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Strande

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Wappen Deutschlandkarte
Strande
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Strande hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 54° 26′ N, 10° 10′ OKoordinaten: 54° 26′ N, 10° 10′ O
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Rendsburg-Eckernförde
Amt: Dänischenhagen
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 13,73 km²
Einwohner: 1443 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24229
Vorwahlen: 04308, 04349
Kfz-Kennzeichen: RD, ECK
Gemeindeschlüssel: 01 0 58 157
Adresse der Amtsverwaltung: Sturenhagener Weg 14
24229 Dänischenhagen
Website: www.strande.de
Bürgermeister: Holger Klink (CDU)
Lage der Gemeinde Strande im Kreis Rendsburg-Eckernförde
Karte

Strande ist eine Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde in Schleswig-Holstein. Der Ort ist ein Ostseebad.

Strande liegt etwa 20 km nördlich von der Kieler Innenstadt auf der Halbinsel Dänischer Wohld an der Ostsee. Es liegt etwa einen Kilometer nördlich der Kieler Stadtgrenze (Stadtteil Schilksee). Strande ist der östlichste Ort im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Das Gemeindegebiet umfasst die folgenden Ortsteile:[2]

  • Strande
  • Mühlenteich, etwa 10 Haushalte, 500 Meter nördlich des Hauptortes
  • Eckhof, etwa 10 Haushalte, 1000 Meter westlich des Hauptortes
  • Rabendorf (nur teilweise zu Strande)
  • Freidorf (nur östlich der Hauptstraße zu Strande) – Freidorf entstand im Jahr 1788, als Graf von Holck, der Gutsherr von Eckhof, nach Errichtung von vier Kätnerstellen und der Entlassung der Leibeigenen seines Gutes das so entstandene Dorf „Freidorf“ (freie Besitzer) nannte und ihnen die heutige Fläche Freidorfs zur Verfügung stellte, um dort zu leben.
  • Marienfelde, 2 km nördlich des Hauptortes
  • Gut Alt-Bülk
  • Gut Neu-Bülk

Die Gemeinde grenzt an Schwedeneck, Dänischenhagen und Kiel-Schilksee mit dem Olympiazentrum Schilksee.

Um das Jahr 1000 war der östliche Dänische Wohld, wo Strande liegt, von dichtem Wald („Isarnhoe“) bedeckt. Im 13. Jahrhundert prägten Adelsfamilien die Region. Der Name Strande tauchte 1353 erstmals auf, als Ritter Iwan von Reventlo seine Burg „hof zu Bülleke“ (später Gut Bülk) und dazu gehörende Wohnhäuser am Strand verkaufte. Eckhof und Ravensbek (später Neu-Bülk) wurden im 16. Jahrhundert als Meierhöfe von Gut Bülk neu angelegt und später eigenständige adelige Güter; das unter Gutsherrschaft stehende Dorf Strande wurde im 16. Jahrhundert erstmals in Kirchenbüchern erwähnt. Nach Aufhebung der Leibeigenschaft 1786 wurden die Bauern von Strande Erbpächter, neben der Landwirtschaft waren die Fischerei und das Ernten und Trocknen von Seegras wichtige Wirtschaftszweige.[3]

1806 entstand auf der Landzunge Bülkhuck nordöstlich des Ortskernes das erste feste Leuchtfeuer. 1867 wurde der heutige Leuchtturm Bülk neu erbaut.

Die Ostseesturmflut von 1872 nahm den Ort stark in Mitleidenschaft, wovon heute noch Flutmarken im Ort zeugen. Zum Küstenschutz wurde nach der Sturmflut Deiche errichtet und der heutige Fuhlensee von der Strander Bucht abgetrennt.

Ab 1887 wurde Strande an die Kieler Fördeschifffahrt angebunden, was die Entwicklung des Dorfes maßgeblich förderte, der Fremdenverkehr nahm nun zunehmend eine wichtige Rolle für den Ort ein. 1906 verbesserte eine feste Dampferbrücke die Anbindung.

1934 wurde Strande mit damals 420 Einwohnern eigenständige Gemeinde. Die Segelsportwettbewerbe der Olympischen Spiele 1936 mit den in der Strander Bucht ausgetragenen Segelregatten brachten Infrastrukturverbesserungen, der Strander Hafen wurde neu gebaut und 1939 eingeweiht. Nach 1945 verdoppelte sich die Einwohnerzahl durch Flüchtlinge. In den 1950er Jahren entwickelte sich Strande zur Fremdenverkehrsgemeinde, mit über 12.000 Übernachtungen im Jahr 1956.

Ab 1969 errichtete der Kieler Yacht Club seine Anlagen in Strande. Zu den Olympischen Segelwettbewerben im nahen Olympiazentrum Kiel-Schilksee im Jahr 1972 erhielt Strande einen größeren Hafen und eine Promenade. Der Titel „Ostseebad“ wurde der Gemeinde 1984 verliehen.[4]

Strande ist auch ein ehemaliger Militärstandort. An der Adresse „Stohler Landstraße 31“ (vormals vermutlich Marienfelder Straße 125) und am Bülker Leuchtturm befanden sich Gebäudekomplexe, die noch bis Mitte 1998 von der Bundeswehr genutzt wurden. Bereits 1959 war hier die Panzeraufklärungskompanie 180 untergebracht. Als letzte Einheit war 1961–1998 die 2. Kompanie des Marinetransportbataillon 1 in Strande stationiert.[5]

Gemeindevertretung

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Wahlbeteiligung: 72,8 Prozent
 %
50
40
30
20
10
0
45,0 %
25,1 %
14,0 %
15,9 %

Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 wurden insgesamt 13 Sitze vergeben. Von diesen erhielt die CDU sechs Sitze, die Grünen drei Sitze und die SPD und die FDP je zwei Sitze.

Beschreibung des Wappens: „Über silbernem, mit drei blauen Wellenfäden belegtem Wellenschildfuß in Blau der Spinnaker und das silberne Großsegel eines Segelbootes, der Spinnaker mit waagerechten gold-rot-goldenen Bahnen.“[7]

Partnerschaften

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Seit April 2018 pflegt Strande eine Gemeindepartnerschaft mit Le Rayol-Canadel-sur-Mer.[8]

Persönlichkeiten

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Sehenswürdigkeiten

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In der Liste der Kulturdenkmale in Strande stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Strande liegt an der K 17, der Fördestraße bzw. Stohler Landstraße, einer gut ausgebauten zweispurigen Straße. Sie wird teilweise als Nebenstrecke Kiel bzw. Nebenstrecke Eckernförde ausgeschildert.

Des Weiteren ist Strande Endstation einiger Buslinien des Verkehrsverbundes Region Kiel (VRK) und somit gut an die Kieler Innenstadt angebunden. Über die Sommermonate fahren außerdem die im Volksmund „Fördedampfer“ genannten Fahrgastschiffe der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel Strande an. Die Mitnahme von Fahrrädern ist möglich.

Strande besitzt einen Sportboothafen, eine Grundschule, einen Kindergarten, eine Freiwillige Feuerwehr und einen kurtaxpflichtigen sowie einen nicht kurtaxpflichtigen Strand. Strande ist nicht nur im Sommer ein gut besuchter Ferienort.

Strande von der Pier aus gesehen

Freizeitangebote

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Neben dem Yachthafen und den damit verbundenen Aktivitäten bietet Strande gut ausgebaute Wege am Meer. Weiterhin befinden sich in Strande zwei Sandstrände nördlich und südlich des Hafens, der nördliche verfügt über Infrastruktur wie Strandkörbe.

Informationstafel zum Tauchplatz Strander Bucht
Jungfische am Dalben in der Bucht
Die Kabeltrommel auf ca. 10 m Tiefe
Südlicher Strand zwischen dem Yachthafen Strande und dem Olympiazentrum Schilksee

Die kleine, geschützte Bucht zwischen dem Yachthafen Strande und dem Olympiazentrum Schilksee (Tauchplatz Strander Bucht) ist ein bekannter und viel genutzter Tauchplatz (u. a. für die Diversnight).[9]

Besonders der Abschnitt rund um den Leuchtturm Bülk ist ein bekanntes Kitesurf- und Windsurfrevier bei östlichen Winden.

Commons: Strande – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2024 (XLSX-Datei); (Hilfe dazu).
  2. Wohnplatzverzeichnis Schleswig-Holstein 1987. (PDF) Abgerufen am 6. August 2020.
  3. Vom Fischerdorf zum Seebad. Gemeinde Strande, abgerufen am 28. Dezember 2025.
  4. Vom Fischerdorf zum Seebad. Gemeinde Strande, abgerufen am 28. Dezember 2025.
  5. Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw): Standortdatenbank Bundeswehr, Stichwort PLZ=24229
  6. wahlen-sh.de
  7. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  8. Jetzt ist die Cote d'Azur ganz nah dran
  9. Stefan Baehr, Jörg Wilhelmy: Tauchreiseführer Ostsee – von Als bis Lübecker Bucht, Franckh-Kosmos, Stuttgart, 2006, ISBN 978-3-440-09563-8