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Sozialmanagement

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Sozialmanagement ist das Management von Organisationen/Unternehmen der Sozialwirtschaft und Non-Profit-Bereichen, z. B. Kommunalverwaltungen, eines Wohlfahrtsverbands, eines Jugendamts, Vereins etc.

Die Aufgaben des Sozialmanagements wurden traditionell von Sozialarbeitern, Sozialpädagogen, Pädagogen, Psychologen ohne weitere Managementkenntnisse oder von Juristen und Betriebswirten – oft ohne näheren Bezug zum Sozialbereich – wahrgenommen. Als eigenständigen Berufstitel auf Universitäts- und Hochschulebene gab es den Diplom-Sozialwirt. Sozialmanagement verknüpft Management mit sozialpädagogischem und psychologischem Wissen. Das Sozialmanagement wurde in den 1980er Jahren thematisiert und bezog sich damals auf Fragen der personenorientierten Führung, Motivation und Zielsetzung.

Im heutigen Verständnis beinhaltet Sozialmanagement alle Managementfunktionen, die für das Management von sozialen und/oder Non-Profit-Organisationen notwendig sind. Aus der Betriebswirtschaftslehre werden Finanzierung sozialer Organisationen, Leitbild- und Konzeptentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit, Public Relations, Stadt- und Sozialmarketing, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung, Personalführung, Projektmanagement, Qualitätsentwicklung und andere Teildisziplinen des Managements übernommen.[1]

Im Gegensatz zum Management in anderen Wirtschaftsbereichen (z. B. Sportmanagement oder Medienmanagement) berücksichtigt das Sozialmanagement zahlreiche Besonderheiten von Organisationen des Sozialbereichs: den Dienstleistungscharakter der Sozialunternehmen, die Besonderheiten von Non-Profit-Organisationen und insbesondere der Wohlfahrtspflege, die enge Einbindung in das Recht sowie den Charakter der Dienstleistungen als meritorische Güter. Mit zunehmender Verbreitung privatgewerblicher Anbieter wird Sozialmanagement auch als Management der Unternehmen der Sozialwirtschaft bezeichnet. Vor diesem Hintergrund lässt sich Sozialmanagement auch als sogenannte Spezielle Betriebswirtschaftslehre für Sozialbetriebe bzw. -unternehmen begreifen.[2]

Von manchen Autoren wird Sozialmanagement auch als Management unter besonderer Berücksichtigung des Menschen und der menschlichen Beziehungen im Sinne eines Personalwesens verstanden.[3] Dieses Verständnis bezieht sich jedoch nicht spezifisch auf Organisationen des Sozialwesens.[4]

Der Ansatz des systemischen Sozialmanagements berücksichtigt besonders die Aspekte Emotionen, Sinn und Beziehungen, weil bei der Erbringung sozialer Dienstleistungen die Gestaltung professioneller empathischer und vertrauensvoller Beziehungen zu den Leistungsempfängern im Vordergrund steht. Systemisches Sozialmanagement geht davon aus, dass Mitarbeitende nur dann uneingeschränkt wertschätzend und empathisch mit den Klienten in Beziehung treten können, wenn sich diese Werte auch in der Kultur des Umgangs zwischen Führung und Mitarbeitenden widerspiegeln.[5]

In der deutschsprachigen Fachliteratur haben sich für das Management sozialer Einrichtungen und Dienste verschiedene Begriffe herausgebildet. Sie markieren unterschiedliche fachliche Zugänge und organisationale Bezugspunkte. Zu den frühen und bis heute gebräuchlichen Bezeichnungen zählen unter anderem Sozialmanagement[6][7][8], Management von Nonprofit-Organisationen[9][10], Management in sozialen Organisationen beziehungsweise Management sozialer Organisationen[11][12][13] sowie Management in der Sozialwirtschaft[14][15]. Während der Begriff Sozialmanagement häufig die spezifischen Steuerungs-, Organisations- und Führungsaufgaben im Feld sozialer Dienstleistungen betont, verweist das Management von Nonprofit-Organisationen stärker auf die besonderen Charakteristika gemeinnütziger und nicht gewinnorientierter Organisationen. Die Bezeichnungen Management in sozialen Organisationen und Management sozialer Organisationen rücken hingegen die das organisationale Management selbst als Handlungs- und Gestaltungsrahmen in den Mittelpunkt der Betrachtung. Der Begriff Management in der Sozialwirtschaft hebt demgegenüber die Einbettung sozialer Dienste in ein breiteres Gefüge aus öffentlichen und freien Trägern, (Quasi-)Märkten, Finanzierungssystemen, öffentlichen Aufträgen und wohlfahrtsstaatlichen Rahmenbedingungen hervor.

Angesichts der sozial-ökologischen Transformation von Gesellschaften – etwa mit Blick auf Klimaneutralität, eine ressourcenschonende Wirtschaftsweise, gesellschaftliche Teilhabe und Resilienz – gewinnt die Frage zunehmend an Bedeutung, welche Rolle das Sozialmanagement als transformative Wissenschaft einnehmen kann und welchen Beitrag Hochschulen zu gesellschaftlichen Transformationsprozessen leisten.[16]

Sozialmanagement wird auch als sozialwissenschaftliches Studium angeboten, das sich an Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Pädagogen und ähnliche Berufsgruppen richtet, die sich so für Managementaufgaben in sozialen Organisationen und Aufgaben des Managements in der Sozialwirtschaft und dem Öffentlichen Dienst qualifizieren. Das vier- bis fünfsemestrige Studium wird meist als postgradualer Studiengang angeboten und endet meist mit dem wissenschaftlichen Abschluss „Master of Arts“ oder „Master of Social Management MSM“. Im Hinblick auf die Studiermöglichkeiten fällt auf, dass ein grundständiges Studium des Sozialmanagements vor allem an Fachhochschulen möglich ist, während das Fach an Universitäten kaum verankert ist. Neben der Möglichkeit eines Studiums können verschiedene Themen des Sozialmanagements auch berufsbegleitend in Form einer Weiterbildung erlernt werden. Der Caritasverband hat ein umfangreiches Weiterbildungsangebot zum Thema Sozialmanagement.[17]

Studiengänge in Sozialmanagement bieten in Deutschland beispielsweise folgende Lehrstätten an.

In Österreich existieren berufsbildende höhere Schulen, die sich auf Sozialmanagement spezialisiert haben. Es handelt sich um die HLW-Sozialmanagement, die in der Trägerschaft der Caritas sind. Diese Schulen sind Privatschulen mit Öffentlichkeitsrecht. Schulen dieser Art befinden sich in Wien, Graz, Klagenfurt und Salzburg und können bereits von Schülern nach der Unterstufe absolviert werden.[33] Die FH Oberösterreich bietet am Standort Linz einen Studiengang Sozialmanagement an. Die Akademie für Sozialmanagement in Wien bietet berufsbegleitende Lehrgänge für Führungskräfte im Sozialbereich an.[34]

  • Herbert Bassarak, Armin Wöhrle (Hrsg.): Sozialwirtschaft und Sozialmanagement im deutschsprachigen Raum. Bestandsaufnahme und Perspektiven. Verlag Ziel, Augsburg 2008, ISBN 978-3-940562-19-7.
  • H. Fasching, R. Lange (Hrsg.): Sozial managen. Grundlagen und Positionen des Sozialmanagements zwischen Bewahren und radikalem Verändern. Haupt, Bern / Stuttgart / Wien 2005, ISBN 3-258-06814-3.
  • Marlies W. Fröse (Hrsg.): Management Sozialer Organisationen. Beiträge aus Theorie, Forschung und Praxis – Das Darmstädter Management-Modell. Haupt Verlag, Bern 2005, ISBN 3-258-06877-1.
  • Marlies W. e, Beate Naake, Maik Arnold (Hrsg.): Führung und Organisation: Neue Entwicklungen im Management der Sozial- und Gesundheitswirtschaft (= Perspektiven Sozialwirtschaft und Sozialmanagement). Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2019, ISBN 978-3-658-24192-6, doi:10.1007/978-3-658-24193-3 (springer.com [abgerufen am 18. Juli 2021]).
  • Gerd Gehrmann, Klaus D. Müller: Management in sozialen Organisationen. Walhalla und Pretoria, Regensburg 2006, ISBN 3-8029-7443-3.
  • Gregor Hensen, Peter Hensen (Hrsg.): Gesundheits- und Sozialmanagement. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-17-021347-0.
  • Michael Mroß: Management in der Sozialwirtschaft. Kompakt.00 cp-Verlag, Leipzig 2014, ISBN 978-1-4959-7428-1.
  • Joachim Merchel: Sozialmanagement. Eine Einführung in Hintergründe, Anforderungen und Gestaltungsperspektiven des Managements in Einrichtungen der sozialen Arbeit. Juventa, Weinheim 2006, ISBN 3-7799-1829-3.
  • Herbert Schubert: Sozialmanagement. Zwischen Wirtschaftlichkeit und fachlichen Zielen. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2005, ISBN 3-531-14613-0.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Armin Wöhrle: Einführung in das Sozialmanagement und das Management in der Sozialwirtschaft (= Studienbrief / Hochschulverbund Distance Learning Veränderungen im Geschäftsfeld öffentlicher und intermediärer Dienstleistungen. Nr. 2-020-0100). 2. Auflage. Service-Agentur des HDL, Brandenburg 2011, ISBN 978-3-86946-100-7.
  2. ↑ Michael Mroß: Was ist Sozialmanagement? Eine Positionsbestimmung anhand einer Sammelrezension aktueller Lehrbücher. In: Zeitschrift für öffentliche und gemeinwirtschaftliche Unternehmen: ZögU / Journal for Public and Nonprofit Services. Band 36, Nr. 4, 2013, ISSN 0344-9777, S. 336–346, JSTOR:24588107.
  3. ↑ Führung und Organisation. In: Perspektiven Sozialwirtschaft und Sozialmanagement. 2019, ISSN 2569-2127, doi:10.1007/978-3-658-24193-3 (springer.com [abgerufen am 1. Juni 2026]).
  4. ↑ Klaus Grunwald: Vom Sozialmanagement zum Management des Sozialen? Eine Bestandsaufnahme (= Grundlagen der Sozialen Arbeit. Band 21). Schneider Verlag Hohengehren GmbH, Baltmannsweiler 2009, ISBN 978-3-8340-0557-1.
  5. ↑ Claudia Rahnfeld: Systemisches Management in sozialwirtschaftlichen Organisationen. In: Basiswissen Sozialwirtschaft und Sozialmanagement. 2026, ISSN 2569-6009, doi:10.1007/978-3-658-50420-5 (springer.com [abgerufen am 1. Juni 2026]).
  6. ↑ Albrecht Müller-Schöll, Manfred Priepke: Sozialmanagement: zur Förderung systematischen Entscheidens, Planens, Organisierens, Führens und Kontrollierens in Gruppen. 3. Auflage. Luchterhand, Neuwied Berlin 1992, ISBN 978-3-472-01042-5.
  7. ↑ Gotthart Schwarz: Sozialmanagement (= Schwerpunkt Management : professionelle Personalarbeit und Organisationsentwicklung). 4., überarb. und erw. Auflage. Ziel, Augsburg 2001, ISBN 978-3-934214-63-7.
  8. ↑ Joachim Merchel: Sozialmanagement: eine Einführung in Hintergründe, Anforderungen und Gestaltungsperspektiven des Managements in Einrichtungen der Sozialen Arbeit (= Reihe Votum). 3., überarb. Auflage. Juventa-Verl, Weinheim München 2009, ISBN 978-3-7799-1829-5.
  9. ↑ Peter Schwarz: Organisation in Nonprofit-Organisationen: Grundlagen, Strukturen. 1. Auflage. Haupt, Bern Stuttgart Wien 2005, ISBN 978-3-258-06885-5.
  10. ↑ Michael Meyer, Ruth Simsa, Christoph Badelt: Handbuch der Nonprofit-Organisation: Strukturen und Management. 5., überarbeitete Auflage 2013. Schäffer-Poeschel Verlag für Wirtschaft Steuern Recht GmbH, Freiburg 2013, ISBN 978-3-7992-6664-2.
  11. ↑ Gerd Gehrmann, Klaus D. Müller: Management in sozialen Organisationen: Handbuch für die Praxis Sozialer Arbeit. 4., neu bearb. und erg. Auflage. Walhalla-Fachverl, Regensburg Berlin 2006, ISBN 978-3-8029-7443-4.
  12. ↑ Hans-Joachim Puch, Katharina Westermeyer: Managementkonzepte: eine Einführung für soziale Berufe. Lambertus, Freiburg im Breisgau 1999, ISBN 978-3-7841-1147-6.
  13. ↑ Marlies W. Fröse: Management sozialer Organisationen: Beiträge aus Theorie, Forschung und Praxis ; das Darmstädter Management-Modell. 1. Auflage. Haupt, Bern Stuttgart Wien 2005, ISBN 978-3-258-06877-0.
  14. ↑ Bernd Maelicke: Veränderungsmanagement in der Sozialwirtschaft (= Edition SocialManagement. Nr. 14). 1. Auflage. Nomos-Verl.-Ges, Baden-Baden 2000, ISBN 978-3-7890-6738-9.
  15. ↑ Wolf Rainer Wendt: Sozialwirtschaftslehre: Grundlagen und Perspektiven (= Forschung und Entwicklung in der Sozialwirtschaft. Nr. 1). 1. Auflage. Nomos-Verl.-Ges, Baden-Baden 2002, ISBN 978-3-7890-8113-2.
  16. ↑ Maik Arnold: Sozialmanagement als transformative Wissenschaft – Zur Rolle von Hochschulen in der sozial-ökologischen Transformation. In: Transformationen gestalten. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2026, ISBN 978-3-658-50767-1, S. 71–95, doi:10.1007/978-3-658-50768-8_4 (springer.com [abgerufen am 1. Juni 2026]).
  17. ↑ Online-Kurse Sozialmanagement (Memento vom 14. Mai 2014 im Internet Archive) Weiterbildung Kita
  18. ↑ Das Studienangebot (Memento vom 4. September 2009 im Internet Archive), auf ifd.fliedner.de
  19. ↑ Studiengänge. Abgerufen am 8. Februar 2022 (deutsch).
  20. ↑ Studienrichtung Sozialmanagement (Memento vom 23. März 2009 im Internet Archive), auf dhbw-heidenheim.de
  21. ↑ Wirtschaft im Fernstudium | Betriebswirtschaft und Sozialmanagement (B.A.), auf mobile-university.de
  22. ↑ Sozial- und Gesundheitsmanagement (B.A.), auf hs-emden-leer.de
  23. ↑ BA Management Sozialer Dienstleistungen studieren - Uni Vechta. Abgerufen am 1. Juni 2026.
  24. ↑ Masterstudiengang "Sozialmanagement" am Fachbereich Sozialwesen (Memento vom 21. Mai 2013 im Internet Archive), auf hs-niederrhein.de
  25. ↑ (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive)
  26. ↑ ehs-dresden.de
  27. ↑ Berufsbegleitend den Master Sozialmanagement studieren, auf leuphana.de
  28. ↑ fa-kd.de
  29. ↑ www.ostfalia.de. In: www.ostfalia.de. Abgerufen am 29. Februar 2016.
  30. ↑ Evangelische Hochschule Nürnberg – Startseite mit aktuellen Nachrichten und Veranstaltungen. In: www.evhn.de. Abgerufen am 6. Oktober 2016.
  31. ↑ ksh-muenchen.de
  32. ↑ wwu-weiterbildung.de
  33. ↑ Bildung für Engagierte (Memento vom 20. Mai 2011 im Internet Archive)
  34. ↑ Akademie für Sozialmanagement. Abgerufen am 27. März 2018.