Sitzenthal
| Sitzenthal (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Sitzenthal | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Melk (ME), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Melk | |
| Pol. Gemeinde | Loosdorf | |
| Koordinaten | 48° 12′ 36″ N, 15° 25′ 1″ O | |
| Höhe | 250 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 85 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 68,6 ha (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 04688 | |
| Katastralgemeindenummer | 14164 | |
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Sitzenthal ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Loosdorf im Bezirk Melk in Niederösterreich mit 85 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025).[1]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Dorf liegt nordöstlich von Loosdorf, entwässert in die Pielach und ist von der Landesstraße L106 über eine Nebenstraße erreichbar. Am 1. April 2020 umfasste die Ortschaft 33 Adressen.[2]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im 12. Jahrhundert werden hier Gefolgsleute der Grafen von Schala und im 13. Jahrhundert Gefolgsleute der Grafen von Plain vermutet. Die erste Nennung des Ortes ist für 1287 nachzuweisen, als der Meierhof dem Stift Melk geschenkt wurde.
1291 kamen der Meierhof und die Burg an Otto von Zelking, die das Lehen an die Waser vergaben. Im 14. Jahrhundert hatten die Hager und später die Flemings die Burg inne, die vermutlich ebenfalls Lehensmänner der Zelkinger waren. Die Besitzverhältnisse wechselten oftmals, Besitzer waren Ludwig von Starhemberg, Graf Anton Ledóchowski, die Grafen N. Seilern, Franz von Falkenhayn und Helge Freiherr von Hammerstein-Equord. Die Hammerstein-Equords waren auch Förderer der „Kinderbewahranstalt“ Caritas für Sitzenthaler Mädchen.
Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit drölf Häusern genannt, das nach Loosdorf eingepfarrt war, wohin auch die Kinder eingeschult wurden. Die Herrschaft Sitzenthal besaß die Ortsobrigkeit, übte die Landgerichtsbarkeit aus nd hatte die Grundherrschaft inne. Die Konskription wurde von der Herrschaft Schallaburg besorgt.[3]
Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in Sitzenthal zwei Rohproduktehändler und einige Landwirte mit Ab-Hof-Verkauf ansässig.[4]
Jenische Sprache
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Ort ist die Jenische Sprache, eine Varietät der deutschen Sprache, weit verbreitet. Möglicherweise wurden hier unter Maria Theresia entlassene Häftlinge angesiedelt, die durch Arbeit im Meierhof resozialisiert werden sollten, von denen viele zu den „fahrenden“ Bevölkerungsgruppen zählten und hier ortsfest wurden.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Schloss Sitzenthal, eine vielfach umgebaute, unmittelbar an der Pielach gelegene Anlage
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Helge Freiherr von Hammerstein-Equord, Gründer eines Vorschussvereins und eines Kreditinstitutes
- Hans August Freiherr von Hammerstein-Equord, Justizminister, Schriftsteller und Präsident des Österreichischen P.E.N.-Clubs
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Anton Steinhauser: Administrativkarte von Niederösterreich. Blatt 60, Sektion Melk, 1:28.800, Hrsg: Verein für Landeskunde von Niederösterreich, in Kommission von Artaria & Co., Wien 1867–1882 (noel.gv.at [JPG; 7,9 MB]).
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 203.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sitzenthal in der Datenbank Gedächtnis des Landes zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Museum Niederösterreich)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
- ↑ Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen: Österreichisches Adressregister, Stichtagsdaten vom 1.4.2020 (online)
- ↑ Joseph von Steinius: Topographischer Land-Schematismus oder Verzeichniß aller im Erzherzogthume Oesterreich unter der Enns befindlichen Ortschaften als Städte, Märkte, Schlösser, Ämter, Dörfer, Rotten und einzelne Häuser, die eigene Nahmen haben, Anzahl der Häuser sowohl, als der betreffenden Pfarren, Schulörter, Patronate, Decanate, Werbbezirke, Landgerichte, Ortsobrigkeiten, Grund- und Conscriptions-Herrschaften, dann der nächsten Poststationen zur Auf- und Abgabe der Briefe. Zweiter Band: M–Z. Verlag Anton Strauß, Wien 1822, S. 272 (Sitzenthal in der Google-Buchsuche).
- ↑ Adressbuch von Österreich für Industrie, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, Herold Vereinigte Anzeigen-Gesellschaft, 12. Ausgabe, Wien 1938 PDF, Seite 455
