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Sporngans

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Sporngans

Sporngans (Plectropterus gambensis)

Systematik
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Tribus: Plectropterini
Gattung: Sporngänse
Art: Sporngans
Wissenschaftlicher Name der Tribus
Plectropterini
Eyton, 1838
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Plectropterus
Stephens, 1824
Wissenschaftlicher Name der Art
Plectropterus gambensis
(Linnaeus, 1766)

Die Sporngans (Plectropterus gambensis), seltener auch als Sporengans bezeichnet, ist ein hochbeiniger Entenvogel, der über fast ganz Afrika mit Ausnahme Nordafrikas verbreitet ist.

Erscheinungsbild

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Louis Agassiz Fuertes, Sporngänse. Die Zeichnung zeigt die nackten roten Hautstellen, die bei alten Männchen gelegentlich auftreten.

Sporngänse tragen ihren Namen, weil an jedem Flügelbug ein Sporn ausgebildet ist. Männliche Sporngänse sind deutlich größer als die Weibchen. Sie wiegen im Schnitt 5,5 Kilogramm. Sie haben außerdem einen stärker ausgebildeten roten Schnabel-Stirn-Höcker. Alte Spornganter weisen außerdem nackte rote Hautstellen an den Halsseiten auf.

Die beiden Unterarten unterscheiden sich durch die Aufteilung der schwarzweißen Körperbefiederung. P. gambensis gambensis hat einen weißen Bauch und weiße Flanken. Die Unterart P. gambensis niger, die südlich des Sambesi verbreitet ist, besitzt nur einen kleinen weißen Bauchfleck.

Im Jugendkleid weisen Sporngänse bereits die gleiche Schwarz-Weiß-Verteilung auf wie die adulten Vögel. Allerdings sind bei diesen noch nicht geschlechtsreifen Gänsen die Federn braun übertönt und glänzen nicht so stark wie bei den ausgewachsenen Gänsen.

Verbreitung und Lebensraum

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Verbreitung der Sporngans:
  • Ganzjähriges Vorkommen
  • Beide Unterarten haben ein großes Verbreitungsgebiet innerhalb Afrikas. Als an das Wasser gebundene Vogelart gibt es in Regionen, die in den letzten Jahren Trockenzeiten durchliefen, Bestandsrückgänge. In Südafrika profitierte die Art von den Stauseen, die in Agrarregionen angelegt wurden.[1]

    Sporngänse bewohnen ausgedehnte Sumpfniederungen, große Flussläufe, vegetationsreiche Binnenseen und Stauseen in den Savannenregionen und Agrarzonen. Ihre Nahrung besteht aus Grünteilen und Samen zahlreicher Sumpf- und Wasserpflanzen.

    Der Beginn der Fortpflanzungsperiode ist abhängig von den jeweiligen Regenzeiten. Das Nest ist sehr einfach. Es besteht überwiegend aus einer tiefen Nestmulde, die das Weibchen scharrt. Das Nestrevier wird aggressiv verteidigt. Dabei wird auch der Flügelsporn verwendet.

    Ein Gelege umfasst durchschnittlich sechs bis zehn Eier. Sie sind glattschalig und cremefarben. Die Küken schlüpfen nach einer Brutdauer von 30 bis 32 Tagen. Die Kükenbetreuung erfolgt nach bisherigen Beobachtungen ausschließlich durch das Weibchen.

    Die Sporngans ist einer der wenigen Giftvögel. Das rührt daher, dass sie unter anderem Käfer der Familie Ölkäfer (Meloidae) frisst, welche Cantharidin enthalten.[2] Dieses reichert sie in ihrem Gewebe an, sodass der Verzehr, je nach aufgenommener Menge der Käfer, für Prädatoren und Menschen giftig ist.[3]

    Die systematische Stellung der Sporngans innerhalb der Familie der Entenvögel ist bis heute unklar. Von den Gänsen und den Halbgänsen unterscheidet sie sich durch eine Reihe von anatomischen Besonderheiten und wird deshalb gelegentlich auch in eine eigene Unterfamilie mit der Bezeichnung Plectropterinae gestellt. Die Gruppierung in die Tribus Plectropterini durch den britischen Naturforscher Thomas Campbell Eyton, in die sie gemeinsam mit der Gattung Sarkidiornis gestellt wurde, erfolgte aufgrund von Gemeinsamkeiten im Verhalten. Zudem gibt es bei beiden Arten erhebliche Größenunterschiede zwischen den Geschlechtern. Die US-amerikanischen Ornithologen David W. Winkler, Shawn M. Billerman und Irby Lovette ordnen sie in ihrem Standardwerk über die Familien der Vögel der Unterfamilie Anatinae zu und dort in die Tribus Cairinini,[4] die jedoch eine künstliche, polyphyletische Gruppe ist.[5] Bisher wurde die Sporngans nicht in DNA-Vergleichen einbezogen.[6]

    Einzelnachweise

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    1. Kolbe, S. 133
    2. Stefan Bartram, Wilhelm Boland: Chemistry and ecology of toxic birds. In: ChemBioChem 2, Nr. 11, November 2001, S. 809–811, doi:10.1002/1439-7633(20011105)2:11<809::AID-CBIC809>3.0.CO;2-C.
    3. Karem Ghoneim: Cantharidin Toxicosis to Animal and Human in the World : A Review. In: semanticscholar.org. Allen Institute for AI, 2013, abgerufen am 19. Mai 2022 (englisch).
    4. David W. Winkler, Shawn M. Billerman, Irby J. Lovette: Bird Families of the World - An Invitation to the Spectacular Diversity of Birds. Lynx Edicions and the Cornell Lab of Ornithology, 2015, ISBN 978-84-941892-0-3, S. 61–63.
    5. Zhonglou Sun, Tao Pan, Chaochao Hu, Lu Sun, Hengwu Ding, Hui Wang, Chenling Zhang, Hong Jin, Qing Chang, Xianzhao Kan, Baowei Zhang: Rapid and recent diversification patterns in Anseriformes birds: Inferred from molecular phylogeny and diversification analyses. PLOS One, September 2017, doi: 10.1371/journal.pone.0184529
    6. Gang Wang, Tao Zhu, Xinye Zhang, Xufang Ren, Anqi Chen, Zhonghua Ning, Marcel van Tuinen, Lujiang Qu: Phylogeny of waterfowl (Anseriformes) constructed using genome sequences provides insights into topological incongruences Open Access Molecular Biology and Evolution, Volume 43, Issue 2, Februar 2026, doi: 10.1093/molbev/msag018
    Commons: Sporngans – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien