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Sideshow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Sideshow (1941)

Die Sideshow war eine Form der Unterhaltung, die ihren Ursprung in der Unterhaltungskultur der Vereinigten Staaten hat und sich vor allem im neunzehnten Jahrhundert im Umfeld von Jahrmärkten, Wanderzirkussen und Varietés entwickelte. Sie bezeichnet ein begleitendes Programm neben der Hauptattraktion, das dem Publikum kleinere Darbietungen, Kuriositäten oder besondere Schauformen bot.

Formen und Inhalte

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Typische Inhalte einer Sideshow waren artistische Darstellungen, Taschenspieler, Zauberkunst, Porträtmalerei, verschiedene Kuriositäten, ein Varieté-Programm wie das Vaudeville oder eine erotische Darbietung wie die Burlesque und andere kleine Nummern. Ein Bestandteil vieler Sideshows war die Abnormitätenschau („Freakshow“), eine Art Völkerschau.

Freakshow als Teil der Sideshow

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Die Freakshow präsentierte Menschen mit ungewöhnlichen körperlichen Merkmalen, seltenen Erkrankungen oder besonders auffälligen Fähigkeiten. Diese Form der Ausstellung war im neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhundert vor allem in den Vereinigten Staaten weit verbreitet und trat häufig im Rahmen von Sideshow Programmen auf. Freakshows fanden daneben auch in Varietes, Dime Museen und anderen öffentlichen Schauräumen statt.

Mit dem gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Behinderung und körperlichen Besonderheiten sowie durch den Aufstieg neuer Unterhaltungsformen wie Kino und Freizeitparks verloren Freakshows und damit auch traditionelle Sideshows im zwanzigsten Jahrhundert an Bedeutung.

Sideshows waren populär vor dem Aufkommen der elektronischen Medien in den 1920er Jahren. Zu den letzten regelmäßigen Sideshows mit humorvoll-historistischem Anstrich gehören die Sideshows by the Seashore auf Coney Island. Klassische Sideshows existieren heute nur noch in begrenztem Umfang. Elemente dieses Unterhaltungstyps finden sich jedoch weiterhin in moderner Performancekunst, in Festivalprogrammen und in kulturhistorischen Ausstellungen zur Geschichte der populären Unterhaltung. Das Broadway-Musical Side Show (1997) zeigt die Karriere der siamesischen Zwillinge Daisy und Violet Hilton im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts.

Heutige Begriffsverwendung

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Der Ausdruck wird in der Bedeutung des Nebensächlichen, aber Spektakulären (und etwas Anrüchigen) noch heute verwendet. Sideshow kann im Horror- oder Satire-Genre auch den Inbegriff des Schrägen und Abseitigen bedeuten (wie bei Sideshow Bob in der Fernsehserie Die Simpsons).

  • Rachel Adams: Sideshow USA. Freaks and the American cultural imagination. University Press, Chicago 2001, ISBN 0-226-00538-0.
  • Marc Hartzman: American Sideshow. An Encyclopedia of History’s Most Wondrous and Curiously Strange Performers. Jeremy P. Tarcher/Penguin, New York 2005, ISBN 1-58542-441-2.
Commons: Sideshow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien