Die Ortschaft liegt in der historischen Region Ostpreußen, 27 Kilometer nordöstlich von Königsberg (Kaliningrad) am Südufer des Kurischen Haffs (russisch: Kurschski saliw).
Schaaksvitte nordnordöstlich von Königsberg und nördlich des Dorfs Schaaken, an der Südküste des Kurischen Haffs, auf einer Landkarte von 1910.
Das vor 1945 „Schaaksvitte“[2][3] genannte Dorf war nach Schaaken (heute russisch: Nekrassowo/Liska-Schaaken und auch Schemtschuschnoje/Kirche Schaaken) hin orientiert. Hier gab es seinerzeit 48 Fischereibetriebe, und der Fischfang war der Haupterwerbszweig der Einwohner, was schon der Ortsname besagte: Vitte = Witte = Fischhandelsplatz. Der kleine Hafen an der 500 Meter in das Haff hineinreichenden Mole war über die Jahrhunderte ein bedeutender Umschlagplatz für per Schiff transportierte Frachten.
Die Landgemeinde Schaaksvitte (die beiden Ortsteile wurden noch vor 1908 zu einer Landgemeinde zusammengeschlossen) zählte im Jahre 1910 659 Einwohner[5]. Am 30. September 1928 wurde die kleine Landgemeinde Sand (bei Schaaken) nach Schaaksvitte eingemeindet, und die Einwohnerzahl stieg bis 1933 auf 578 und betrug 1939 bereits 607[6].
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde dem Ort am 25. Januar 1945 der Räumungsbefehl erteilt, zwei Tage später nahm die Rote Armee Schaaksvitte ein. Kampfhandlungen gab es nicht, und auch die Häuser blieben unversehrt. Schaaksvitte wurde nach Kriegsende mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen unter sowjetische Verwaltung gestellt. Das Dorf erhielt 1947 nach der Herkunft der Neusiedler aus dem Kaschirski rajon in der Oblast Moskau den russischen Namen Kaschirskoje[7] und wurde als Sitz eines Dorfsowjets in den neu gebildeten Rajon Gurjewsk eingegliedert. Im Jahr 1954 gelangte der Ort in den Dorfsowjet Marschalski selski Sowet. Von 2008 bis 2013 gehörte Kaschirskoje zur Landgemeinde Chrabrowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Gurjewsk.
Der Dorfsowjet Kaschirski selski Sowet (ru. Каширский сельский Совет) wurde im Juni 1947 eingerichtet.[7] Im Jahr 1954 wurde der Dorfsowjet aufgelöst und ging im neu gebildeten Marschalski selski Sowet auf.[8]
Vor 1945 gab es in Schaaksvitte eine dreiklassige Volksschule, die auch von den Kindern aus Eythienen (russisch: Starorusskoje), Sand (heute nicht mehr existent) und Wesselshöfen (Wassiljewskoje) besucht wurde.
↑Таблица 1.10 «Численность населения городских округов, муниципальных районов, муниципальных округов, городских и сельских поселений, городских населенных пунктов, сельских населенных пунктов» Программы итогов Всероссийской переписи населения 2020 года, утвержденной приказом Росстата от 28 декабря 2021г. № 963, с данными о численности постоянного населения каждого населенного пункта Калининградской области. (Tabelle 1.10 „Bevölkerungsanzahl der Stadtkreise, munizipalen Rajons, Munizipalkreise, städtischen und ländlichen Siedlungen [insgesamt], städtischen Orte, ländlichen Orte“ der Ergebnisse der Allrussischen Volkszählung von 2020 [vollzogen am 1. Oktober 2021], genehmigt durch die Verordnung von Rosstat vom 28. Dezember 2021, Nr. 963, mit Angaben zur Zahl der Wohnbevölkerung jedes Ortes der Oblast Kaliningrad.)
↑M. W. Ehrenreich (Zusammensteller):Landkreis Königsberg.In:Gemeindeverzeichnis 1900.U. Schubert,17.September 2022,archiviertvomOriginalam16.April 2023;abgerufen am 1.Januar 2026(Einwohner Dezember 1910).
↑Michael Rademacher:Landkreis Samland.Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006.In:eirenicon.com.Abgerufen am 1.Januar 1900
12Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 июня 1947 г.«Об образовании сельских советов, городов и рабочих поселков в Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 17. Juni 1947: Über die Bildung von Dorfsowjets, Städten und Arbeitersiedlungen in der Oblast Kaliningrad)
↑Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 16 июня 1954 г. № 744/54 «Об объединении сельских советов Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der RSFSR vom 16. Juni 1954, Nr. 744/54: Über die Vereinigung von Dorfsowjets der Oblast Kaliningrad)