Société nationale maritime Corse Méditerranée
| Société nationale maritime Corse Méditerranée (SNCM) | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Rechtsform | Aktiengesellschaft | ||||||
| Gründung | 1969 | ||||||
| Auflösung | 2016 | ||||||
| Auflösungsgrund | Insolvenz | ||||||
| Sitz | Marseille, | ||||||
| Leitung |
| ||||||
| Mitarbeiterzahl | 2068 (2012)[1] | ||||||
| Umsatz | EUR 191 Mio. (2012)[1] | ||||||
| Branche | Transport, Logistik | ||||||
| Website | www.sncm.fr | ||||||
| Schiff | Im Dienst seit | Länge | Breite | Geschwindigkeit | Passagiere | Fahrzeuge | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Danielle Casanova | 2002 | 176 m | 30,4m | 23 Knoten | 2204 | 700 | benannt nach einer Kämpferin der Résistance |
| Pascal Paoli | 2003 | 30,5m | 622 | 130 | |||
| Paglia Orba | 1994 | 165 m | 29m | 19 Knoten | 544 | 120 | |
| Jean Nicoli | 1998 | 201 m | 25,8m | 27 Knoten | 1052 | 600 | |
| Monte d’Oro | 1991 | 145 m | 25,7m | 19 Knoten | 528 | 130 | |
| Méditerranée | 1989 | 165 m | 27,4m | 24 Knoten | 2450 | 700 | |
| Corse | 1983 | 145 m | 23,8m | 22 Knoten | 1800 | 620 | aufgelegt |
Vorherige Schiffe:[3]
- Excelsior (2013–2014, gechartert)
- El. Venizelos (2013, gechartert)
- NGV Liamone ll (2010, gechartert)
- NGV Liamone (2000–2009)
- NGV Asco (1996–2005)
- NGV Aliso (1996–2004)
- Napoléon Bonaparte (1996–2004)
- ILE DE BEAUTÉ (1979–1990)
- L’Aude (1978–1997)
- L’Isere (1976–1984)
- Napoléon (1976–2002)
- Provence (1974–1989)
- Ile De Beauté (1973–1976)
- Monte Rotondo (1973–2002)
- Travetal (1972–1973, gechartert)
- Roussillon (1970–1980)
- Avenir (1967–1976)
- Comte De Nice (1966–1983)
- Corse (1966–1981)
- Fred Scamaroni (1965–1980)
- Napoléon (1959–1974)
- Kairouan (1950–1974)
- Sidi-Bel-Abbés (1949–1963)
Das Streckennetz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Frankreich – Korsika – Sardinien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Starthafen | Zielhafen | Aktueller Betreiber[7] |
|---|---|---|
| Marseille | Bastia | Corsica Linea |
| Calvi | Eingestellt | |
| L’Ile-Rousse | Corsica Linea | |
| Ajaccio | La Méridionale &Corsica Linea | |
| Propriano | Corsica Linea | |
| Porto-Vecchio | La Méridionale | |
| Porto Torres | Eingestellt | |
| Nizza | Bastia | Corsica Ferries |
| Calvi | Eingestellt | |
| L’Ile-Rousse | Corsica Ferries | |
| Ajaccio | ||
| Toulon | Bastia | |
| Porto-Vecchio | ||
| Ajaccio | Porto Torres | Corsica Ferries & Moby Lines |
Frankreich – Algerien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Starthafen | Zielhafen | Aktueller Betreiber[8] |
|---|---|---|
| Marseille | Oran | Algérie Ferries |
| Algier | Corsica Linea & Algérie Ferries | |
| Bejaia | ||
| Skikda |
Frankreich – Tunesien
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Starthafen | Zielhafen | Aktueller Betreiber[9] |
|---|---|---|
| Marseille | Tunis | Corsica Linea & CTN |
| Toulon | Eingestellt[10] |
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die SNCM wurde 1969 als „Compagnie Générale Trans-Mediterranéenne“ (CGTM) gegründet; sie war das Ergebnis der Fusion der Compagnie Générale Transatlantique mit der Compagnie de Navigation Mixte. 1976 nahm die CGTM den Namen SNCM anlässlich einer Kapitalerhöhung und der Übernahme der Kontrolle über das Unternehmen durch den Staat an (75 % CGM (Compagnie générale maritime) und 25 % SNCF); eine zweite Kapitalerhöhung im Jahr 1978 verschob die Anteile auf ein Verhältnis von 80/20.
1976 richtete der Staat das Prinzip der Continuité territoriale zwischen Korsika und dem Kontinent ein, infolge dessen die SNCM für einen Zeitraum von 25 Jahren Subventionen zugesagt bekam, um ihre Tarife an die der SNCF angleichen zu können. 1986 wurde die Zuständigkeit für die Subventionen für die Continuité territoriale auf das korsische Regionalparlament übertragen, welches das OTC (Office des transports de Corse) gründete, das wiederum mit der SNCM Vereinbarungen traf, die auf fünf Jahre befristet (1986–1990) waren, jedoch 1991 und 1996 für jeweils weitere fünf Jahre verlängert wurden.
1996 wurden auf der Strecke Marseille–Ajaccio die Autofähre Napoléon Bonaparte und ab Nizza die Expressfähren (NGV – französische Abkürzung für Hochgeschwindigkeitsschiff) Asco und Aliso eingesetzt. Im gleichen Jahr eröffnete Corsica Ferries die Linie Nizza–Bastia mit ähnlichen Expressfähren und stellte sich damit dem direkten Wettbewerb mit der SNCM. 2000 wurde die bis dahin größte Expressfähre Liamone (NGV3) auf den Strecken von Nizza nach Korsika in Dienst gestellt.
Im November 2003 nahm der Staat die bislang letzte Kapitalerhöhung vor, die eindeutig dazu bestimmt war, das Unternehmen vor der Insolvenz zu retten. Die Zustimmung der Europäischen Union zu dieser Maßnahme erfolgte unter der Bedingung, dass das Unternehmen einen Teil seiner Flotte verkauft und damit Aktiva realisiert: Im September 2004 wurde die Expressfähre Aliso an einen liberianischen Reeder verkauft, die Asco verließ im Mai 2005 die Flotte. Eigentümer des Unternehmens waren zu diesem Zeitpunkt die staatliche CGMF (Compagnie Générale Maritime et Financière) mit 93,02 % (80 % vor 2003), sowie die staatliche Eisenbahngesellschaft SNCF mit 6,98 % (20 % vor 2003).
Privatisierung und weitere Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im September und Oktober 2005 kam es in Frankreich zu umfangreichen Streiks um Privatisierungen des öffentlichen Verkehrs- und Energiesektors, darunter auch zu Auseinandersetzungen um den drohenden Verkauf staatlicher Anteile an SNCM an das Private-Equity-Unternehmen Butler Capital Partners. Der Gewerkschaftsbund CGT und die korsische Gewerkschaft STC organisierten Streiks und Blockaden in den Häfen von Marseille und Bastia. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Am 27. September brachte eine Gruppe von STC-Mitgliedern das Fährschiff Pascal Paoli in ihre Gewalt, das am Folgetag von Spezialeinheiten der Gendarmerie (GIGN) gestürmt wurde.[11][12][13]
Im Mai 2006 wurde die bis dahin rein staatliche SNCM in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 25 % der Aktien behielt der französische Staat. 9 % wurden Arbeitnehmeraktien der Beschäftigten. Die restlichen 66 % der Aktien gehören im Juli 2013 der Veolia-Gruppe (heute bei dessen Nachfolger Transdev).
Nach dem Verkauf der beiden Expressfähren NGV Asco und NGV Aliso verließ 2010 auch die letzte Expressfähre NGV Liamone die Flotte. Sie kam kurzzeitig noch im französischen Überseegebiet Tahiti zum Einsatz, bevor sie nach Taiwan verkauft wurde. Als Grund für die Ausmusterung der Schnellfähren wurde der zu hohe Treibstoffverbrauch und die damit verbundenen zu hohen Betriebskosten angegeben.[14] Lediglich für die Saison 2010 wurde noch die bauähnliche Schnellfähre Aeolos Kenteris I gechartert, die unter dem Namen NGV Liamone II zum Einsatz kam. Diese wechselte nach einem Jahr jedoch wieder zurück zu ihrem Ursprungsbesitzer, der griechischen Reederei NEL Lines. Seit 2011 bietet SNCM keine Verbindungen mit Expressfähren mehr nach Korsika an.
Die Fähre Napoleon Bonaparte, einstiges Flaggschiff der SNCM, wurde während eines Sturms am 28. Oktober 2012 im Hafen von Marseille schwer beschädigt. Durch das Reißen einiger Taue drückte der Wind das Schiff gegen die Kaimauer, woraufhin es Leck schlug und instabil zu werden drohte. Da sich zu diesem Zeitpunkt keine Passagiere an Bord befanden, wurde niemand verletzt. Nach einer langwierigen Reparatur im Trockendock wurde das Schiff im Februar 2014 schließlich in Rhapsody umbenannt und zunächst an die italienische Reederei SNAV verkauft. Es verließ den Hafen von Marseille am 8. Mai 2014 und verkehrt heute für Grandi Navi Veloci zwischen Genua und Sardinien.[15][16]
Insolvenz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 4. November 2014 erklärte sich die Gesellschaft vor dem Handelsgericht von Marseille für zahlungsunfähig.[17] Grund hierfür soll die Forderung seitens des Hauptaktionärs Transdev nach der sofortigen Tilgung eines Darlehens von 103 Millionen Euro gewesen sein, wozu sich die SNCM nicht in der Lage sah.
Von Beobachtern wurde die Herbeiführung und Erklärung der Zahlungsunfähigkeit zunächst noch als „technischer Trick“ gesehen, um der Rückzahlung von 440 Millionen Euro an Subventionsgeldern an den französischen Staat zu entgehen, zu der die SNCM von der EU-Kommission aufgefordert worden war.[18] Zum 6. Januar 2016 stellte die SNCM den Fährbetrieb allerdings endgültig ein.[19]
Die Schiffe (bis auf die Corse) und das Streckennetz wurden nach der Insolvenz von der neu gegründeten Fährgesellschaft Corsica Linea übernommen.[20]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Eintrag bei societe.com. Abgerufen am 8. November 2013 (französisch).
- ↑ Bruxelles ordonne à la SNCM de rembourser 220 millions d'euros d'aides à la France. Usine Nouvelle, 2. Mai 2013, abgerufen am 8. November 2013 (französisch).
- ↑ Compagnie Générale Transmédeterranéenne/SNCM/ Maritima Ferries. Abgerufen am 18. April 2025.
- ↑ Marseille Ajaccio. In: La Méridionale. (lameridionale.fr [abgerufen am 29. Dezember 2024]).
- ↑ Marseille Porto-Vecchio. In: La Méridionale. (lameridionale.fr [abgerufen am 29. Dezember 2024]).
- ↑ Fähren, Fähre buchen und Preise vergleichen weltweit. Abgerufen am 29. Dezember 2024.
- ↑ Corsica Linea Fährenbuchung, Fahrpläne und Tickets. Abgerufen am 28. Dezember 2024.
- ↑ Ferry to Algeria // Discover all crossings. Abgerufen am 28. Dezember 2024 (britisches Englisch).
- ↑ Tunis Fähren, vergleiche Preise, Zeiten und buchen Sie Tickets. Abgerufen am 28. Dezember 2024.
- ↑ Toulon Fähren, vergleiche Preise, Zeiten und buchen Sie Tickets. Abgerufen am 18. April 2025.
- ↑ Spezialeinheit beendet Arbeitskampf, Berliner Zeitung, 29. September 2005
- ↑ French troops storm seized vessel, BBC News, 28. September 2005
- ↑ Die Schiffsbesetzung der STC, Il Manifesto, Übers. ins. dt. auf Indymedia
- ↑ http://mapage.noos.fr/croussel/sncm/sncm.html
- ↑ http://www.byandyhumbert.com/#!npbn-dpart/c4dx
- ↑ Rhapsody. Abgerufen am 16. Juli 2019.
- ↑ (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive ) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
- ↑ Christian Schubert: Französische Fährgesellschaft droht zu kentern. In: FAZ.net. 4. November 2014, abgerufen am 13. Oktober 2018.
- ↑ Archivierte Kopie ( des vom 26. September 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ https://www.20minutes.fr/economie/1839117-20160503-corsica-linea-succede-a-sncm-lancee-officiellement

