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Suede

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Suede
Suede (2010)

Suede (2010)

Allgemeine Informationen
Herkunft London, England
Genre(s) Alternative Rock, Britpop, Neo-Glam, Art-Rock
Aktive Jahre 1989–2003; ab 2010
Auflösung
Website suede.co.uk
Aktuelle Besetzung
Brett Anderson
Mat Osman
Richard Oakes
Simon Gilbert
Neil Codling
Ehemalige Mitglieder
Alex Lee (2001–2003)
Bernard Butler (bis 1994)
Justin Welch (1990–1991)
Mike Joyce (1990)
Justine Frischmann (1990–1991)

Suede ist eine britische Rockband. Sie gilt als einer der Wegbereiter des Britpop.

Bereits 1981 gründeten Sänger Brett Anderson und Bassist Mat Osman eine Band. Als Anderson 1988 nach London zog, nannten sich die beiden Suave and Elegant („freundlich und elegant“). Mit einer Anzeige in der Musikzeitschrift NME fanden und engagierten die beiden den Gitarristen Bernard Butler. Zuletzt stieß noch Andersons damalige Freundin Justine Frischmann dazu.

Die Band unterzeichnete einen Vertrag mit RML Records, einer Indie-Plattenfirma aus Brighton, und änderte ihren Namen in Suede. Ihre erste Aufnahme war Be my God/Art mit Mike Joyce am Schlagzeug, doch diese Single wurde noch vor Veröffentlichung wegen unterschiedlicher Vorstellungen der Band und der Plattenfirma eingestampft. Mit Simon Gilbert als Schlagzeuger unterschrieben Suede bei Nude Records. Zu dieser Zeit schied Justine Frischmann aus der Band aus, weil sie eine Beziehung mit Blur-Sänger Damon Albarn eingegangen war, was in der Musik- und Klatschpresse gerne und häufig thematisiert wurde. Sie gründete schließlich die Band Elastica.

Suede galten dem Melody Maker Anfang 1992 als die „beste neue Band in Britannien“.[1] Auch die erste Single The Drowners (1992) wurde von der Musikpresse gehypt. Die Band wurde nach Veröffentlichung als „das nächste große Ding“ bezeichnet.[2] Die nächsten Singles Metal Mickey (1992) und Animal Nitrate (1993) wurden ebenfalls Erfolge. Das Debütalbum Suede (1993) gewann den Mercury Prize für das beste britische Album. Der Erfolg in den USA war wie bei vielen Britpop-Bands begrenzt, obwohl sie mit The Cranberries auf Tour gingen und massiv von MTV unterstützt wurden. Darüber hinaus wurde die Band durch die Klage einer Lounge-Sängerin gezwungen, in den USA unter dem Namen London Suede aufzutreten.

Während der Aufnahmen zum zweiten Album verließ Gitarrist Butler die Band, der mit der Popularität der Band nicht zurechtkam. Dog Man Star (1994) wurde zwar mit ihm aufgenommen, aber nicht mehr abgemischt und veröffentlicht. Das Album wurde zwar von den Kritikern hoch gelobt, verkaufte sich jedoch nur schleppend.

Butler wurde durch Richard Oakes, einem langjährigen Fan der Band, ersetzt, bevor es auf eine internationale Tour ging, um das Album zu promoten. Während der Aufnahmen zum Album Coming Up (1996), mit dem Suede den größten Erfolg verbuchen konnte, stieß außerdem der Keyboarder und Backgroundsänger Neil Codling zur Band. Das Album war in ganz Europa, Asien und Kanada überaus erfolgreich.

Das nächste Album Head Music (1999) enttäuschte viele Kritiker und Fans. Suede verließen Nude Records und unterschrieben einen Vertrag bei Sony, um ihr fünftes Album A New Morning (2002) aufzunehmen. Während der Aufnahmen zu diesem Album verließ Neil Codling die Band aufgrund eines Chronischen Fatigue-Syndroms. Er wurde durch Alex Lee, einen langjährigen Freund der Band, ersetzt. Dieser übernahm den Hintergrundgesang und spielte bei Konzerten die zweite Gitarre oder Keyboard sowie gelegentlich Mundharmonika.

Nachdem eine große Retrospektive ihrer Arbeit veröffentlicht worden war, spielten Suede im Herbst 2003 an fünf Abenden in Londons ICA (Institute of Contemporary Arts) jede Nacht ein anderes Album in chronologischer Reihenfolge – mit B-Seiten und seltenen Songs als Zugaben. Nach der Veröffentlichung ihres Singles-Albums und der zugehörigen Single Attitude, verkündete die Band, dass es in der näheren Zukunft keine weiteren Projekte mehr unter dem Namen Suede geben würde.

Das zunächst letzte Konzert fand am 13. Dezember 2003 im Londoner Astoria statt und war ein zweieinhalbstündiger Auftritt, der in zwei Teile geteilt war, dessen erster unter dem Motto „Suedes Lieblingslieder“ lief. Anderson machte die Ankündigung, dass es „ein neues Suede-Album geben“ würde, fügte aber hinzu, dass es „...noch nicht jetzt“ erscheinen würde. Mit Andersons Schlussbemerkung „See you in the Next Life“ verabschiedete sich die Band aus dem Musikgeschäft.

Im Mai 2004 bestätigte Anderson Gerüchte, dass er und Bernard Butler wieder zusammenarbeiten würden. Unter dem Bandnamen The Tears veröffentlichten die beiden schließlich im Juni 2005 das Album Here Come the Tears mit 13 Songs. Es erreichte keine nennenswerten Verkaufszahlen.

Am 23. März 2007 erschien das selbstbetitelte Soloalbum von Sänger Brett Anderson, das im Großen und Ganzen textlich introvertierter und musikalisch weniger gitarrenlastig als die Veröffentlichungen von Suede oder The Tears daherkam. Der Stil an sich blieb jedoch weiterhin unverkennbar, nicht zuletzt wegen der Anderson-typischen Signalworte wie „asphalt, plastic, flow, breeze, pillow, etc.“, die immer wieder in seinem Gesamtwerk auftauchen. Es folgten drei weitere Soloalben des Suede-Sängers.

Im März 2010 meldete sich die Band mit Konzertauftritten im Londoner Club S 100 und der Royal Albert Hall zurück. Auch Neil Codling war wieder dabei. Motiviert durch großen Zuspruch, sagte die Band schließlich einige Konzert- und Festivaltermine in diversen Städten Europas für den Zeitraum August–Dezember 2010 zu.

Im Dezember 2011 spielten Suede zwei Konzerte in Russland (Moskau, St. Petersburg), dabei wurden sieben neue Songs live getestet. Am 24. März 2012 erschien zum 2. Jahrestag des Comebacks eine gemeinsame DVD und CD des Konzertes in der Royal Albert Hall.

Am 7. Januar 2013 veröffentlichten Suede den Titel Barriers als freien Download. Im März 2013 erschien das Album Bloodsports. Am 22. Januar 2016 erschien das Konzept-Album Night Thoughts. The Blue Hour folgte im September 2018.

Für das Album Antidepressants (2025) orientierten sie sich an Künstlern wie Siouxsie and the Banshees, The Fall und Wire.[3]

Die Band eroberte Anfang der 1990er Jahre die Charts und Herzen der Engländer mit jeder Menge Glam und ihrem exaltierten Frontmann Brett Anderson. Mit und um Suede etablierte sich der Begriff Britpop endgültig zu einem eigenständigen Genre, das von den Stone Roses Ende der 80er bis hin zu den kommerziell erfolgreichsten Vertretern Blur und Oasis weit in die 90er reichte.

Suede selbst erlebten und feierten den Hype um die britische Musik mit ihrem ersten Album Suede selbst mit, fielen aber bereits mit der von der Kritik gefeierten zweiten Platte Dog Man Star 'britpop'- und verkaufsmäßig auf die Nase. So erreichten die Singles keine großen Chart-Erfolge, wenngleich das Album Platz 3 der UK-Charts belegte. Das folgende Album Coming up sollte Suede's größter kommerzieller Erfolg werden: Alle fünf Singles erreichten die UK Top 10, das Album Platz 1. Mit den zwei folgenden Studio-Alben gelang es der Band nicht mehr, an diese erfolgreiche Zeit anzuknüpfen.

Zwischen den ersten beiden Alben brachten Suede die Single Stay Together heraus. Die Single kam auf Platz 3 der GB-Charts, die höchste Chartplatzierung der Band, die von der Single Trash 1997 ebenfalls erreicht wurde.

Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 DE  AT  CH  UK
1993 Suede DE50
(10 Wo.)DE
— CH37
(1 Wo.)CH
UK1
Gold
Gold

(27 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 29. März 1993
1994 Dog Man Star — — — UK3
Gold
Gold

(21 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 10. Oktober 1994
1996 Coming Up DE37
(7 Wo.)DE
AT39
(2 Wo.)AT
— UK1
Platin
Platin

(49 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 2. September 1996
1999 Head Music DE26
(6 Wo.)DE
AT19
(5 Wo.)AT
— UK1
Gold
Gold

(20 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 3. Mai 1999
2002 A New Morning DE74
(1 Wo.)DE
— — UK24
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 30. September 2002
2013 Bloodsports DE95
(1 Wo.)DE
— — UK10
(5 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 18. März 2013
2016 Night Thoughts DE31
(2 Wo.)DE
AT72
(2 Wo.)AT
CH71
(1 Wo.)CH
UK6
(4 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 22. Januar 2016
2018 The Blue Hour DE32
(1 Wo.)DE
AT58
(1 Wo.)AT
CH44
(1 Wo.)CH
UK5
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 21. September 2018
2022 Autofiction DE20
(1 Wo.)DE
AT34
(1 Wo.)AT
CH49
(1 Wo.)CH
UK2
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 16. September 2022
2025 Antidepressants DE24
(1 Wo.)DE
AT9
(1 Wo.)AT
CH14
(1 Wo.)CH
UK2
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 5. September 2025
Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 UK
1997 Sci-Fi Lullabies UK9
(4 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 6. Oktober 1997
2003 Singles UK31
Gold
Gold

(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 20. Oktober 2003
2010 The Best of UK31
Silber
Silber

(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 1. November 2010
2016 Beautiful Ones – An Introduction to Suede UK16
Silber
Silber

(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 27. Mai 2020

Singles (Auswahl)

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Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 DE  UK
1992 The Drowners
Suede
— UK49
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 11. Mai 1992
Metal Mickey
Suede
— UK17
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 14. September 1992
1993 Animal Nitrate
Suede
— UK7
Silber
Silber

(7 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 22. Februar 1993
So Young
Suede
DE98
(1 Wo.)DE
UK22
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 17. Mai 1993
1994 Stay Together
Singles
— UK3
(7 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 14. Februar 1994
We Are the Pigs
Dog Man Star
— UK18
(6 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 12. September 1994
The Wild Ones
Dog Man Star
— UK18
(7 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 7. November 1994
1995 New Generation
Dog Man Star
— UK21
(4 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 30. Januar 1995
1996 Trash
Coming Up
— UK3
Silber
Silber

(10 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 29. Juli 1996
Beautiful Ones
Coming Up
— UK8
Gold
Gold

(8 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 14. Oktober 1996
1997 Saturday Night
Coming Up
— UK6
(5 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 13. Januar 1997
Lazy
Coming Up
— UK9
(6 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 7. April 1997
Filmstar
Coming Up
— UK9
(4 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 11. August 1997
1999 Electricity
Head Music
DE92
(1 Wo.)DE
UK5
(7 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 12. April 1999
She’s in Fashion
Head Music
— UK13
(6 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 21. Juni 1999
Everything Will Flow
Head Music
— UK24
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 6. September 1999
Can’t Get Enough
Head Music
— UK23
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 8. November 1999
2002 Positivity
A New Morning
DE99
(1 Wo.)DE
UK16
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 16. September 2002
Obsessions
A New Morning
— UK29
(2 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 18. November 2002
2003 Attitude / Golden Gun
Singles
— UK14
(3 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 6. Oktober 2003
Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartsChartplatzierungen[4]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmer­kungen
 UK
2019 The Insatiable Ones UK3
(5 Wo.)UK
Erstveröffentlichung: 12. April 2019

Auszeichnungen für Musikverkäufe

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Goldene Schallplatte

  •  Norwegen
    • 1997: für das Album Coming Up
  •  Schweden
    • 1997: für das Album Suede
    • 1999: für das Album Head Music
  •  Spanien
    • 1997: für das Album Coming Up

Platin-Schallplatte

  •  Schweden
    • 1997: für das Album Coming Up

Anmerkung: Auszeichnungen in Ländern aus den Charttabellen bzw. Chartboxen sind in ebendiesen zu finden.

Land/RegionAus­zeich­nung­en für Mu­sik­ver­käu­fe
(Land/Region, Aus­zeich­nungen, Ver­käu­fe, Quel­len)
Silber Gold Platin Ver­käu­fe Quel­len
 Norwegen (IFPI)0! S— Gold10! P—25.000ifpi.no
 Schweden (IFPI)0! S— 2× Gold2 Platin1160.000sverigetopplistan.se
 Spanien (Promusicae)0! S— Gold10! P—50.000elportaldemusica.es
 Vereinigtes Königreich (BPI) 4× Silber4 5× Gold5 Platin11.620.000bpi.co.uk
Insgesamt  4× Silber4  9× Gold9  2× Platin2
Commons: Suede – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. ↑ Neil Davidson: Suede: The next big thing? In: Canoe.com. 21. April 1993, abgerufen am 11. Oktober 2026 (britisches Englisch).
  2. ↑ Neil Davidson: Suede: The next big thing? In: Canoe.com. 21. April 1993, abgerufen am 11. Oktober 2026 (britisches Englisch).
  3. ↑ Suede New Album Exclusive: 'We can get arty, but it always snaps back to being a rock band.' In: Mojo. 15. Juli 2025 (englisch, mojo4music.com [abgerufen am 2. August 2025]).
  4. 1 2 3 4 Chartquellen: DE AT CH UK