Taxiteller

Der Taxiteller (auch Taxi-Teller) ist ein Fast-Food- bzw. Imbissgericht. Er besteht aus Pommes frites mit Mayonnaise, Currywurst, Gyrosfleisch mit Tzatziki und oft Zwiebeln. Der Taxiteller gehört zur regionalen Esskultur des Ruhrgebiets und wurde ab spätestens 2025 zum Gegenstand eines Social-Media-Trends.
Ursprung, Geschichte und Verbreitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Taxiteller entstand im späten 20. Jahrhundert und wird überwiegend in Städten des Ruhrgebiets angeboten,[1] in Werne (nordöstl. Ruhrgebiet) ist er zumindest seit den 1980er Jahren erhältlich.[2]
Über die Erfindung des Gerichts und die Herkunft des Begriffs kursieren im Internet unterschiedliche Annahmen und Theorien. Weit verbreitet, aber ungesichert, ist die Annahme, dass der Taxiteller entstanden sei, als ein Taxifahrer nach Schichtende großen Hunger hatte und Gyros bestellen wollte. Weil das Fleisch nicht mehr reichte, sei die Portion mit einer Currywurst aufgestockt worden. Eine andere auf der Website hallobo.de veröffentlichte Geschichte zum Ursprung dieses Gerichts benennt den Dorfgrill Hiltrop in Bochum als Herkunftsort. Dort sei er nach Angaben eines Mitarbeiters des Dorfgrills auf Kundenwunsch zunächst als „MG-Teller“ (kurz für Mantagyros) eingeführt und darauf von griechischen Restaurants kopiert worden. Die Bezeichnung Taxiteller habe sich dann später durchgesetzt.[3]
Der Taxiteller ist ein fest etablierter Bestandteil der regionalen Esskultur des Ruhrgebiets. Als klassische Konsumenten des Imbissgerichts werden bisweilen Nachtmenschen, Schichtarbeiter und Taxifahrer genannt.[2] In den letzten Jahren hat die Beliebtheit des Gerichts noch einmal deutlich zugenommen: Der Lieferdienst Lieferando stellte in Nordrhein-Westfalen von 2024 auf 2025 einen 200-prozentigen Anstieg der Bestellungen fest.[4] Nach einem Bericht des Nachrichtenportals Ruhr24 vom Januar 2026 gehört der Taxiteller in Dortmund zu den Gerichten mit dem größten Wachstum an Bestellungen.[5]
Social-Media-Trend
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nachdem bereits 2021 ein Tweet zum Taxiteller des Journalisten Hasnain Kazim viral gegangen war,[6] verstärkte sich der Social-Media-Trend 2025[2] mit zahlreichen Beiträgen auf Tiktok und Instagram.[7] Laut dem Online-Portal des Westfälischen Anzeigers, wa.de, lässt sich die „Taxiteller-Bewegung auf Twitter“ bis ins Jahr 2017 zurückverfolgen: Damals, so sei der Redaktion berichtet worden, habe der Twitter-Account Vertragsamateur Belamigovic auf einen Tweet von Kurt Prödel, der bekannt gab, Hunger zu haben, mit „Taxiteller“ reagiert. Dies sei der Beginn des „Phänomens“, an dem sich weitere Accounts beteiligten und das dann von Medien wie 11 Freunde und der Website twitterperlen.de aufgegriffen wurde. Auch der Satiriker El Hotzo habe mit dieser Szene interagiert. Zudem habe es ein Interview von Vertragsamateur Belamigovic auf N-tv gegeben, in dem der Begriff Taxiteller gefallen sei. Im Jahr 2023 habe dann ein Höhepunkt darin bestanden, dass der Rapper Money Boy ein Musikvideo zu seinem Titel Schalke drehte, in dem er demonstrativ einen Taxiteller verspeiste.[8]
Die bekannteste Taxiteller-Seite auf Instagram wird seit Mai 2025 von Lars Denk betrieben.[9] Auch der Influencer Ryko gehört zu den wesentlichen Akteuren des Social-Media-Trends.[4][9][10]
Der Social-Media-Trend machte den Taxiteller über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus bekannt. Laut Lieferando sind Bestellungen des Taxitellers auch außerhalb Nordrhein-Westfalens deutlich angestiegen, so seien sie in Niedersachsen seit 2024 bis Februar 2026 um fast 170 Prozent nach oben gegangen; auch in Baden-Württemberg, Hessen und Hamburg seien Zuwächse zu verzeichnen.[7] Im Zuge des Social-Media-Trends sind auch Taxiteller-Treffen und Wettbewerbe, eine Taxiteller-Weltkarte, die von Lars Denk erstellt wurde,[9] sowie KI-Fakes über vermeintlich heilende Einflüsse des Imbissgerichts entstanden.[11] Inzwischen wird der Taxiteller vereinzelt, zumindest von einem Lokal in Zürich, auch in der Schweiz angeboten.[4][11]
Varianten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Entsprechend einem Bericht des Fachmagazins für Taxi- und Mietwagenunternehmer Taxi Heute gibt es zahlreiche Varianten des Taxitellers: Klassisch bestehe er aus Pommes, Currywurst, Gyros, Tzatziki, Zwiebeln, erweiterte Varianten seien mit zusätzlichem Fleisch wie Schnitzel, Döner oder Grillspieß und als vegetarische Version bestehe er aus Pommes mit fleischfreien Würstchen oder Fleischersatzprodukten. Auch gebe es regionale Unterschiede bei den Fleischsorten, Soßen und Würzungen sowie Premium-Versionen mit frischen Kräutern, hausgemachten Soßen, hochwertigem Fleisch oder Extras wie Käse und Jalapeños.[1] Laut wa.de besteht im Ruhrgebiet jedoch ein Konsens dafür, dass ein Taxiteller aus Gyros mit Tzatziki und weißen Zwiebeln, einer Currywurst auf Basis einer Rostbratwurst und Pommes (der Marke Aviko) mit Mayo besteht. Varianten bestünden lediglich in der Ergänzung von Krautsalat oder roten Zwiebeln.[8]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Taxi-Teller: Ursprung, Zutaten und Zubereitung des Ruhrgebiets-Klassikers. In: Taxi Magazin taxi heute. Abgerufen am 14. Februar 2026.
- 1 2 3 Daniel Schinzig: Taxi-Teller als Social-Media-Hype: Wie beliebt ist der Klassiker in Werner Imbissen? In: Westfälischer Anzeiger. 9. Februar 2026, abgerufen am 19. Februar 2026.
- ↑ Armin T. Linder: „Taxiteller“: Foto von Imbiss-Spezialität aus Ruhrgebiet spaltet das Web – „Widerlich genial“. In: tz. 1. November 2021, abgerufen am 14. Februar 2026.
- 1 2 3 Adrian Breitling: Das bockt halt. In: Die Tageszeitung. 19. Februar 2026, abgerufen am 19. Februar 2026.
- ↑ Sven Schneider: Überraschendes Ranking: Das bestellen die Dortmunder am häufigsten zu essen. 26. Januar 2026, abgerufen am 19. Februar 2026.
- ↑ „Taxiteller“: Foto von Imbiss-Spezialität aus Ruhrgebiet spaltet das Web - „Widerlich genial“. In: tz.de. 1. November 2021, abgerufen am 22. Mai 2026.
- 1 2 Fast Food der besonderen Art: Kalorien-Exzess, Kater-Killer: Hype um den „Taxi-Teller“. In: Der Tagesspiegel. 13. Februar 2026, abgerufen am 14. Februar 2026.
- 1 2 Lukas Münch: Money Boy, El Hotzo und Schalke: Wie der Taxiteller die deutsche Popkultur eroberte. In: wa.de. Westfälischer Anzeiger Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 19. Februar 2026, abgerufen am 20. Februar 2026.
- 1 2 3 Johannes Wenzel: Taxiteller-Weltstadt Dortmund. Wie das Ruhrpott-Kultgericht ganz Deutschland erobert. In: Ruhr Nachrichten. 11. Februar 2026, abgerufen am 14. Februar 2026.
- ↑ Linus Budde: Ist der Taxiteller-Hype in Holzwickede angekommen? „Der war nie aus dem Trend“. In: Hellweger Anzeiger. 14. Februar 2026, abgerufen am 15. Februar 2026.
- 1 2 Hype um „Taxi-Teller“ mit fast allem drauf. In: n-tv. 13. Februar 2026, abgerufen am 14. Februar 2026.