Slic3r
| Slic3r | |
|---|---|
Slic3r Druckbildschirm unter Windows 7 | |
| Basisdaten | |
| Entwickler | Alessandro Ranellucci |
| Erscheinungsjahr | 2011 |
| Aktuelle Version | 1.3.0 (10. Mai 2018) |
| Betriebssystem | Microsoft Windows, Mac OS X, Linux |
| Programmiersprache | C++ |
| Kategorie | Slicer-Software |
| Lizenz | GNU AGPL |
| deutschsprachig | ja |
| slic3r.org | |
Slic3r ist eine freie Open-Source-Slicer-Software, die dreidimensionale digitale Modelle (z. B. in den Formaten STL, OBJ oder AMF) in Steuerungsbefehle (G-Code) für 3D-Drucker umwandelt. Die Software wurde 2011 im Zuge der RepRap-Bewegung ins Leben gerufen. Obwohl die Entwicklung der Hauptversion seit 2018 stagniert, bildet der Quellcode von Slic3r die technologische Basis für viele der heute meistgenutzten Slicer der Industrie.[1]
Geschichte und Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Slic3r wurde von dem italienischen Entwickler Alessandro Ranellucci unter der Mitarbeit einer weltweiten Community gestartet. Das Ziel war es, eine schnelle, plattformunabhängige und experimentierfreudige Alternative zu den damals existierenden Slicing-Lösungen anzubieten.[2]
Ursprünglich wurde Slic3r größtenteils in der Programmiersprache Perl geschrieben. Um die Rechengeschwindigkeit bei komplexen 3D-Geometrien drastisch zu erhöhen, wurde der rechenintensive Kern der Software im Laufe der Jahre sukzessive in C++ neu geschrieben.[3]
Wichtige Funktionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Slic3r führte viele Funktionen ein, die heute im FDM-3D-Druck als Standard gelten:[4]
- Waben-Infill (Honeycomb): Slic3r war eine der ersten Softwares, die eine dreidimensionale Wabenstruktur für das Innere von Bauteilen anbot, um Material zu sparen und gleichzeitig die Stabilität zu maximieren.
- Multi-Material-Druck: Frühe Unterstützung für Drucker mit mehreren Extrudern, um verschiedene Farben oder lösliche Stützmaterialien (wie PVA) in einem Druckvorgang zu verarbeiten.
- Variables Schichtweiten-Slicing: Die Möglichkeit, innerhalb eines Modells die Schichthöhe dynamisch anzupassen – feinere Schichten bei Rundungen, gröbere Schichten bei geraden Wänden –, um Zeit zu sparen.
- Befehlszeilen-Interface (CLI): Slic3r lässt sich komplett ohne grafische Oberfläche über das Terminal steuern. Dies ermöglichte es, den Slicer in Serveranwendungen wie OctoPrint zu integrieren, um G-Code direkt auf dem Druckerserver zu generieren.
Bedeutung für die Community und Forks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Da Slic3r unter der freien GNU Affero General Public License (AGPLv3) steht, konnte der Code von anderen Entwicklern und Unternehmen modifiziert und weiterentwickelt werden. Dies führte zu einer Reihe von hochgradig erfolgreichen Abspaltungen (Forks):[5]
| Slicer | Entwickler / Ursprung | Status & Besonderheit |
| PrusaSlicer | Prusa Research | Der aktivste Fork. Ursprünglich als Slic3r Prusa Edition gestartet, wurde die Benutzeroberfläche komplett modernisiert und der Code vollständig nach C++ portiert. |
| SuperSlicer | supermerill | Ein Fork von PrusaSlicer, der sich auf zusätzliche Tuning-Funktionen, Kalibrierungswerkzeuge und Feineinstellungen für fortgeschrittene Nutzer konzentriert. |
| Bambu Studio / OrcaSlicer | Bambu Lab / Community | Diese modernen Slicer basieren im Kern auf PrusaSlicer und führen die Ahnenreihe von Slic3r somit indirekt bis in die heutige Generation moderner High-Speed-Drucker fort. |
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ slic3r/Slic3r. Slic3r, 26. Mai 2026, abgerufen am 28. Mai 2026.
- ↑ Slic3r - 1.5 years of Slic3r development. Abgerufen am 28. Mai 2026.
- ↑ Slic3r - 1.5 years of Slic3r development. Abgerufen am 28. Mai 2026.
- ↑ Slic3r - 1.5 years of Slic3r development. Abgerufen am 28. Mai 2026.
- ↑ Slic3r - A (not so short) talk with Josef Prusa. Abgerufen am 28. Mai 2026.