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Ryan ST

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ryan ST
restaurierte Ryan ST-A Special
Typ Schulflugzeug, Sportflugzeug
Entwurfsland

Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten

Hersteller Ryan Aeronautical Company
Erstflug 1934
Produktionszeit

1934 bis 1942

Stückzahl 1435
Militärische Variante PT-22 Recruit

Die Ryan ST („Sporttrainer“) war ein zweisitziges Tiefdeckerflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Ryan Aeronautical Company aus den 1930er Jahren. Sie wurden als Sportflugzeuge sowie als Schulflugzeug in Flugschulen und beim Militär verschiedener Länder eingesetzt.

T. Claude Ryan war der Gründer der Ryan Aeronautical Company, der zweiten Gesellschaft mit diesem Namen und die vierte Firma, an der er beteiligt war, und die seinen Namen trugen (die erste, Ryan Airlines, war der Hersteller der Ryan NYP, bekannter als Spirit of St. Louis). Er begann 1933 mit der Entwicklung der ST, dem ersten Entwurf des Unternehmens.[1]

Die ST war ein Ganzmetall-Tiefdecker mit zwei hintereinander liegenden Sitzen, einem festen, ebenfalls abgestrebten Spornradradfahrwerk und einem abgestrebten Normalleitwerk. Der Rumpf war in Halbschalenbauweise ausgeführt, wobei er über zwei Hauptspanten verfügte, einer aus Stahl und der zweite aus der Aluminium-Eisen-Legierung Alclad mit 20 % Aluminium. Diese Legierung hatte die Eigenschaften von hochlegiertem Chrom-Nickelstahl, bei nur 75 % dessen Gewichts. Nachteilig waren die geringe Bruchdehnung und die anfängliche Nichtschweißbarkeit. Dies veranlasste Ryan auch zu der Kombination von Stahl- mit Alclad-Spanten. Die weiteren sechs Spanten bestanden aus Alclad. Die Verkleidung bestand ebenfalls aus Alclad-Blechen. Für die Ausgangsversion war als Antrieb ein Vierzylinder Reihenmotor Menasco B-4 mit 95 PS Startleistung vorgesehen.[2]

Als militärische Version der zivilen Ryan STA war die YPT-16 das erste Eindeckerflugzeug, das vom US Army Air Corps als Anfänger-Schulflugzeug erworben wurde.[3] Das Air Corps bestellte 15 YPT-16, nachdem es 1939 eine einzelne Ryan STA-1 zum Testen als XPT-16 gekauft hatte. Von 1940 bis 1942 kaufte das Air Corps fast 1200 weitere ähnliche Ryan-Trainingsflugzeuge als PT-20, PT-21 und PT-22.

Abnahme der Ryan ST durch die USAAF/US Navy:[4]

Version 1940 1941 1942 SUMME
PT-20 149 38   187
PT-21 (NR-1)[5]   100   100
PT-22   369 679 1.048
SUMME 149 507 679 1.335

Technische Daten

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Kenngröße Daten
Besatzung 1
Passagiere 1
Länge 6,5 m
Spannweite 9,1 m
Höhe 2,77 m
Flügelfläche 11,52 m²
Flügelstreckung 7,19
Nutzlast ? kg
Leermasse 482 kg
max. Startmasse 780 kg
Reisegeschwindigkeit 190 km/h
Höchstgeschwindigkeit 194–203 km/h
Dienstgipfelhöhe 5240 m
Reichweite 560–740 km
Kraftstoffverbrauch: 32 Liter/h
Triebwerke 1 × luftgekühlter Fünfzylinder Sternmotor Kinner R-440-1 (PT-16A Ryan)

Menasco C 4 bzw. Menasco C45 in den Varianten ST-A bzw. ST-A Special

Bewaffnung keine – bei den Versionen ST-M und ST-2P Einbau eines 7,7 mm Maschinengewehrs
Browning 0.303 mit 600 Schuss vorgesehen
  • Joseph P. Juptner: U.S. Civil Aircraft Series Volume 6, Aero Publishers, 1978, Nachdruck 1994 durch TAB Books, keine ISBN, S. 146–149, S. 253–257.
  • Joseph P. Juptner: U.S. Civil Aircraft Series Volume 7, Aero Publishers, 1978, Nachdruck 1994 durch TAB Books, keine ISBN, S. 281–283.
  • Joseph P. Juptner: U.S. Civil Aircraft Series Volume 8, Aero Publishers, 1980, Nachdruck 1994 durch TAB Books, ISBN 0-8168-9178-8, S. 172–176.
  • E. R. Johnson: American Military Training Aircraft, McFarland and Co., 2015, ISBN 978-0-7864-7094-5, S. 104–107.
Commons: Ryan ST – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Peter Wolter: Flugzeug-Reportage: Ryan STA Special. In: fliegermagazin.de. Jahr Media GmbH & Co KG, 1. August 2013, abgerufen am 1. Dezember 2025.
  2. Ryan ST (PT-16, PT-20, PT-22). In: fliegerweb.com. Hobby Verlag AG, 1. November 2014, abgerufen am 1. Dezember 2025.
  3. Ryan YPT-16. In: nationalmuseum.af.mil. National Museum of the United States Air Force, abgerufen am 1. Dezember 2025 (englisch).
  4. Statistical Digest of the USAF 1946, S. 100 ff.
  5. E. R. Johnson, 2015, S. 106