Zum Inhalt springen

Tabebuia

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Tabebuia

Tabebuia rosea

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae)
Gattung: Tabebuia
Wissenschaftlicher Name
Tabebuia
Gomes ex DC.

Tabebuia ist eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae). Die 67 bis 74 Arten sind in der Neotropis verbreitet.

Illustration aus Flore médicale des Antilles, ou, Traité des plantes usuelles, Tafel 204 von Tabebuia heterophylla
Handförmig geteiltes Laubblatt und Frucht von Tabebuia aurea

Vegetative Merkmale

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tabebuia-Arten sind Sträucher bis große Bäume.[1]

Ihr hell- bis rötlich-braunes Holz ist nicht sichtbar in Splintholz und Kernholz geteilt. Die Holzstrahlen sind ein bis drei Zellen breit, die intravaskulären Tüpfel sind mit 3 bis 6 Millimeter klein bis mittelgroß. Die Fasern sind dünn- bis dickwandig. Die mittlere relative Dichte des Holzes liegt bei 0,4 bis 7,4.

Die meist gegenständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattstiele sind bis zu 18 Zentimeter lang. Die unpaarig gefiederten Blattspreiten bestehen aus ein bis sieben,[1] selten auch neun Fiederblättern. Die Fiederblätter stehen an bis zu 11 Zentimetern langen Stielen. Die Fiederblätter sind bei einer Länge von etwa 35 Zentimetern sowie einer Breite von etwa 32 Zentimetern schmal-elliptisch bis kreisförmig. Die Blattunterseiten sind mit gestielten oder sitzenden feinen Schuppen besetzt, die locker verteilt bis die Fläche dicht bedeckend sein können.

Blütenstände und Blüten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die endständigen, rispigen oder traubigen Blütenstände enthalten meist nur wenige, nur gelegentlich viele Blüten; manchmal auch nur eine Blüte.[1] Manchmal sind sie dicht feinschuppig besetzt. Die Blütenstandsachse teilt sich dichotom, ohne dass eine ausgeprägte mittlere Rhachis entsteht.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf lederigen Kelchblätter sind bei einer Länge von 5 bis 25 Millimetern sowie einem Durchmesser von 4 bis 11 Millimetern becher-, glockenförmig oder röhrig verwachsen und enden zweilappig oder selten mit fünf kurzen Kelchzähnen und sind dicht feinschuppig besetzt.[1] Die Krone ist röhrig-trichterförmig bis röhrig-glockenförmig, weiß bis rot gefärbt, oftmals ist der Kronschlund gelb gefärbt; nur in Tabebuia nodosa und Tabebuia aurea sind die Kronen vollständig gelb gefärbt. Die Kronröhre hat eine Länge von 2 bis 7 Zentimetern und hat an der Öffnung einen Durchmesser von 0,6 bis 3,5 Zentimetern. Die Kronlappen haben eine Länge von 0,5 bis 3,2 Zentimetern. Die Krone ist kahl oder am Ansatzpunkt der Staubfäden fein behaart.

Die in der Kronröhre inserierten Staubfäden treten in zwei Längen auf. Die geraden Theken der kahlen Staubbeutel[1] stehen gespreizt und sind 2 bis 6 Millimeter lang. Das Staminodium ist stark reduziert. Der oberständige Fruchtknoten ist linealisch-länglich[1] und enthält in jeder Fruchtkammer zwei oder drei Reihen von Samenanlagen.

Früchte und Samen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Laubblätter und Früchte von Tabebuia rosea

Die Oberfläche der langgestreckt linealischen bis zylindrischen Kapselfrüchte ist glatt bis rippig gestreift und fein bis dicht feinschuppig besetzt. Die Samen sind dünn und mit zwei durchscheinenden, häutigen Flügeln versehen, die sich scharf vom Samenkörper absetzen.

Systematik, Botanische Geschichte und Verbreitung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Tabebuia aurea
Tabebuia bahamensis
Tabebuia elliptica
Tabebuia heterophylla
Tabebuia heterophylla
Tabebuia maxonii
Tabebuia pallida
Tabebuia roseoalba
Tabebuia stenocalyx

Die Gattung Tabebuia wurde 1838 durch Augustin Pyramus de Candolle in Bibliothèque Universelle de Genève, Serie 2, Band 17, Seite 130–131 aufgestellt.[2][3] In der gültigen Veröffentlichung übernahm De Candolle den Namen aus der ungültigen Veröffentlichung von Bernardino António Gomes (Sohn) (1806–1877) Observationes Botanico-Medicae de Nonnullis Brasiliae Plantis, 2, Seite 7, Tafel 2.[2] Synonyme für Tabebuia Gomes ex DC. sind: Couralia Splitg., Leucoxylon Raf., Potamoxylon Raf., Proterpia Raf.

Botanische Geschichte

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Konzept der gültigen Erstbeschreibung von Augustin Pyramus de Candolle 1838 umfasste die Gattung Tabebuia die Arten der Bignoniaceae, die als Bäume mit einfachen Laubblättern wachsen. Spätere Bearbeiter veränderten den Umfang dieser Gattung oftmals, so dass eine Vielzahl an Synonymen entstand. Zudem konnte lange Zeit keine klare Grenze zwischen den Gattungen Tecoma und Tabebuia gezogen werden, was zu weiteren systematischen Unsicherheiten führte. Diese Unterscheidung konnte 1915 von Nathaniel Lord Britton behoben werden, die unterschiedlichen Ansichten über den Umfang der Gattung blieben jedoch bis ins späte 20. Jahrhundert bestehen. Eine Weile wurden etwa 100 Arten der Gattung zugerechnet.

Molekularbiologische Untersuchungen zeigten jedoch, dass die Gattung Tabebuia in diesem Umfang nicht monophyletisch ist, woraufhin Susan Grose und Richard Olmstead in ihrer Revision der Gattung Tabebuia s. l. die einzeln stehenden Arten in die Gattungen Handroanthus und Roseodendron einordneten.[4]

Die Gattung Tabebuia Tribus Tecomeae innerhalb der Familie Bignoniaceae.

Arten und ihre Verbreitung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tabebuia-Arten sind in Zentral- und Südamerika sowie auf den Antillen weitverbreitet. Das Zentrum der Artenvielfalt sind die Großen Antillen und dabei besonders Kuba.

Die Gattung Tabebuia enthält ab dem Gattungskonzept von Grose et al. 2007 67 bis 74 Arten:[3][4]

Nicht mehr zur Gattung Tabebuia werden gerechnet:[4]

  • Susan O. Grose, Richard G. Olmstead: Taxonomic Revisions in the Polyphyletic Genus Tabebuia s. l. (Bignoniaceae). In: Systematic Botany, Band 32, Heft 3, 2007, S. 660–670. online.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 4 5 6 Tabebuia bei Tropicos.org. In: Flora of Panama (WFO). Missouri Botanical Garden, St. Louis
  2. 1 2 Tabebuia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 10. August 2025.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 Tabebuia. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 29. Dezember 2017.
  4. 1 2 3 Susan O. Grose, Richard G. Olmstead: Taxonomic Revisions in the Polyphyletic Genus Tabebuia s. l. (Bignoniaceae). In: Systematic Botany, Band 32, Heft 3, 2007, S. 660–670. online.
Commons: Tabebuia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien