Die Steiner Aa ist ein gut 21 Kilometer langer Bach im Schweizer Kanton Schwyz. Sie ist ein rechter Zufluss der Muota und somit ein indirekter Zufluss zur Reuss und zum Vierwaldstättersee.
Die Steiner Aa entspringt im hoch gelegenen, bewaldeten Tal zwischen dem Hochstuckli (1566mü.M.), der Nätschhöchi (1526mü.M.) und dem Grossbrechenstock (1559mü.M.) oberhalb der Hunds-Chotten im Gemeindegebiet von Rothenthurm SZ. Das Quellgebiet ist eine feuchte sumpfige Landschaft mit mehreren Moorgebieten von nationaler Bedeutung (Hochmoor und Flachmoor Hinter den Weiden, Flachmoore Bannegg und Hunds-Chotten). Die Steiner Aa fliesst in einem tief in das Gebirge eingeschnittenen Tal drei Kilometer weit gegen Norden und erreicht dann das offene Kulturland bei Biberegg mit dem Passübergang Sattel (933mü.M.). Der Fluss ändert seine Fliessrichtung knapp südlich der Wasserscheide von Biberegg gegen Westen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Wasserscheide entspringt bei Biberegg der Ziegelhüttenbach im Einzugsgebiet der Limmat.
In Steinen erreicht die Steiner Aa auf der Höhe von 470mü.M., also etwa 1000 Meter tiefer als ihre Quelle, den Talboden nördlich von Schwyz. Im Dorf Steinen, das oft von schwerem Hochwasser der Steiner Aa bedroht war,[5] überquert die Hauptstrasse 369 den Fluss, der die Ortschaft in einer tiefen Rinne passiert und auch weiter unten durch einen Kanal fliesst. Ausserhalb von Steinen unterquert die Steiner Aa die Gotthardbahn, tangiert danach die Industriezone Frauholz und wird nach einem halben Kilometer von der Autobahn A4 überquert. Beim Aazopf, der Spitze des grossen Schwemmkegels bei Steinen, mündet die Steiner Aa in den Lauerzersee.
Bei Seewen überqueren die Hauptstrasse 2, die dort Lauerzerstrasse heisst, eine Förderbandbrücke des SteinbruchsZingel, der Zingelviadukt sowie 1,5 Kilometer weiter südlich der Sechzehniviadukt der Autobahn A4 den Fluss. Dieser erreicht bald darauf, am südlichen Hangfuss des Urmibergs und bei der Gemeindegrenze zwischen Schwyz und Ingenbohl, von rechts die Muota, ohne direkt in diese einzumünden. Vielmehr liegt die Seeweren rechts der Muota im künstlichen Oberwasserkanal zum ehemaligen Kraftwerk Brunnen des Elektrizitätswerks Schwyz und danach im 500 Meter langen Unterwasserkanal bis zur Mündung in die Muota oberhalb der Wylerbrücke. Das 2017 stillgelegte Kraftwerk Brunnen wird ab 2025 zurückgebaut und die Muota mit dem letzten Abschnitt der Seeweren revitalisiert.
Damit wird sich die Gesamtlänge der Steiner Aa durch die geplanten Bauarbeiten erheblich verändern.[8]
Das 83,65km² grosse Einzugsgebiet der Steiner Aa liegt in den Schwyzer Alpen und wird durch sie über die Muota, die Reuss, die Aare und den Rhein zur Nordsee entwässert.
Bei der Mündung der Seeweren in die Muota beträgt ihre modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 3,43m³/s. Ihr Abflussregimetyp ist nival de transition[11], und ihre Abflussvariabilität[12] beträgt 19.[13]
18 Übergänge überqueren den Bach von der Quelle oberhalb Rothenthurm bis zur Mündung in den Lauerzersee: Neun Strassen-, fünf Fussgänger-, eine Eisenbahn-, eine Feldweg- und eine Pistenbrücke, sowie eine Furt.
↑Martin Pfaundler, Rolf Weingartner, Robert Diezig:«Versteckt hinter den Mittelwerten» – die Variabilität des Abflussregimes. In: Hydrologie und Wasserbewirtschaftung (HyWa). Jg. 50, Heft 3, 2006, S.116–123, hier Tabelle auf S. 119 (Download[PDF; 3,2MB; abgerufen am 31.August 2020]). Abrufbar unter Gesamtes HyWa Heft 3, 2006.Abgerufen am 30.August 2020
↑Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.