Singlish
| Singlish | ||||||||
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Gesprochen in |
Singapur | |||||||
| Sprecher | keine Angaben (Hinweis: im Jahr 2000 nutzten über 23 % der Bevölkerung Englisch als Hauptsprache[1]. Singapur hat etwa 5,6 Mio. Einwohner.) | |||||||
| Linguistische Klassifikation |
englisch-basierte Kreolsprache
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| Offizieller Status | ||||||||
| Amtssprache in | keine | |||||||
| Labial | Dental | Alveolar | Postalveolar | Palatal | Velar | Glottal | ||
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| Nasale | ||||||||
| Plosive/ Affrikate |
Stimmlos | |||||||
| Stimmhaft | ||||||||
| Frikative | Stimmlos | |||||||
| Stimmhaft | ||||||||
| Approximanten | ||||||||
Charakteristisch für das Singlish ist die Ersetzung der interdentalen Laute [θ] und [ð] vor Vokalen in Worten wie thin und then durch [t] und [d], so dass man dann eher eine Aussprache wie tin und din hört. Am Ende von Wörtern findet man eher [f], z. B. Singlish [brɛf] für breath und [brif] für breathe.[15] Ebenfalls typisch ist die Tendenz in Singlish, Plosive nicht auszusprechen, wenn sie am Ende eines Wortes auftauchen und auf einen Konsonanten folgen, so hört man eher die Aussprache [lɪm] statt [lɪmp] für limp oder [sɛn] statt [sɛnt] für cent.[16]
Aus dem Deutschen kennt man den glottalen Plosiv [ʔ], der in Worten wie Beamter ([bɛʔamtə]) vorkommt. Diesen glottalen Plosiv findet man auch in Singlish, entweder als Glottalisierung eines Konsonanten am Ende eines Wortes oder ein Wort endet mit dem glottalen Plosiv:[17]
- tap: [tæp] in Received Pronunciation (RP) des britischen Englisch, [tɛpˀ] in Singlish
- hit: [hɪt] in RP, [hiʔ] in Singlish
Vokale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Singlish hat die folgenden Vokale:
Einfache Vokale (Monophthonge)
| Vorne | Zentral | Hinten | |
|---|---|---|---|
| Geschlossen | |||
| Halbgeschlossen | |||
| Halboffen | |||
| Offen |
Bemerkenswert sind hier die Vokale und . Singlish macht keinen Unterschied zwischen gespannten und ungespannten Vokalen, so dass Wörter wie pull und pool sowie beat und bit, die sich im britischen Englisch unterscheiden, in Singlish eine identische Aussprache haben (Homophone).[18] Auch zwischen den Vokalen in pet und pat macht Singlish keinen Unterschied.[19]
Intonation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Standardaussprache des britischen Englisch (Received Pronunciation, RP) verwendet einen akzentzählenden Sprechrhythmus. Singlish wird meist in einem silbenzählenden Rhythmus gesprochen, woraus sich ein Eindruck eines Staccato oder eines Maschinengewehrfeuer-Rhythmus ergibt, eine besonders hervorstechende Eigenschaft des Singlish.[20]
Grammatik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Singlish hat einige Eigenarten in Grammatik, die es etwa vom britischen oder amerikanischen Englisch unterscheiden. Beispielhaft sind hier einige Aspekte zu Verben, Artikeln, Fragen und Negationen beschrieben. Besonders auffällig ist der Einsatz von Reduplikationen und Partikeln, wie sie etwa im Chinesischen üblich sind.
Verben und Substantive
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]So lassen Sprecher des Singlish häufig das Suffix -s aus, das die dritte Person Singular beim Verb anzeigt:
- Britisch: The teacher shouts a lot.
- Singlish: The teacher shout a lot.[21]
Ein weiteres Beispiel ist die Auslassung des definiten Artikels the, den man in ähnlichen Sätzen im britischen Englisch finden würde:
- I don't have ticket.
- She got car or not?[22]
Satzbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Singlish kann ähnlich wie im Deutschen ein anderes Satzteil als das Subjekt an den Anfang des Satzes gestellt werden, was in Standardenglisch nicht möglich ist. Dies wird häufig in der Forschung als die Möglichkeit zu einer Topikalisierung interpretiert:
- To my sister sometime I speak English.
Ferner kann ein Sprecher des Singlish das Subjekt auslassen, wenn es aus dem Kontext deutlich ist (Pro-Drop-Sprache):
- Always late! (=‘You are always late!’)
- Must buy for him, otherwise he not happy. (=‘We must buy a present for him...’)[23]
Fragen und Negationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]W-Fragen werden in Singlish häufig wie folgt gebildet:
- You go home for what?
Auch ein Anhängen des Ausdrucks or not ist denkbar, um eine Ja/Nein-Frage anzudeuten:
- The food good or not?
- You busy or not?[24]
Das question tag isn't it ist als Äquivalent für oder am Ende von Sätzen üblich, und zwar unabhängig davon, welches Subjekt und Verb vorher benutzt wurde:[25]
- Singlish: He is going to buy a car, isn't it?
- Britisches Englisch: He is going to buy a car, isn't he?
- Deutsch: Er wird ein Auto kaufen, oder?
Reduplikation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ein weiteres auffälliges Merkmal des Singlish sind Reduplikationen von Silben. So dient die Reduplikation in den folgenden Beispielen dazu, enge Verbundenheit und Intimität auszudrücken:[26]
- Where is your boy-boy? (dt. ‚Wo ist Ihr Freund/Sohn?‘)
- We buddy-buddy. (dt. ‚Wir sind enge (männliche) Freunde.‘)
Partikel
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Singlish hat eine große Zahl von Partikeln wie lah, ma, wat oder meh, die angehängt an Äußerungen zusätzliche Bedeutungen vermitteln, was vor allem auf den Einfluss des Chinesischen zurückzuführen ist. Die Partikel ma, wat und lor beispielsweise deuten an, wenn etwas offensichtlich ist.[27] Mit lah kann eine Aussage ausdrücklich betont werden: Please lah come to the party (dt. ‚Bitte komm doch zur Party‘).[25]
Wortschatz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Singlish findet man eine Reihe von Lehnwörtern, hauptsächlich aus dem Malaiischen und Hokkien, so etwa koon (dt. ‚schlafen‘), makan (dt. ‚essen‘) oder tolong (dt. ‚Hilfe‘). Sinseh bezieht sich auf einen Arzt, der traditionelle chinesische Medizin praktiziert. Manche englischen Wörter werden auch im Vergleich zum britischen Englisch in ihrer Bedeutung erweitert, so bedeutet take in Singlish auch ‚essen‘ und ‚trinken‘.[28][9] Auch Kombinationen, die aus zwei Sprachen entlehnt sind, finden sich: lim kopi (dt. ‚Kaffee trinken‘) ist eine Kombination aus dem Hokkien-Wort lim für ‚trinken‘ und dem malaiischen Wort kopi für ‚Kaffee‘.[7]
Sprachbeispiele
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Dis guy Singrish si beh zai sia (Basilekt) hat die Mesolekt-Form Dis guy Singlish damm good eh und bedeutet im Akrolekt so viel wie This person’s Singlish is very good (Sein/ihr Singlisch ist sehr gut).[29]
- Gostan: Aus den Zeiten der Britischen Kolonien entstand von „to go astern“ (deutsch: geh achtern) der Begriff: geh nach hinten im Schiff. Gostan sagt man heute dem Taxifahrer, wenn man möchte, dass er umkehren solle.[4][7]
- Shiok (für prima! oder toll!), Wah (Ausdruck von reiner Freude) und Killer Litter (herabfallende Objekte, eine lästige, manchmal tödliche Gefahr durch ruchlose Bürger, die einfach ihren Abfall, sogar Getränkekisten und alte Kühlschränke, aus dem Fenster oder vom Balkon ihrer Hochhauswohnungen werfen) – sind nur drei von 18 Ausdrücken im Singlish, die erstmals sogar in das Oxford English Dictionary aufgenommen wurden.[30]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- David Deterding: Singapore English. Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, ISBN 978-0-7486-2545-1.
- Jakob R.E. Leimgruber: Singapore English: Structure, Variation, and Usage. Cambridge University Press, Cambridge 2013.
- Ee Ling Low, Adam Brown: English in Singapore: An Introduction. McGraw-Hill, Singapore 2005.
- Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Teresa Rebecca Yeo: Singlish auf der Website Singapore Infopedia, abgerufen am 22. März 2018 (englisch)
- 1 2 David Yoong Soon Chye: Standard English and Singlish: The Clash of Language Values in Contemporary Singapore ( des vom 14. November 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., La Trobe University, abgerufen am 31. Mai 2020.
- ↑ Alamak! Singlish — the language that unites and divides. In: The Malay Mail Online, 9. August 2016, abgerufen am 31. Mai 2020.
- 1 2 Zubaidah Jalilk: Mehr als ein lustiges Kauderwelsch. Märkische Oderzeitung vom 17./18. März 2018, Journal S. 4.
- ↑ Anthea Fraser Gupta: The Step-tongue: Children's English in Singapore. Multilingual Matters, Clevedon, UK, 1994, S. 35.
- ↑ Lionel Wee: Singapore English:phonology. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 260.
- 1 2 3 4 Tessa Wong: Magazine: The rise of Singlish, BBC News, 8. August 2015, abgerufen am 31. Mai 2020.
- ↑ Rani Rubdy: Creative destruction: Singapore English's Speak Good English movement. In: World Englishes, 20(3), Jahrgang 2001, S. 341–355.
- 1 2 All 27 Singlish Words That Made It Into The Oxford English Dictionary In: discoversg.com, 5. Dezember 2017, abgerufen am 31. Mai 2020.
- ↑ Peter Trudgill, Jean Hannah: International English. Routledge, Abingdon 2017, ISBN 978-1-138-23369-0, S. 128–129.
- 1 2 Lionel Wee: Singapore English:phonology. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 265.
- ↑ John Platt, Heidi Weber: English in Singapore and Malaysia: Status, Features, Functions. Oxford University Press, Kuala Lumpur 1980.
- ↑ Anthea F. Gupta: The Step-Tongue: Children's English in Singapore. Multilingual Matters, Clevedon, 1994.
- ↑ Jakob R.E. Leimgruber: Singapore English: Structure, Variation, and Usage. Cambridge University Press, Cambridge 2013, S. 66.
- ↑ Lionel Wee: Singapore English:phonology. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 267–268.
- ↑ Lionel Wee: Singapore English:phonology. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 270.
- ↑ Lionel Wee: Singapore English:phonology. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 271.
- ↑ Lionel Wee: Singapore English:phonology. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 267–268.
- ↑ Suzanna Bet Hashim, Adam Brown: The [e] and [æ] vowels in Singapore English. In: Adam Brown, David Deterding, Low Ee Ling (Hrsg.) The English Language in Singapore: Research on Pronunciation. Singapore Association for Applied Linguistics, Singapore 2000, S. 84–92.
- ↑ Lionel Wee: Singapore English: phonology. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 273.
- ↑ Lionel Wee: Singapore English: morphology and syntax. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 594.
- ↑ Lionel Wee: Singapore English: morphology and syntax. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 596.
- ↑ Lionel Wee: Singapore English: morphology and syntax. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 598.
- ↑ Lionel Wee: Singapore English: morphology and syntax. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 599.
- 1 2 Peter Trudgill, Jean Hannah: International English. Routledge, Abingdon 2017, ISBN 978-1-138-23369-0, S. 141.
- ↑ Lionel Wee: Singapore English: morphology and syntax. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 601.
- ↑ Lionel Wee: Singapore English: morphology and syntax. In: Rajend Mesthrie (Hrsg.): Varieties of English: Africa, South and Southeast Asia. Mouton de Gruyter, Berlin 2008, ISBN 978-3-11-019638-2, S. 604.
- ↑ Peter Trudgill, Jean Hannah: International English. Routledge, Abingdon 2017, ISBN 978-1-138-23369-0, S. 142.
- ↑ Sociolects of Singaporean English (PDF; 64 kB)
- ↑ Sophie Mühlmann: Das Land, das sich für seine eigene Sprache schämt. in Die Welt vom 6. Juni 2016, abgerufen am 31. Mai 2020.
