Der Ort befindet sich etwa 25Kilometer westlich von Vöcklabruck, 8Kilometer südöstlich von Straßwalchen und ebensoweit nördlich von Mondsee.
Das RotteSchoibern liegt hoch über dem Irrsee am Schoibernberg(883mü.A.) auf um die 760–790mü.A. Höhe, am Südwestabhang des Rückens zum Gommersberg(806mü.A.) Richtung See, über der Haslau, einer Weitung an der oberen Vöckla. Zum Gemeindehauptort Oberhofen sind es 3½Kilometer Luftlinie nordwestlich, nach Zell am Moos ebensoweit südwestlich.
Die Ortschaft Schoibern umfasst nur 7Gebäude mit etwa 25Einwohnern, davon bilden 4den Ort Schoibern selbst, die anderen sind die zerstreuten HäuserSchneiding am Gommersberg und unterhalb.
Den Ort erreicht man über einen ländlichen Zufahrtsweg über Schneiding von Obernberg oder von der Haslau.
Am Rücken bei Schoibern liegt eine Randmoräne desjenigen Lobus des Traungletschers, der das Mondseeland ausgefurcht hat („Mondseegletscher“ oder „Irrseegletscher“).[1] Sie gehört zur Riß-Kaltzeit (vor etwa 200.000 Jahren), der höchsten Vereisung der Alpen. Der Stoiberberg und seine Nachbarberge waren zu dieser Zeit Nunataks, aus der Eismasse herausragende Felsinseln.[2] Die glazialen Sedimente ziehen sich in die Haslau hinunter, gegenüber bei Haslau-Berg und Gollau liegen die zeitgleichen Moränen der Haslauer Seitenzunge des Riß-Gletschers.
Schoibern ist 1787 schon in einer Karte verzeichnet, das Gehöft am Gommersberg findet sich 1787 als Gundrichberg(?), um 1830 Gundersberg, 1857 als Guntrichsberg, der Gommersberg selbst 1787 als Fuherlingberg(?).[3]
Der kleine Ort geriet einmal in die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit: Im Winter 1906/07 waren „infolge der Schneemengen große Erdteile eingesunken und abgerutscht, ein Haus war dem Einsturz nahe und mehrere Gebäude waren gefährdet.“ Die Sache um Katastrophenhilfe wurde sogar Juni 1907 im Reichsrat verhandelt.[4]
↑vergl. dazu Herbert Jandaurek und Friedrich Neubacher: Die alte Straße von Vöcklabruck nach Mondsee. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. 106, 1961, insb. S. 204, ganzer Artikel S. 197–218 (ooegeschichte.at[PDF], S. 9).
↑Eduard Stummer: Die interglazialen Seen von Salzburg. In: Verhandlungen der Geologischen Bundesanstalt. 1936, S. 105, ganzer Artikel S. 101–107 (zobodat.at[PDF], PDF S. 5). Julius Fink: Beiträge zur Plaistozänforschung in Österreich: Exkursionen zwischen Salzach und March. Geologische Bundesanstalt, 1955, S. 20. Erich Seefeldner: Salzburg und seine Landschaften. Eine geographische Landeskunde. Verlag Das Bergland-Buch, 1961, S. 490.
(Unbekannter Artikel) In: Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in München. Bände 48–50, Geographische Gesellschaft in München, 1963, S. 490 (zur Rekonstruktion der Gipfelflur).
↑Carl Schütz, Franz Müller: Mappa von dem Land ob der Enns. Im Jahr 1781 reducirt und gestochen von C. S. Schütz und geschrieben von F. Müller 1787; Franziszäischer Kataster 1817–1861 (Urmappe); Alois Souvent: Administrativkarte des Erzherzogthums Österreich ob der Enns. 1. Auflage. 1857 (alle Layer online bei DORIS, Thema Erste Landesaufnahmen) – bei Schütz/Müller schwer leserlich und wegen der Projektionsverzerrungen online an Stelle von Haslau-Schlad respektive Entachern (Stand 10/2014); der Bergname steht wohl zum im Franziszäischen Kataster geführten Gehöft Fürling (Berg11/12); die obere Vöckla heißt dort Sprentzl.
↑Dringlichkeitsantrag der Abgeordneten Pichler und Genossen, betreffend Notstand durch Erdrutschungen vom 18. Juni 1907. Stenographische Protokolle über die Sitzungen des Hauses der Abgeordneten des Österreichischen Reichsrates. XI. Legislaturperiode, XVIII. Session: 17. Juni 1907 – 4. Februar 1909, Sitzungsprotokolle. S. 88, Sp. 2 (eReader, ALEX online).