Ruciane liegt zwischen dem Beldahnsee (polnischJezioro Bełdany) und dem Niedersee (Jezioro Nidzkie) und bildet den nordöstlichen Teil der Stadt Ruciane-Nida im südlichen Osten der Woiwodschaft Ermland-Masuren, 29 Kilometer südöstlich der einstigen Kreisstadt Sensburg (Mrągowo) bzw. 16 Kilometer westlich der jetzigen Kreismetropole Pisz (Johannisburg).
Dampfer-Anlegestelle 1915 in RudczannyForstamt in Rudczanny bzw. RucianeAltes Gebäude an der Bahnhofstraße in Ruciane
Wegen zweier Sägewerke, aber nicht zuletzt aufgrund des im Dorf ansässigen Forstamtes wuchs Rudczanny an Bedeutung. Sein Name wurde auch Titel eines Forstgutsbezirkes im Nachbarkreis Johannisburg, der im Jahre 1910 seinerseits immerhin 66 Einwohner zählte. 1931 wurde das berühmte Kurhaus gebaut.
Im Jahre 1945 kam Rudczanny resp. Niedersee in Kriegsfolge mit dem gesamten südlichen Ostpreußen an Polen und erhielt die polnische Namensform „Ruciane“. Sie wurde in die Gromada und GminaUkta (deutschAlt Ukta) im Powiat Mrągowski eingegliedert. 1954 bildeten Ruciane und Nida (Nieden) zusammen eine Gromada mit Sitz in Ruciane. Am 1. Januar 1955 wurde Ruciane in den Powiat Piski umgegliedert und am 1. Januar 1958 mit Nida vereinigt. Die so entstandene Verwaltungseinheit umfasste eine Fläche von 20,47 km² bei 2921 Einwohnern. Seit dem 1. Januar 1966 ist Ruciane ein Stadtteil der neu gebildeten Stadt Ruciane-Nida[4] im Powiat Piski, bis 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig.
Vor 1945 lebten nur wenige katholische Kirchenangehörige in Rudczanny (Niedersee). Sie waren nach Sensburg eingepfarrt. Nach 1945 siedelten sich in Ruciane viele polnische Neubürger an, die fast ausnahmslos katholischer Konfession waren. Sie übernahmen das bisher evangelische Gemeindehaus und weihten es als ihre Pfarrkirche[6], die sie der „barmherzigen Muttergottes vom Tor der Morgenröte“ („Kościół Matki Bożej Miłosierdzia Ostrobramskiej“) widmeten. Die Pfarrei gehört zum Dekanat Pisz im Bistum Ełk der Römisch-katholischen Kirche in Polen.