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Script Tour

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Script Tour
von Marillion
Präsentationsalbum Script for a Jester’s Tear
Anfang der Tournee 15. März 1983
Ende der Tournee 30. Oktober 1983

Konzerte insgesamt
(nach Kontinent)

Konzerte insgesamt 68
Chronologie
Script Tour Fugazi Tour
(1984)

Die Script Tour war die erste weltweite Konzerttournee der britischen Neo-Prog-Band Marillion. Sie bewarb damit ihr für die Neo-Prog-Szene wegweisendes Debütalbum Script for a Jester’s Tear.[1] Es war die einzige Tour der Band mit Konzerten in der Besetzung ihres ersten Albums.

Nach wenigen Aufwärmkonzerten Ende Februar/Anfang März starteten Marillion ihre Script Tour nur einen Tag nach Veröffentlichung von Script for a Jester’s Tear am 15. März 1983 in Norwich und beendeten sie am 30. Oktober des gleichen Jahres in London. Die insgesamt 77 Auftritte umfassende Tournee bescherte der Band restlos ausverkaufte Konzerte in ihrer Heimat Großbritannien, zudem traten Marillion erstmals in ihrer Livekarriere auch auf dem europäischen Kontinent bei diversen Festivals, sowie in Nordamerika (u. a. als Vorgruppe für Rush) auf.

Die Konzerte der Tournee waren stark von der theatralischen Präsenz des Frontmanns Fish geprägt. So nutzte er aufwendiges Make-up, Kostüme und schauspielerische Einlagen, um dem Publikum die Themen der einzelnen Stücke zu verdeutlichen. So agierte er beim Titelsong des Albums Script for a Jester’s Tear oft als der auf dem Albumcover abgebildete traurige Hofnarr, während er bei Forgotten Sons, einem Protestlied über den Nordirlandkonflikt, eine paramilitärische Haltung einnahm und das Mikrofon samt Ständer wie ein Gewehr nutzte. Fishs Showeinlagen und Gesangsstil, sowie die ausladenen Instrumentalpassagen der restlichen Bandmitglieder brachten Marillion daher in der Musikpresse vermehrt Vergleiche mit den frühen Genesis in deren klassischer Besetzung mit Peter Gabriel als Sänger ein.[2]

Schon während der laufenden Tournee entließen Marillion nach ihren beiden in Fankreisen gekulteten Auftritten im Londoner Hammermith Odeon (17./18. April 1983) ihren Schlagzeuger Mick Pointer. Dieser Rauswurf hatte primär musikalische und technische Gründe, die durch wachsende persönliche Spannungen innerhalb der Band verstärkt wurden.[3] Obwohl Pointer ein Gründungsmitglied war und sogar der Bandname „Marillion“ auf ihn zurückging, gab es mehrere ausschlaggebende Faktoren für seine Entlassung: Mit dem rasanten Erfolg des Debütalbums und der dazugehörigen Tournee stiegen die Ansprüche an die Musiker enorm. Vor allem Sänger Fish war zunehmend frustriert über Pointers spielerische Fähigkeiten. Fish kritisierte Pointers in seinen Augen mangelndes Timing und hölzernen, unpräzisen Fills, während sich die anderen Musiker spielerisch schnell weiterentwickelten. Fish bezeichnete ihn später in Interviews spöttisch als einen „Wochenendmusiker, der einfach Glück gehabt hatte“ und machte unmissverständlich klar, dass er mit Pointers Rhythmusarbeit nicht mehr live auftreten oder ein weiteres Album aufnehmen würde.[4] Da Fish zu diesem Zeitpunkt das unumstrittene kreative und optische Aushängeschild der Band war, fügte sich der Rest der Gruppe dieser Forderung, um die Zukunft von Marillion nicht zu gefährden.[5] Der Rauswurf traf Pointer tief, und er war so verbittert über das plötzliche Ende, dass er der Musikindustrie für über zehn Jahre komplett den Rücken kehrte und stattdessen als Küchendesigner arbeitete. Erst 1995 feierte er mit der Gründung der Progressive-Rock-Band Arena sein musikalisches Comeback.

Für Marillion begann nach der Entlassung Pointers eine monatelange Suche nach einem geeigneten Nachfolger: Bis sie schließlich im September 1983 mit Ian Mosley ihren dauerhaften Drummer verpflichteten, verschlissen sie innerhalb von nur sechs Monaten mit Andy Ward (ex-Camel) und Jonathan Mover (später GTR) zwei Übergangs-Schlagzeuger.[6]

Der zweite Auftritt im Londoner Hammersmith Odeon am 18. April 1983 wurde mitgefilmt und am 10. Oktober des gleichen Jahres als gekürzter Zusammenschnitt unter dem Titel Recital of the Script auf VHS veröffentlicht. 2009 erfolgte eine Wiederveröffentlichung auf DVD; im gleichen Jahr erschien unter demselben Titel ein Doppel-Livealbum mit dem kompletten Konzert.[7][8]

Das bei dieser Tournee gespielte Repertoire Marillions setzte sich aus allen Titeln ihres Debütalbums Script for a Jester’s Tear sowie aus den drei zuvor auf der EP Market Square Heroes veröffentlichten Stücken zusammen.

Beispiel-Setlist

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  • Script for a Jester’s Tear
  • Garden Party
  • Three Boats Down from the Candy
  • The Web
  • Charting the Single
  • Chelsea Monday
  • He Knows You Know
  • Forgotten Sons
  • Market Square Heroes
  • Margaret
  • Grendel
Nr. Datum Stadt Land Veranstaltungsort Anmerkungen
Leg 1 – Europa
1 15. März 1983 Norwich England UEA Large Common Room
2 16. März 1983 Reading Top Rank Suite
3 17. März 1983 Guildford Civic Hall
4 18. März 1983 Aylesbury Maxwell Hall
5 19. März 1983 Folkestone Leas Cliff Hall
6 20. März 1983 Portsmouth Guildhall
7 22. März 1983 Cardiff Top Rank Suite
8 23. März 1983 Malvern England Winter Gardens
9 24. März 1983 Bradford Caesar’s Palace
10 25. März 1983 Newcastle upon Tyne Mayfair Ballroom
11 27. März 1983 Bournemouth Winter Gardens
12 28. März 1983 Bristol Colston Hall
13 29. März 1983 Stoke-on-Trent Victoria Hall
14 30. März 1983 Nottingham Rock City
15 31. März 1983 Birmingham Odeon Theatre
16 1. April 1983 Ipswich Gaumont Theatre
17 2. April 1983 St Albans City Hall
18 5. April 1983 Kingston upon Hull Hull City Hall
19 6. April 1983 Middlesbrough Town Hall
20 7. April 1983 Edinburgh Playhouse Theatre
21 8. April 1983 Glasgow Pavilion Theatre
22 9. April 1983 Dundee Caird Hall
23 11. April 1983 Aberdeen Capitol Theatre
24 12. April 1983 Lancaster England The Sugarhouse
25 13. April 1983 Sheffield City Hall
26 14. April 1983 Liverpool Royal Court Theatre
27 15. April 1983 Manchester Apollo Theatre
28 17. April 1983 London Hammersmith Odeon
29 18. April 1983
Leg 2 – Europa (inkl. Festivals)
30 12. Mai 1983 London England Marquee Club
31 21. Mai 1983 Mannheim Deutschland Rhein-Neckar-Stadion Mannheim Open Air
32 22. Mai 1983 Würzburg Talavera Mainwiesen Würzburg Open Air
33 16. Juni 1983 Gorseinon Penyrheol Theatre
34 17. Juni 1983 Pilton England Worthy Farm Grounds Glastonbury Festival
35 1. Juli 1983 Roskilde Dänemark Festivalpladsen Roskilde Festival
36 3. Juli 1983 Den Haag Niederlande Zuiderpark Pinkpop
Leg 3 – Nordamerika
37 14. Juli 1983 Youngstown Vereinigte Staaten State Theater
38 15. Juli 1983 Akron The Breakaway
39 17. Juli 1983 East Troy Alpine Valley Music Theatre Vorgruppe für Utopia
40 18. Juli 1983 Lowell The Showboat
41 19. Juli 1983 Cincinnati Bogart’s
42 20. Juli 1983 Columbus Alrosa Villa
43 22. Juli 1983 Chicago Park West
44 23. Juli 1983 Detroit Harpo’s
45 25. Juli 1983 Cleveland Agora Theatre and Ballroom
46 26. Juli 1983 Buffalo Rooftop Skyroom
47 27. Juli 1983 Poughkeepsie The Chance
48 29. Juli 1983 New Haven Toad’s Place
49 30. Juli 1983 Syracuse The Lost Horizon
50 31. Juli 1983 Montréal Le Spectrum
51 1. August 1983 Quebec City Bar Univers
52 3. August 1983 Toronto Exhibition Stadium Vorgruppe für Utopia
53 4. August 1983 Henrietta Vereinigte Staaten The Forum
54 5. August 1983 New Haven Toad’s Place
55 6. August 1983 Providence The Living Room
56 8. August 1983 New York City Pier 84
xx 10. August 1983 Moosic Rocky Glen Amusement Park
Leg 4 – Europa
57 25. August 1983 Liverpool England Royal Court Theatre
58 27. August 1983 Reading Little John’s Farm Reading Festival
Leg 5 – Nordamerika
59 18. September 1983 New York City Vereinigte Staaten Radio City Music Hall Vorgruppe für Rush
60 19. September 1983
61 21. September 1983
62 22. September 1983
63 23. September 1983
Leg 6 – Europa
64 1. Oktober 1983 Baunatal Deutschland Rundsporthalle
65 27. Oktober 1983 Aberystwyth King’s Hall
66 28. Oktober 1983 Swansea University College
67 29. Oktober 1983 Bath England University Hall
68 30. Oktober 1983 London Marquee Club

Einzelnachweise

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  1. ↑ MARILLION - 40 Jahre „Script For A Jester’s Tear“ | eclipsed Rock Magazin. Abgerufen am 23. September 2026.
  2. ↑ Script For A Jester's Tear - RockHard. Abgerufen am 23. September 2026 (deutsch).
  3. ↑ Malcolm DomeNeo-prog drummer created the Marquee scene in the 80s, inspired the third generation-including Steven Wilson, Dream Theater-in the 90s, Says Guitarist: “It seemed like prog had run its course… he kickstarted the second wave”: Pendragon’s Nick Barrett wants Marillion co-founder Mick Pointer to get credit for his influence. 22. Juli 2024, abgerufen am 23. September 2026 (englisch).
  4. ↑ Ruby Jones: 10 Unlucky Musicians Who Narrowly Missed Out On Making It Big. 13. Oktober 2022, abgerufen am 23. September 2026 (englisch).
  5. ↑ Ruby Jones: 10 Unlucky Musicians Who Narrowly Missed Out On Making It Big. 13. Oktober 2022, abgerufen am 23. September 2026 (englisch).
  6. ↑ MARILLION - 30 Jahre „Fugazi“ | eclipsed Rock Magazin. Abgerufen am 23. September 2026.
  7. ↑ Marillion – Recital Of The Script. Abgerufen am 23. September 2026.
  8. ↑ Marillion "Recital Of The Script" (Schallplattenmann.de #636). Abgerufen am 23. September 2026.