Südafrikanische Rugby-Union-Nationalmannschaft
| Spitzname(n) | Springboks (Englisch) Springbokke (Afrikaans) amaBokoboko (isiXhosa und isiZulu) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Verband | South African Rugby Union (SARU) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Trainer | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kapitän | Siya Kolisi | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| WR-Kürzel | RSA | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| WR-Rang | 1. (93.94) (Stand: 16. März 2026)[1] | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Meiste Länderspiele Eben Etzebeth (138)[2] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Meiste erzielte Punkte Percy Montgomery (893)[3] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Meiste erzielte Versuche Bryan Habana (67)[4] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Erstes Länderspiel (Kapstadt, Südafrika; 30. Juli 1891) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Höchster Sieg (East London, Südafrika; 11. Juni 2005) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Höchste Niederlage (Auckland, Neuseeland; 16. September 2017) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Weltmeisterschaften Teilnahmen: 8/10 Bestes Ergebnis: Weltmeister 1995, 2007, 2019, 2023 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zeitraum | Ausrüster | Sponsor |
|---|---|---|
| 1992–1996 | Cotton Traders | Lion Lager |
| 1996–1999 | Nike | Kein Trikotsponsor |
| 2000–2003 | Castle Lager | |
| Mid-year Internationals 2004 | Kein Trikotausrüster | |
| Tri Nations 2004 | Canterbury | |
| Dezember 2004–2010 | Sasol | |
| 2011–2013 | Absa | |
| 2014–2015 | Asics | |
| Mid-year Internationals 2016 | Blue Label Telecoms | |
| 2017–2023 | MTN Group | |
| seit 2023 | Nike |
Stadien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Lage südafrikanischer Stadien, die für Test Matches verwendet werden |
Wie in den Rugbynationen Argentinien, Australien, Frankreich und Neuseeland gibt es in Südafrika kein offizielles „Nationalstadion“, vielmehr absolvieren die Springboks in zahlreichen verschiedenen Orten Südafrikas ihre Heimspiele. Das Stadion des Finalspiels der Weltmeisterschaft von 1995 ist das Ellis-Park-Stadion in Johannesburg mit einer Kapazität von 60.000 Zuschauern.[178] Weitere oft genutzte Spielorte der Springboks sind das Loftus-Versfeld-Stadion in Pretoria, das Newlands-Stadion in Kapstadt, das Free-State-Stadion in Bloemfontein, das Kings-Park-Stadion in Durban und das Nelson-Mandela-Bay-Stadion in Port Elizabeth.[179] Am 21. August 2010 absolvierten die Springboks ihr erstes Test Match im FNB-Stadion, ein Spiel im Rahmen der Tri Nations 2010 gegen Neuseeland.[180] Andere Stadien, die für Test Matches verwendet wurden, sind das Buffalo-City-Stadion in East London, das Royal-Bafokeng-Stadion nahe Rustenburg, das Mbombela-Stadion in Mbombela und das Witbank-Stadion in eMalahleni.
Südafrikas erstes Test Match fand 1891 im St George’s Park von Port Elizabeth statt.[181] Der Ellis Park wurde 1928 eingeweiht und stellte während des Spieles zwischen den Springboks und den British and Irish Lions 1955 mit 100.000 Zuschauern einen neuen Rekord auf.[178]
Die Springboks sind angeblich im Vorteil, wenn sie auf dem Highveld gegen tourende Mannschaften spielen.[182] Bei Spielen im Ellis Park, im Loftus-Versfeld-Stadion oder im Free-State-Stadion hätten ihre Gegner wegen der Höhe mit physischen Problemen zu kämpfen;[183][184] der Spielablauf werde jedoch auch durch andere Faktoren beeinflusst; so rolle der Ball weiter, wenn er gekickt wird.[185] Beobachter sind sich nicht einig darüber, ob die statistisch schwächeren Leistungen von tourenden Mannschaften im direkten Zusammenhang mit der Höhe über dem Meeresspiegel und die daraus resultierende physische Herausforderung zu tun haben oder dies eher eine Folge ihres Gemütszustandes sei.[184]
Test Matches
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Die Springboks weisen gegen fast jede Mannschaft, gegen die sie bisher gespielt haben, eine positive Bilanz auf; nur gegen die neuseeländischen All Blacks ist die Bilanz negativ. Südafrika hat 362 seiner bisher 570 Test Matches gewonnen, was einer Gewinnbilanz von 63,51 % entspricht.[186] Damit sind die Springboks eine der international erfolgreichsten Nationalmannschaften überhaupt. Den deutlichsten Sieg erzielten sie am 11. Juli 2005 mit 134:3 gegen Uruguay,[187] die deutlichste Niederlage erlitten sie am 16. September 2017 mit 0:57 gegen Neuseeland.[188]
Südafrikas Statistik der Test Matches gegen alle Nationen, alphabetisch geordnet, ist wie folgt (Stand: 5. Oktober 2025):
| Land | Spiele | Gewonnen | Unent- schieden |
Verloren | % Siege |
|---|---|---|---|---|---|
| 40 | 35 | 1 | 4 | 87,50 | |
| 97 | 53 | 3 | 41 | 54,64 | |
| Barbarians | 8 | 3 | 1 | 4 | 37,50 |
| 49 | 25 | 6 | 18 | 51,02 | |
| 47 | 29 | 2 | 16 | 61,70 | |
| 3 | 3 | 0 | 0 | 100,00 | |
| 46 | 28 | 6 | 12 | 60,87 | |
| 3 | 3 | 0 | 0 | 100,00 | |
| 30 | 19 | 1 | 10 | 63,33 | |
| 18 | 17 | 0 | 1 | 94,44 | |
| 3 | 2 | 0 | 1 | 66,67 | |
| 3 | 3 | 0 | 0 | 100,00 | |
| 3 | 3 | 0 | 0 | 100,00 | |
| 110 | 43 | 4 | 63 | 39,09 | |
| 1 | 1 | 0 | 0 | 100,00 | |
| 1 | 1 | 0 | 0 | 100,00 | |
| 2 | 2 | 0 | 0 | 100,00 | |
| 9 | 9 | 0 | 0 | 100,00 | |
| 30 | 25 | 0 | 5 | 83,33 | |
| Sudamérica XV | 8 | 7 | 0 | 1 | 87,50 |
| 1 | 1 | 0 | 0 | 100,00 | |
| 3 | 3 | 0 | 0 | 100,00 | |
| 3 | 3 | 0 | 0 | 100,00 | |
| 4 | 4 | 0 | 0 | 100,00 | |
| 43 | 35 | 1 | 7 | 81,40 | |
| World XV | 5 | 5 | 0 | 0 | 100,00 |
| Gesamt | 570 | 362 | 25 | 183 | 63,51 |
Nicht inbegriffen sind Spiele gegen diverse Auswahlmannschaften im Rahmen der Überseetouren der Amateur-Ära sowie die von New Zealand Rugby nicht offiziell anerkannten Begegnungen mit den New Zealand Cavaliers. Begegnungen mit den New South Wales Waratahs (1920–1928) werden von der South African Rugby Union ebenfalls nicht als Test Matches anerkannt.
Rivalitäten mit anderen Nationalmannschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nordhalbkugel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wie die anderen etablierten Rugbynationen der südlichen Hemisphäre pflegt auch Südafrika eine Rivalität mit den Nationalmannschaften der nördlichen Hemisphäre. So traf Südafrika bei zwei seiner drei Endspielteilnahmen auf England (2007 und 2019), die man beide gewann. Seit 2007 spielt Südafrika gegen Wales um den Prince William Cup (benannt nach William, Duke of Cambridge).[189][190] Seit 2021 spielt Südafrika mit den British and Irish Lions um die Lions Series Trophy, die dem Sieger jeder vierjährlichen Lions-Serie überreicht wird.[191]
Neuseeland
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Seit dem ersten Aufeinandertreffen 1921 in Neuseeland besteht zwischen den Springboks und den All Blacks, die als die besten beiden Rugby-Union-Nationalmannschaften der Welt angesehen werden, eine große Rivalität. Bereits damals galten beide Teams als die besten der Welt, was auch mit dem unentschiedenen Ausgang der ersten Testserie bestätigt wurde. Die zweite Testserie beim Gegenbesuch 1928 in Südafrika endete wiederum ausgeglichen. 1937 gelang den Springboks in Neuseeland der Seriensieg gegen die All Blacks. 1949 gewannen die Südafrikaner die Heimserie gegen die All Blacks mit einem bis heute bestehenden Negativrekord für die Neuseeländer. 1956 gewannen die All Blacks dagegen die Heimserie gegen die Springboks. 1960 waren die Springboks wieder während der Heimserie gegen die All Blacks erfolgreich, die Tour blieb aber eher wegen ihrer politischen Querelen als wegen der Erfolge in Erinnerung. Danach waren die gegenseitigen Touren vor allem von der südafrikanischen Apartheidpolitik und dem Tauziehen um neuseeländische Māori-Spieler in der Mannschaft der All Blacks gegen die Springboks geprägt. Bis in die 1980er Jahre unternahm man gegenseitige Touren, die aber auf starken politischen Widerstand seitens Apartheidsgegnern stießen und demzufolge von Protesten auch anderer Staaten begleitet wurden. Das Festhalten der neuseeländischen Regierung an der Tour nach Südafrika 1976 und die Weigerung des Internationalen Olympischen Komitees (Rugby war damals keine Olympische Sportart), Neuseeland nach Protesten seitens afrikanischer Staaten von den Olympischen Sommerspielen 1976 auszuschließen, führten gar zum Boykott der Spiele durch 30 überwiegend afrikanische Staaten.[192]
Erst mit dem Ende der Apartheid kehrte Normalität in die gegenseitige Rivalität ein. Bis heute ist die Bilanz der Springboks lediglich gegen die All Blacks negativ.[193][194] Die Rivalität erweiterte sich seither um den Aspekt der Weltmeisterschaften, da die All Blacks und die Springboks bis 2023 die einzigen Dreifachweltmeister waren. Durch ihren Sieg im Finale der WM 2023 wurden die Springboks die ersten Vierfachweltmeister (bei bisher zehn Weltmeisterschaften insgesamt). Beide Nationalmannschaften trafen bei Weltmeisterschaften bisher sechsmal aufeinander, wobei die All Blacks und Springboks jeweils drei Mal siegreich waren. Die wichtigsten Siege für die Südafrikaner waren das Finale der Weltmeisterschaft 1995, als man in der Verlängerung mit 15:12 gewann, und das Finale 2023, das sie mit 12:11 gewannen. Seit 1996 treffen beide Mannschaften bei den jährlichen Tri Nations bzw. der Rugby Championship aufeinander. Während der Rugby Championship 2017 fügten die All Blacks den Springboks die bisher höchste Niederlage bei: 0:57.[195] Während der Rugby Championship 2025 fügten wiederum die Springboks den All Blacks in Wellington mit 10:43 die bisher höchste Niederlage in der Verbandsgeschichte zu.
Aufgrund der Geschichte der Springboks als rein „weisses“ Team unterstützten viele Südafrikaner, die damals unter rassistischer Diskriminierung litten, die All Blacks anstelle der Springboks, auch über Generationen hinweg. Die Unterstützung der jeweils gegnerischen Mannschaft war für sie eine Geste des Widerstands gegen die Apartheid und deren Symbole. Von anderen Südafrikanern wurde dies nach dem Ende der Apartheid dagegen als „unpatriotisch“ und „Verrat“ kritisiert. Seit den Triumphen einer vermehrt aus „Schwarzen“, „Weissen“ und Coloureds zusammengestellten Mannschaft seit der Weltmeisterschaften 1995 sowie Umstrukturierungen in der Führungsriege können sich mehr und mehr Südafrikaner aller ethnischen Zugehörigkeiten mit der Rugby-Nationalmannschaft identifizieren, weswegen die Unterstützung für die All Blacks oder andere Nationen selten geworden ist.[196]
Erfolge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weltmeisterschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Obwohl die Springboks aufgrund der Apartheid in Südafrika die ersten zwei Weltmeisterschaften verpassten, konnten sie den Webb Ellis Cup, die Trophäe der alle vier Jahre ausgetragenen Weltmeisterschaft, als bisher erste Rugby-Nationalmannschaft den Titel bereits viermal entgegennehmen: bei der dritten Austragung 1995 im eigenen Land, 2007 in Frankreich, 2019 in Japan sowie 2023 in Frankreich. 1999 und 2015 verloren sie das Halbfinale, gewannen jedoch daraufhin das Spiel um Platz 3. In den Jahren 2003 und 2011 schieden sie bereits im Viertelfinale aus, ihr schlechtestes Abschneiden bisher.
| Jahr | Resultat | Spiele | Siege | Unent. | Ndlg. | +/- | Punkte |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1987 | ausgeschlossen | ||||||
| 1991 | ausgeschlossen | ||||||
| 1995 | Weltmeister | 6 | 6 | 0 | 0 | 144:67 | 9 |
| 1999 | 3. Platz | 6 | 5 | 0 | 1 | 219:101 | 6 |
| 2003 | Viertelfinale | 5 | 3 | 0 | 2 | 193:89 | 15 |
| 2007 | Weltmeister | 7 | 7 | 0 | 0 | 278:86 | 19 |
| 2011 | Viertelfinale | 5 | 4 | 0 | 1 | 175:35 | 18 |
| 2015 | 3. Platz | 7 | 5 | 0 | 2 | 241:108 | 16 |
| 2019 | Weltmeister | 7 | 6 | 0 | 1 | 262:67 | 15 |
| 2023 | Weltmeister | 7 | 6 | 0 | 1 | 208:88 | 15 |
| 2027 | qualifiziert | ||||||
| 2031 | noch ausstehend | ||||||
Tri Nations/Rugby Championship
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das einzige jährliche Turnier der Springboks ist die seit 2012 ausgetragene Rugby Championship gegen Neuseeland, Australien und Argentinien (zuvor seit 1996 das Tri Nations gegen die beiden erstgenannten Teams). Den Südafrikanern gelangen bisher sechs Turniersiege (1998, 2004, 2009, 2019, 2024, 2025). Im Rahmen der Rugby Championship spielen die Springboks gegen Australien um die Mandela Challenge Plate (seit 2000) und gegen Neuseeland um den Freedom Cup (seit 2004).
| Land | Spiele | Siege | Unent. | Ndlg. | Spiel- punkte |
Diff. | Bonus punkte |
Tabellen- punkte |
Titel |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 76 | 52 | 0 | 24 | 2054:1449 | + 605 | 35 | 243 | 11 | |
| 76 | 30 | 3 | 43 | 1591:1817 | − 226 | 34 | 160 | 3 | |
| 72 | 28 | 1 | 43 | 1480:1831 | − 351 | 24 | 138 | 3 | |
| 4 | 1 | 2 | 1 | 56:84 | − 28 | 0 | 8 | 0 |
| Land | Spiele | Siege | Unent. | Ndlg. | Spiel- punkte |
Diff. | Bonus- punkte |
Tabellen- punkte |
Titel |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 69 | 55 | 2 | 12 | 2313:1348 | + 965 | 43 | 268 | 9 | |
| 69 | 37 | 4 | 28 | 1845:1534 | + 311 | 33 | 185 | 3 | |
| 69 | 28 | 3 | 38 | 1563:1900 | − 337 | 17 | 142 | 1 | |
| 69 | 14 | 1 | 54 | 1358:2277 | − 919 | 16 | 70 | 0 |
Die Punkte werden wie folgt berechnet: 4 Punkte bei einem Sieg, 2 Punkte bei einem Unentschieden, 0 Punkte bei einer Niederlage (vor möglichen Bonuspunkten), 1 Bonuspunkt für mindestens drei erfolgreiche Versuche mehr als der Gegner, 1 Bonuspunkt bei einer Niederlage mit weniger als sieben Punkten Unterschied.
Weitere Test Matches
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Während der Amateur-Ära tourten die Springboks zum Teil monatelang ins Ausland, um gegen andere Nationalteams sowie gegen Regionalauswahlen und Vereinsmannschaften anzutreten. Ebenso waren sie Gastgeber von durch Südafrika tourenden Nationalteams. Viermal gelang Südafrika ein Grand Slam, das heißt je ein Sieg gegen die Home Nations England, Irland, Schottland und Wales während derselben Tour (dies betrifft die Touren von 1912/13, 1931/32, 1951/52 und 1960/61).
Die Touren nach alter Tradition kamen um das Jahr 2000 zum Erliegen. Heute stehen für Test Matches gegen Teams der nördlichen Hemisphäre jedes Jahr zwei Zeitfenster zur Verfügung. Bei den Mid-year Internationals im Juni kommen Teams aus Europa nach Südafrika, bei den End-of-year Internationals im November kommen die Südafrikaner nach Europa. Dabei spielen die Springboks seit 2007 gegen Wales um den Prince William Cup.[190]
Spieler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aktueller Kader
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die folgenden Spieler bildeten den Kader während der Rugby Championship 2025:[197]
Bekannte Spieler
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13 ehemalige südafrikanische Spieler wurden aufgrund ihrer herausragenden Leistungen in die World Rugby Hall of Fame aufgenommen:[198]
| Spieler | Position | Aufnahme |
|---|---|---|
| Naas Botha | Verbindungshalb | 2015 |
| Bryan Habana | Außendreiviertel | 2023 |
| Danie Craven | Gedrängehalb | 2007 |
| Morné du Plessis | Nummer Acht | 2015 |
| Frik du Preez | Zweite-Reihe-Stürmer, Flügelstürmer | 2009 |
| Os du Randt | Pfeiler | 2019 |
| Danie Gerber | Innendreiviertel | 2015 |
| Barry Heatlie | Zweite-Reihe-Stürmer | 2009 |
| Hennie Muller | Nummer Acht | 2015 |
| Bennie Osler | Verbindungshalb | 2009 |
| Francois Pienaar | Flügelstürmer | 2011 |
| John Smit | Hakler, Pfeiler | 2009 |
| Joost van der Westhuizen | Gedrängehalb | 2015 |
Ebenfalls in die Hall of Fame aufgenommen wurden die Weltmeistertrainer Kitch Christie und Jake White sowie Präsident Nelson Mandela (für seinen Einfluss auf den Sport).[199] 25 Spieler sind zweifache Weltmeister: Os du Randt (1995 und 2007), François Steyn (2007 und 2019) sowie Damian de Allende, Lukhanyo Am, Faf de Klerk, Pieter-Steph du Toit, Eben Etzebeth, Steven Kitshoff, Vincent Koch, Cheslin Kolbe, Siya Kolisi, Jesse Kriel, Willie le Roux, Frans Malherbe, Makazole Mapimpi, Malcolm Marx, Bongi Mbonambi, Franco Mostert, Trevor Nyakane, Handré Pollard, Cobus Reinach, Kwagga Smith, RG Snyman, Duane Vermeulen und Damian Willemse (alle 2019 und 2023). World Rugby zeichnete drei Springboks als Spieler des Jahres aus: Schalk Burger (2004), Bryan Habana (2007) und Pieter-Steph du Toit (2019).[200]
Auswahl der Spieler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rugby Union war jahrzehntelang ein Sport für Amateure, weshalb die Spieler nebenbei einen Beruf ausübten und von ihrem Können höchstens dann finanziell profitieren konnten, wenn sie zu Rugby-League-Vereinen wechselten und somit automatisch die Spielberechtigung für Rugby Union verloren. Diese Situation änderte sich 1995 mit der Wandlung von Rugby Union zum Profisport. Daraufhin wechselten viele südafrikanische Spieler nach Europa, da sie dort lukrativere Verträge als in ihrer Heimat abschließen konnten. Mehrere bekannte Springboks spielten im Ausland, darunter Naas Botha (Italien), Francois Pienaar (England), Percy Montgomery (Wales und Frankreich), Stefan Terblanche (Wales), Butch James (England), Victor Matfield (Frankreich) und John Smit (Frankreich). Der Verband reagierte darauf, indem er jahrelang keine im Ausland unter Vertrag stehenden Spieler für die Nationalmannschaft berücksichtigte. Entsprechend sorgte Nationaltrainer Jake White im Jahr 2004 für Schlagzeilen, als er mit Percy Montgomery und Jaco van der Westhuyzen erstmals zwei außerhalb Südafrikas tätige Spieler aufbot.[201]
Angesichts weiterhin anhaltender Abgänge nach Europa und zunehmend auch Japan drohte ein dauerhafter Verlust an talentierten Spielern, zumal gemäß den Regeln von World Rugby ein während fünf Jahren ununterbrochener Wohnsitz im Ausland ausreicht, um für die Nationalmannschaft eines anderen Landes spielberechtigt zu sein (bis Ende 2020 waren es drei Jahre).[202] Seit dem 1. Juli 2017 erlaubt die South African Rugby Union nur jenen südafrikanischen Nationalspielern, die bereits mehr als 30 Test Matches für ihr Land absolviert haben, zu einem ausländischen Verein zu wechseln.[203]
Spielerstatistiken
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Nachfolgend sind die wichtigsten Statistiken aufgelistet, die Spieler Südafrikas betreffen. Die mit * markierten Spieler sind noch aktiv und können sich weiter verbessern.
(Stand: Oktober 2025)
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Trainer
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Da die Definition und Rolle der Trainer bis zum Besuch der All Blacks 1949 sehr stark variierte, beinhaltet die folgende Tabelle nur Trainer, die seitdem angestellt wurden. Alle Trainer der Springboks waren ausnahmslos Südafrikaner.
| Name | Jahre | Siege in % |
|---|---|---|
| Danie Craven | 1949–1956 | 74 % |
| Basil Kenyon | 1958 | 0 % |
| Hennie Muller | 1960–1961, 1963, 1965 | 44 % |
| Boy Louw | 1960–1961, 1965 | 67 % |
| Izak van Heerden | 1962 | 75 % |
| Felix du Plessis | 1964 | 100 % |
| Ian Kirkpatrick | 1967, 1974 | 60 % |
| Avril Malan | 1969–1970 | 50 % |
| Johan Claassen | 1964, 1970–1974 | 50 % |
| Nelie Smith | 1980–1981 | 80 % |
| Cecil Moss | 1982–1989 | 83 % |
| John Williams | 1992 | 20 % |
| Ian McIntosh | 1993–1994 | 33 % |
| Kitch Christie | 1994–1996 | 100 % |
| Andre Markgraaff | 1996 | 61 % |
| Carel du Plessis | 1997 | 37 % |
| Nick Mallett | 1997–2000 | 71 % |
| Harry Viljoen | 2000–2002 | 53 % |
| Rudolf Straeuli | 2002–2003 | 52 % |
| Jake White | 2004–2007 | 67 % |
| Peter de Villiers | 2008–2011 | 62 % |
| Heyneke Meyer | 2012–2015 | 67 % |
| Allister Coetzee | 2016–2018 | 47 % |
| Rassie Erasmus | 2018–2019 | 63 % |
| Jacques Nienaber | 2020–2023 | 69 % |
| Rassie Erasmus | seit 2024 | 69 % |
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die italienische Sportzeitung Gazzetta dello Sport wählte die südafrikanische Nationalmannschaft 2007 zur „Weltmannschaft des Jahres“. Der International Rugby Board, seit 2014 World Rugby, zeichnete Südafrika viermal als „Mannschaft des Jahres“ aus (2004, 2007, 2009 und 2019). Ebenso wurden die Springboks bei den Laureus Awards zweimal als „Mannschaft des Jahres“ ausgezeichnet (2008 und 2020).[208][209]
Kultureller Einfluss
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Filme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Springboks spielen eine zentrale Rolle in dem 2009 in den USA erschienenen Film Invictus – Unbezwungen. Der auf dem Buch Playing the Enemy von John Carlin basierende Film beschreibt, wie der damalige Präsident von Südafrika, Nelson Mandela, die Weltmeisterschaft nutzte, um die noch kurz zuvor durch die Apartheid gespaltene Nation mit Unterstützung des südafrikanischen Nationalteams, den Springboks, über die politisch betriebene Spaltung der Gesellschaft hinweg zu einen. Die Regie des Films führte Clint Eastwood, in den Hauptrollen sind Morgan Freeman als Nelson Mandela und Matt Damon als Teamkapitän Francois Pienaar zu sehen.
Der südafrikanische Film Modder en Bloed (deutsch: „Schlamm und Blut“), der dort 2016 erschien, thematisiert die Anfänge des Rugby im Kriegsgefangenenlager auf der britischen Insel St. Helena während des Zweiten Burenkrieges. Der südafrikanische Musiker und Schauspieler Bok van Blerk ist in der Rolle des Buren-Kommandanten Gideon Scheepers zu sehen. Der Protagonist Willem Morkel basiert auf dem Rugbyspieler Sommie Morkel, der 1906 vier Spiele für Südafrika absolvierte.
Der australische Film The Brighton Miracle (deutsch: „Das Wunder von Brighton“) aus dem Jahr 2019 dreht sich um den Überraschungssieg Japans gegen Südafrika in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft 2015 in der englischen Stadt Brighton.
Lieder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit dem Erfolg bei der Weltmeisterschaft 1995 wird die Nationalmannschaft von dem traditionellen Arbeiterlied Shosholoza begleitet. Unter anderem nahmen Ladysmith Black Mambazo und der Soweto Gospel Choir das Lied zur Unterstützung der Springboks auf.[210][211]
Hier kom die Bokke von Leon Schuster ist ein weiteres beliebtes Lied, das zur Unterstützung der Springboks von Fans gesungen wird. Es wurde ebenfalls während der Weltmeisterschaft 1995 beliebt und begleitet die Nationalmannschaft seitdem.[212]
Siya Kolisi begann als Kapitän der Springboks zusammen mit Makazole Mapimpi und Lukhanyo Am das Ritual, vor jedem Spiel in ihrer Muttersprache isiXhosa ein Gwijo vorzutragen. Gwijo ist ein traditioneller A-cappella-Singstil der Xhosa-Kultur im Frage-Antwort Format, der Emotionen und Motivation vermitteln soll.[213] Die Idee wurde von Fans aufgegriffen und so wurden die Springboks sowohl bei der WM 2019 als auch 2023 musikalisch von einem Gwijo-Team (Gwijo squad) angefeuert und unterstützt.[214][215][216]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Grant Harding, David Williams: The Toughest of Them All: New Zealand and South Africa: The Struggle for Rugby Supremacy. Penguin Books, Auckland 2000, ISBN 0-14-029577-1.
- Bob Howitt: SANZAR Saga – Ten Years of Super 12 and Tri-Nations Rugby. Harper Collins Publishers, 2005, ISBN 1-86950-566-2.
- John Nauright: Sport, Cultures, and Identities in South Africa. Hrsg.: Continuum International Publishing Group. 1997, ISBN 0-7185-0072-5.
- A. C. Parker: The Springboks, 1891–1970. Cassell & Company Ltd., London 1970, ISBN 0-304-93591-3.
- Henri Garcia: La fabuleuse histoire du rugby. Éditions de La Martinière, Paris 2011, ISBN 978-2-7324-4528-1.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website (englisch)
- Springbok Rugby Hall of Fame (englisch)
- Eintrag Südafrikas bei World Rugby (englisch)
- Südafrika auf Planet Rugby (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ World Rugby Rankings. world.rugby, 16. März 2023, abgerufen am 16. März 2026.
- ↑ Most matches. ESPN, abgerufen am 6. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Most points. ESPN, abgerufen am 6. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Most tries. ESPN, abgerufen am 6. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ World Rugby Rankings. World Rugby, abgerufen am 6. Oktober 2025 (englisch).
- ↑ Rugby Africa Unions. Rugby Africa, 2020, abgerufen am 26. September 2022 (englisch).
- ↑ Currie Cup Premier Division. South African Rugby Union, abgerufen am 26. September 2022 (englisch).
- ↑ SuperSport Rugby Challenge FAQs. SuperSport, archiviert vom am 11. April 2021; abgerufen am 11. April 2021 (englisch).
- ↑ Inaugural rugby championship under-20 all set for sunshine coast kick-off. Super Rugby, abgerufen am 30. April 2024 (englisch).
- ↑ Junior Springboks. South African Rugby Union, abgerufen am 26. September 2022 (englisch).
- ↑ Springboks Sevens. South African Rugby Union, abgerufen am 26. September 2022 (englisch).
- ↑ SA Schools. South African Rugby Union, abgerufen am 26. September 2022 (englisch).
- ↑ Main page. Varsity Cup, abgerufen am 26. September 2022 (englisch).
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