Zum Inhalt springen

Solar-C

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Solar-C
Phase: C / Status:
Typ Weltraumteleskop
LandJapan
OrganisationJAXA / NAOJ
Missionsdaten
StartdatumNovember 2028 (geplant)
StartplatzUchinoura Space Center
TrägerraketeEpsilon S
Missionsdauer2 Jahre (geplante Primärmission)
Bahndaten
KoordinatenursprungErde
Bahnhöhe> 600 km
Bahnneigungca. 89°
Allgemeine Raumfahrzeugdaten
Startmasseca. 500 kg
Abmessungen4,8 m (Höhe)
Nutzlastdaten
Instrumente
  • EUVST (Extreme Ultraviolet High-Throughput Spectroscopic Telescope)
    * SoSpIM (Solar Spectral Irradiance Monitor)
Sonstiges
Vorherige
Mission
Hinode (Solar-B)

Der High-sensitivity Solar Ultraviolet Spectroscopic Satellite, kurz Solar-C, ist ein geplantes Weltraumteleskop zur Sonnenbeobachtung, das von der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA in Zusammenarbeit mit dem National Astronomical Observatory of Japan (NAOJ) sowie internationalen Partnern aus den USA und Europa entwickelt wird.[1] Der Satellit fungiert als Nachfolgemission der erfolgreichen Sonnenbeobachtungssonden Yohkoh (Solar-A) und Hinode (Solar-B). Der Start soll im November 2028 mit einer Epsilon-S-Trägerrakete erfolgen.[2]

Das übergeordnete wissenschaftliche Ziel von Solar-C ist die Untersuchung der Dynamik der Sonnenatmosphäre auf kleinsten Skalen, um grundlegende Vorgänge der Heliophysik zu verstehen. Die Mission soll maßgeblich dazu beitragen, zwei Kernfragen zu beantworten: wie hochenergetisches Plasma in der Korona entsteht, und auf welche Weise der Sonnenwind beschleunigt wird.[3]

Diese energetischen Prozesse treiben das Weltraumwetter an, welches direkte Auswirkungen auf das Sonnensystem sowie auf die Technische Infrastruktur im Erdorbit und auf der Erdoberfläche hat.[4] Da die hochenergetische ultraviolette Strahlung der Sonne von der Erdatmosphäre absorbiert wird, sind diese präzisen Messungen ausschließlich vom Weltraum aus durchführbar.

Wissenschaftliche Instrumente

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Satellit führt zwei wissenschaftliche Hauptinstrumente mit sich:[5]

EUVST (Extreme Ultraviolet High-Throughput Spectroscopic Telescope)
Ein Extrem-Ultraviolett-Spektrometer mit hoher Durchsatzrate als Hauptnutzlast der Mission. Ausgestattet mit einem hochauflösenden Slit-Jaw-Imaging-System (Spaltbackenkamera) ermöglicht soll es erstmals die lückenlose, gleichzeitige Erfassung aller Schichten der Sonnenatmosphäre ermöglichen, von der Photosphäre und Chromosphäre über die Übergangsregion bis hin zur heißen Korona. Das Instrument deckt einen Wellenlängenbereich von 17 bis 280 nm ab, womit Plasmatemperaturen zwischen 5000 und 15 Millionen Kelvin gemessen werden können. Es erreicht eine räumliche Auflösung von 0,4 Bogensekunden und eine zeitliche Auflösung von unter einer Sekunde.[6]
SoSpIM (Solar Spectral Irradiance Monitor)
Dieses Sekundärinstrument wird unter Leitung des Schweizer PMOD/WRC entwickelt. Es soll die solare Bestrahlungsstärke der Sonne als Gesamtheitswert („Sun-as-a-star“) im extremen UV-Bereich sowie im Lyman-Alpha-Band überwachen. Durch die spektrale Überschneidung mit dem EUVST soll es zu dessen kontinuierlicher Kalibrierung dienen und die Auswirkungen der Sonnenaktivität auf die Erdatmosphäre untersuchen.[5]

Internationale Kooperation

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt beruht auf internationaler Zusammenarbeit. Während die JAXA die Satellitenplattform bereitstellt und das Gesamtprojekt koordiniert, steuern internationale Konsortien wesentliche Beiträge bei:

  • Vereinigte Staaten: Die NASA unterstützt Solar-C im Rahmen ihres Mission-of-Opportunity-Programms. Das U.S. Naval Research Laboratory (NRL) sowie das Lockheed Martin Solar and Astrophysics Laboratory (LMSAL) entwickeln Kernkomponenten für das EUVST.[4]
  • Deutschland: Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) ist maßgeblich in das optische und mechanische Design des EUVST-Spektrometers eingebunden. Die deutsche Beteiligung wird durch das DLR gefördert.[3]
  • Weitere europäische Partner: Technische Baugruppen und wissenschaftliche Beiträge werden zudem von der französischen Raumfahrtbehörde CNES, der italienischen ASI (gemeinsam mit dem INAF), dem britischen MSSL sowie der Schweiz (durch das Swiss Space Office und die ETH Zürich) finanziert oder entwickelt.

Missionsverlauf und Umlaufbahn

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Start von Solar-C wurde für November 2028 vom Uchinoura Space Center in Aussicht gestellt.[2] Als Trägersystem soll die Feststoffrakete Epsilon S dienen. Der Zielorbit ist eine sonnensynchrone Erdumlaufbahn (SSO) in einer Höhe von über 600 km mit einer Bahnneigung von ca. 89°. Diese Flugbahn soll sicherstellen, dass das Teleskop die Sonne nahezu ununterbrochen und frei von Abschattungen durch die Erde beobachten kann. Der Betrieb des Teleskops ist zunächst für eine zweijährige Primärmission finanziert.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. High-sensitivity Solar Ultraviolet Spectroscopic Satellite SOLAR-C. ISAS/JAXA, abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  2. 1 2 SOLAR-C Project Overview. CNES, 17. Januar 2025, abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  3. 1 2 Starting Signal for Solar-C. Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, 23. Juni 2020, abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  4. 1 2 NASA Approves Heliophysics Missions to Explore Sun, Earth’s Aurora. NASA, 29. Dezember 2020, abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  5. 1 2 Solar-C Space Mission & SoSpIM. PMOD/WRC, 6. Mai 2025, abgerufen am 2. Juni 2026 (englisch).
  6. Toshifumi Shimizu, Shinsuke Imada, Tomoko Kawate u. a.: The Solar-C (EUVST) mission: the latest status. In: Proceedings of the SPIE. Band 11444, 13. Dezember 2020, doi:10.1117/12.2560887 (englisch).