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TOGAF

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Der TOGAF Standard ist eine Methodik und ein Rahmenwerk der Enterprise Architecture[1]. Er bietet einen Ansatz für Entwurf, Planung, Implementierung und Wartung von Unternehmensarchitekturen. Als operationelles Framework der Gruppe Government and Agency Frameworks bietet TOGAF mit der Architecture Development Method (ADM) ein Vorgehensmodell zur Entwicklung von technischen Architekturen.[2]

Der TOGAF Standard wird durch The Open Group weiterentwickelt. Die im Dezember 1995 veröffentlichte erste Version von TOGAF basierte auf dem durch das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten entwickelten TAFIM (Technical Architecture Framework for Information Management). Auf dieser Grundlage entwickelte The Open Group den TOGAF Standard weiter: TOGAF 1 (1995), TOGAF 2 (1996), TOGAF 3 (1997), TOGAF 4 (1998), TOGAF 5 (1999), TOGAF 6 (2000), TOGAF 7 Technical Edition (2001), TOGAF 8 Enterprise Edition (2002), TOGAF 8.1.1 Enterprise Edition (2006), TOGAF 9 Enterprise Edition (2009), TOGAF 9.1 (2011), TOGAF Standard Version 9.2 (2018), TOGAF Standard, 10th Edition (2022), TOGAF Standard, 10th Edition Technical Corrigendum 1 (2025).[3]

The Open Group bietet den TOGAF Standard für organisationsinterne Nutzung zur Entwicklung einer Unternehmensarchitektur kostenfrei an. Bei kommerzieller Verwendung ist eine Commercial License erforderlich.[4]

Struktur zur Beschreibung der Unternehmensarchitektur

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Bei der Nutzung des TOGAF Standards wird die Unternehmensarchitektur üblicherweise in vier Architekturdomänen Geschäftsarchitektur, Anwendungsarchitektur, Datenarchitektur und Technologiearchitektur unterteilt.

  • Geschäftsarchitektur: Die Geschäftsarchitektur betrachtet die Strategie, die Aufbauorganisation, die Geschäftsprozesse und die Geschäftsfähigkeiten (Business Capabilities) des Unternehmens. Die Geschäftsprozessarchitektur ist das Ergebnis der Geschäftsprozessmodellierung.
  • Datenarchitektur: In der Datenarchitektur werden die Daten mit ihren Beziehungen, die für die Durchführung der Geschäftsprozesse benötigt werden, identifiziert und beschrieben. Dies erfolgt in einem Modell und einer Darstellungsform, die stabil, vollständig, konsistent und für alle Beteiligten verständlich ist (vgl. Datenmodell). Die Informationsarchitektur repräsentiert Informationen, Informationsgruppen und deren Informationsbedürfnisse. Unter Informationsgruppen sind verschiedene Rollen zusammengefasst, die den gleichen Informationsbedarf haben (z. B. Controller).
  • Anwendungsarchitektur: Innerhalb der Anwendungsarchitektur werden die Anwendungen verwaltet, die für die Ausführung der Geschäftsprozesse erforderlich sind. Neben der Bestandsführung aller Anwendungen werden auch die Beziehungen und Schnittstellen zwischen den Anwendungen im Rahmen der Anwendungsarchitektur betrachtet. Die Anwendungen werden anhand ihrer fachlichen Funktionalität und der durch sie verarbeiteten Informationen kategorisiert. Diese Kategorien sind relativ stabil. Die konkreten Anwendungen, die innerhalb der Kategorien zum Einsatz kommen, werden häufiger ersetzt. Dieser Wandel ergibt sich aus der technischen Weiterentwicklung und veränderten Anforderungen.
  • Technologiearchitektur: Die Technologiearchitektur beschreibt die Architekturelemente für Aufbau und Betrieb der IT-Infrastruktur. Sie definiert die Basis, auf der Anwendungen beschafft, integriert und betrieben werden können.

Diese Domänenarchitekturen können, je nach Sichtweise, um weitere Querschnittsarchitekturen ergänzt werden, beispielsweise die Sicherheitsarchitektur (Beschreibung der Sicherheitsprozesse, Sicherheitssysteme und die Aufgaben der beteiligten Organisationseinheiten mit der die für die Organisation geeignete Informationssicherheit erreicht wird) und die Betriebsarchitektur (Betrieb und Verwaltung der Software, Hardware und Kommunikationsinfrastruktur).

Architekturentwicklung

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Architecture Development Method (ADM) - Der TOGAF-Architekturentwicklungsprozess
Architecture Development Method (ADM) - Der TOGAF-Architekturentwicklungsprozess

Der TOGAF Standard definiert einen Architekturentwicklungsprozess: die Architecture Development Method (ADM). Durch die iterative Ausführung seiner Phasen wird die Unternehmensarchitektur geplant, realisiert und fortgeschrieben.

Der Prozess besteht aus zehn Phasen: In der Preliminary Phase etabliert die Organisation eine Architekturfähigkeit und etabliert Architekturprinzipien. In der Phase A (Architekturvision) werden die Ziele und die Beteiligten bei der Aktualisierung der Unternehmensarchitektur festgelegt. In den Phasen B-D werden für die Geschäfts-, Informationssystem- (Anwendungs- und Datenarchitektur) und die Technologiearchitektur die jeweilige Ist- und Zielarchitektur beschrieben. Die entscheidenden Unterschiede werden herausgearbeitet. In Phase E werden die Vorhaben festgelegt, die für das Überführen der Ist-Architektur in die Zielarchitektur notwendig sind. Phase F dient dazu, die übergreifende Zusammenarbeit der einzelnen Vorhaben zu beschreiben, diese Absprachen werden in Phase G überwacht. In Phase H werden Anforderungen und externe Einflüsse gesammelt, sie dienen dann als Grundlage für den nächsten Durchlauf der ADM. Die Querschnittsphase Requirements Management dient zur Kommunikation, Nachverfolgung und Auswirkungsanalyse von Architekturanforderungen.[5]

Personenzertifizierung

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Die Open Group bietet seit Januar 2003 TOGAF-Zertifizierungen an.[6] Derzeit werden folgende Zertifizierungen für Einzelpersonen angeboten:[7]

  • TOGAF Enterprise Architecture Foundation
  • TOGAF Enterprise Architecture Practitioner
  • TOGAF Business Architecture Foundation

Im Mai 2026 gab es weltweit rund 170.000 TOGAF-zertifizierte Personen.[8] Die meisten davon sind aus Großbritannien (14 %), USA (13 %), Indien (11 %), Niederlande (7 %) und Australien (6 %).[9]

Toolzertifizierung

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Die Open Group führt im TOGAF Certified Tools Register insgesamt sieben TOGAF-zertifizierte Tools auf, die die Konformität mit der TOGAF Spezifikation nachweisen. Dazu zählen u. a. ABACUS, Bizzdesign, BOC Group, MEGA, OrbusSoftware, Software AG und ARIS.[10]

  • Matthes, Dirk (2011): Enterprise Architecture Frameworks Kompendium. Es werden über fünfzig Frameworks für das IT-Management kurz im jeweiligen Nutzen vorgestellt. Anschließend beschreibt Matthes über dreißig am Markt verfügbare Frameworks detailliert – darunter das TOGAF. Die Konzentration liegt auf der Darstellung der jeweiligen Framework-Metamodelle mit den darin offerierten Architektur- und Vorgehens-Referenzmodellen. Springer Science+Business Media, ISBN 978-3-642-12954-4, S. 188–199
  • Jager, Eric (2025): Mastering the TOGAF® Standard: A Practical Translation of the World's Leading Architecture Framework. APRESS, ISBN 979-8868818134
  • The TOGAF® Standard, 10th Edition - A Pocket Guide – 2025 Update, ISBN 978-9401813518
Commons: TOGAF – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. TOGAF | www.opengroup.org. Abgerufen am 26. Mai 2026 (englisch).
  2. Matthes, Dirk (2011). Enterprise Architecture Frameworks Kompendium. Über 50 Rahmenwerke für das IT-Management. Springer Verlag. ISBN 978-3-642-12954-4
  3. Eric Jager: Mastering the TOGAF® Standard: A Practical Translation of the World's Leading Architecture Framework. 1. Auflage. APRESS, 2025, ISBN 979-88-6881813-4, S. Chapter 2.2: the Evolution of the TOGAF Standard.
  4. Commercial License | www.opengroup.org. Abgerufen am 27. Mai 2026 (englisch).
  5. Christopher Schulz: TOGAF Standard (10th Edition) – Definition, ADM & Aufbau des EA Frameworks. In: palladio Consulting. 29. Mai 2026, abgerufen am 29. Mai 2026.
  6. https://web.archive.org/web/20030207174655/http://www.opengroup.org/certification/
  7. TOGAF Certification Portfolio
  8. https://certification.opengroup.org/directory-certified-people
  9. https://blog.opengroup.org/2020/06/23/togaf-9-certification-passes-100000-milestone/
  10. https://training.opengroup.org/tool-register/togaf/