Zum Inhalt springen

Stilbum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Stilbum

Stilbum cyanurum

Systematik
Ordnung: Hautflügler (Hymenoptera)
Unterordnung: Taillenwespen (Apocrita)
Teilordnung: Stechimmen (Aculeata)
Überfamilie: Chrysidoidea
Familie: Goldwespen (Chrysididae)
Gattung: Stilbum
Wissenschaftlicher Name
Stilbum
Friese, 1897

Stilbum ist eine Gattung innerhalb der Goldwespen (Chrysididae). Die Arten sind Parasiten von anderen Bienenarten, sie zählen zu den sogenannten Kuckuckswespen.

Die Arten sind relativ große Goldwespen, 7–22 mm lang. Die Mesopleuren (die mittlere Seitenplatte des Thorax) sind dreizähnig strukturiert und von einer tiefen Furche gekennzeichnet. Der obere Bereich des Mesopleurons zeigt einen glatten, glänzenden Bereich in der Mitte, ähnlich einer am hinteren Thoraxsegment (Metapleuron).

Das Pronotum ist deutlich kürzer als das Scutellum, eine Mittelfurche ist vorhanden und ist nach vorne hin breit. Der hintere Winkel des Propodeums (Teil zwischen Brust und Hinterleib) ist kräftig gebaut und ragt hinten spitz hervor. Das erste Tergit zeichnet sich durch eine größere Breite aus, die es deutlich von den nachfolgenden zwei Hinterleibssegmenten unterscheidet. Das dritte Tergit wird durch einen kurzen und kräftigen Grat geprägt, der über eine gut entwickelte Grubenreihe hinausragt. Am Endrand dieses Segments befinden sich vier prägnante Zähne. Der Kopf und die Schädelbasis sind recht schmal. Über der Stirn verläuft eine kräftige, querliegende Erhebung, die das mittlere Ocellus (Punktauge) umgibt.[1][2]

Stilbum cyanurum

Die Gattung Stilbum ist in den wärmeren Teilen der Alten Welt weit verbreitet und kommt in ganz Afrika, der südlichen Paläarktis, der Orientalis und Australien vor. Stilbum zählt zu der ökologischen Gruppe der Kuckuckswespen. Diese Wespen legen ihre Eier in die Nester anderer Insekten. Die sich entwickelnden Larven der Wespen fressen dann die Eier oder die Larven des Wirtes sowie die für die Wirtslarve eingelegten Vorräte. Es handelt sich also um eine parasitäre Lebensweise, genauer um einen Kleptoparasitismus. Als Wirte sind vor allem Arten von Delta und Katamenes zu nennen.

Das Wirtsspektrum von Stilbum cyanurum ist sehr vielfältig und umfasst Arten von Afreumenes, Delta, Töpferwespen (Eumenes), Pseudabispa, Megachile (zur Familie Bauchsammlerbienen) und Sceliphron (zur Familie Sphecidae). Obwohl sie von der evolutiven Abstammung unterschiedlich sind, weisen alle diese Wirte eine ähnliche Nestarchitektur auf. In Südafrika wurde berichtet, dass Stilbum cyanurum Arten von Delta und Afreumenes als Wirte nutzt.[3]

Wirte von Stilbum calens sind Arten von Katamenes, wie K. arbustorum, und K. flavigularis.[1]

Die Art Stilbum cyanurum und ihr Wirt Sceliphron spirifex wurden bezüglich ihrer Mikrobiome im Darm untersucht. Die beiden Arten wiesen keinerlei Actinobakterien innerhalb des Darms auf. Firmicutes fehlten vollständig in der Kuckuckswespe Stilbum cyanurum und waren in der Lehmwespe Sceliphron spirifex nur spärlich vorhanden. Mollicutes (nun als Tenerictues bezeichnet) hingegen waren in der Kuckuckswespe und ihrem Wirt, der Lehmwespe, sehr häufig, wobei sie in letzterer noch häufiger vorkamen. Auf Klassenebene waren Entomoplasmataces sowohl im Wirt als auch im Parasiten sehr häufig. Insgesamt wiesen die Lehmwespe und ihr Wirt, die Kuckuckswespe, trotz ihrer phylogenetischen Entfernung ein ähnliches Mikrobiom auf. Die am häufigsten vorkommende Gattung der Tenericutes war Spiroplasma und kam in der Lehmwespe häufiger vor als in der Kuckuckswespe.[4]

Die Gattung Stilbum zählt zu der Familie der Goldwespen (Chrysididae). Es folgt eine Liste einiger Arten:

  • Stilbum calens
  • Stilbum cyanurum
  • Stilbum pici

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. a b Heinz Wiesbauer, Paolo Rosa und Herbert Zettel: Die Goldwespen Mitteleuropas. Verlag Eugen Ulmer, 2020, ISBN 978-3-8186-1255-9
  2. Chrysis.net - Genus Stilbum
  3. Adam Shuttleworth: Double trouble: Description of an attack on a nesting Delta sp. (Vespidae) by two Stilbum cyanurum (Chrysididae) cuckoo wasps. In: Bothalia. Band 49, Nr. 1, 25. Februar 2019, ISSN 2311-9284, doi:10.4102/abc.v49i1.2387 (aosis.co.za [abgerufen am 1. November 2025]).
  4. Federico Ronchetti, Carlo Polidori, Thomas Schmitt, Ingolf Steffan-Dewenter, Alexander Keller: Bacterial gut microbiomes of aculeate brood parasites overlap with their aculeate hosts’, but have higher diversity and specialization. In: FEMS Microbiology Ecology. Band 98, Nr. 12, 26. November 2022, ISSN 1574-6941, doi:10.1093/femsec/fiac137 (oup.com [abgerufen am 8. Dezember 2025]).