South Eastern Trains
| South Eastern Trains | |
|---|---|
| Basisinformationen | |
| Konzession und Dauer |
South Eastern Franchise 9. November 2003– 31. März 2006 |
| Muttergesellschaft | Strategic Rail Authority (Manager der staatlichen Notfallbetreiber) |
| Statistik | |
| Fahrzeuge | Klasse 375 Electrostar Klasse 376 Suburban EMU Klasse 465 Networker Klasse 466 Networker |
| Bahnhöfe | 182 (verwaltet durch Network Rail) |
| Hauptstrecken | South Eastern Main Line Chatham Main Line Kent Coast Line Hastings Line North Kent Line Maidstone East Line |
| Liniennetzplan | |
| South Eastern Trains Liniennetzplan | |
South Eastern Trains Limited (SET),[1] Markennamen Southeastern, war ein staatliches britisches Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Sitz in London, das vom 9. November 2003 bis zum 31. März 2006 den Personenverkehr in Südostengland betrieb. Das Unternehmen wurde als Notfallbetreiber gegründet, nachdem der private Franchiseinhaber Connex South Eastern aufgrund finanzieller Unregelmäßigkeiten und Managementproblemen die Konzession verlor. South Eastern Trains war eine Tochtergesellschaft der staatlichen Strategic Rail Authority (SRA), welche die operative Verantwortung übernahm, bis die Konzession 2006 an Govia vergeben wurde.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Connex South Eastern betrieb seit 1996 den Personenverkehr auf dem Streckennetz in Südostengland, geriet jedoch zunehmend in Kritik. Die SRA bemängelte insbesondere unzureichende Kostenkontrolle, mangelnde Transparenz und Qualitätsprobleme im Betrieb. Im Juni 2003 entzog die SRA Connex die Konzession und kündigte an, den Betrieb vorübergehend selbst zu übernehmen. Am 9. November 2003 ging der gesamte Betrieb auf die neu gegründete South Eastern Trains Limited über. Während der staatlichen Übergangsphase gelang es der Gesellschaft, die Pünktlichkeit und Kundenzufriedenheit deutlich zu verbessern. Unter der staatlicher Führung konnte der Betrieb stabiler und effizienter gestaltet werden.
Nachdem das Verfahren zur Neuausschreibung der Konzession für den Personenverkehr in Südostengland abgeschlossen war, erhielt das Joint Venture Govia den Zuschlag und übernahm im April 2006 den Betrieb.[1] Govia gehört zu 65 Prozent im Besitz von Go-Ahead und zu 35 Prozent Keolis.[2]
Zum Zeitpunkt der Betriebsübergabe konnte die South Eastern Trains Limited noch nicht aufgelöst werden, da sich das Unternehmen noch mit Restangelegenheiten aus der Betriebsperiode befassen musste. Dies betraf in erster Linie die Bearbeitung von Forderungen aus Arbeitsgerichtsverfahren und sonstigen Ansprüchen von Mitarbeitern sowie Haftpflichtansprüchen.[1] Die Gesellschaft wurde im Juli 2012 aufgelöst.[3]
Betrieb
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]South Eastern Trains bediente ein 773 km langes Netz mit Strecken in Kent, South London und Teilen von East Sussex. Täglich nutzten etwa 120.000 Pendler die Züge von South Eastern Trains. Von den täglich verkehrenden 1700 Züge bedienten 1400 London. Die Züge der South Eastern Trains endeten in London in den Stadtbahnhöfen Victoria, London Bridge, Charing Cross, Blackfriars und Cannon Street.[4]
Das Netz beinhaltete folgende Hauptstrecken:
- South Eastern Main Line (London–Ashford–Dover)
- Chatham Main Line (London–Gillingham–Ramsgate)
- Hastings Line (London–Hastings)
- North Kent Line (London–Gravesend–Gillingham)
- Maidstone East Line (London–Maidstone–Ashford)
Rollmaterial
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]South Eastern Trains setzte ausschließlich elektrische Triebzüge ein. Die Gesellschaft übernahm von Connex South Eastern eine Flotte mit den Klassen 365, 375, 411, 421, 423, 508, 465, 466 und 508. Während der Betriebszeit nahm South Eastern Trains die verbleibenden Züge der Klasse 375 sowie die gesamte Flotte der Klasse 376 in Betrieb. Nachdem der Betrieb von Zügen ohne automatische Türschließung verboten wurde, mussten alle verbliebenen Triebzüge der Klassen 411, 421 und 423 mit nach außen öffnenden Abteiltüren, die sogenannten Slam-Door-Trans (etwa Züge mit zuschlagenden Türen), bis Ende 2005 ausgemustert werden. Anfang Oktober dieses Jahres verkehrte der letzte Slam-Door-Train der SET.[5] Die Züge der Klasse 365 wurden 2004 an West Anglia Great Northern (WAGN) übertragen.[6] Der Unterhalt der Treibzüge erfolgte in den Depots Ashford und Ramsgate.
| Vorhandene Fahrzeuge | |||||||
| Baureihe | Bild | Typ | V/max | Wagenzahl | Anzahl | Baujahr | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Klasse 365 Networker | Connex-Farbgebung |
Elektrotriebzug | 145 km/h | 4 | 16 | 1994–1995 | 2004 an West Anglia Great Northern (WAGN) abgegeben |
| Klasse 411 | Connex-Farbgebung |
Elektrotriebzug | 140 km/h | 4 | 7 | 1956–1961 | bis 2005
ausgemustert |
| Klasse 421 | Connex-Farbgebung |
Elektrotriebzug | 145 km/h | 4 | 25 | 1964–1972 | bis 2005
ausgemustert |
| Klasse 423 | Elektrotriebzug | 145 km/h | 4 | 9 | 1967–1974 | bis 2005
ausgemustert | |
| Klasse 375 Electrostar | Elektrotriebzug | 160 km/h | 4 | 112 | 2000–2005 | ||
| Klasse 376 Electrostar | Elektrotriebzug | 120 km/h | 5 | 36 | 2004–2005 | ||
| Klasse 465 Networker | Connex-Farbgebung |
Elektrotriebzug | 120 km/h | 4 | 147 | 1991–1994 | |
| Klasse 466 Networker | Elektrotriebzug | 120 km/h | 2 | 43 | 1993–1994 | ||
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- www.southeasternrailway.co.uk (ehemalige offizielle Webseite des Betreibers)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c South Eastern Trains Limited Annual Report 2001 03 31. In: Office of Rail and Road. 31. März 2010, S. 3, abgerufen am 21. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Govia. Keolis, abgerufen am 21. Januar 2026 (amerikanisches Englisch).
- ↑ South Eastern Trains Limited. In: Comapnies House. Regierung des Vereinigten Königreichs, abgerufen am 21. Januar 2026 (englisch).
- ↑ Liniennetzplan der South Eastern Trains
- ↑ BBC (Hrsg.): Last journey for slam-door train. 7. Oktober 2005 (englisch, bbc.co.uk [abgerufen am 22. Januar 2026]).
- ↑ Paul Bigland: The end of the line. The BR built Class 365s. In: Paul Bigland. 5. März 2022, abgerufen am 22. Januar 2026 (englisch).