Der Ort befindet sich rund 47km südsüdöstlich des Vulkans MountRuapehu und rund 74km ostnordöstlich von Wanganui im Tal des HautapuRiver, der rund 9km südsüdöstlich des Ortes in den RangitīkeiRiver mündet. Taihape ist von bis zu 866m hohen Bergen umgeben. Die Bergketten der RuahineRange erheben sich rund 25km östlich des Ortes.[2]
Die Region um Taihape wurde lange vor Ankunft der Europäer von Māori-Stämmen besiedelt, deren Nachkommen noch immer in der Gegend leben. Die erste Aufzeichnung von einem Europäer, der die Region besuchte, stammt von William Colenso im Jahre 1845. 1884 wurde für den North Island Main Trunk Railway ein provisorischer Fahrweg durch die Region gebaut.
Der Ort selbst wurde 1894 gegründet, als europäische Siedler aus Canterbury von der Südinsel in die Gegend kamen. Die Siedlung wurde auf einer kleinen natürlichen Lichtung im dichten Busch angelegt, den die ersten Siedler zu roden begannen. Viele Abkömmlinge der ursprünglichen Siedlerfamilien leben noch in der Gegend. Die Siedlung wurde nach dem HautapuRiver zunächst „Hautapu“ genannt, dann „Otaihape“ („der Ort von Tai dem Buckligen“) und schließlich „Taihape“.[3]
Vor dem Bau der Bahnstrecke durch Taihape mussten die meisten Produkte der umliegenden Farmen, hauptsächlich Schafwolle, mit Pferden und Ochsenkarren nach Osten nach Napier transportiert werden, wo sie in den Export gingen. Bis zum Bau von besseren Straßen und der Bahnlinie Anfang des 20.Jahrhunderts blieb Taihape, wie viele andere Landgemeinden, eine isolierte Pioniersiedlung. Nach dem Bau der Eisenbahn entwickelte sich der Ort zu einem wichtigen Eisenbahn- und Transportknotenpunkt. Nach seinem wirtschaftlichen Höhepunkt in den 1950er und 1960er Jahren, erlitt der Ort während der neuseeländischen Wirtschaftskrise in den 1980er Jahren einen Einbruch und verlor dadurch an Bedeutung. Seither ist Taihape vorwiegend ein Zwischenstopp für Reisende und ein Dienstleistungszentrum der umliegenden Landwirtschaft.
Taihape wurde lange als eine Eisenbahnstadt angesehen. Früher hatte ein großer Teil der ortsansässigen Familien Angehörige, die bei der Bahn arbeiteten. Entlang der MataroaRoad gab es zahlreiche Häuser der Bahngesellschaft, von denen nur drei erhalten sind. Bis in die späten 1970er war Taihape ein wichtiger Verschiebebahnhof. Die Züge erhielten eine zusätzliche Lokomotive, die ihnen auf dem langen Anstieg auf das Zentralplateau half. Zum Wenden kleinerer, schwächerer Lokomotiven wurde eine Drehscheibe gebaut. Diese wurde in den frühen 1980er Jahren demontiert. Die Rotarier kauften die Drehscheibe mit Spendengeldern zurück und bauten sie wieder auf. Dank der Drehscheibe können heute Sonderzüge nach Taihape fahren und nach dem Wenden zurückfahren.
Taihape erlebte nach einem Bevölkerungsanstieg auf rund 3500Einwohnern einen Rückgang auf etwa 200Einwohner in den späten 1960er Jahre. Zum Zensus des Jahres 2013 zählte der Ort lediglich noch 1509Einwohner, 15,6% weniger als zur Volkszählung im Jahr 2006.[1]
Taihape ist das Dienstleistungszentrum des ländlich geprägten Umlandes, in dem die Milchwirtschaft eine Rolle spielt und in den hügeligen Teilen des Umlandes Schaf- und Rinderzucht betrieben wird. In Taihape selbst sind Unternehmen angesiedelt, die Maschinen und Betonprodukte herstellen. Sägewerke und Tischlereien verarbeiten das Holz der umliegenden Wälder.[4] Wegen seiner Lage profitierte der Ort etwas vom durchreisenden Tourismus und dient damit vielen als Zwischenstopp.
Taihape ist seit dem 9.April 1985 für seinen jährlich organisierten „Gumboot Day“ bekannt und bezeichnet sich selbst als „Gumboot Capital of the World“ („Gummistiefelhauptstadt der Welt“). Der Ort zieht zu dem jährlichen Wettbewerb im Gummistiefelweitwerfen zahlreiche Besucher an. Das Festival wurde von ortsansässigen Geschäftsleuten ins Leben gerufen, die erkannten, dass sie das etwas hinterwäldlerische und ländliche Image des Ortes niemals loswerden würden und beschlossen dann eben aus diesem Image Kapital zu schlagen.
Eine Baufirma im Ort besitzt eine alte Dampfpfeife, die heute mit Druckluft betrieben wird. Diese wurde das Signal des Ortes zur Smoko (Pause) um 10Uhr morgens, Mittag und 3Uhr nachmittags. Die Touristen nehmen wegen dieses Signals oft an, eine Dampflokomotive sei im Ort.
Taihape ist neben Eketāhuna in Neuseeland der Archetyp einer "typischen kleinen neuseeländischen Landgemeinde". Diese Reputation wurde durch den SatirikerJohn Clarke verstärkt, der seine Sketche um den fiktiven Farmer Fred Dagg in dem Ort spielen ließ.