Tee Tee Luce
Daw Tee Tee Luce (birmanisch တီ တီ လူးစ်; * 1895; † 1982) war eine birmanische Philanthropin.[1] Sie gründete im Jahr 1928 in Rangun ein Heim für obdachlose und gefährdete Jungen und erhielt 1959 den Ramon-Magsaysay-Preis.[2]
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tee Tee Luce war die ältere Tochter von U Hpay aus Insein und die Schwester des Pali-Gelehrten Pe Maung Tin.[3] Im Jahr 1915 heiratete sie Gordon Hannington Luce, der über Pe Maung Tin eng mit der Familie verbunden war.[3] Das Paar hatte zwei Kinder, die nach England in ein Internat in Keswick geschickt wurden.[3] Die Trennung von ihren Kindern bildete den biografischen Hintergrund, vor dem sie in Rangun ein Heim für heimat- und elternlose Jungen begann.[3] Während der japanischen Besetzung Burmas flohen Gordon und Daw Tee Tee Luce im Jahr 1942 durch Nordburma nach Indien.[3] Nach der japanischen Niederlage kehrte sie nach Rangun zurück, eröffnete das während des Kriegs geschlossene Heim wieder und wohnte dort mit ihrem Mann.[3] Während Gordon Luces Aufenthalt in England von 1950 bis 1953 blieb Daw Tee Tee Luce im Heim in Rangun.[3] Nach dem Militärputsch von 1962 wurde Gordon Luce 1964 des Landes verwiesen; Daw Tee Tee Luce durfte bleiben, verließ Burma aber mit ihrem Mann und lebte danach auf Jersey.[3]
Engagement für obdachlose und gefährdete Jungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Luce beschäftigte sich 1926 ein Jahr lang mit den verlassenen Kindern Ranguns, sprach teils als Junge verkleidet mit ihnen an Essensständen und suchte Opiumhöhlen, Bordelle und Schlafplätze auf.[2][4] 1928 widersetzte sie sich einer polizeilichen Warnung vor dem Unterweltviertel, organisierte zwei Begleiter und holte die erste Gruppe von 19 Jungen von den Straßen Ranguns.[4] Am 1. September 1928 eröffnete sie mit 19 Freiwilligen das Heim für Waisen und Streuner.[2] Anfangs befand sich das Heim in einer kleinen Hütte bzw. einem Bungalow nahe der University Avenue; 1929 folgten gespendetes Land, ein Hauptgebäude und weitere Bauten privater und öffentlicher Geldgeber.[4][3] Bald überwiesen auch Polizei und Gerichte Jungen, die zu jung für das Gefängnis waren oder auf ihren Prozess warteten.[4] Vor dem Zweiten Weltkrieg bot das Heim Schutz, Unterricht und berufliche Ausbildung, darunter Weben, Spinnen und Buchbinden.[4] Nach dem ersten Luftangriff auf Rangun im Dezember 1941 stellte das Heim 48 ältere Jungen als Freiwillige für Botendienste im Armeehauptquartier.[4] Nach der Evakuierung nach Oberburma zogen viele Jungen beim Vormarsch der japanischen Truppen mit der burmesischen Armee nach Indien.[4] Als Luce 1946 nach Rangun zurückkehrte, waren die Gebäude geplündert und beschädigt; sie eröffnete das Heim unter provisorischen Bedingungen wieder und bemühte sich jahrelang um Reparaturen und Ausstattung.[4] In den ersten drei Jahrzehnten seines Bestehens durchliefen etwa 5000 Jungen das Heim.[5] Zur Zeit der Magsaysay-Auszeichnung betreute es bis zu 130 Jungen und bot Schulunterricht, Körpererziehung, Handwerk, Musik und Literatur an.[2] Gordon Luce unterstützte die Arbeit durch Gymnastik- und Rhythmikunterricht.[3] Für ihre Arbeit mit obdachlosen Kindern erhielt Daw Tee Tee Luce die Kaisar-i-Hind-Goldmedaille und 1959 den Ramon-Magsaysay-Preis.[3][2]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Luce, Tee Tee (1895-1982) philanthropist. In: Archive Site Trinity College Cambridge. Abgerufen am 3. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 3 4 5 Luce, Tee Tee. In: Ramon Magsaysay Award Foundation. Abgerufen am 3. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 D. G. E. Hall: Obituary: Gordon Hannington Luce. In: Bulletin of the School of Oriental and African Studies. 1980, abgerufen am 3. Mai 2026 (englisch).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 DAW TEE TEE RETURNS TO RANGOON. In: Labor Call. National Library of Australia, 20. März 1952, abgerufen am 3. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Wallis Papers. In: Centre of South Asian Studies, University of Cambridge. Abgerufen am 3. Mai 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Luce, Tee Tee |
| ALTERNATIVNAMEN | Luce, Daw Tee Tee (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | birmanische Philanthropin |
| GEBURTSDATUM | 1895 |
| STERBEDATUM | 1982 |