Zum Inhalt springen

Silver Linings

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Film
Titel Silver Linings
Originaltitel Silver Linings Playbook
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 122 Minuten
Altersfreigabe
Produktions­unternehmen The Weinstein Company
Stab
Regie David O. Russell
Drehbuch David O. Russell
Produktion
Musik Danny Elfman
Kamera Masanobu Takayanagi
Schnitt
Besetzung
→ Synchronisation →

Silver Linings (Originaltitel Silver Linings Playbook) ist eine US-amerikanische romantische Komödie des Autorenfilmers David O. Russell mit Bradley Cooper und Jennifer Lawrence. Der Film basiert auf Matthew Quicks gleichnamigem Romandebüt und feierte 2012 auf dem Toronto International Film Festival Premiere. Lawrence erhielt einen Oscar als Beste Hauptdarstellerin.

Pat Solitano Jr. wird aus einer Klinik entlassen, in der er aufgrund einer manisch-depressiven Störung acht Monate verbracht hatte. Eingewiesen wurde er, weil er den Liebhaber seiner Frau Nikki zusammengeschlagen hatte, nachdem er die beiden in flagranti erwischt hatte. Er zieht wieder bei seinen Eltern ein und ist gedanklich darauf fixiert, Nikki zurückzugewinnen, darf aber aufgrund einer gerichtlichen Anordnung keinen Kontakt mehr zu ihr haben.

Als ihn sein Freund Ronnie und dessen Ehefrau Veronica zum Abendessen einladen, erscheint er statt wie gebührlich im Anzug in einem Trikot der Philadelphia Eagles. Dort lernt er Veronicas Schwester, die emotional instabile Tiffany kennen, die nach dem Tod ihres Mannes ihren Job verloren hat. Tiffany stürzte sich danach in eine Affäre nach der anderen und bietet Pat gleich am ersten Abend Sex an, was dieser mit Verweis auf seine Ehe ablehnt. Nachdem sie ihn mehrmals morgens beim Jogging abpasst und ihm folgt, entwickelt sich zwischen beiden eine komplizierte Freundschaft, die Pat als Chance sieht, Kontakt mit Nikki aufzunehmen: Tiffany ist einverstanden, Nikki einen Brief zu übergeben, wenn er im Gegenzug mit ihr an einem Tanzwettbewerb teilnimmt. Trotz anfänglicher Bedenken stimmt Pat zu, um mit der Teilnahme Nikki zu demonstrieren, dass er sich geändert hat und nunmehr verlässlich sei. Während des wochenlangen Trainings der beiden übergibt Tiffany ihm einen scheinbaren Antwortbrief von Nikki, der die Chance einer Versöhnung andeutet.

Pats abergläubischer Vater Patrizio plant, ein Restaurant zu eröffnen, und versucht sich als Buchmacher, um das Kapital aufzutreiben. Weil er seinen Sohn für einen Glücksbringer hält, schickt er Pat zu einem wichtigen Footballspiel der Philadelphia Eagles, auf das er all sein Erspartes gesetzt hat. Pat lässt für den Spielbesuch das eigentlich zugesagte Tanztraining mit Tiffany ausfallen, wird vor dem Stadion jedoch unschuldig in eine Schlägerei verwickelt, und die Eagles verlieren obendrein das Spiel. Am Abend eskaliert dann die Situation zu Hause, als sein Vater Pat deswegen Vorwürfe macht. Da taucht plötzlich Tiffany wegen der versäumten Trainingseinheit wütend auf, erklärt hingegen beschwichtigend dem aufgebrachten Vater, dass die Eagles stets gewonnen hatten, wenn Pat bei ihr war. Pat Sr. schlägt daraufhin seinem Wettpartner eine Doppelwette vor: Wenn sowohl die Eagles das Spiel gegen die Cowboys gewinnen würden als auch Pat und Tiffany beim Tanzwettbewerb mindestens fünf von zehn möglichen Punkten erreichen würden, würde er das verlorene Geld verdoppelt zurückbekommen. Da Pat unter diesem Druck nicht mehr am Wettbewerb teilnehmen will, behaupten Tiffany und sein Vater, seine Frau Nikki würde am Abend der Vorführung ebenfalls im Publikum anwesend sein, worauf dieser neue Hoffnung schöpft und dem Deal zustimmt. Als Pat zufällig erneut den angeblichen Brief von Nikki durchliest, erkennt er, dass dieser in Wahrheit von Tiffany verfasst worden war.

Beim Tanzwettbewerb stellt Tiffany überrascht fest, dass Nikki tatsächlich erschienen ist. Tiffany ist wütend darüber, da sie mit der Zeit starke Gefühle für Pat entwickelt hat, und will sich an der Bar mit Wodka betrinken. Pat findet die etwas angeheiterte Tiffany nur wenige Sekunden vor deren gemeinsamem Auftritt; dennoch betreten die beiden das Parkett. Derweil gewinnen die Eagles, und schließlich erreichen Pat und Tiffany genau fünf (5,0) Punkte. Nach dem Tanz geht Pat zu Nikki, um sich mit ihr zu unterhalten. Tiffany flieht daraufhin wütend und enttäuscht von der Veranstaltung. Pat holt sie jedoch auf der Straße ein und gesteht ihr – zu ihrer Überraschung – seine Liebe.

In der Schlussszene sieht man die Beteiligten beim sonntäglichen Miteinander in Pats Elternhaus versammelt, und Pat erklärt aus dem Off, der Sonntag sei nun wieder sein Lieblingstag.

  1. Silver Lining Titles – Danny Elfman
  2. My Cherie Amour – Stevie Wonder
  3. Always Alright – Alabama Shakes
  4. Unsquare Dance – Dave Brubeck Quartet
  5. Buffalo – Alt-J
  6. The Moon Of Manakoora – Les Paul & Mary Ford
  7. Monster Mash – CrabCorps
  8. Goodnight Moon – Ambrosia Parsley & Elegant Too
  9. Now I’m A Fool – Eagles of Death Metal
  10. Walking Home – Danny Elfman
  11. Girl from the North Country – Bob Dylan & Johnny Cash
  12. Silver Lining – Jessie J
  13. Hey Big Brother – Rare Earth
  14. Maria – Dave Brubeck Quartet[3]

Im Film wurden zusätzlich What Is and What Should Never Be von Led Zeppelin sowie Fell in Love with a Girl von The White Stripes verwendet.

Quelle Bewertung
Rotten Tomatoes (Tomatometer) 92 %[4]
Metacritic (Metascore) 81/100[5]
AllMovie SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[6]
epd Film SternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbolSternsymbol[7]

Silver Linings erhielt ein sehr gutes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes größtenteils freundliche Besprechungen und ordnet den Film damit als „Verbrieft Frisch“ ein.[4.1] Metacritic ermittelt aus den vorliegenden Bewertungen „Einhelliges Lob“ und stuft ihn als „Pflichtprogramm“ ein.[5.1]

So sieht das Lexikon des internationalen Films eine „schräge romantische Komödie“, die „sich zum aberwitzigen Panorama einer US-amerikanischen Vorstadtwelt voller Absonderlichkeiten, in dem es um Familie, Liebesbeziehungen und Neuanfänge geht“, ausweitet.[8] Die Zeit beschreibt ihn als eine „der originellsten romantischen Komödien der letzten Jahre“, „in der das streng reglementierte Genre gründlich durchgeschüttelt wird.“[9]

Dagegen bemängelt critic.de, dass „das große Potenzial von Silver Linings […] im Verborgenen“ bleibe, da die Macher sich nicht trauten, „aus dem Bekannten auszubrechen.“[10] Auch schreibt epd-film.de, dass „Russell das dargestellte Untere-Mittelklasse-Milieu […] ohne jede Entlarvungswut betrachtet.“[7]

Besonders die schauspielerische Leistung wurde hervorgehoben. So schrieb kino7.de, „das Schauspielensemble weiß in wirklich jeder Filmminute zu überzeugen.“[11]

Der Film entwickelte sich zu einem großen Erfolg an den Kinokassen. Gegenüber einem geschätzten Budget von 21 Mio. US-Dollar spielte er weltweit rund 236 Mio. US-Dollar ein.[12] Inflationsbereinigt entspricht dies inzwischen Gesamteinnahmen von etwa 323 Mio. US-Dollar.

Der Film gehört zu den 15 Filmen (Stand 2013), die beim Oscar für alle Schauspieler-Kategorien nominiert waren.[13]

Besetzung und Synchronisation

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Figur Darsteller Deutscher Sprecher
Pat Solitano Jr. Bradley Cooper Tobias Kluckert
Tiffany Jennifer Lawrence Stephanie Kellner
Pat Sr. Robert De Niro Christian Brückner
Dolores Jacki Weaver Marina Krogull
Danny Chris Tucker Björn Schalla
Dr. Cliff Patel Anupam Kher Christian Gaul
Ronnie John Ortiz Norman Matt
Jake Shea Whigham Tommy Morgenstern
Veronica Julia Stiles Ranja Bonalana
Randy Paul Herman Uli Krohm
Officer Keogh Dash Mihok Matti Klemm
Hauptdarsteller Bradley Cooper bei der Vor­stellung des Films beim Toronto International Film Festival

Die deutsche Synchronfassung entstand bei der Taunusfilm in Berlin. Elisabeth von Molo führte die Dialogregie.[14]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. ↑ Freigabebescheinigung für Silver Linings. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 136464/V; abgerufen am 17. April 2026).
  2. ↑ Alterskennzeichnung für Silver Linings. Jugendmedien­kommission.
  3. ↑ Silver Linings Playbook OST bei MusicBrainz
  4. ↑ Silver Linings. In: Rotten Tomatoes. Fandango, abgerufen am 2. August 2024 (englisch, aggregiert aus 265 Kritiken).
    1. ↑ “Certified Fresh”
  5. ↑ Silver Linings. In: Metacritic. Abgerufen am 14. Juli 2025 (englisch, aggregiert aus 45 Kritiken).
    1. ↑ “Universal Acclaim [–] must-see”
  6. ↑ Perry Seibert: Kritik zu Silver Linings (Memento vom 2. August 2019 im Internet Archive) bei AllMovie (englisch)
  7. 1 2 Barbara Schweizerhof: Kritik zu Silver Linings. In: epd-film.de. 1. Januar 2013, abgerufen am 25. November 2016.
  8. ↑ Silver Linings. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 25. November 2016.
  9. ↑ Martin Schwickert: Seelenverwirrte Aufrichtigkeit. In: Die Zeit. Abgerufen am 25. November 2015.
  10. ↑ Josef Lommer: Silver Linings. In: critic.de. 31. Dezember 2012, abgerufen am 25. November 2016.
  11. ↑ Josephine Drews: Kritik: Silver Linings (2013). In: kino7.de. 3. Januar 2013, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 2. Juni 2016; abgerufen am 25. November 2016.
  12. ↑ Silver Linings Playbook. In: Box Office Mojo. Amazon, abgerufen am 20. Oktober 2026 (englisch).
  13. ↑ ‘Silver Linings Playbook’: The first film in 31 years to receive Oscar noms in all four acting categories. In: Yahoo. 10. Januar 2013, abgerufen am 25. November 2016.
  14. ↑ Silver Linings. In: Deutsche Synchronkartei. Abgerufen am 5. März 2018.