Das Gemeindegebiet von Winnemark erstreckt sich auf der Halbinsel Schwansen ausgehend von der Schlei an deren südlichem Ufer gegenüber von der Stadt Arnis.[2] Es ist eingebettet in den erweiterten Naturraum Schwansen, Dänischer Wohld (und Amt Hütten)[3] (Haupteinheit Nr.701),[4] einem Teilraum des schleswig-Holsteinischen Hügellandes.[4]
In der Gemeinde Winnemark bestehen siedlungsstatistisch eine Mehrzahl von Ortsteilen verschiedenen Typs, im Fachjargon auch als Wohnplätze bezeichnet. Neben dem für die Gemeinde namenstiftenden Dorf (Winnemark) liegen ebenfalls Karlsburg,[5] ein Restgut und Siedlung, die HäusergruppenBockholz (dänischBogholt), Böllermaas (dänischBollemose), Köllnerfeld (teilweise) und Sundsacker (dänischSundsager), die Haus-/HäusersiedlungenAmalienburg, Emers, Mühlenholz (dänischMølleskov), Nixenburg (dänischNixenborg[6]), Scharfeck, Schwonsburg (dänischSvaneborg) und Steinerholz (dänischStenerholt[7]) wie auch die HofsiedlungenBocksrüde (dänischBogsrye), Charlottenhof, Haberkoppel (dänischHavrekobbel[8]) und Hestermaas (dänischHestemade) im Gemeindegebiet.[9]
Winnemark selbst wurde 1462 erstmals als Windemark erwähnt. Der Ortsname geht vermutlich auf altdänisch windær als Rufname mit Bezug zu den Wenden zurück.[10] Möglich wäre aber auch eine Herleitung von dem altnordischenvinda (≈wehen, drehen, schwingen) oder vindr (≈schief).[11]
Der älteste bekannte Ortsteil ist Karlsburg (bis 1806 Gereby), 1352 erstmals als Gereby erwähnt. Das Gut wurde 1826 zu Ehren des Landgrafen Carl von Hessen-Kassel, der hier 1790 die Leibeigenschaft aufhob, in Carlsburg umbenannt. Das dazugehörige, landläufig als Schloss bezeichnete Herrenhaus wurde 1721 errichtet. Es befindet sich bis heute in Privatbesitz, in der Vergangenheit unter anderem in dem der herzoglichen Familie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.
Im Ortsteil Schwonsdorf befindet sich mit der Albert-Schweitzer-Schule eine Bildungseinrichtung für Schüler mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt "Geistige Entwicklung".[14]
Am östlichen Rand der Gemeinde führt die Bundesstraße 203 auf einem äußerst kurzen Trassenstück durch das Gemeindegebiet. Die Anbindung in die Gemeinde erfolgt über die an der Kreisgrenze befindliche, höhenfrei ausgebaute Anschlussstelle des Nachbarortes Karby über niedriger geordnete Kreisstraßen.[2]
Der Roman Ein Sommer in Sommerby von Kirsten Boie wurden vom Blick auf die Schwonsburg inspiriert und ist in der Region angesiedelt. Das benachbarte Dorf Winnemark findet seine Entsprechung im fiktiven Ort Sommerby.[15]
↑M. Mørk Hansen, C. L. Nielsen: Kirkelig Statistik over Slesvig Stift med historiske og topografiske bemærkninger, Band 3, Kjøbenhavn 1864, S. 341
↑Kaart over den sydlige Del af Slesvig 1864 paa Grundlag af Videnskabernes Selskabs Opmaalinger. København 1864
↑M. Mørk Hansen, C. L. Nielsen: Kirkelig Statistik over Slesvig Stift med historiske og topografiske bemærkninger, Band 3, Kjøbenhavn 1864, S. 341
↑Statistisches Landesamt Schleswig-Holstein (Hrsg.):Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. 1992, S.86 (statistischebibliothek.de[PDF; 10,5MB; abgerufen am 26.Dezember 2023]).
↑Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 701
↑Johannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, 2. Bd., København 1867, S. 442+441