenbuch. Band 2655), Frankfurt am Main u. a. 2000), ISBN 3-458-34355-5.
  • Arnold Jacobshagen: Teseo (HWV 9), in: Arnold Jacobshagen (Hrsg.), Panja Mücke: Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber-Verlag, Laaber 2009, ISBN 3-89007-686-6, S. 72–80
  • Paul Henry Lang: Georg Friedrich Händel. Sein Leben, sein Stil und seine Stellung im englischen Geistes- und Kulturleben. Bärenreiter-Verlag, Basel 1979, ISBN 3-7618-0567-5.
  • Silke Leopold: Händel. Die Opern. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-7618-1991-3.
  • Albert Scheibler: Sämtliche 53 Bühnenwerke des Georg Friedrich Händel. Opern-Führer. Edition Köln, Lohmar/Rheinland 1995, ISBN 3-928010-05-0.
Commons: Teseo – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Laut Angabe im Original-Libretto von 1713, in: Ellen T. Harris u. a.: The librettos of Handel’s operas : a collection of seventy-one librettos documenting Handel's operatic career, volume ii, Garland, New York 1989, S. 139.
  2. 1 2 Friedrich Chrysander: G. F. Händel. Erster Band. Breitkopf & Härtel, Leipzig 1860, S. 379.
  3. Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 4. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1, S. 57.
  4. Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Bettina Obrecht. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar, 1992, S. 67–68.
  5. Charles Burney: A General History of Music: from the Earliest Ages to the Present Period. Vol. 4. London 1776 (im Internet-Archiv, Abruf am 21. April 2026), S. 238.
  6. 1 2 Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 4. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1, S. 58.
  7. Baselt vermutet offenbar in Anlehnung an Burney, die Oper wäre bereits in Burlington House entstanden. Bernd Baselt: Thematisch-systematisches Verzeichnis. Bühnenwerke. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 1. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, ISBN 3-7618-0610-8, S. 138.
  8. Hogwood bleibt verschwommen bezüglich des Zeitpunkts, wann Händel bei Burlington einzog, doch scheint er anzunehmen, dass dies erst nach Teseo geschah. Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Bettina Obrecht. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar, 1992, S. 69.
  9. Ursprünglich war zusätzlich eine winzige Nebenrolle namens „Fedra“, als Vertraute der Medea, vorgesehen, die aber laut Dean und Knapp (S. 238) von Händel noch vor der Uraufführung gestrichen wurde und auch nicht im Originallibretto gelistet ist. Die Rolle wurde aber von Chrysander in seiner fehlerhaften Ausgabe übernommen und ist auch bei Baselt gelistet (offenbar in der Nachfolge von Chrysander). Quellen: 1) Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 236 und 238. 2) Bernd Baselt: Thematisch-systematisches Verzeichnis. Bühnenwerke. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 1. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, ISBN 3-7618-0610-8, S. 128.
  10. 1 2 Bernd Baselt: Thematisch-systematisches Verzeichnis. Bühnenwerke. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 1. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, ISBN 3-7618-0610-8, S. 138.
  11. Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 4. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1, S. 59.
  12. Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 4. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1, S. 59.
  13. 1 2 3 Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie (= Insel-Taschenbuch. Band 2655). Aus dem Englischen von Bettina Obrecht. Insel Verlag, Frankfurt am Main u. a. 2000, ISBN 3-458-34355-5, S. 110 f.
  14. Editionsleitung der Hallischen Händel-Ausgabe: Dokumente zu Leben und Schaffen. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 4. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1985, ISBN 3-7618-0717-1, S. 61–62.
  15. Hogwoods Behauptung Händel habe dabei „auch am Cembalo improvisiert“ geht aus den Quellen so nicht hervor und ist reine Spekulation. Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Bettina Obrecht. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar, 1992, S. 356.
  16. Jacobshagen gibt nur die Jahreszahl. Arnold Jacobshagen: Teseo (HWV 9), in: Arnold Jacobshagen (Hrsg.), Panja Mücke: Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber-Verlag, Laaber 2009, ISBN 3-89007-686-6, S. 79.
  17. Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 236–237.
  18. Arnold Jacobshagen: Teseo (HWV 9), in: Arnold Jacobshagen (Hrsg.), Panja Mücke: Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber-Verlag, Laaber 2009, ISBN 3-89007-686-6, S. 75–76.
  19. Arnold Jacobshagen: Teseo (HWV 9), in: Arnold Jacobshagen (Hrsg.), Panja Mücke: Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber-Verlag, Laaber 2009, ISBN 3-89007-686-6, S. 76.
  20. Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 238.
  21. Silke Leopold: Händel. Die Opern. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-7618-1991-3, S. 296.
  22. Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 250-251 und 252–255.
  23. Wenn Jacobshagen meinte, es sei „nicht ohne weiteres zu entscheiden“, „ob man auch in weiterer musikalischer Hinsicht von einem ‚französisch‘ geprägten Werk sprechen“ könne, ist er allzu vorsichtig. Arnold Jacobshagen: Teseo (HWV 9), in: Arnold Jacobshagen (Hrsg.), Panja Mücke: Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber-Verlag, Laaber 2009, ISBN 3-89007-686-6, S. 76.
  24. Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 247.
  25. Zur Frage des Chores siehe auch: Ellen T. Harris u. a.: The librettos of Handel’s operas : a collection of seventy-one librettos documenting Handel's operatic career, volume ii, Garland, New York 1989, S. x-xi.
  26. Zum Chor auch Arnold Jacobshagen: Teseo (HWV 9), in: Arnold Jacobshagen (Hrsg.), Panja Mücke: Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber-Verlag, Laaber 2009, ISBN 3-89007-686-6, S. 76.
  27. Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 248.
  28. Arnold Jacobshagen: Teseo (HWV 9), in: Arnold Jacobshagen (Hrsg.), Panja Mücke: Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber-Verlag, Laaber 2009, ISBN 3-89007-686-6, S. 76.
  29. Alle im Folgenden erwähnten Tonarten, Taktarten und Vortragsbezeichnungen, wenn nicht in anderen Quellen erwähnt, siehe: Bernd Baselt: Thematisch-systematisches Verzeichnis. Bühnenwerke. In: Walter Eisen (Hrsg.): Händel-Handbuch. Band 1. Deutscher Verlag für Musik, Leipzig 1978, ISBN 3-7618-0610-8 (unveränderter Nachdruck, Kassel 2008, ISBN 3-7618-0610-8), S. 128–137.
  30. Siehe Regieanweisung im Original-Libretto: Ellen T. Harris u. a.: The librettos of Handel’s operas : a collection of seventy-one librettos documenting Handel's operatic career, volume ii, Garland, New York 1989, S. 140.
  31. Christopher Hogwood: Georg Friedrich Händel. Eine Biographie. Aus dem Englischen von Bettina Obrecht. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart/Weimar, 1992, S. 68.
  32. 1 2 Eine ausführlichere Beschreibung von Medeas Part in: Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 240–243.
  33. 1 2 Zu Medeas Musik auch: Silke Leopold: Händel. Die Opern. Bärenreiter-Verlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-7618-1991-3, S. 146–147
  34. 1 2 Auch: Arnold Jacobshagen: Teseo (HWV 9), in: Arnold Jacobshagen (Hrsg.), Panja Mücke: Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber-Verlag, Laaber 2009, ISBN 3-89007-686-6, S. 78.
  35. Zu den Tonarten Medeas auch: Arnold Jacobshagen: Teseo (HWV 9), in: Arnold Jacobshagen (Hrsg.), Panja Mücke: Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber-Verlag, Laaber 2009, ISBN 3-89007-686-6, S. 77.
  36. “[…] in which the wild and savage fury of the enraged sorceress, Medea, and her incantations, are admirably painted by the instruments”. Charles Burney: A General History of Music: from the Earliest Ages to the Present Period. Vol. 4. London 1776 (im Internet-Archiv, Abruf am 5. Mai 2026), S. 242.
  37. Dean/Knapp bezeichneten Agilea als „no unworthy antagonist for this formidable figure“ (= Medea, Anm. d. Verf.) und fanden dass „die Bandbreite und Tiefe ihrer Musik Almirena (aus Rinaldo, Anm.d. Verf.) im Vergleich wie ein affektiertes Fräulein wirken lassen“ („...the range and depth of her music make Almirena seem a simpering miss by comparison“). Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 240–243.
  38. Zu den Holzbläsern für Agilea auch: Arnold Jacobshagen: Teseo (HWV 9), in: Arnold Jacobshagen (Hrsg.), Panja Mücke: Händels Opern - Das Handbuch. Teilband II. Laaber-Verlag, Laaber 2009, ISBN 3-89007-686-6, S. 77–78.
  39. Eine ausführlichere Besprechung von Agileas Part in: Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 243–245.
  40. „Neither Pellegrini nor Valentini seems to have roused much response in Handel, who gave them mostly routine music.“ Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 245–246.
  41. Zu „Chi ritorna“ und „Qual tigre“ siehe auch: Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 247.
  42. Deans/Knapps extrem negative Wertung von Egeos Musik erscheint nicht ganz fair. Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 246.
  43. Zu Arcanes Part siehe auch: Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 247.
  44. Es ist bekannt, dass in Händels (wie in italienischen) Opernaufführungen zwei Cembali und „Erzlaute“ verwendet wurden. Winton Dean, John Merrill Knapp: Handel’s Operas 1704–1726. The Boydell Press, Woodbridge 2009, ISBN 978-1-84383-525-7, S. 34–35.