Sandförstgen
Sandförstgen Borštka Gemeinde Hohendubrau | |
|---|---|
| Koordinaten: | 51° 14′ N, 14° 39′ O |
| Höhe: | 195 m ü. NN |
| Einwohner: | 46 (31. Dez. 2022)[1] |
| Postleitzahl: | 02906 |
| Vorwahl: | 035876 |
Borštka | |
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1825[2][3] | 66 |
| 1871 | 104 |
| 2008 | 58 |
| 2014 | 56 |
Bei der Landesexamination im Jahr 1777 wurden für Sandförstgen vier besessene Mann, vier Gärtner und drei Häusler gemeldet.
Anfang des 19. Jahrhunderts hatte Sandförsten 66 Einwohner, die sich auf 12 Wirtschaften verteilten. Bis Anfang der zweiten Hälfte jenes Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl auf etwa 100 an, wobei noch 1884 der Anteil der Sorben bei 78 % lag.[4] Noch vor Ende des Jahrhunderts wurden die Einwohnerzahlen gemeinsam mit Obergebelzig erhoben. Der Sprachwechsel zum Deutschen erfolgte überwiegend in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Ortsname
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Urkundliche Erwähnungen sind Klein Förstgen (1732) auf Johann George Schreibers Karte der Oberlausitz, Sand-Förstgen (1759) auf der Karte des Markgrafthums Oberlausitz von Peter Schenk, Förstgen (1777) und Klein Förstgen sowie Sandförstgen (1791).[2] Das jeweils verwendete Präfix dient zur Unterscheidung vom etwa 15 Kilometer nördlich liegenden Kirchdorf Förstgen; die Bevorzugung des Präfixes Sand- (das wahrscheinlich auf den vorherrschenden Bodenart Bezug nimmt) gegenüber Klein dürfte zur besseren Unterscheidung von Kleinförstchen (westlich von Bautzen) dienen.[3]
Der sorbische Name entwickelte sich von Borschka (1767 bei Knauthe), Borschcžka (1848) zum noch heute gültigen Borštka (1885). 1920 wurde der Name als Pěsačna Borštka wiedergegeben.[5] Der sorbische Name ist wohl auf eine Sorabisierung vom deutschen Forst nach Boršć zurückzuführen. Diese Entsprechung im deutschen und sorbischen Namen ist bei Salzenforst, bei Oberförstchen und dem benachbarten Kleinförstchen, bei Kronförstchen sowie bei Förstgen zu beobachten. Einzig bei Sandförstgen ist der sorbische Name präfixfrei, dafür wurde die Wortendung um das Verkleinerungssuffix -k in der weiblichen Form -ka erweitert.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Von der Muskauer Heide zum Rotstein. Heimatbuch des Niederschlesischen Oberlausitzkreises. Lusatia Verlag, Bautzen 2006, ISBN 3-929091-96-8.
- Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Lohsa, Klitten, Großdubrau und Baruth (= Werte der deutschen Heimat. Band 67). Böhlau Verlag, Köln 2005, ISBN 3-412-08903-6.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sandförstgen im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Sandförstgen In: Webauftritt der Gemeinde Hohendubrau.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Angaben des Verwaltungsverbandes Diehsa.
- 1 2 Sandförstgen im Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- 1 2 Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft (= Landschaften in Deutschland – Werte der deutschen Heimat. Band 67). Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2005, ISBN 978-3-412-08903-0.
- ↑ Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.
- ↑ Ernst Eichler/Hans Walther: Ortsnamenbuch der Oberlausitz: Studien zur Toponymie der Kreise Bautzen, Bischofswerda, Görlitz, Hoyerswerda, Kamenz, Löbau, Niesky, Senftenberg, Weißwasser und Zittau. I Namenbuch (= Deutsch-slawische Forschungen zur Namenkunde und Siedlungsgeschichte. Band 28). Akademie-Verlag, Berlin 1975, S. 72.


