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Rupert Lowe

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Rupert Lowe (2024)

Rupert James Graham Lowe (* 31. Oktober 1957 in Oxford) ist ein britischer Politiker und Unternehmer, der seit 2024 ein Member of Parliament ist. Er wurde für Reform UK gewählt, sitzt jedoch seit seinem Parteiauschluss 2025 als Unabhängiger im House of Commons. Lowe gründete am 30. Juni 2025 die politische Organisation Restore Britain und ließ sie am 20. März 2026 als offizielle politische Partei registrieren, wobei er am selben Tag zum einzigen Abgeordneten der Partei wurde. Von 2019 bis 2020 war er Mitglied des Europäischen Parlaments (MEP) als Mitglied der Brexit-Partei (später Reform UK).

Ausbildung und Karriere

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Lowe wurde in Oxford geboren, besuchte Privatschulen und studierte an der University of Reading. Anschließend war er in der City of London für Morgan Grenfell, die Deutsche Bank und die Barings Bank tätig. Er arbeitete auch eine Zeit lang in Japan. Außerdem war er Vorstandsmitglied der London International Financial Futures Exchange. Zusammen mit Andrew Cowen, dem späteren stellvertretenden Vorsitzenden beim FC Southampton, gründete er Secure Retirements, einen börsennotierten Anbieter von Pflegeheimen.[1][2][2]

1996 übernahm Lowe den Fußballverein FC Southampton und wurde Chairman des Vereins.[3] Lowe führte den Verein von seinem alten Stadion in das 2001 eröffnete St. Mary’s Stadium mit 32.000 Plätzen und konnte erfolgreich mehrere Spieler wie Kevin Davies oder Dean Richards teuer verkaufen. Im Jahr 2003 erreichte Southampton das FA-Cup-Finale und qualifizierte sich zum ersten Mal seit fast 20 Jahren für den UEFA-Pokal; zudem belegte der Verein den achten Tabellenplatz – das beste Ergebnis seit weit über einem Jahrzehnt.[4][5]

Lowe gewann 2005 einen Verleumdungsprozess gegen die Times im Zusammenhang mit einer Kolumne des Sportjournalisten Martin Samuel, der behauptete, Lowe habe den ehemaligen Trainer Dave Jones „schäbig“ behandelt, nachdem dieser wegen des Vorwurfs des Kindesmissbrauchs suspendiert worden war – einer Anschuldigung, von der er später entlastet wurde. Lowe erhielt eine Entschädigung in Höhe von 250.000 Pfund, die er für wohltätige Zwecke spendete.[6]

Am 30. Juni 2006 trat Lowe unter dem enormen Druck der Fans, darunter auch des neu gegründeten „Saints Trust“, zurück, nachdem es dem Verein nicht gelungen war, den Wiederaufstieg in die Premier League zu schaffen.[7] 2008 kehrte er kurzzeitig als Chairman der Southampton Leisure Holding zurück, bevor der Verein 2009 endgültig in den Besitz von Markus Liebherr überging. Im Dezember 2012 erwarb Lowe den Verein Garforth Town aus der Northern Premier League, den er allerdings 2015 wieder verkaufte.[8]

Politische Laufbahn

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Lowe im Europäischen Parlament (2019)

Lowe war bis 1993 Mitglied der Conservative Party, verließ die Partei jedoch, nachdem er den Vertrag von Maastricht in Frage gestellt hatte. Bei den Unterhauswahlen 1997 kandidierte er als Kandidat der Referendum Party im Wahlkreis The Cotswolds und belegte den vierten Platz.[9] Er gewann bei den Europawahlen 2019 im Vereinigten Königreich einen Sitz für die Brexit Party im Wahlkreis West Midlands.[2] Sein Auscheiden aus dem EU-Parlament erfolgte mit dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs im Januar 2020.

Im März 2023 kehrte Lowe als Sprecher für Wirtschaft und Landwirtschaft der Partei Reform UK (der umbenannten Brexit Party) in die Politik zurück. Nachdem er in einer Sonderwahl im Wahlkreis Kingswood mit einem bis dato Rekordergebnis für einen Reform-Kandidaten auf dem dritten Platz gelandet war[10], wurde er schließlich bei den Unterhauswahlen im Juli 2024 mit einem Ergebnis von 35,3 Prozent der Stimmen im Wahlkreis Great Yarmouth ins Parlament gewählt.[11]

Im Januar 2025 forderte der amerikanische Geschäftsmann Elon Musk, der sich für Reform UK eingesetzt hatte, Nigel Farage auf, als Parteivorsitzender zurückzutreten, und lobte anschließend Lowe. Lowe dankte Musk, bekräftigte jedoch seine Unterstützung für Farage.[12] Der Konflikt zwischen beiden brach schließlich am 6. März 2025 offen aus, als Lowe Farage in einem Interview als „Messias der Partei“ kritisierte und meinte, es sei noch zu früh, um zu sagen, ob Farage ein guter Premierminister wäre. Farage widersprach Lowes Kritik an ihm deutlich und deutete an, dass Lowes Äußerungen von dem Wunsch getrieben seien, selbst Premierminister zu werden.[13]

Am 7. März 2025 wurde bekannt gegeben, dass Lowe von Reform UK bei der Polizei angezeigt worden war, nachdem deren Vorsitzender, der Geschäftsmann Zia Yusuf, ein wichtiger Finanzier von Reform UK, behauptete, Lowe habe ihn drei Monate sowie einen Monat zuvor, nämlich im Dezember 2024 bzw. im Februar 2025, verbal bedroht. Gegen Lowe wurde zudem von Reform UK wegen Vorwürfen des Mobbings in seinem Abgeordnetenbüro ermittelt, weshalb er aus der Partei ausgeschlossen wurde.[14][15] Lowe bestritt alle Vorwürfe und beschuldigte seinen Parteirivalen Farage, hinter dem Ausschluss zu stecken, um einen Konkurrenten kaltzustellen.[16] Der Crown Prosecution Service gab am 14. Mai 2025 bekannt, dass es keine ausreichenden Beweise gebe, um eine realistische Aussicht auf eine Verurteilung im Zusammenhang mit Yusufs Vorwurf zu begründen.[17]

Am 30. Juni 2025 gründete Lowe eine politische Organisation namens „Restore Britain“, als „eine Bewegung für alle, die der Ansicht sind, dass wir die Art und Weise, wie Großbritannien regiert wird, grundlegend ändern müssen“.[18] Susan Hall, die Vorsitzende der Konservativen Partei in der London Assembly, trat dem Beirat bei.[19] Zu einem wichtigen Förderer von Restore Britain wurde Elon Musk.[20] Am 13. Februar 2026 gab Lowe bekannt, dass „Restore Britain“ offiziell zu einer politischen Partei werden würde.[21]

Lowe ist ein Multimillionär.[22] Er ist mit Nicky Lowe verheiratet und hat vier Kinder.[23] Lowe ist Eigentümer der Ravenswell Farm in Withington, in der Nähe von Cheltenham in Gloucestershire.[24]

Politische Positionen

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Lowe spricht sich für Massenausweisungen („Millions must go“) aus dem Vereinigten Königreich aus und kritisierte seinen ehemaligen Parteikollegen Nigel Farage als zu lasch in Migrationsfragen. Sein Partei Restore Britain profiliert sich im politischen Profil rechts von Reform UK mit radikalen Positionen, welche im Land bis dahin nicht mehrheitsfähig waren. Gleichzeitig ist durch die Abspaltung von Restore Britain die Gefahr von einer Spaltung des rechten Lagers in Großbritannien gewachsen.[25]

Vom Guardian wurde Lowe als libertär-konservativ eingestuft.[2] Er spricht sich für niedrige Steuern und einen minimalen Staat aus. Er lobte den argentinischen Präsidenten Javier Milei und erklärte: „Die Kosten des Staates sollten allein durch Steuern gedeckt werden, um das Wachstum eines übermäßigen Staatsapparats zu begrenzen“, der seiner Meinung nach mit „einem allgemeinen moralischen Verfall in der Gesellschaft“ zusammenhänge.[26] Er bezeichnete die BBC als „Krebsgeschwür im Herzen Großbritanniens“ und sprach sich für ihre Abschaffung aus. Er kritisierte zudem den „Kult des Klimawandels“ und fügt hinzu, dass die darauf beruhende Regierungspolitik auf „fragwürdigen Beweisen“ beruhe.[2] Er hat sich für den Einsatz von Solarzellen in landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt, jedoch angemerkt, dass „Fracking und Kernkraft von entscheidender Bedeutung sind und das Versäumnis, diese Optionen angemessen zu prüfen, eine Demütigung für das britische Establishment darstellt“.[27] Lowe ist ein Gegner der Schlachtung ohne Betäubung und hat sich für ein Verbot der Halal- und Koscher-Schlachtung eingesetzt.[28]

Commons: Rupert Lowe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Rachael Burford: Rupert Lowe's journey from football boss to controversial Reform UK MP. 11. März 2025, abgerufen am 5. Mai 2026 (englisch).
  2. 1 2 3 4 5 Ben Quinn: From Southampton FC to parliament, Reform MP Rupert Lowe divides opinion. In: The Guardian. 22. Juli 2024, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  3. Rupert the Rare. 23. August 2004 (bbc.co.uk [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  4. Saints spoil Maine Road party. 11. Mai 2003 (bbc.co.uk [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  5. Arsenal retain FA Cup. 17. Mai 2003 (bbc.co.uk [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  6. By Michael Horsnell: Football chairman awarded £250,000 in Times libel case. 27. Oktober 2005, abgerufen am 5. Mai 2026 (britisches Englisch).
  7. Jeremy Wilson: Lowe ends reign as Southampton chairman. In: The Guardian. 1. Juli 2006, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  8. Change of ownership at Garforth. Abgerufen am 5. Mai 2026.
  9. Rupert Lowe interview: ‘If Nigel Farage were to be PM, he’d let us down’. In: The Telegraph. (telegraph.co.uk [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  10. Kingswood by-election: Labour takes seat from Tories in key vote. In: Sky News. (sky.com [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  11. Great Yarmouth - General election results 2024. In: BBC News. (bbc.com [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  12. Great Yarmouth MP Rupert Lowe backs Farage amid Musk snub. 6. Januar 2025, abgerufen am 5. Mai 2026 (britisches Englisch).
  13. Rowena Mason, Rowena Mason Whitehall editor: Reform faces split as Farage hits back over ‘messianic’ criticism. In: The Guardian. 6. März 2025, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  14. Police investigate MP Rupert Lowe over alleged threats. 11. März 2025, abgerufen am 5. Mai 2026 (britisches Englisch).
  15. Henry Moore: Reform UK investigating Rupert Lowe after complaints of 'serious bullying' by female employees. 7. März 2025, abgerufen am 5. Mai 2026 (englisch).
  16. Kit Heren: 'All I did was stand up to Farage': Suspended Reform UK MP Rupert Lowe breaks silence as police launch probe. 11. März 2025, abgerufen am 5. Mai 2026 (englisch).
  17. Ex-Reform MP Lowe will not face charges over alleged threats. 14. Mai 2025, abgerufen am 5. Mai 2026 (britisches Englisch).
  18. Huntingdon MP 'inundated with racism' after online post. 3. Juli 2025, abgerufen am 5. Mai 2026 (britisches Englisch).
  19. Rachel Cunliffe: Conservatives don't understand London. In: New Statesman. 14. Juli 2025, abgerufen am 5. Mai 2026 (amerikanisches Englisch).
  20. Nick Robins-Early: Elon Musk makes himself far-right fixture after White House departure. In: The Guardian. 8. November 2025, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  21. Rupert Lowe launches new political party after controversial Reform UK exit. 13. Februar 2026, abgerufen am 5. Mai 2026 (englisch).
  22. Martin Belam: Farage says Tory brand is ‘bust’ as other Reform UK speeches target immigrants, drag queens, vegans and more – as it happened. In: the Guardian. 20. September 2024, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  23. Rupert the Chair. 25. August 2001, abgerufen am 5. Mai 2026 (englisch).
  24. Marcus Armytage: Smart move puts Fergal O'Brien on track to be top trainer. In: The Telegraph. 27. August 2020, ISSN 0307-1235 (telegraph.co.uk [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  25. Rupert Lowe: Der Mann, der sich für radikaler hält als Nigel Farage - WELT. Abgerufen am 5. Mai 2026.
  26. Quantitative Easing (Prohibition) - Hansard - UK Parliament. 5. Mai 2026, abgerufen am 5. Mai 2026 (englisch).
  27. Helena Horton, Peter Walker: Reform MP installed solar to cut bills but party calls renewables ‘massive con’. In: The Guardian. 13. Februar 2025, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 5. Mai 2026]).
  28. Saman Javed: Halal meat: MPs criticise ‘exclusionary and divisive’ debate. In: Hyphen. 9. Juni 2025, abgerufen am 5. Mai 2026 (britisches Englisch).