Schaflos
| Schaflos (Rotte) | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Voitsberg (VO), Steiermark | |
| Gerichtsbezirk | Voitsberg | |
| Pol. Gemeinde | Rosental an der Kainach (KG Rosenthal) | |
| Ortschaft | Rosental an der Kainach | |
| Koordinaten | 47° 3′ 20″ N, 15° 5′ 46″ O | |
| Höhe | 435 m ü. A. | |
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Stmk | ||
Schaflos ist eine Rotte in der Weststeiermark in der Gemeinde Rosental an der Kainach im Bezirk Voitsberg in der Steiermark.
Lage und Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schaflos liegt im westlichen Teil der Gemeinde Rosental an der Kainach, westlich des Ortszentrums, direkt an der Gemeindegrenze zu Köflach. Der Ort liegt am nördlichen Hang des Spitzkogels der zum Tal des Gradnerbaches hin abfällt.
Die Packer Straße (B 70), die Köflach mit Rosental an der Kainach verbindet, verläuft mehrere hundert Meter nördlich von Schaflos.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]An der Stelle von Schaflos gab es möglicherweise bereits eine slawische Siedlung. Der heutige Ort entstand im 11. oder 12. Jahrhundert. Eine erste urkundliche Erwähnung als Sazlauvesdorf stammt aus der Zeit um 1150, wobei unklar ist, ob dabei tatsächlich das heutige Schaflos gemeint ist. Eine weitere Erwähnung datiert auf 1202 als ein Luduvvicus et Marchuvvardus de Schauelach genannt wird, wobei es sich um eine 1235 angefertigte Fälschung handelt. Die erste gesicherte Erwähnung stammt aus dem Jahr 1224 als Schablaz. Weitere Erwähnungen datieren auf 1245 als Schavelaz, 1299 als Schafloz, 1452/77 als Schafloss sowie schließlich 1478 als der Schafloshof in Tregest. Der Ortsname hat einen slawischen Ursprung und scheint den pluralen Lokativ -ach als Endung zu enthalten. Ob sich der Name vom slawischen čaplja für Reiher oder dem ebenfalls slawischen ščavlja für Ampfer ableitet ist unklar. Eine Herleitung vom slawischen Personenname *Časlav wurde erwogen, erscheint aber wenig wahrscheinlich.[1]
Schaflos war nach seiner Gründung mit der Burg Schaflos eine eigene kleine Grundherrschaft. Vermutlich bereits seit der Zeit um 1150 war der Ort ein freies Eigen der Schafloser. Nach 1355 kam Schaflos aber mit ziemlicher Sicherheit an die Herren von Graden. Von da an gehörten die Bewohner von Schaflos bis zur Abschaffung der Grundherrschaften im Jahr 1848 im Verlauf der Jahrhunderte zu verschiedenen Herrschaften. So hatten die Herrschaften Kleinkainach, Lankowitz (mit dem Amt Graden), Greißenegg, Krems sowie Reiteregg Untertanen im Ort. Die Pfarrgült ging nach Köflach während der Zehnt an die beiden Herrschaften Lankowitz und Piber gereicht wurden. Die Bewohner Sonnleitens gehörten zum Werbbezirks Lankowitz.[1]
Mit der Konstituierung der freien Gemeinden im Jahr 1850 wurde Schaflos Teil der eigenständigen Gemeinde Graden-Lankowitz, welche im Jahr 1886 in Rosental umbenannt wurde.[2]
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schaflos ist ein von der ehemaligen Bergbautätigkeit in der Umgebung geprägter Siedlungsort. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts war die Landwirtschaft von größerer wirtschaftlicher Bedeutung. Um 1840 wurde bei Schaflos mit dem Abbau von Braunkohle begonnen, die zuletzt auch im Tagebau gefördert wurde. Der zunehmende Bergbau verdrängte die landwirtschaftlichen Nutzflächen in Schaflos immer weiter.[3]
Der Ort ist nach Köflach eingepfarrt und die Kinder besuchen die Schule in Rosental an der Kainach.[3]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ortsverzeichnis 2001 Steiermark (PDF; 4,9 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-45-5, S. 299.
- Walter Brunner (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Voitsberg. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2011, S. 281–282.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Walter Brunner (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Voitsberg. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2011, S. 281.
- ↑ Walter Brunner (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Voitsberg. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2011, S. 267.
- 1 2 Walter Brunner (Hrsg.): Geschichte und Topographie des Bezirkes Voitsberg. Band 2. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 2011, S. 282.
