Im Gegensatz zu Swisscom und Sunrise nutzt Salt für die Abdeckung des Mobilfunkstandards der 2. Generation (GSM) schweizweit grösstenteils das 1800-MHz-Frequenzband.[29] Dieses wurde im Zuge einer umfassenden Aufrüstung bis Mitte 2013[30] flächendeckend mit EDGE aufgerüstet.[31]
Vorteil des 1800-MHz-Bandes ist eine höhere Kapazität im Vergleich zum 900-MHz-Spektrum. Nachteil ist die geringere Ausbreitungseigenschaft, was zur Folge hat, dass im Gebäudeinneren der Empfang schlechter ist als bei Nutzung des 900-MHz-Frequenzbandes. Der Grund für die überwiegende Nutzung des 1800-MHz-Spektrums ist teilweise historisch bedingt, da Orange 1999 als dritter und letzter Anbieter in den Schweizer Mobilfunkmarkt einstieg. Zum damaligen Zeitpunkt nutzten Swisscom und Sunrise-Vorgängerin diAx bereits den Grossteil des damals verfügbaren 900-MHz-Bereichs, weshalb Orange nur wenig Spektrum in diesem begehrten tiefen Bereich zugewiesen werden konnte. Bei der im Frühjahr 2012 vom BAKOM durchgeführten Mobilfunkauktion ersteigerte Orange zusätzliches Spektrum im 900-MHz-Bereich (E-GSM),[32] was ihr eine spürbare Verbesserung der Abdeckung v. a. in ländlicheren Gebieten ermöglicht.
Für die Abdeckung des Mobilfunkstandards der 3. Generation (3G bzw. UMTS; in der aktuellen Version auch als HSPA+ bezeichnet) verwendet Salt ansonsten – ähnlich wie Swisscom – fast ausschliesslich das europaweit übliche 2100 MHz-Frequenzband.[33] Die Abdeckung und Kapazität (Geschwindigkeit) des 3G-Netzes konnte die damalige Orange dank kontinuierlichen Investitionen seit 2012 deutlich erhöhen.[34]
Zahlreiche Basisstationen von Orange beziehungsweise Salt, welche bisher ausschliesslich das GSM-Signal (2G) sendeten, wurden im Zuge der Erweiterung auf den neuen 4G-Standard (2013–2016) auch mit 3G (HSPA+) aufgerüstet. Für Erhöhungen der Sendeleistung und Nutzung bzw. Aufschaltung von zusätzlichem (bisher noch nicht bewilligtem) Frequenzspektrum ist in der Schweiz – ähnlich wie beim Neubau einer Mobilfunkantenne – eine einsprachefähige Baubewilligung von der jeweiligen Gemeinde erforderlich.[35] Dies verursacht vergleichsweise höhere Planungskosten[36] als im Ausland und führt überdies nicht selten zu erheblichen zeitlichen Verzögerungen, da gegen Baubewilligungen u. a. kommunal (z. B. durch Einberufung einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung) sowie auf dem Rechtsweg bis vor das Schweizer Bundesgericht rekurriert werden kann.[37] In Bergregionen (u. a. Kanton Graubünden) und allgemein in weniger dicht besiedeltem Gebiet sendet Salt 3G vermehrt auch auf der weitreichenden Frequenz um 900 MHz (UMTS900), so z. B. in Mon GR, Savognin GR, auf dem Hörnli ZH oder in Kemmental TG. Die Kennung ist dabei seit der Frequenzumstellung im Sommer 2014 ARFCN 2938.
Orange hat als zweiter Anbieter in der Schweiz am 28. Mai 2013 sein 4G Mobilfunknetz (LTE) in Betrieb genommen. Zu Beginn war das 4G-Netz nur in Ballungsräumen, d. h. Schweizer Grossstädten verfügbar. Jedoch wurde das 4G-Netz bereits 2013 ausgebaut, im Gegensatz zum Marktführer Swisscom schon in den ersten Monaten nach Lancierung auch in kleineren Städten und ländlichen Regionen.[38] Sämtliche Salt-Frequenzen aller Mobilfunkstandards (2G/3G/4G) funken über das FDD-Verfahren, bei welchem Up- und Download auf verschiedenen Frequenzen abgewickelt werden.
- Frequenzband 1 (2100 MHz FDD)
Salt hat seit 2018 begonnen, zusätzlich zu den nachfolgend aufgeführten Frequenzbändern 3, 7 und 20 auch zusätzlich auf Band 1 LTE auszusenden. Es wird von ca. 700 Standorten (Juni 2019) hauptsächlich zur Kapazitätserweiterung des vorhandenen LTE 1800 + 800 Netzes verwendet.
- Frequenzband 3 (1800 MHz FDD)
Salt verwendet für das 4G-Netz überwiegend LTE Band 3 auf 3300 Standorten (Juni 2019), also den Frequenzbereich um 1800 MHz.[39] Gründe dafür sind die große Unterstützung fast aller 4G-Mobiltelefone sowie die Tatsache, dass das damalige Orange-Netz der 2. Generation (GSM / EDGE) bereits auf diesem Frequenzbereich beruht, weshalb eine Umrüstung auf diesem Frequenzband entsprechend nahe lag, da Antennen nicht getauscht werden mussten. Da Orange im Februar 2012 bei der Auktion sämtlicher Mobilfunkfrequenzen in der Schweiz durch das BAKOM ein Spektrum von insgesamt 50 MHz FDD (25 Upload, 25 Download) Bandbreite ersteigert hatte, genügt dies für den parallelen Betrieb des 2G- und 4G-Netzes auf demselben Spektrum, ohne bei der LTE-Bandbreite sparen zu müssen (20 MHz FDD = 150 MBit Download, 50 MBit Upload).[40]
- Frequenzband 7 (2600 MHz FDD)
Bereits in Betrieb bei Salt ist überdies LTE-Band 7 (2600 MHz; Kennung UARFCN 3300; u. a. im Hauptbahnhof Zürich oder in der Shopping Arena in St. Gallen). Dieses LTE-Band bietet aufgrund der hohen Frequenz eine geringere Reichweite und eignet sich daher für stark frequentierte Orte (Bahnhöfe, OpenAirs, Ausstellungen, Einkaufszentren, Messen usw.) bei denen viele, kleine Mobilfunzellen optimal sind.[41] LTE 2600 wird derzeit (Juni 2019) von ca. 200 Standorten abgestrahlt, es wird hauptsächlich, aber nicht exklusiv, für Smallcells/Microcells verwendet. Des Weiteren wird es eingesetzt, wenn die Kapazität aller 3 anderen Bänder zusammen nicht ausreicht.
- Frequenzband 20 (800 MHz FDD)
Seit 2014 steht Salt auch ein Teil des Frequenzbereiches um 800 MHz zur Verfügung. Dieses tiefe Spektrum fand bis Ende 2013 für den digitalen Rundfunk Verwendung (DVB-T) und wird als «Digitale Dividende» bezeichnet.[42]
Bei der Versteigerung der Mobilfunkfrequenzen Ende 2011/Anfang 2012 ersteigerten alle drei Schweizer Netzbetreiber Salt (damals Orange), Sunrise und Swisscom jeweils ein duplex-Spektrum von 10 MHz (10 MHz Upload und 10 MHz Download).[43]
Vorteile dieses tiefen Spektrums sind vergleichsweise grössere Reichweiten (Flächenabdeckung in ländlichem/gebirgigem Raum) sowie bessere Gebäudedurchdringung als bei 4G im Bereich um 1800 MHz oder 2600 MHz. Ein Nachteil bei LTE 800 ist die geringere Datenkapazität: bei Salt ist wie bei beiden Schweizer Mitbewerbern LTE 800 mit einer Bandbreite von 10 MHz (= ca. 75 Mbit/s) nur halb so schnell wie LTE 1800, wo alle Schweizer Netzbetreiber ein Spektrum von bis zu 20 MHz Bandbreite schalten können (= ca. 150 Mbit/s).
Salt begann im Frühjahr 2014 mit dem Aufbau des 4G-Netzes auf Band 20 (LTE800).[44] Die Kennung ist EARFCN 6400. Die Uploadträgerfrequenz liegt bei 857 MHz, die Downloadträgerfrequenz bei 816 MHz. Seit Mitte 2019 wird LTE auf Band 20 (800 MHz) von ca. 2000 Salt Standorten abgestrahlt.