Hochland-Moschusspitzmaus
| Hochland-Moschusspitzmaus | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Suncus montanus | ||||||||||||
| (Kelaart, 1850) |

Die Hochland-Moschusspitzmaus (Suncus montanus) ist ein auf Sri Lanka endemisches Säugetier in der Gattung der Dickschwanzspitzmäuse. Die Populationen wurden zeitweilig in die eigentliche Moschusspitzmaus eingeordnet. Genetische und morphologische Abweichungen führten zur Anerkennung als Art. Das Typusexemplar stammt vom Berg Pidurutalagala.[1]
Taxonomie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine Population im südlichen Indien galt noch bis 2008 als Unterart dieser Art. Untersuchungen der mitochondrialen DNA von Spitzmäusen auf Sri Lanka zeigten, dass eine Unterart der gewöhnlichen Moschusspitzmaus der nächste Verwandte der Hochland-Moschusspitzmaus ist. Für die Funde aus Indien wurde der Name Nilgiri-Moschusspitzmaus (Suncus niger) gewählt.[2]
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Dieser mittelgroße Gattungsvertreter erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 72 bis 106 mm, eine Schwanzlänge von 46 bis 71 mm und hat 14 bis 19 mm lange Hinterfüße. Die Ohren sind 7 bis 13 mm lang und Gewichtsangaben liegen nicht vor. Die Farbe des weichen Fells der Oberseite ist immer dunkelbraun bis schwarz, was bei der Moschusspitzmaus nur gelegentlich auftritt. Manche Exemplare haben eine rötliche Tönung im Fell. Unterseits ist das Fell nur wenig heller. Fast der gesamte dunkelbraune Schwanz trägt lange Borsten.[2]
Verbreitung und Lebensweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Diese Spitzmaus bewohnt Hochländer und Gebirge zwischen 65 und 2550 Meter Höhe. Sie hält sich in Bergwäldern auf, die viele halb verrottete Holzklötze enthalten. Tiere wurden im dichten Bodenbewuchs an Bächen und selten in kleinen Siedlungen am Waldrand gefunden. Gelegentlich werden Grasländer und naturnahe Anbauflächen besucht.[3][2]
Die Hochland-Moschusspitzmaus tendiert zu einer nachtaktiven Lebensweise, doch der hohe Energiebedarf zwingt sie dazu am Tage auf Nahrungssuche zu gehen. Sie ist Allesfresser und hat Käfer, Nachtfalter, Küchenschaben, Grashüpfer, Regenwürmer, die Eier von Vögeln und Echsen, kleine Schlangen, Mäuse, Pflanzensamen und Kokosnüsse als Nahrung. Der Zwang zur ständigen Nahrungsaufnahme zeigte sich daran, dass manche in Lebendfallen gefundenen Tiere am Morgen schon tot waren. Einige Exemplare, die in einer Falle erschlagen wurden, waren beim nächsten Besuch schon halb aufgefressen. Vermutlich waren dafür Artgenossen oder andere Spitzmäuse verantwortlich.[2]
Die Dokumentation von trächtigen Weibchen mit bis zu zwei Embryos im Juni, Juli und Dezember lässt noch keine Bestimmung der Fortpflanzungszeit zu. Bei paarungsbereiten Exemplaren ist der vordere Teil des Schwanzes geschwollen und Drüsen am Hinterteil sind vergrößert und verbreiten einen deutlichen moschusartigen Duft. Für die Geburt der Nachkommen legt das Weibchen zwischen Wurzel oder unter einem Felsüberhang eine Erdhöhle an. Darin baut sie eine Nest aus alten Blättern und Gras.[2]
Gefährdung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gebietsweise wirken sich die Umwandlung der Wälder in Anbauflächen, Waldbrände und der Einsatz von Pestiziden negativ aus. Die IUCN listet die Populationen der Nilgiri-Moschusspitzmaus und dieser Art zusammen als nicht gefährdet (least concern).[3]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Don E. Wilson, DeeAnn M. Reeder (Hrsg.): Mammal Species of the World. A taxonomic and geographic Reference. 3. Auflage. 2 Bände. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD 2005, ISBN 0-8018-8221-4 (englisch, Suncus montanus).
- 1 2 3 4 5 Don E. Wilson, Thomas E. Lacher Jr., Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 8 - Insectivores, Sloths and Colugos. Lynx Edicions, 2018, ISBN 978-84-16728-04-6, S. 462 (englisch, Suncus montanus).
- 1 2 Suncus montanus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2024. Eingestellt von: Dando, T. & Kennerley, R., 2024. Abgerufen am 8. April 2026.