Zum Inhalt springen

Sippersfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wappen Deutschlandkarte
Sippersfeld
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Sippersfeld hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 33′ N,  56′ OKoordinaten: 49° 33′ N,  56′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde: Winnweiler
Höhe: 302 m ü. NHN
Fläche: 13,21 km²
Einwohner: 1092 (31. Dez. 2024)[1]
Bevölkerungsdichte: 83 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67729
Vorwahl: 06357
Kfz-Kennzeichen: KIB, ROK
Gemeindeschlüssel: 07 3 33 071
Adresse der Verbandsverwaltung: Jakobstraße 29
67722 Winnweiler
Website: www.sippersfeld.de
Ortsbürgermeister: Jürgen Heiler (WMG)
Lage der Ortsgemeinde Sippersfeld im Donnersbergkreis
Karte
Karte
Krebsweiher auf Gemarkung von Sippersfeld

Sippersfeld (pfälzisch: Sibberschfeld)[2] ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Donnersbergkreis. Sie gehört der Verbandsgemeinde Winnweiler an, innerhalb derer sie gemessen an der Einwohnerzahl die drittgrößte Ortsgemeinde darstellt.

Der Ort liegt am Übergang des Pfälzerwaldes zum Nordpfälzer Bergland und bildet den südöstlichen Abschluss der Verbandsgemeinde Winnweiler. Sein Siedlungsgebiet ist vom Stumpfwald umschlossen, der zum Unteren Pfälzerwald gehört. Über 60 Prozent der Gemarkungsfläche sind bewaldet.[3] Zu Sippersfeld gehört der Wohnplatz Pfrimmerhof.[4] Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Börrstadt, Breunigweiler, Kerzenheim, Enkenbach-Alsenborn, Neuhemsbach, Gonbach und Winnweiler.

Im nordwestlichen Gemeindegebiet erstreckt sich an der Gemarkungsgrenze zu Winnweiler und Börrstadt der 400,6 Meter hohe Bocksrück. Im Osten der Gemarkung an der Grenze zu Kerzenheim erhebt sich der 377,1 Meter hohe Pfrimmerberg.

Im östlichen Gemeindegebiet entspringt die in diesem Bereich in Süd-Nord-Richtung verlaufende Pfrimm. Kurz danach nimmt sie von links den Bruchbach auf und durchfließt anschließend den Krebsweiher. Östlich des Siedlungsgebiets entspringt der Sippersfelder Bach; sein Mündungsbereich in die Pfrimm befindet sich jenseits der Gemeindegemarkung.

Die älteste erhaltene Erwähnung von Sippersfeld – als „Sipperadesvelt“, nach einer anderen Quelle „Syperadesfeld“ – stammt von 1019. Sie findet sich in einer Urkunde des Mainzer Erzbischofs Erkanbald. Sippersfeld wurde der Kirche zu Münchweiler („Minchwillera“) zugewiesen.[5]

Der Name bedeutet „Feld des Sintperath“ beziehungsweise Simprecht, Sindbert oder Simper.[6]

Im Jahr 1190 hatte Werner II. von Bolanden den ganzen Wald, der zu Sippersfeld gehört, von dem Grafen von Saarwerden zu Lehen. Graf Heinrich II. von Zweibrücken, Herr zu Stauf, und seine Gemahlin Agnes, schenkten 1248 dem Kloster Rosenthal ihr Gut zu Sippersfeld.[5] Später gehörte der Ort bis Ende des 18. Jahrhunderts zu Nassau Weilburg sowie zu dessen Herrschaft Kirchheim und Stauf; dort unterstand er dem Oberamt Kirchheim.

Seit 1296 lag das Patronatsrecht über die Pfarrkirche beim Kloster Otterberg.[7]

Nach 1792 hatten französische Revolutionstruppen die Region besetzt und nach dem Frieden von Campo Formio (1797) annektiert. Von 1798 bis 1814 gehörte das Dorf zum französischen Departement Donnersberg und war dem Kanton Winnweiler zugeordnet. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen und eines Tauschvertrags mit Österreich kam die Region 1816 zum Königreich Bayern. Ab 1818 war die Gemeinde Sippersfeld dem Landkommissariat Kaiserslautern im bayerischen Rheinkreis, später dem Bezirksamt Kaiserslautern zugeordnet. Am 1. Dezember 1900 wechselte die Gemeinde in das neu geschaffene Bezirksamt Rockenhausen.

Ab 1939 war die Gemeinde Bestandteil des Landkreises Rockenhausen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Sippersfeld Teil der Französischen Besatzungszone und wurde in das 1946 neu gebildete Land Rheinland-Pfalz eingegliedert. 1961 hatte die Gemeinde 918 Einwohner. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort in den neu geschaffenen Donnersbergkreis; drei Jahre später wurde die Gemeinde in die ebenfalls neu entstandene Verbandsgemeinde Winnweiler eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Werte von 1871 bis 1987 der Entwicklung der Einwohnerzahl von Sippersfeld beruhen auf Volkszählungen:[3]

JahrEinwohner
1815458
1835759
1871803
1905749
1939787
JahrEinwohner
1950873
1961918
1970905
1987938
19971.077
JahrEinwohner
20051.187
20111.143
20171.108
20241.092[1]
Ehemaliges Protestantisches Pfarrhaus

Die Katholiken gehören zum Dekanat Donnersberg im Bistum Speyer. Lediglich während der französischen Zeit von 1802 bis 1817 gehörte Sippersfeld zum Bistum Mainz. Seit 1. Januar 2016 ist Sippersfeld Bestandteil der Pfarrei Heilig Kreuz mit Sitz in Winnweiler.[8]

Die Evangelischen sind Bestandteil der Protestantischen Landeskirche Pfalz. Sippersfeld bildet zusammen mit Breunigweiler und Neuhemsbach eine evangelische Kirchengemeinde. Im Bereich des Pfrimmerhofs befindet sich ein kleiner mennonitischer Friedhof, der um 1800 angelegt wurde.

Bei Bundestagswahlen gehört Sippersfeld seit 2002 zum Bundestagswahlkreis Kaiserslautern. Von 1965 bis 1998 war sie Bestandteil des Wahlkreises Frankenthal, davor bis 1961 Bestandteil des Wahlkreises Neustadt an der Weinstraße. Bei Landtagswahlen ist die Gemeinde seit 1991 wie der restliche Donnersbergkreis in den Wahlkreis Donnersberg eingegliedert.

Der Gemeinderat in Sippersfeld besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

WahlSPDCDUFWGWMGGesamt
202441216 Sitze[9]
20197916 Sitze[10]
2014per Mehrheitswahl16 Sitze[11]
200961016 Sitze
200452916 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Sippersfeld e. V.
  • WMG = Wir.Machen.Gemeinsam. Die Wählergemeinschaft Sippersfeld e. V.

Jürgen Heiler (WMG) wurde am 12. Juli 2024 Ortsbürgermeister von Sippersfeld.[12] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 74,6 % gegen einen Mitbewerber durchgesetzt.[13]

Heilers Vorgängerin Martina Lummel-Deutschle (FWG) hatte das Amt 2019 übernommen und kandidierte bei der Wahl 2024 nicht erneut.[12] Zuvor war Uli Kolb (FWG) für 15 Jahre Ortsbürgermeister von Sippersfeld.

Wappen von Sippersfeld
Wappen von Sippersfeld
Blasonierung: „Geteilt von Blau und Rot; oben im mit goldenen Schindeln bestreuten Feld ein goldener Löwe, rot bewehrt und rot gezungt, unten ein aufrechter goldener Pfeil belegt von gekreuztem goldenen Schwert und goldenem Krummstab“
Wappenbegründung: Der Löwe verweist auf die einstige Zugehörigkeit zu Nassau-Weilburg. Schwert, Pfeil und Hirtenstab verweisen auf die Heiligen St. Fabian, St. Sebastian, St. Wendelin, hervorgegangen aus einem Pest-Versprechen, diese drei Heiligen nie zu vergessen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Denkmalgeschützte protestantische Pfarrkirche

In Sippersfeld stehen 19 Objekte unter Denkmalschutz. Ortsbildprägend ist die protestantische Pfarrkirche aus dem Jahr 1768 mit ihrem gotischen Chorturm aus dem 14. Jahrhundert.

Der Osten der Gemeindegemarkung ist Teil des Naturparks Pfälzerwald im Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Vosges du Nord. Südöstlich der Ortslage befindet sich das 1986 unter Schutz gestellte Naturschutzgebiet Sippersfelder Weiher mit vier Weihern und der Quelle der Pfrimm. An dieser Quelle steht der Ritterstein 290 mit der Aufschrift „Pfrimm-Ursprung 1927“. Westlich des Siedlungsgebiets steht ein Menhir. Die Pfrimmquelle, der Retzenberger Weiher und die rund 17 Meter hohe Eiche an der Letzhalde sind als Naturdenkmale in Sippersfeld ausgewiesen.

Regelmäßige Veranstaltungen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sibberschfeller Kerb findet alljährlich am Wochenende um den dritten Sonntag im September statt.[2]

Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der geographischen Gegebenheiten dominierte in Sippersfeld jahrhundertelang die Forst- und Holzwirtschaft. Im Jahr 1019 besaß der Ort zusammen mit Albisheim eine Waldmark. Im Norden der Gemarkung befindet sich der 2014 in Betrieb genommene Windpark Bocksrück, der teilweise bereits auf der Gemarkung von Börrstadt liegt.

Barockes Haus an der Landesstraße 394 in Sippersfeld

Westlich von Sippersfeld verläuft die B 48, die auch zur A 63 (KaiserslauternMainz) führt. In Münchweiler an der Alsenz befindet sich ein Haltepunkt der Alsenztalbahn. Durch den Ort selbst führt die Landesstraße 394, die ihn mit Dannenfels und Enkenbach-Alsenborn verbindet. Die Kreisstraße 39 verbindet Sippersfeld mit Winnweiler und die von ihr abzweigende Kreisstraße 40 mit Gonbach sowie Münchweiler an der Alsenz. Die Kreisstraße 42 dient der Anbindung des Pfrimmerhofs und die Kreisstraße 43 führt nach Börrstadt.

Die Ortsgemeinde gehört zum Gerichtsbezirk Rockenhausen, davor bis 1968 zum Gerichtsbezirk Winnweiler.

In Sippersfeld befindet sich eine Grundschule, die Mosaik-Grundschule Sippersfeld, deren Einzugsgebiet sich neben Sippersfeld auf die Orte Börrstadt, Breunigweiler und Steinbach am Donnersberg erstreckt. Weiterführende Schulen sind in Winnweiler vorhanden.

Mitten durch Sippersfeld verläuft der mit einem weißen Kreuz markierte Fernwanderweg Nahegau-Wasgau-Vogesen. Durch den Osten der Gemarkung führt ein Wanderweg, der mit einem grün-blauen Balken gekennzeichnet ist und verläuft von Göllheim bis nach Eppenbrunn.

Söhne und Töchter der Gemeinde

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Commons: Sippersfeld – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. 1 2 Jürgen Heiler: Kerweprogramm und Grußwort zur Kerwe 2024. In: sippersfeld.de. Ortsgemeinde Sippersfeld, 2024, abgerufen am 28. Juli 2025.
  3. 1 2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Mein Dorf, meine Stadt. Abgerufen am 3. Februar 2021.
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2026. S. 144 (PDF; 1,9 MB).
  5. 1 2 Adolph Köllner: Geschichte der Herrschaft Kirchheim-Boland und Stauf. 1854, S. 261 (Google Books [abgerufen am 11. September 2020]).
  6. Hermann Schreibmüller: Burg und Herrschaft Stauf in der Pfalz. Band 2, 1914, S. 16 (dilibri.de [abgerufen am 11. September 2020]).
  7. Jürgen Keddigkeit, Michael Werling, Rüdiger Schulz und Charlotte Lagemann: Otterberg, St. Maria. Zisterzienserabtei Otterburg. In: Jürgen Keddigkeit, Matthias Untermann, Sabine Klapp, Charlotte Lagemann, Hans Ammerich (Hrsg.): Pfälzisches Klosterlexikon. Handbuch der pfälzischen Klöster, Stifte und Kommenden, Band 3: M–R. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde. Kaiserslautern 2015, ISBN 978-3-927754-78-2, S. 524–587 (542).
  8. Pastorales Konzept. (PDF) Pfarrei Heilig Kreuz, Winnweiler, S. 8–10, abgerufen am 1. September 2024.
  9. Ergebnisse Wahl des Ortsgemeinderates Sippersfeld. Verbandsgemeinde Winnweiler, abgerufen am 12. Juli 2024.
  10. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Gemeinderatswahl 2019 Sippersfeld. Abgerufen am 1. September 2019.
  11. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen.
  12. 1 2 Neuer Gemeinderat von Sippersfeld konstituiert sich. In: Winnweiler Rundschau, Ausgabe 30/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 17. August 2025.
  13. Sippersfeld, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 17. August 2025.