Saicourt
| Saicourt | |
|---|---|
| Staat: | |
| Kanton: | |
| Verwaltungskreis: | Berner Jura |
| BFS-Nr.: | 0706 |
| Postleitzahl: | 2732 (Saicourt) 2713 (Bellelay) |
| Koordinaten: | 582460 / 232640 |
| Höhe: | 749 m ü. M. |
| Höhenbereich: | 744–1161 m ü. M.[1] |
| Fläche: | 13,77 km²[2] |
| Einwohner: | 644 (31. Dezember 2024)[3] |
| Einwohnerdichte: | 47 Einw. pro km² |
| Ausländeranteil: (Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht) | 7,6 % (31. Dezember 2024)[4] |
| Gemeindepräsident: | Markus Gerber (SVP) |
| Website: | www.saicourt.ch |
Bellelay | |
| Lage der Gemeinde | |
| Bevölkerungsentwicklung | |
|---|---|
| Jahr | Einwohner |
| 1850 | 456 |
| 1900 | 802 |
| 1910 | 1016 |
| 1930 | 946 |
| 1950 | 1140 |
| 1960 | 1067 |
| 1970 | 932 |
| 1980 | 852 |
| 1990 | 780 |
| 2000 | 673 |
| 2022 | 623 |
Mit 644 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2024) gehört Saicourt zu den mittelgrossen Gemeinden des Berner Juras. Von den Bewohnern sind 84,0 % französischsprachig, 12,6 % deutschsprachig und 1,5 % italienischsprachig (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Saicourt stieg vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1910 markant an. Nach dem Höchststand um 1950 wurde seither durch starke Abwanderung ein Rückgang um fast 50 % verzeichnet.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeindepräsident ist Markus Gerber (SVP, Stand 2024).[5]
Bei den Nationalratswahlen 2023 betrugen die Wähleranteile in Saicourt (in Klammern die Veränderung im Vergleich zu den Wahlen 2019 in Prozentpunkten): SVP 56,70 % (+2,91), SP 14,15 % (+5,52), FDP 8,09 % (+4,74), EVP 5,66 % (+1,17), Grüne 5,45 % (−6,16), EDU 4,02 % (+1,66), Mitte 2,75 % (−3,14), glp 2,68 % (+1,48), SD 0,15 % (−0,38).[6]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Besonders die Orte Saicourt und Le Fuet sind noch landwirtschaftlich orientiert, wobei Milchwirtschaft und Viehzucht überwiegen. In Le Fuet gibt es eine Käserei, die den Tête de Moine, eine Käsesorte der Region, herstellt. Der grösste Arbeitgeber in der Gemeinde ist die im ehemaligen Kloster Bellelay einquartierte psychiatrische Klinik.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Saicourt liegt an der Verbindungsstrasse von Reconvilier nach Le Fuet, während durch Le Fuet und Bellelay die Kantonsstrasse von Tavannes durch die Pichoux-Schlucht nach Bassecourt im Delsberger Becken führt. Alle drei zur Gemeinde Saicourt gehörenden Orte werden durch die Buslinie, die von Tavannes via Lajoux nach Les Genevez verkehrt, an das Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die erste schriftliche Erwähnung von Saicourt erfolgte 1262 unter dem Namen Zacurt. Spätere Bezeichnungen waren Zacort (1277) und Saccourt (1335). Der Ortsname geht vermutlich auf den Personennamen Sacco zurück. Saicourt gehörte zu den Ländereien des Klosters Bellelay. Am 14. September 1790 wurde das Dorf durch eine grosse Überschwemmung der Trame in Mitleidenschaft gezogen. Von 1797 bis 1815 gehörte Saicourt zu Frankreich und war anfangs Teil des Département Mont-Terrible, das 1800 mit dem Département Haut-Rhin verbunden wurde. Durch den Entscheid des Wiener Kongresses kam der Ort 1815 an den Kanton Bern zum Bezirk Moutier.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Ortsbild von Saicourt weist noch einige typische alte Bauernhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert (das älteste stammt von 1722) sowie Holzspeicher auf. Am Westende des Dorfes befindet sich noch eine historische Sägerei, die mit einem Wasserrad betrieben wird. Der Ort gehörte zur Pfarrei Tavannes-Chaindon, seit 1928 zur Kirchgemeinde Reconvilier-Chaindon.
In Le Fuet stehen ein charakteristisches Schulhaus mit Glockenturm aus dem späten 19. Jahrhundert und eine Kapelle.
Siehe auch: Bellelay, Kloster Bellelay
Bilder
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hotel «de l’Ours» in Bellelay
- Gemeindehaus von Saicourt
- Abtei Bellelay
- Weiher von Bellelay
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website der Gemeinde Saicourt (französisch)
- Pierre-André Wyss: Saicourt. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
- ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
- ↑ Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
- ↑ Conseil municipal. Website der Gemeinde Saicourt.
- ↑ Eidgenössische Wahlen 2023, NR – Ergebnisse Parteien (csv). In: opendata.swiss. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 17. Februar 2024.

