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Rose Warfman

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Rose Warfman, geborene Gluck (geboren 4. Oktober 1916 in Zürich, Schweiz; gestorben 17. September 2016 in Manchester, England, Vereinigtes Königreich) war eine jüdische französische Widerstandskämpferin und Holocaust-Überlebende.[1]

Gluck war eine der Töchter von Paul (Pinchas) Gluck-Friedman (1886–1964) und Henia Shipper (1887–1968), die in Tarnów beziehungsweise Przemyśl, Galizien, Österreich-Ungarn, geboren worden waren und am 4. Juli 1910 in Tarnów geheiratet hatten. Der Vater war ein direkter Nachkomme chassidischer Meister, deren Linie bis zu Dow Bär von Mesritsch reichte.[1] Ihre Eltern waren nach Belgien gezogen, wo die ältere Schwester Antoinette Feuerwerker geboren wurde. Von dort zogen sie während des Ersten Weltkriegs nach Zürich, wo neben Warfmann auch die Schwester Hedwig (Heidi) Naftalis sowie der Bruder Salomon Gluck geboren wurden. Später lebte die Familie in Deutschland und schließlich ab 1921 in Straßburg in Frankreich, wo sie sich niederließen und am 2. Juli 1928 die französische Staatsangehörigkeit erhielten.

In Straßburg besuchte Warfman das Lycée (international) des Pontonniers in Straßburg.[2] Nach dem Umzug mit der Familie nach Paris absolvierte sie 1941 und 1942 eine Ausbildung zur Krankenschwester an der École de puériculture im 14. Arrondissement von Paris. Sie arbeitete beim Comité d’action sociale israélite de Paris (CASIP) zusammen mit Lucie Dreyfus (1869–1945), der Witwe von Alfred Dreyfus.[3]

Nach dem Ende des Westfeldzugs im Juni 1940 verließ sie Paris zusammen mit ihrer Schwester Antoinette Feuerwerker und deren Ehemann, dem Rabbiner David Feuerwerker. Sie ließen sich in Brive-la-Gaillarde, Département Corrèze, nieder. Alle drei engagierten sich in der Résistance-Gruppe Combat unter Edmond Michelet. In Michelets Memoiren wird Warfman als eine der aktiven Mitarbeiterinnen von Combat erwähnt. Ihr Deckname in der Résistance lautete „Marie Rose Girardin“.[4]

Parallel zu diesen Aktivitäten arbeitete sie als Sozialarbeiterin und Vertreterin der Union générale des israélites de France (UGIF). In den Räumlichkeiten der UGOF im ersten Stock der Synagoge von Brive wurde sie am 3. April 1944 verhaftet. Am 8. April 1944 traf sie im Sammellager Drancy ein. Von dort wurde sie am 29. April 1944 mit dem Convoi no 72 vom Bahnhof Bobigny in das KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie am 1. Mai 1944 ankam. Serge Klarsfeld hat für den Transport dokumentiert, dass er aus 1004 Juden bestand, von denen 1945 noch 37 lebten.[5] Ihrer Schwester Antoinette Feuerwerker gelang es, ihr in Drancy eine Krankenschwesteruniform zu besorgen. Diese Uniform trug sie bei ihrer Ankunft in Auschwitz. Josef Mengele wählte sie als Opfer für seine Menschenversuche aus, so dass sie der unmittelbaren Ermordung entging. Später operierte er sie ohne Betäubung. Sie wurde einer Gruppe von 50 Frauen zugeteilt, die von einem Kapo gezwungen wurden, Unterhemden für deutsche Neugeborene zu stricken. Sie arbeitete hart und war beliebt, doch als sie aufgefordert wurden, Socken für Männer zu stricken, leistete sie Widerstand, indem sie große Knoten in die Strickwaren machte, um sie unbrauchbar zu machen. In ihrem Block in Auschwitz lernte sie die spätere Politikerin Simone Veil kennen. Sie überlebte drei Selektionen in Auschwitz-Birkenau und wurde später in die Munitionsfabrik des KZ Groß-Rosen verlegt, bevor sie im Februar 1945 von der russischen Armee befreit wurde. In Auschwitz wurde ihr die Häftlingsnummer 80598 und ein Dreieck für ihre jüdische Zugehörigkeit eintätowiert.[6]

Nach dem Krieg kehrte sie nach Paris zurück. Im Jahr 1947 fälschte sie Ausweise für den Mossad le Alija Bet, die an jüdische Flüchtlinge ausgegeben wurden, damit diese an Bord der Exodus 1947 gehen konnten.

Sie wurde die erste alleinige Mitarbeiterin der neuen israelischen Fluggesellschaft El Al in Paris, als diese ihre erste internationale Route dorthin eröffnete. Sie empfing und begleitete viele israelische Politiker während ihrer Aufenthalte in Paris, darunter Golda Meir und David Ben-Gurion.[7]

Ihr wurde der Status einer Déportée résistante zuerkannt.[8] Am 10. Februar 1959 wurde sie von der französischen Regierung für ihren Einsatz in der Résistance zur Ritterin der Ehrenlegion ernannt. Außerdem wurde sie mit der Médaille militaire, dem Croix de guerre und dem Croix du combattant volontaire de la Résistance ausgezeichnet. Am 10. April 2009 ernannte die französische Regierung sie zum Offizier der Ehrenlegion.[9][10]

Sie war vermutlich seit 1950 mit dem aus Belarus stammenden Juristen Nachman Warfman (1902–1982) verheiratet. Das Paar hat hatte drei Kinder: Bernard, Salomon David und Anne. Warfman später zog nach Manchester, England, um in der Nähe ihrer Kinder und deren Familie zu sein. Sie starb dort 2016, 17 Tage vor ihrem 100. Geburtstag.[11]

  • Valery Bazarov: In The Cross-Hairs: HIAS And The French Resistance (= The Hidden Child. Band XXI). Hidden Child Foundation/ADL, New York City 2013, S. 8–11.
  • Ève Line Blum und Mireille Abramovici: Nous sommes 900 Français. E.L. Blum, 2003, ISBN 978-2-9513703-4-0.
  • David Marmonie: Histoire. Rose Warfman, figure de la Résistance juive en Corrèze et survivante de la Shoah (1916–2016). In: Fidélité, Bulletin des Compagnons de la Fraternité Edmond Michele. Nr. 95. Brive-la-Gaillarde April 2018, S. 14 f.
  • Zeugnisse von Warfmans Nichte Elie Feuerwerker:
    • A Nurse At Auschwitz. In: Lesson In Emunah, The Jewish Press. New York City 3. Mai 1996.
    • The Bench. In: Lesson In Emunah, The Jewish Press. New York City 14. Juni 1996.
    • A Supreme Act Of Love. In: Lesson In Emunah, The Jewish Press. New York City 12. Dezember 1997.
    • France and the Nazis. In: The New York Times. New York City 20. Juni 2001.
    • The Blind Man And The Accordion. In: Lesson In Emunah, The Jewish Press. New York City 11. Oktober 2006.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Lawrence Bush: October 4: Rose Warfman and the French Resistance. In: Jewdayo Grid. Jewish Currents, 4. Oktober 2013, abgerufen am 30. September 2026.
  2. ↑ Lycée International des Pontonniers. Le Parisien, abgerufen am 4. September 2026.
  3. ↑ Norman Simms: Alfred and Lucie Dreyfus in the Phantasmagoria. Cambridge Scholars Publishing, Newcastle upon Tyne 2014, ISBN 1-4438-6076-X, S. 130 f.
  4. ↑ Edmond Michelet: Rue de la liberté. Éditions du seuil, Montrouge 1983, ISBN 978-2-02-003025-0.
  5. ↑ Serge und Beate Klarsfeld (Hrsg.): Le Mémorial de la déportation des Juifs de France. Fayard, Paris 2012, ISBN 2-213-61052-5.
  6. ↑ Einzelheiten dieses Abschnitts sind insbesondere auch den Zeugnissen ihrer Nichte Elie Feuerwerker in Briefen und Beiträgen für diverse Publikationen entnommen, siehe Literatur.
  7. ↑ Elie Feuerwerker: Re: The Magazine, 11-21, Letter to the Editor. In: The Jewish Press Magazine (Olam Yehudi). The Jewish Press, New York City 19. Dezember 2014, S. 2.
  8. ↑ Gluck, Rose. In: Titres, homologations et services pour faits de résistance. Mémoire des hommes, Ministère des armées, abgerufen am 30. September 2026.
  9. ↑ Ordre National de la légion d’honneur, Décret du 10 avril 2009, portant promotion et nomination. In: Journal officiel de la République française. Nr. 87, 6, 12. April 2009 (gouv.fr).
  10. ↑ Simon Rocker: France honours wartime resistance fighter, 92. In: The Jewish Chronicle. London 14. April 2009.
  11. ↑ Rose Gluck Warfman, OLH., CVR. In: Baruch Dayan Ha'emes (Todesanzeigen). The Yeshiva World, 20. September 2016, archiviert vom Original am 21. September 2016; abgerufen am 30. September 2026.