Zum Inhalt springen

Schraubach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Schraubach
Schrabach
Schraubach in Schiers

Schraubach in Schiers

Daten
Gewässerkennzahl CH: 329
Lage Rätische Alpen

Schweiz Schweiz

Flusssystem Rhein
Abfluss über Landquart Rhein Nordsee
Ursprünge Zusammenfluss:
von Grossbach und Wissbach im Rätikon bei Schuders
46° 59′ 14″ N,  45′ 0″ O

Quelle des Hauptstrang-Oberlaufs Grossbach (Älplibach):
im Pardutzbödeli südlich des Schweizertors
47° 2′ 14″ N,  46′ 58″ O

Quellhöhe Quelle des Hauptstrang-Oberlaufs Grossbach (Älplibach):
ca. 1947,8 m ü. M. 

Zusammenfluss von Grossbach und Wissbach:
ca. 912,9 m ü. M.[1]
Mündung bei Schiers in die LandquartKoordinaten: 46° 57′ 54″ N,  41′ 24″ O; CH1903: 771315 / 204019
46° 57′ 54″ N,  41′ 24″ O
Mündungshöhe 600 m ü. M.
Höhenunterschied 1.347,8 m
Sohlgefälle 100 
Länge 13,5 km[1] 
mit Oberlauf Grossbach und Älplibach

ca. 6,1 km[1]
nur Schraubach
Einzugsgebiet 64,9 km²[2]
Abfluss[3]
AEo: 64,91 km²
an der Mündung
MQ
Mq
2,43 m³/s
37,4 l/(s km²)
Schraubach (Rätikon)
Schraubach (Rätikon)
Quelle
Mündung
Rätikon
Ursprung und Mündung des Schraubachs

Der Schraubach ist ein mit Oberlauf etwa 1312 Kilometer langer, nordwestlicher und rechter Zufluss der Landquart im Prättigau im Schweizer Kanton Graubünden.

Der Schraubach entsteht durch den Zusammenfluss der im Rätikon entspringenden Quellbäche Grossbach und Wissbach auf etwa 912 m ü. M. bei Schuders.

Der Schraubach, der nun in westliche Richtung verläuft, durchfliesst das Schraubachtobel, wo er das stärkste Gefälle passiert. Er mündet nach etwa 6 Kilometern (mit Grossbach etwa 1312 km) bei Schiers in die Landquart.

Das 64,9 km² grosse Einzugsgebiet des Schraubachs liegt im Rätikon und wird durch sie über die Rätikon und den Rhein zur Nordsee entwässert.

Das Einzugsgebiet besteht zu 42,0 % aus bestockter Fläche, zu 36,5 % aus Landwirtschaftsfläche, zu 0,9 % aus Siedlungsfläche und zu 20,4 % aus unproduktiven Flächen.

Flächenverteilung

Die mittlere Höhe beträgt 1620,2 m ü. M.[4], und der höchste Punkt ist das Eisjöchl mit 2636 m ü. M. im Nordosten des Einzugsgebietes.

Direkte und indirekte Zuflüsse, jeweils von der Quelle zur Mündung, die Längen in Kilometer (km), das Einzugsgebiet in Quadratkilometer (km²) und der mittleren Abfluss (MQ) in Liter pro Kubikmeter (m³/s) nach dem Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung

  • Grossbach (rechter Quellbach, Hauptstrang), 7,4 km, 26,97 km², 1,14 m³/s
    • Älplibach (rechter Quellbach, Hauptstrang), 3,9 km, 9,26 km², 0,42 m³/s
      • Cavällbach (rechts), 3,1 km, 3,15 km²
    • Drusabach (linker Quellbach, Nebenstrang), 4,6 km, 10,17 km², 0,45 m³/s
      • Falzipbach (rechter Quellbach, Hauptstrang), 3,1 km, 5,11 km², 0,24 m³/s
      • Caprivbach (linker Quellbach, Nebenstrang), 3,2 km, 2,31 km²
  • Wissbach (linker Quellbach, Nebenstrang), 5,1 km, 13,84 km², 0,51 m³/s
    • Chleinbach (linker Quellbach), 3,0 km, 4,39 km², 0,16 m³/s
      • Riedbach (links), 1,3 km
    • Chleibach (rechter Quellbach), 4,1 km, 4,5 km²
  • Salginabach (rechts), 6,1 km, 11,43 km², 0,45 m³/s

Bei der Mündung des Schraubachs in die Landquart beträgt seine modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 2,43 m³/s. Sein Abflussregimetyp ist nival alpin[5], und seine Abflussvariabilität[6] beträgt 18.[3]

Hochwasserschutz

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Schiers, das früher mehrfach von Murgängen heimgesucht wurde, wird der Schraubach nicht mehr wie einst durch Sperranlagen gezähmt, sondern über mehrere Kaskaden geführt und so in seiner Fliessgeschwindigkeit geschwächt.

Frühe wirtschaftliche Nutzung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Verbauung wurde der Bach für Holztransporte genutzt. Das Holz wurde unter anderem für die Papierfabrik in Landquart gebraucht.

Freizeit und Erholung

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Schraubach folgt ein 8,5 km langer Wanderweg, der nach der Schneeschmelze im Mai öffnet und in ca. 3,5 Stunden nach Schiers führt.

  • Elisabeth Bardill, Eine wilde, unbekannte Flusslandschaft, in: Terra Grischuna 4/2010, S. 60–63

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  2. Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung.
  3. 1 2 3 Mittlere Abflüsse (m³/s) und Abflussregimetyp für das Gewässernetz der Schweiz. Bundesamt für Umwelt (BAFU).
  4. Topographische Einzugsgebiete Schweizer Gewässer: Schraubach. Abgerufen am 22. November 2025.
  5. Martin Pfaundler, Rolf Weingartner, Robert Diezig: «Versteckt hinter den Mittelwerten» – die Variabilität des Abflussregimes. In: Hydrologie und Wasserbewirtschaftung (HyWa). Jg. 50, Heft 3, 2006, S. 116–123, hier Tabelle auf S. 119 (Download [PDF; 3,2 MB; abgerufen am 31. August 2020]). Abrufbar unter Gesamtes HyWa Heft 3, 2006.
  6. Die Abflussvariabilität beschreibt das Ausmass der Schwankungen des mittleren Abflusses einzelner Jahre um den langjährigen mittleren Abflusswert.
Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Schraubachs in m³/s[3]
6
5
4
3
2
1
0
2,43
0,81
Jan.
0,87
Feb.
1,27
März
2,67
Apr.
5,13
Mai
4,85
Juni
3,87
Juli
2,85
Aug.
2,20
Sep.
1,72
Okt.
1,43
Nov.
1,07
Dez.
Durchgehende Linie: Mittlerer Jahresabfluss (MQ) 2,43 m³/s