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Strator

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Strator (lat. Pferdehalter) bezeichnete ursprünglich eine Art Reitknecht in römischen Kavallerieeinheiten. Er war als einfacher Soldat Angehöriger der römischen Armee und diente Offizieren und hohen Beamten. Er war auch beim römischen Marschlager für die Einrichtungen von Ställen (stabuli) und den Transport der Verpflegung des Pferdes zuständig. Am Hof der römischen Kaiser gab es in der Spätantike eine eigene schola stratorum, geführt von einem comes sacri stabuli (später Konstabler genannt) oder tribunus stabuli.[1]

Im Mittelalter war der Stratordienst ein Akt der rituellen Selbstdemütigung, bei der der zu Fuß gehende Strator einer reitenden höhergestellten Person über eine bestimmte Strecke das Pferd am Zügel führte. Im 11. und 12. Jahrhundert bildete der vom Kaiser zu erbringende Stratordienst neben dem Fußkuss ein zentrales Element bei der Begegnung mit dem Papst. 1155 kam es zum Eklat, als Barbarossa Papst Hadrian IV. den Stratordienst verweigerte.

  1. Zum Strator der Antike Friedrich Lammert: Strator. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band IV A,1, Stuttgart 1931, Sp. 329 f. (Digitalisat). Zur Spätantike Ralf Scharf: Der comes sacri stabuli in der Spätantike. In: Tyche. Band 5, 1990, S. 135–147 (online).