Sochaux
| Sochaux | ||
|---|---|---|
| Staat | ||
| Region | Bourgogne-Franche-Comté | |
| Département (Nr.) | Doubs (25) | |
| Arrondissement | Montbéliard | |
| Kanton | Bethoncourt | |
| Gemeindeverband | Pays de Montbéliard Agglomération | |
| Koordinaten | 47° 31′ N, 6° 50′ O | |
| Höhe | 317–398 m | |
| Fläche | 2,17 km² | |
| Einwohner | 3.721 (1. Januar 2023) | |
| Bevölkerungsdichte | 1.715 Einw./km² | |
| Postleitzahl | 25600 | |
| INSEE-Code | 25547 | |
| Website | www.sochaux.fr | |
Rathaus Sochaux (Hôtel de ville) | ||
Sochaux [] ist eine französische Gemeinde mit 3721 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Doubs (Region Bourgogne-Franche-Comté). Wichtige Städte in der Nähe sind Montbéliard und Belfort.
Bekannt ist Sochaux als Standort der größten Automobil-Fabrik der Marke Peugeot mit etwa 10.500 Mitarbeitern (Stand 2019),[1] durch den Zweitliga-Fußballverein FC Sochaux und das Musée de l’Aventure Peugeot.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sochaux liegt auf 317 m bis 398 m, zwischen dem Jura-Gebirge und dem Gebirge der Vogesen, in der sogenannten Burgundischen Pforte, einer breiten Niederung zwischen den Städten Montbéliard und Belfort. Das lediglich 2,17 km² große Gemeindegebiet ist heute fast ausschließlich überbaut, insbesondere nimmt das Fabrikgelände von Peugeot einen gewichtigen Teil des Gemeindegebiets ein.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als sich Frankreich im Zweiten Weltkrieg unter deutscher Besatzung befand, trat die in Porto geborene und im Februar 1942 eingebürgerte Französin Émilienne Rosa dos Santos,[2] Büroangestellte im örtlichen Peugeot-Werk, im Mai 1943 der kommunistischen Résistance-Organisation Front National bei. Ihr Mann, der sich freiwillig zur französischem Armee gemeldet hatte, befand sich bis zum Kriegsende im deutschen Stalag VII A in der Zwangsarbeit.
Peugeot war gezwungen worden, seine Produktion zugunsten der deutschen Kriegsführung umzustellen, was es häufig unterlief. Ferdinand Porsche forderte Vorfabrikate für V1, die im KZ Dora-Mittelbau endmontiert werden sollten. Rosa dos Santos konnte geheime Akten von BMW kopieren und an die Alliierten weiterleiten. Auch die vom Peugeot-Ingenieur Cortelezzi[2] gemachten Kopien im Automobilwerk Fallersleben leitete die Gruppe um Albert Lemerle weiter. Mit ihrem Bruder versteckte sie Waffen und half Verfolgten bei der Flucht über die Schweizer Grenze. Im Juni 1944 nahmen die Deutschen sie fest und verhörten sie. Eine Intervention von Paul Koch[2] verhinderte ihre Erschießung, da Unstimmigkeiten mit Portugal befürchtet wurden. Am 3. September 1944 nach Freiburg im Breisgau deportiert, wurde sie am 22. April 1945 durch den alliierten Vormarsch befreit.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von 1876 bis 1877 wurde durch Jean Frédéric Fallot eine lutherische Kirche erbaut.[3] Nach Inkrafttreten des Gesetzes zur Trennung von Religion und Staat von 1905 ging dieser Kirchbau auf den Staat über, der ihn nunmehr als Schule nutzte.[3] Im Jahre 1906 errichtete die lutherische Kirchengemeinde darum eine neue Kirche, wieder nach Plänen Fallots.[3] Sie wurde 1939 einseitig erweitert, zur geplanten symmetrischen Erweiterung auf der anderen Seite kam es nie.[3]
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Mit 3721 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) gehört Sochaux zu den großen Gemeinden des Départements Doubs. 1962 wurden noch 7557 Einwohner gezählt, seitdem ist die Bevölkerungszahl aufgrund von Abwanderungen stark rückläufig. Seit 1990 wurde jedoch wieder ein leichtes Wachstum verzeichnet. Die Einwohner von Sochaux werden auf Französisch Sochaliens genannt.
Sochaux ist ein Vorort der Stadt Montbéliard, deren Agglomeration 117.510 Bewohner zählt. Im erweiterten Großraum (Belfort und Montbéliard) leben ca. 250.000 Menschen.
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2009 | 2016 | |
| Einwohner | 7557 | 6116 | 6344 | 5254 | 4419 | 4491 | 4152 | 4015 | |
| Quellen: Cassini und INSEE | |||||||||

Sport
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bekannt wurde Sochaux wegen seines Fußballclubs, des FC Sochaux, der derzeit in der Ligue 2 spielt. Sochaux stieg 2014 aus der Ligue 1 ab. Gegründet wurde der „Werksklub“ des Autoherstellers Peugeot im Jahr 1928. Das Stade Auguste-Bonal (früher: Stade de la Forge) wurde 1931 in unmittelbarer Nachbarschaft zur Fabrik errichtet; es fasst heute 20.000 Zuschauer.
1935 und 1938 wurde der FC Sochaux Französischer Meister.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Le Patrimoine des Communes du Doubs. Band 2, Flohic Editions, Paris 2001, ISBN 2-84234-087-6, S. 1280–1284.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ A propos. Zahlen und Fakten zum Werk Sochaux auf der Webpräsenz der PSA Group, abgerufen am 26. Februar 2019
- ↑ a b c Ansgar Schaefer, António Carvalho, Cláudia Ninhos, Cristina Clímaco: Os Portugueses na Sistema Concentracionário do III Reich. Hrsg.: Fernando Rosas (= O essencial sobre. Nr. 142). 2. Auflage. Imprensa Nacional-Casa da Moeda, Lisboa 2022, ISBN 978-972-27-3060-0, S. 46 ff.
- ↑ a b c d Vgl. „Sochaux : l’église luthérienne“, auf: Les temples ou églises luthériennes de France, abgerufen am 24. Januar 2016.


