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Royal Scots

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Mützenabzeichen der Royal Scots, um 1915

Die Royal Scots (The Royal Regiment), früher bekannt als 1st (Royal) Regiment of Foot, waren das älteste und ranghöchste Linieninfanterie-Regiment der britischen Armee und bestanden von 1633 bis 2006.

Ursprünge und 17. Jahrhundert

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Regimentsfahnen des 1st Regiment of Foot (Royal Scots), 1815
Tactical Recognition Flash der Royal Scots

Die Ursprünge des Regiments reichen bis ins Jahr 1625 zurück, als der schottische Heerführer John Hepburn ein Regiment aufstellte, um während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) zunächst ab 1627 im Dienst des dänisch-norwegischen Königs Christian IV. und ab 1630 im Dienst des schwedischen Königs Gustav II. Adolf zu kämpfen. Diese Männer bildeten den Kern des Royal Regiment of Foot, das Hepburn am 26. Januar 1633 auf Befehl König Karls I. hin aufstellte und in die schottische Armee eingliederte.[1] Das Regiment wurde bis 1751 alternativ auch nach seinem jeweiligen Colonel benannt (Hepburn’s Regiment of Foot, Douglas’s Regiment of Foot etc.).[2]

Obwohl das Regiment offiziell weiterhin der britischen Krone unterstand, wurde es auf den Kontinent verlegt und kämpfte für die folgenden 27 Jahre an der Seite der Armeen Ludwigs XIII. und Ludwigs XIV. von Frankreich. Es blieb somit während der gesamten Zeit der Britischen Bürgerkriege (1642–1651) im Ausland stationiert. 1662, zwei Jahre nach der Restauration König Karls II., wurde das Regiment in die englische Armee aufgenommen. Es wechselte bis 1678 weiterhin zwischen englischen und französischen Diensten, bis es schließlich dauerhaft in den englischen Militärverband zurückkehrte und 1684 den Titel His Majesty’s Royal Regiment of Foot erhielt.

1680 zeichnete sich das Regiment bei den Kämpfen zur Verteidigung der englischen Kolonie Tanger aus gegen die Alawiden besonders aus. Es unterstützte Jakob II. 1685 bei der Niederschlagung der Rebellion des Duke of Monmouth und stellte im darauffolgenden Jahr ein zweites Bataillon auf. Als Jakob II. 1689 im Zuge der Glorious Revolution von Wilhelm III. abgesetzt worden war, meuterte das Regiment. Um ein solches Verhalten gesetzlich zu regeln, wurde noch im selben Jahr der erste Mutiny Act (Meutereigesetz) erlassen, der die Befugnisse von König und Parlament zur Kontrolle der Armee festlegte. Die beiden Bataillone des Regiments waren maßgeblich am Pfälzischen Erbfolgekrieg (1689–1697) beteiligt und kämpften bei Steenkerke (1692), Landen (1693) und Namur (1695).

18. Jahrhundert

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Während des Spanischen Erbfolgekriegs (1702–1713) war das Regiment bei Blenheim (1704), Ramillies (1706) und Malplaquet (1709) im Einsatz. Das 1. Bataillon diente während des Österreichischen Erbfolgekriegs (1740–1748) auf dem Kontinent und kämpfte unter anderem bei Fontenoy (1745). Gleichzeitig trug das 2. Bataillon zur Niederschlagung des zweiten Jakobitenaufstands (1745–1746) bei, wobei es unter anderem an der Schlacht bei Culloden (1746) teilnahm. Als am 1. Juli 1751 eine einheitliche Nummerierung der Regimenter der britischen Armee eingeführt wurde, erhielt das Regiment als ältestes und ranghöchstes Linieninfanterieregiment der Armee den Namen 1st (Royal) Regiment of Foot.

Während des Siebenjährigen Krieges (1756–1763) war das 2. Bataillon in Nordamerika und der Karibik stationiert und kämpfte bei Louisburg (1758), Guadeloupe (1759) und Havanna (1762). In den 1760er und 1770er Jahren versahen beide Bataillone Garnisonsdienst an Stützpunkten im Mittelmeerraum. 1781 wurde das 1. Bataillon während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges (1775–1783) auf die Westindischen Inseln verlegt. Dort war es an der Einnahme von St. Eustatius (1781) beteiligt, bevor es selbst auf St. Kitts (1782) in Gefangenschaft geriet. Nach seiner Freilassung verbrachte das Bataillon die 1790er Jahre während des Ersten und Zweiten Koalitionskriegs (1792–1802) mit Garnisonsdienst in der Karibik. Das 2. Bataillon diente derweil im Mittelmeerraum; zu den dortigen Einsätzen zählten Toulon (1793), Korsika (1794), Abukir (1801) und Alexandria (1801). Zudem nahm das Bataillon 1799 an der erfolglosen anglo-russischen Invasion Hollands teil.

19. Jahrhundert

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Während der Napoleonischen Kriege (1803–1815) waren beide Bataillone auf den Westindischen Inseln stationiert und beteiligten sich an der Besetzung von St. Thomas (1801), St. Lucia (1803), Demerara und Essequibo (1803) sowie Guadeloupe (1810). Nach Ausbruch des Britisch-Amerikanischen Krieges (1812–1815) wurde das 1. Bataillon nach Québec verlegt und kämpfte anschließend in zahlreichen Gefechten in Nordamerika. Das 2. Bataillon war unterdessen 1806 nach Indien verlegt worden, wo es bis 1826 verblieb und am Dritten Marathenkrieg (1817–1819) sowie am Ersten Anglo-Birmanischen Krieg (1824–1826) teilnahm.

1804 stellte das Regiment ein drittes Bataillon auf. Dieses diente im Krieg auf der Iberischen Halbinsel und kämpfte bei La Coruña (1809), bevor es evakuiert und zur Walcheren-Expedition entsandt wurde. Es kehrte auf die Iberische Halbinsel zurück und nahm an zahlreichen Gefechten teil, darunter Fuentes de Oñoro (1811), Salamanca (1812), Vitoria (1813) und die Schlacht an der Nive (1813), bevor es 1814 in Frankreich einrückte. Später kämpfte es bei Waterloo (1815). Nach einem Einsatz in der Besatzungsarmee in Frankreich wurde das Bataillon 1817 aufgelöst.

Am 11. Februar 1812 nahm das Regiment erstmals die Bezeichnung „Royal Scots“ an und wurde zum 1st Regiment of Foot (Royal Scots).

Während der Regierungszeit von Königin Victoria übernahm das Regiment Garnisonsaufgaben im gesamten Britischen Weltreich. Das 1. Bataillon war an der Niederschlagung der kanadischen Rebellionen von 1837/38 beteiligt, bevor es gemeinsam mit dem 2. Bataillon im Krimkrieg (1854–1856) zum Einsatz kam und insbesondere an der Alma (1854), bei Inkerman (1854) und vor Sevastopol (1855) kämpfte. Nach weiteren Garnisonsdiensten im In- und Ausland kämpfte das 2. Bataillon während des Zweiten Opiumkriegs (1856–1860) in China und trug zur Einnahme der Taku-Forts bei.

Im Zuge der Childers-Reformen erhielt das Regiment am 1. Juli 1881 den Namen Royal Scots (Lothian Regiment) und fungierte fortan als Grafschaftsregiment für Edinburgh (Midlothian), Haddingtonshire (East Lothian) und Linlithgow (West Lothian). Auch Berwickshire gehörte ursprünglich zu seinen Rekrutierungsgebieten; dieses Gebiet ging jedoch 1887 an die King’s Own Scottish Borderers über. Die Miliz- und Freiwilligenregimenter dieser Grafschaften wurden als Bataillone in das Regiment integriert.

Die beiden regulären Bataillone des Regiments dienten im Zweiten Burenkrieg (1899–1902) in Südafrika, vorwiegend bei der Bekämpfung von Guerillas und wurden dort durch die Miliz- und Freiwilligenbataillone verstärkt.

Erster und Zweiter Weltkrieg

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Während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) stellte das Regiment mehr als 30 Bataillone auf, darunter Einheiten der regulären Armee, der Territorialarmee, der Special Reserve, der Garnisonstruppen sowie der New Army; insgesamt dienten über 100.000 Mann in dem Regiment. Fast die Hälfte von ihnen fiel oder wurde verwundet. Die Bataillone des Regiments waren an der Westfront in Frankreich und Flandern, auf Gallipoli (1915), in Ägypten und Palästina (1916–1918) sowie im Inland im Einsatz.

Am 1. Januar 1921 wurde das Regiment zu The Royal Scots (The Royal Regiment) umbenannt, womit jene Bezeichnung wiederaufgenommen wurde, unter der das Regiment bereits in seinen Anfangsjahren bekannt gewesen war. In der Zwischenkriegszeit war das 1. Bataillon in Burma, Indien und Aden stationiert. Das 2. Bataillon wiederum diente im Irischen Unabhängigkeitskrieg (1919–1921), bevor es nach Ägypten, Indien und Hongkong verlegt wurde.

Während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) geriet das 1. Bataillon bei Dünkirchen (1940) in Gefangenschaft, nachdem es mehrere Rückzugsgefechte gegen die Deutschen bestritten hatte. Auch das 7./9. Bataillon (eine Einheit der Territorialarmee) war 1940 in Frankreich im Einsatz, konnte aber im Rahmen der Operation Dynamo evakuiert werden und kehrte 1944 im Rahmen der Operation Overlord auf den Kontinent zurück. Im Jahr 1941 geriet das 2. Bataillon in Hongkong in japanische Gefangenschaft. Das neu aufgestellte 1. Bataillon diente zunächst im Inland, bevor es ab 1943 nach Indien und Burma verlegt wurde. 1944 kämpfte es bei Kohima. Unterdessen wurde das 2. Bataillon aus den Männern des 12. Bataillons neu formiert – einer von mehreren Einheiten, die vom Regiment eigens für die Dauer des Krieges aufgestellt worden waren. Es diente ab 1944 in Italien und verlegte im darauffolgenden Jahr nach Palästina. Eine weitere, eigens für den Krieg aufgestellte Einheit, das 8. Bataillon, landete zehn Tage nach dem D-Day 1944 in der Normandie, kämpfte sich bis nach Deutschland vor und beendete den Krieg in der Nähe von Hamburg.

Nach dem Krieg war das Regiment in Indien, Palästina und Triest stationiert. 1949 wurden die beiden regulären Bataillone zusammengelegt, wodurch das Regiment erstmals seit 1686 zu einem Regiment mit nur einem regulären Bataillon wurde. In den folgenden fünf Jahrzehnten war das Regiment regelmäßig bei der Britischen Rheinarmee in Westdeutschland stationiert. Zudem erfolgten Einsätze während im Koreakriegs (1953) sowie auf Zypern (1955 und 1974), in Aden (1964) und auf den Falklandinseln (1984). In den 1970er und 1980er Jahren absolvierte das Regiment während des Nordirlandkonflikts mehrere Einsätze in der Region. Zudem nahm es am Golfkrieg (1990–1991) teil. Später folgten friedenserhaltende Einsätze in Bosnien (2002) sowie Dienst im Irak (2003–2004 und 2006) im Rahmen der Operation Telic.

Das Regiment wurde am 28. März 2006 mit den Royal Highland Fusiliers (Princess Margaret’s Own Glasgow and Ayrshire Regiment), den King’s Own Scottish Borderers, den Highlanders (Seaforth, Gordons and Camerons) und den Argyll and Sutherland Highlanders (Princess Louise’s), zum Royal Regiment of Scotland zusammengeschlossen. Das heutige 1. Bataillon des Royal Regiment of Scotland führt die Tradition der Royal Scots weiter.[3]

Colonels-in-Chief des Regiments waren:[2]

Colonels of the Regiment der Royal Scots waren:[2]

Das Regiment nahm im Laufe seiner Geschichte an zahlreichen Feldzügen und Schlachten teil und wurde mit den folgenden Battle Honours ausgezeichnet (englische Originalbezeichnungen):[2]

Commons: Royal Scots – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Heritage | The Royal Scots. Abgerufen am 4. August 2024.
  2. 1 2 3 4 The Royal Scots (The Royal Regiment) bei regiments.org
  3. ↑ About The Royal Regiment of Scotland. In: The Royal Regiment of Scotland. Abgerufen am 4. August 2024.
  4. ↑ London Gazette (Supplement). Nr. 52261, HMSO, London, 4. September 1990, S. 14188 (Digitalisat, englisch).
  5. ↑ London Gazette (Supplement). Nr. 54192, HMSO, London, 24. Oktober 1995, S. 14330 (Digitalisat, englisch).
  6. ↑ London Gazette (Supplement). Nr. 57712, HMSO, London, 26. Juli 2006, S. 9646 (Digitalisat, englisch).
  7. ↑ London Gazette (Supplement). Nr. 58264, HMSO, London, 6. März 2007, S. 3235 (Digitalisat, englisch).