Steffelner Drees

Der Steffelner Drees ist eine gefasste Mineralquelle bei Steffeln im Landkreis Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz. Die Quelle liegt im Tal des Gussbachs wenige hundert Meter westlich des Eichholzmaars im deutsch-belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel und im Natur- und Geopark Vulkaneifel.
Lage und Geologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als „Drees“ werden in der Vulkaneifel insbesondere natürliche kohlendioxidreiche Mineralquellen bezeichnet.[1] Der Steffelner Drees liegt auf etwa 491 Metern Höhe südlich von Steffeln nahe der Grenze zur Gemarkung Duppach. Die Quelle befindet sich am Rand eines von West nach Ost verlaufenden Taleinschnitts, der vom Gussbach durchflossen wird. Dieser mündet weiter östlich in den Oosbach und gehört damit zum Einzugsgebiet der Kyll.[2][3] Die Quelle liegt am nordwestlichen Rand des Westeifel-Vulkanfeldes. Zusammen mit dem weiter östlich gelegenen Aueler Drees und dem zwischen beiden Quellen liegenden Eichholzmaar gehört er zu einer Gruppe vulkanischer und hydrogeologischer Erscheinungen entlang des Gussbachs.[4]
Im Bereich des Gussbachtals treffen Gesteine unterschiedlichen Alters aufeinander. Nördlich und nordöstlich stehen Sandsteine des Buntsandsteins an, während südlich davon unterdevonische Grauwacken sowie Ton- und Schluffsteine verbreitet sind.[2] In demselben geologischen Übergangsbereich liegt auch das Eichholzmaar. Die Mineralquellen der Gegend stehen im Zusammenhang mit dem Aufstieg von Kohlenstoffdioxid aus aus dem oberen Erdmantel und der unteren Erdkrustes, tiefreichende tektonische Strukturen können dabei als Aufstiegswege dienen. In Oberflächennähe löst sich das Kohlenstoffdioxid teilweise im Grundwasser, das entstehende kohlensäurehaltige Wasser reagiert mit den durchströmten Gesteinen und nimmt dabei Mineralstoffe auf.[5][6]
Quellwasser
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Das Wasser des Steffelner Drees wird als eisenhaltiger Calcium-Magnesium-Hydrogencarbonat-Säuerling klassifiziert. Die Quelltemperatur beträgt etwa 9,2 °C,[1][3] wobei bei einer Wasseranalyse von 2008 eine Quelltemperatur von 8,2 °C gemessen wurde.[7] Im Vergleich zu benachbarten Mineralquellen der Vulkaneifel besitzt es relativ geringe Konzentrationen von Calcium und Magnesium. Als mögliche Ursachen werden die Verweildauer und Tiefe des Grundwassers sowie das weitgehende Fehlen kalkhaltiger Gesteine im durchströmten Untergrund genannt.[1]
Eine Wasseranalyse des AWA-Instituts in Pelm aus dem Jahr 2008 ergab unter anderem Konzentrationen von 101 mg/l Calcium, 59 mg/l Magnesium, 15 mg/l Natrium und 30 mg/l Gesamteisen. Der Hydrogencarbonatgehalt betrug 686 mg/l, der pH-Wert 5,63 und die elektrische Leitfähigkeit bei 20 °C 893 µS/cm.[2] Für Chlorid wurden 7 mg/l und für Sulfat 4 mg/l bestimmt.[7] Der hohe Eisengehalt, mit dem der Steffelner Drees damit zu den besonders eisenreichen Quellen der Westeifel gehört, führt nach dem Austritt des Wassers zu auffälligen rötlich-braunen eisenhaltigen Quellsedimenten im Bereich der Quelle und ihres Abflusses, wobei die intensive rötliche Färbung durch die Oxidation des im Wasser gelösten zweiwertigen Eisens nach dem Austritt an die Luft entsteht; das dabei entstehende dreiwertige Eisen ist schlechter löslich und fällt aus.[4] Insgesamt ist das Wasser allerdings vergleichsweise schwach mineralisiert, van Overmeeren gibt einen Gesamtgehalt gelöster Stoffe (TDS) von etwa 900 mg/l an und ordnet das Wasser dem Magnesium-Calcium-Hydrogencarbonat-Typ (Mg-Ca-HCO3, Typ 1) zu.[4]
Bei wöchentlichen Messungen der Quellschüttung in den Jahren 1999/2000 zeigte der Steffelner Drees deutliche jahreszeitliche Schwankungen. Die Schüttung nahm vom Frühjahr bis zum Spätsommer ab und stieg während des Winterhalbjahres wieder an, die Messwerte lagen überwiegend bei etwa 5 bis 9 l/min.[5] Die Schüttung schwankt allerdings erheblich, van Overmeeren gibt später für die Quelle eine Schüttung von lediglich etwa 1 bis 3 l/min an.[4]
Nach einer Untersuchung des Gesundheitsamtes Daun vom 23. Juni 2026 wird das Wasser der Quelle nicht als Trinkwasser eingestuft.[1] In den Monaten vor August 2026 fiel die Quelle zudem mehrfach trocken, in der Quellfassung kann sich in solchen Phasen lediglich nicht trinkbares Regen- und Oberflächenwasser sammeln.[1]
Nutzung und Erschließung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Säuerlinge der Eifel wurden traditionell als Trinkquellen genutzt. Sie waren bis zum Strukturwandel in der Landwirtschaft in der Mitte des 20. Jahrhunderts insbesondere bei der Feldarbeit geschätzte und gepflegte Trinkwasserstellen.[5] Das Wasser der Dreese fand außerdem beim Backen regionaler Buchweizengerichte Verwendung, wobei das enthaltene Kohlenstoffdioxid zur Lockerung des Teiges beitrug.[2]
Der Steffelner Drees ist als offene Quelle gefasst und frei zugänglich. Er liegt am Vulkan-Pfad zwischen Jünkerath und Gerolstein sowie an den Geo-Rundwegen „Vulkane, Maare & Dreese“, die mehrere vulkanische Erscheinungen und Mineralquellen im Gebiet von Steffeln und Duppach verbinden. Zu den nahe gelegenen Stationen gehören das Eichholzmaar, der Vulkangarten Steffeln, der Aueler Drees und der Duppacher Drees.[6]
Belege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 Steffelner Drees – Quelle am Eichholzmaar. Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH, abgerufen am 28. August 2026.
- 1 2 3 4 Steffelner Drees. (PDF) Deutsch-Belgischer Naturpark Hohes Venn–Eifel, abgerufen am 28. August 2026.
- 1 2 Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH: Broschüre: Dreese; Mineralwasser- und Kohlensäurequellen der Vulkaneifel. Hrsg.: Natur- und Geopark Vulkaneifel GmbH. 2019 (geopark-vulkaneifel.de [PDF]).
- 1 2 3 4 Ronnie van Overmeeren: Vulkanisme en CO2 in de Eifel – Geologische (wandel)excursies. (PDF) Universiteit Utrecht / CATO2, 2014, abgerufen am 29. August 2026.
- 1 2 3 Franz May: Säuerlinge der Vulkaneifel und der Südeifel. In: Mainzer geowissenschaftliche Mitteilungen. Band 31, 2002, S. 7–58, doi:10.23689/fidgeo-5740.
- 1 2 Steffelner Drees – Steffeln. Eifel Tourismus GmbH, abgerufen am 28. August 2026.
- 1 2 J. Van Daele, H. Ferket: CO2-seeps around Duppach. (PDF) In: GeoConnect³d. Flemish Planning Bureau for the Environment and Spatial Development, 2021, abgerufen am 30. August 2026.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Steffelner Drees beim Natur- und Geopark Vulkaneifel
- Steffelner Drees – Steffeln, Eifel Tourismus GmbH
Koordinaten: 50° 16′ 19,9″ N, 6° 33′ 36,4″ O