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Safer Use

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Safer Use bezeichnet Strategien, welche die nebensächlichen und vermeidbaren Schäden beim Drogenkonsum minimieren. Zu den unter Safer Use bekanntesten Maßnahmen zählen Spritzentausch und Safer Sniffing.[1]

Auf einem Blick

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  • Substanzen testen lassen und sich über die Substanzen im Vorfeld informieren.[2]
  • Konsummittel sind Einwegartikel. Immer ein eigenes "Ziehröhrchen" (oder Papierröhrchen vom "Ziehblock") / "Spritz-Kit" verwenden, um Infektionskrankheiten vorzubeugen. Keine Geldscheine zum Ziehen verwenden, da diese kontaminiert sein können.[3][4]
  • Ausreichend alkoholfreie / isotonische Getränke zu sich nehmen.
  • Regelmäßige Pause und frische Luft (vor allem bei Konsum in Nachtclubs).
  • Vor dem Konsum ausreichend essen.
  • Der Wirkungseintritt kann verzögert auftreten.
  • Die Wirkung ist begrenzt und eine weiter Substanzzufuhr kann die Toxizität erhöhen.
  • Regelmäßige Konsumpausen sind wichtig (mindestens 4 bis 6 Wochen - je nach Substanz).
  • Vorerkrankungen erhöhen das Risiko von medizinischen und psychischen Komplikationen.
  • Mischkonsum führt in vielen Fällen zu Nebenwirkungen, welche der Konsument eventuell nicht erwartet.[5]
  • Je nach Land und Bundesland gelten unterschiedliche Reglungen zu den Substanzen, generell ist der Konsum in Deutschland aber nicht strafbar.[6]
  • Medizinisches Personal untersteht der Schweigpflicht. Es ist wichtig alle Informationen zu den konsumierten Substanzen weiterzugeben. Da in Deutschland der Konsum nicht Strafbar ist, kann es nicht zu folgen kommen, jedoch muss man sich über die lokalen Rechtgebung informieren.[7]

Mitte der 1980er Jahre breitete sich HIV vor allem im Kreise homosexueller Männer und intravenös injizierender Drogengebraucher überproportional stark aus. Um der Ausbreitung dieser Krankheit in den betroffenen Kreisen entgegenzuwirken, wurden Strategien entwickelt und propagiert, die unter den Begriffen Safer Sex (u. a. der Gebrauch von Kondomen) und Safer Use (u. a. der Spritzentausch) bekannt wurden. Vor allem die AIDS-Hilfen und das bundesweite Selbsthilfenetzwerk Junkies, Ehemalige und Substituierte (JES) engagierten sich für die Akzeptanz von Safer Sex und Safer Use in den betroffenen Szenen.[8]

Um die Jahrtausendwende erschienen die ersten wissenschaftlichen Studien, in denen ein überproportional häufiges Vorkommen von Hepatitis-C-Infektionen bei Konsumenten von Kokain, die diesen Stoff schnupfen (nasal applizieren), beschrieben wurde. Das Selbsthilfenetzwerk JES startete deshalb nach dem Vorbild des in Paris ansässigen Vereins „Techno Plus“ in Deutschland die erste Safer-Sniffing-Kampagne (jedem sein eigenes Schnupfröhrchen). In der Folge schlossen sich rasch weitere Szenenorganisationen für Drogenaufklärung in Europa dieser Kampagne an.[9] Im Rahmen dieser Kampagne werden Informationsmaterialien und saubere Schnupfröhrchen verteilt. In der Schweiz wird Safer Sniffing nicht nur von Szenenorganisationen, sondern auch von amtlichen Stellen propagiert. Safer Sniffing ist eine spezielle Strategie von Safer Use.[10]

Schutzmaßnahmen gegen Infektionskrankheiten

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Durch den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen bei der intravenösen Applikation von Drogen wie Heroin oder Kokain besteht eine hohe Ansteckungsgefahr mit Infektionskrankheiten wie HIV, Hepatitis B oder Hepatitis C.[1] Durch den gemeinsamen Gebrauch von Schnupfröhrchen bei der nasalen Applikation von Kokain, Amphetamin oder Methamphetamin besteht eine erhöhte Ansteckungsgefahr vor allem mit Hepatitis C.[11]

Safer Use zu praktizieren heißt für Fixer, sterile Spritzen und sterile Utensilien für die Zubereitung des zu injizierenden Stoffes zu gebrauchen. Spritzen und andere Utensilien werden zumeist von gemeinnützigen Organisationen wie der AIDS-Hilfe zur Verfügung gestellt respektive gegen gebrauchte Spritzen ausgetauscht.[12] In Großstädten und Ballungsgebieten und auch in Gebieten, von denen bekannt ist, dass dort viele Abhängige leben, werden auch Safer-Use-Sets in Automaten angeboten. In diesen Automaten können im Allgemeinen auch gebrauchte Spritzen entsorgt werden. Die Automaten gewährleisten einen Spritzentausch rund um die Uhr und werden vor allem auch von Abhängigen, die es vorziehen, nicht erkannt zu werden, genutzt, da diese Automaten meist an unauffälligen Orten aufgestellt werden. Diese Automaten leisten einen evidenten und effizienten Beitrag zu Safer Use und somit zur Eindämmung der Ausbreitung von tödlichen Infektionskrankheiten.[13]

Safer Use zu praktizieren heißt für Konsumenten, die ihre Drogen schnupfen, immer ein sauberes Schnupfröhrchen zu gebrauchen und dieses nicht gemeinsam mit anderen zu benutzen.[14] Szeneorganisationen für Drogenaufklärung verteilen auf Partys saubere Schnupfröhrchen und Informationsmaterialien zu Safer Sniffing und leisten damit einen aktiven Beitrag zur Schadensminderung beim Schnupfen psychotroper Substanzen und somit zur Gesundheitsförderung.[15]

Informationen über Drogenwirkungen und Gefahrenminimierung

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Gesundheitshinweise zum Konsum von Drogen, z. B. über Gefahren bei Mischkonsum oder verschiedene körperliche Auswirkungen unter bestimmten Voraussetzungen, deren Ziel der verantwortungsbewusste Umgang mit Rauschmitteln und eine bessere Drogenmündigkeit ist, werden ebenfalls als Safer Use bezeichnet. Gerade bei auf dem Schwarzmarkt erhältlichen illegalen Substanzen gilt auch das Drug-Checking als wichtiger Bestandteil des Safer Use.[16] Die Aufklärung zu gefahrenminimierendem Konsum wird häufig als Aufruf zum Drogenkonsum kritisiert. Organisationen, die sich um die Verbreitung von Safer-Use-Hinweisen bemühen, verweisen jedoch auf den trotz gesetzlicher Regelungen tatsächlich stattfindenden Konsum und sehen ihre Aufgabe darin, eine gefährliche durch die Illegalität der Substanzen und die daraus folgende Tabuisierung entstandene Informationslücke zu schließen und verweisen auf ein zusätzliches Risiko durch auf dem Schwarzmarkt erhältliche verunreinigte Stoffe.[17]

Von Drogenmischkonsum wird in den meisten Fällen auf Grund von erhöhtem Risiko abgeraten. Ebenso verweisen Safer-Use-Empfehlungen auf vorsichtige Dosierung sowie erhöhte Gefahren beim Konsum verschiedener Substanzen und deren Wirkungen bei entsprechenden gesundheitlichen Problemen.

  • M. Allenspach, A. Raths: Partydrogen und Sekundärprävention – Theoretische Grundlagen, Impulse für die Präventionsarbeit. ISBN 978-3-907080-19-1.

Einzelnachweise

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  1. a b Prof. Dr. Heino Stöver, Prof. Dr. Bernd Werse, Dipl. Soz. Stefan Förster: Auswertung der Daten der vier Frankfurter Drogenkonsumräume. Hrsg.: Frankfurt am Main. Frankfurt am Main Oktober 2024.
  2. Drug Checking. Abgerufen am 16. Dezember 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
  3. vista Berlin - Beratung, Betreuung, Suchtarbeit, Therapie - Safer Use + Harm Reduction. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
  4. Diese Website ist ein Angebot der Deutschen Aidshilfe: Drogen sniefen | Drogenportal der Deutschen Aidshilfe. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
  5. Mischkonsum. Abgerufen am 16. Dezember 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
  6. Konsum von Betäubungsmitteln und Drogen strafbar – das ist am Mythos dran. Abgerufen am 16. Dezember 2025 (englisch).
  7. Diese Website ist ein Angebot der Deutschen Aidshilfe: Erste Hilfe beim Drogennotfall | Drogenportal der Deutschen Aidshilfe. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
  8. Deutsche Aids Hilfe, Institut für Suchthilfe FFM: SMOKE-IT! Frankfurt am Main 31. Januar 2013.
  9. Safer Sniffing. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
  10. Safer Sniffing. Abgerufen am 16. Dezember 2025 (Schweizer Hochdeutsch).
  11. David Chromy, Ralf Schmidt, Mattias Mandorfer, Gerold Felician Lang, David Bauer, Philipp Schwabl, Theresia Popow-Kraupp, Thomas Reiberger, Florian Mayer: Hepatitis C Virus RNA Is Commonly Detectable in Rectal and Nasal Fluids of Patients With High Viremia. In: Clinical Infectious Diseases. Band 71, Nr. 5, 22. August 2020, ISSN 1058-4838, S. 1292–1299, doi:10.1093/cid/ciz948 (oup.com [abgerufen am 16. Dezember 2025]).
  12. Spritzentausch. In: Berliner Aids-Hilfe e.V. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
  13. Diese Website ist ein Angebot der Deutschen Aidshilfe: Spritzenautomaten | Drogenportal der Deutschen Aidshilfe. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
  14. Johannes: Safer-Use und Notfall-Tipps. In: aha - Tipps & Infos für junge Leute. 19. Januar 2018, abgerufen am 16. Dezember 2025 (deutsch).
  15. Für ein sicheres Miteinander | For a safe togetherness — Berghain. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
  16. Safer Use – drugchecking.berlin. Abgerufen am 16. Dezember 2025.
  17. Diese Webseite ist ein Angebot der Deutschen Aidshilfe: Safer Use beim Drogenkonsum schützt vor HIV. Abgerufen am 16. Dezember 2025.