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Rudolf Schaar

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Rudolf Schaar (* 1. Mai 1868 in Berlin; † 9. April 1927 in Wimpfen) war ein deutscher Hochschullehrer und Regierungsbaumeister. Sein Fachgebiet war der Bau von Untergrund-, Überland- und Hochbahnen. Unter anderem war er am Bau der Wuppertaler Schwebebahn beteiligt.

Ausbildung und Berufsleben

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Schaar besuchte das Lessing-Gymnasium in seiner Heimatstadt Berlin bis zum Jahr 1889.[1] Im Anschluss begann er am 22. Oktober 1889 ein Studium des Bauingenieurwesens an der Königlichen Technischen Hochschule zu Berlin (heute Technische Universität Berlin), das er nach acht Semestern am 2. November 1893 als Diplom-Ingenieur abschloss.[1] Während dieser Zeit wurde er 1892 zum Landsturm eingezogen.[2] Nach seiner ersten Hauptprüfung für den Staatsdienst im Ingenieurbaufach absolvierte er von 1894 bis 1897 zusätzlich ein berufsbegleitendes Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin (heute Humboldt-Universität zu Berlin).[1]

Seine berufliche Laufbahn begann er 1892 bei der Berliner Tiefbauverwaltung und war danach von 1893 bis 1894 bei der Kanalbaukommission für den Dortmund-Ems-Kanal in Münster tätig.[2] Ab 1895 arbeitete er in der Bahnbau-Abteilung des Unternehmens Siemens & Halske und 1896 bei der Eisenbahndirektion Breslau.[3] Ein bedeutender Karriereschritt war seine Tätigkeit für die Continentale Gesellschaft für elektrische Unternehmungen. Ab 1898 war er deren Vertreter in Nürnberg und wechselte zum Bau der Schwebebahn nach Elberfeld. Bis 1904 leitete er das Berliner Schwebebahnbüro dieser Gesellschaft.[2]

Schaar war zudem in der akademischen Lehre und Forschung aktiv. Von 1901 bis 1911 lehrte er als Privatdozent an der Technischen Hochschule zu Berlin, wo ihm 1907 das Prädikat Professor für Städtische Hoch- und Untergrundbahnen beigelegt wurde.[1] Parallel dazu war er ab 1904 an der neu gegründeten Militärtechnischen Akademie tätig, wo er 1912 die Professur für das Ingenieurbaufach und am 30. Juni 1914 seine Bestallung als Professor erhielt. Einer seiner größten baukünstlerischen Erfolge war 1913 der erste Preis aus 47 Arbeiten im Wettbewerb um einen Bebauungsplan für das westliche Havelgelände bei Gatow zwischen Spandau und Potsdam. Er gewann den Preis gemeinsam mit dem Architekten Bruno Taut.[4][5]

Im Ersten Weltkrieg war er Referent im königlich-preußischen Ingenieur-Komitée und erhielt 1916 das Eiserne Kreuz II. Klasse.[1] Nach der Auflösung der Militärtechnischen Akademie 1919 wurde er in den einstweiligen Ruhestand versetzt.[2]

Privat- und Familienleben

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Rudolf Schaar war der Sohn von August Schaar und Minna Ehrenberg.[3] Während einer Italienreise in Sizilien lernte er Clothilde Keller (1874–1958) kennen, eine Tochter des Professors Otto Keller und Eugenie Sophie Leube. Das Paar verlobte sich im März 1901 und heiratete am 29. Juli 1901 in Friedrichshafen am Bodensee. Seine Ehefrau war als Bildhauerin tätig.[2]

Die Familie lebte zunächst in der Thomasiusstraße 2 in Berlin-Moabit, bevor sie um 1903 in eine Villa in der Cimbernstraße 6 in Berlin-Nikolassee zog. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor:[3][2]

  • Ulrich Wilhelm (1902–1903), der bereits im Kleinkindalter verstarb,
  • Erika (1904–1995) und
  • Adelbert (Albert) (1906–2001), der später ebenfalls Diplom-Ingenieur wurde.

Im Jahr 1900 wurde Schaar kurzzeitig Mitglied im Pegnesischen Blumenorden, einem Sprach- und Literaturverein, verließ diesen jedoch bereits Anfang 1901 wieder.[6] Nach seiner Versetzung in den Ruhestand zog Schaar mit seiner Familie 1920 nach Bad Wimpfen in Württemberg. Dort verstarb er 1927 nach einer schweren Krankheit.[2]

Sein Nachlass wird seit 2020 im Landesarchiv Berlin verwahrt.[2]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 Prof. Regierungsbaumeister Rudolf Schaar. In: Catalogus Professorum. Professorinnen & Professoren der TU Berlin und ihrer Vorgänger. Technische Universität Berlin, 2019, abgerufen am 27. März 2026.
  2. 1 2 3 4 5 6 7 8 Online-Ansicht des Findbuchs Nachlass Rudolf Schaar. Kalliope-Verbund, abgerufen am 27. März 2026.
  3. 1 2 3 Professor Rudolf Schaar. Familienstiftungen Paul Wolfgang Merkel und Werner Zeller, 27. August 2020, abgerufen am 27. März 2026.
  4. Uwe Gerber: „Jaczoschlucht“ in der historischen Bebauungsplanung. In: Forst Grunewald. Abgerufen am 27. März 2026.
  5. Ohne Verfasser: Wettbewerbe. In: Deutsche Bauzeitung. XLVIII. Jahrgang, Ausgabe Nr. 14 vom 18. Februar 1914, S. 152 (Digitalisat online, PDF, ca. 47 MB).
  6. Stammliste. Pegnesischer Blumenorden e. V., März 2026, abgerufen am 27. März 2026.