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Syria

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Römische Provinz
Syria
Provinz Syria im Römischen Reich
Provinz Syria im Römischen Reich
Provinz Syria im Römischen Reich
eingerichtet: Syria 63 v. Chr.
Vorgänger: Seleukidenreich
römisch seit: 63 v. Chr.
bestand bis: 135 n. Chr.
Nachfolger: Syria Palaestina
Verwaltungszentrum: Damaskus bzw. Palmyra
Die Provincia Syria vergrößert
Die römischen Provinzen unter Trajan (117 n. Chr.)

Die römische Provinz Syria wurde im Jahre 63 v. Chr. vom Feldherrn Gnaeus Pompeius Magnus eingerichtet und blieb bis zur Eroberung durch die Araber in den 630er Jahren Teil des Römischen Reiches bzw. (seit 395) des Oströmischen Reiches. Das heutige Syrien, das etwas weniger als das Gebiet der römischen Provinz umfasst, ist nach ihr benannt.

Meist wird angenommen, der Name Syria sei von Assyria abgeleitet; einige Forscher glauben hingegen an einen Zusammenhang mit der Stadt Tyros – der Anlaut wurde im einheimischen antiken Dialekt offenbar wie „ts“ gesprochen, weshalb „(T)Syria“ auch nach einem der lange Zeit wichtigsten Orte der Region benannt worden sein könnte.

Große Teile des Orients von Kleinasien bis Baktrien einschließlich Syriens wurden seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. in der Nachfolge der Diadochen von den Seleukiden beherrscht. Nach einem mehrere Generationen andauernden Niedergang ihrer Macht wurden sie durch die umliegenden Großmächte, u. a. Rom und die Parther, zu einem auf Syrien beschränkten Staat reduziert. Mit der Absetzung des letzten seleukidischen Königs Philipp II. Philorhomaios durch den römischen Feldherrn Gnaeus Pompeius Magnus endete ihr Reich im Jahr 63 v. Chr. Pompeius errichtete die römische Provinz Syria auf ihrem ehemaligen Herrschaftsgebiet.

Herodes Archelaos, der Judäa, Samaria und Idumäa beherrschte, wurde im Jahre 6 durch Augustus verbannt. Archelaos’ Herrschaftsgebiet wurde nun fester Bestandteil des Imperiums und von einem römischen Präfekten verwaltet. In den Jahren 34 und 37 wurde der Rest des Reiches des Herodes ebenfalls Teil des Römischen Reiches.

Der mächtige Statthalter der Provinz Syria hatte seinen Sitz in Antiochia am Orontes, einer der größten und bedeutendsten Städte des Imperiums, in der zuvor schon die Seleukiden residiert hatten. Zusätzlich waren starke Truppenverbände in der Provinz stationiert, um die Ostgrenze gegen die Parther zu schützen. In der frühen Prinzipats­zeit standen vier Legionen in der Provinz.

Die Provinz produzierte unter anderem Olivenöl, Wein, Zedern­holz, purpur­gefärbte Stoffe, Gläser und elfenbein­verzierte Kleinmöbel. Außerdem war die Provinz Endpunkt für den Seiden­handel über die Seidenstraße aus dem Kaiserreich China und den Gewürz­handel aus Indien.

Nach dem Bar-Kochba-Aufstand 132 bis 135 wurde auf Weisung von Kaiser Hadrian eine neue Provinz Syria Palaestina errichtet.[1] 193/194 wurde diese Provinz in die beiden Provinzen Syria Coele und Syria Phoenice aufgeteilt, die wiederum in der Spätantike in noch kleinere Einheiten unterteilt wurden. Das Gebiet der syrischen Provinzen erlebte trotzdem bis in die Mitte des 6. Jahrhunderts eine Blütezeit und stellte damit neben Ägypten eine der wichtigsten Regionen des Reiches dar, wenn es seit dem 3. Jahrhundert auch immer wieder zu Einbrüchen der persischen Sassaniden kam.

Im 7. Jahrhundert, genauer von 634 bis 638, wurden die syrischen Provinzen im Rahmen der islamischen Expansion von den Arabern erobert.

Commons: Syria – Sammlung von Bildern
  • Tilmann Bechert: Die Provinzen des Römischen Reiches. Einführung und Überblick. Philipp von Zabern, Mainz 1999, ISBN 3-8053-2399-9, S. 111–118.
  • Edward Dabrowa: The Governors of Roman Syria from Augustus to Septimius Severus (= Antiquitas 1. Band 45). Habelt, Bonn 1998, ISBN 3-7749-2828-2 (englisch).
  • Axel Gebhardt: Imperiale Politik und provinziale Entwicklung. Untersuchungen zum Verhältnis von Kaiser, Heer und Städten im Syrien der vorseverischen Zeit (= Klio. Beihefte. Band 4). Akademie Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003680-X (Rezension bei sehepunkte).
  • Julia Hoffmann-Salz: Die wirtschaftlichen Auswirkungen der römischen Eroberung. Vergleichende Untersuchungen der Provinzen Hispania Tarraconensis, Africa Proconsularis und Syria (= Historia. Einzelschriften. Band 218). Steiner, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-515-09847-2, S. 294–440 (Rezension bei H-Soz-Kult).
  • Marco Vitale: Koinon Syrias. Priester, Gymnasiarchen und Metropoleis der Eparchien im kaiserzeitlichen Syrien (= Klio. Beihefte. Band 20). Akademie Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-05-006436-9.

Einzelnachweise

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  1. Johannes Pahlitzsch: Palaestina III: Römische und byzantinische Zeit. In: Der Neue Pauly (DNP). Band 9 , Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 3-476-01479-7, Sp. 160 –162, hier Sp. 161.

Koordinaten: 36° N, 36° O