Zum Inhalt springen

Roderick Wright

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Roderick Wright (* 28. Juni 1940 in Kinning Park, Glasgow, Schottland; † 23. Mai 2005 in Neuseeland) war ein schottischer römisch-katholischer Geistlicher und von 1990 bis zu seinem Rücktritt 1996 Bischof des Bistums Argyll and the Isles. Sein plötzliches Untertauchen und das Bekanntwerden von Beziehungen zu zwei Frauen lösten Mitte der 1990er Jahre eine schwere Krise und Debatte über den Zölibat in der katholischen Kirche Großbritanniens aus.

Roderick Wright wurde 1940 in Glasgow geboren. Er war eines von vier Kindern von Andrew Wright und dessen Frau Dolina MacInnes.

Mit vierzehn Jahren begann er seine Priesterausbildung am Blairs College in Kincardineshire und trat 1958 in das St. Peter’s Seminary in Cardross ein.[1][2]

Im August 1963 weihte James Ward, Weihbischof in Glasgow, ihn zum Diakon. Nach seiner Priesterweihe am 29. Juni 1964 durch James Donald Scanlan, Erzbischof von Glasgow, wirkte Wright zunächst in der St. Laurence’s Church in Drumchapel, Glasgow (1964–1966), und in der St. Jude’s Church in Barlanark, Glasgow (1966–1969). Anschließend kehrte er als geistlicher Leiter ans Blairs College zurück (1969–1974). Seine nächste Stelle war die eines Kaplans in Our Lady and St Mun’s in Dunoon, Argyll (1974–1976). Kurzzeitig war er als Kaplan auf dem US-Marinestützpunkt Holy Loch tätig. Seine letzten drei Stellen vor seiner Bischofsweihe waren die des Pfarrers in der St. Mary’s Church in Fort William (1976–1980), in der St. Michael’s Church in Ardkenneth, South Uist, (1980–1986) und in der St. Anne’s Church in Corpach bei Fort William (1986–1991).

Am 11. Dezember 1990 ernannte Papst Johannes Paul II. ihn zum Bischof von Argyll and the Isles. Die Bischofsweihe spendete ihm am 15. Januar 1991 Luigi Barbarito, Apostolischer Nuntius im Vereinigten Königreich. Mitkonsekratoren waren die Erzbischöfe Keith Patrick O’Brien, Saint Andrews und Edinburgh, und Thomas Joseph Winning, Glasgow.

Rücktritt und Skandal 1996

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 1996 verschwand Wright spurlos aus seiner Residenz in Oban, was zunächst eine Suchaktion und große Besorgnis in seiner Diözese auslöste. Wenige Tage später wurde bekannt, dass er gemeinsam mit Kathleen MacPhee, einer geschiedenen dreifachen Mutter und Krankenschwester aus seiner Gemeinde, untergetaucht war. Wright reichte daraufhin am 19. September 1996 seinen Rücktritt als Bischof ein. Wright meldete sich arbeitslos und wurde bei der Arbeitssuche im Jobcenter in Kendal, Cumbria, England, gesehen.

Kurz nach dem Verschwinden meldete sich eine weitere Frau, Joanna Whibley, zu Wort. Sie machte öffentlich, dass Wright bereits fünfzehn Jahre zuvor (während seiner Zeit als Pfarrer) mit ihr einen gemeinsamen Sohn gezeugt hatte.

Der Fall führte zu einem enormen Medienecho in den britischen und internationalen Medien. Der damalige Anführer der katholischen Kirche in Schottland, Kardinal Thomas Winning, zeigte sich öffentlich tief erschüttert über den Vertrauensbruch. Wright verkaufte seine Geschichte später für eine hohe Summe (nach Medienberichten rund 700.000 D-Mark bzw. entsprechende Summen in Pfund Sterling) exklusiv an die britische Boulevardpresse (u. a. News of the World), was ihm zusätzliche Kritik einbrachte.

Der Skandal fachte die kirchliche und gesellschaftliche Diskussion über eine Reform oder bessere Vorbereitung auf den Zölibat von katholischen Priestern massiv an.

Späteres Leben

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wright heiratete Kathleen MacPhee im Jahr 1998 in einer zivilen Zeremonie auf Antigua. Das Paar zog 2002 nach Neuseeland, wo Wright bis zu seinem Tod zurückgezogen lebte. Er litt an Leberkrebs und verstarb am 23. Mai 2005 im Alter von 64 Jahren.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. The Rt Rev Roderick Wright. Abgerufen am 25. Mai 2026.
  2. Administrator: Obituary - Roderick Wright. Archiviert vom Original am 3. September 2011; abgerufen am 25. Mai 2026 (britisches Englisch).