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Robert Tryon

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Robert Choate Tryon (1939)

Robert Choate Tryon (* 4. September 1901 in Butte; † 27. September 1967 in Berkeley) war ein US-amerikanischer Psychologe und Professor an der University of California, Berkeley.[1]

Er erhielt 1924 seinen Bachelor of Arts-Abschluss an der University of California, Berkeley. 1928 promovierte er hier zum Ph.D. unter der Mentorschaft von Edward Tolman mit einer Dissertation mit dem Titel „Individual differences at successive stages of learning“. Nach seinem Abschluss forschte er von 1928 bis 1930 als Stipendiat des National Research Council.

Während des Ersten Weltkrieges war er in Washington, D.C. als stellvertretender Leiter des Planungsstabs des Office of Strategic Services, dem einstigen Nachrichtendienst des Kriegsministeriums der Vereinigten Staaten, tätig. 1931 wurde er Mitglied der Fakultät des Fachbereichs Psychologie der University of California, Berkeley, der er 31 Jahre lang angehörte. Seine beruflichen Stationen waren ab 1930 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Psychologie, ab 1931 Assistenzprofessor und ab 1937 außerordentlicher Professor. In dieser Zeit war er der Mentor von Donald T. Campbell.[2]

Tyrons Rattendiagramm

Er war bekannt für seine Studien auf dem Gebiet der Genetik und Psychologie, vor allem die Frage nach dem Einfluss von Anlage und Umwelt in der Psychologie, sowie der Psychometrie.

Er ist früh bekannt geworden durch seine Züchtungsexperimente mit Albinoratten (Mus norvegicus albinus).[3] Dazu benutzte er ein T-Labyrinth, um das Explorationsverhalten dieser Tiere zu studieren. In seiner ab 1922 durchgeführten und 1942 abgeschlossenen Studie wurden Ratten getestet, die in dem Labyrinth Futter finden mussten. Diejenigen, welche die Aufgabe problemlos bewältigten, wurden als „labyrinthisch intelligent“ bezeichnet und diejenigen, denen es schwerfiel, als „labyrinthisch schwach“. Die abhängige Variable war die Anzahl der Fehler, die die Ratten in 19 Durchgängen des Labyrinths machten. Nachdem die labyrinthisch intelligenten und die labyrinthisch schwachen Ratten identifiziert waren, wurden männliche und weibliche Ratten derselben Gruppe verpaart, um die zweite Generation labyrinthisch intelligenter und labyrinthisch schwacher Ratten zu erhalten. Nach sieben Generationen erhielt er zwei Rattenstämme, die sich in Bezug auf das Verhalten in dem Labyrinth, d. h. die Anzahl der Fehler, nicht überlappten. Um dann die Annahme zu prüfen, ob die Umwelt oder die Genetik einen größeren Einfluss auf die Merkmale von Individuen hat, wurden labyrinthisch schwache Ratten der späteren Generation von labyrinthisch intelligenten Eltern aufgezogen und umgekehrt. Neben den bereits erwähnten Versuchsgruppen umfasste die Studie auch labyrinthisch schwache Ratten der zweiten Generation, die von labyrinthisch schwachen Eltern aufgezogen wurden. Dasselbe galt für labyrinthisch intelligente Ratten der zweiten Generation. Dies wurde über mehrere Generationen beider Gruppen fortgesetzt. Es zeigte sich, dass spätere Generationen labyrinthisch schwacher und labyrinthisch intelligenter Ratten dieses für ihre jeweilige Gruppe einzigartige Merkmal unabhängig von ihrer Umgebung beibehalten haben und er lieferte damit ein Argument für die Bedeutung der Anlagefaktoren für intelligentes Verhalten.

Er leistete auch einen wesentlichen Beitrag zur Psychometrie durch die Entwicklung der Methode der Clusteranalyse; er prägte 1939 den Namen für dieses Verfahren und entwickelte diese Methode im Laufe seiner Karriere weiter. Er wandte diese Methode auch auf soziale Merkmale im urbanen Raum an und identifizierte damit unterschiedliche soziale Gebiete in der San Francisco Bay Area.

Ehrungen/Positionen

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  • 1939: Guggenheim-Stipendium[4]

Publikationen (Auswahl)

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Monografien
  • Mit Daniel Edgar Bailey: Cluster analysis. McGraw-Hill, New York 1970, ISBN 978-0-07-065325-2.
  • Identification of social areas by cluster analysis. Berkeley Publications in Psychology, University of California 1955.
  • Cluster analysis; Correlation profile and orthometric (factor) analysis for the isolation of unities in mind and personality. Edwards Brothers, Ann Arbor1939.
  • Individual differences at successive stages of learning. University of California, unpublished doctoral dissertation 1928.
Zeitschriftenartikel/Buchbeiträge
  • Basic unpredictability of individual responses to discrete stimulus presentations. In: Multivariate Behavioral Research, 1973, 8, S. 275–295.
  • Generality and reliability of individual differences in discrete stimulus-item situations. In: Multivariate Behavioral Research, 1973, 8, S. 297–311.
  • Predicting group differences in cluster analysis: The social area problem. In: Multivariate Behavioral Research, 1967 2, S. 453–475.
  • General dimensions of individual differences: Cluster analysis versus factor analysis. In: Educational and Psychological Measurement, 1958, 18, S. 477–495.
  • The communality of a variable: Formulation by cluster analysis. In: Psychometrika, 1957, 22 (3), S. 241–260.
  • Genetic differences in maze-learning ability in rats. In: Yearbook of the National Society for Studies in Education, 1940, 39, S. 111–119.
  • Individual differences. In F. A. Moss (Hrsg.): Comparative psychology. Prentice Hall. New York 1942.
  • A theory of psychological components: An alternative to mathematical factors. In: Psychological Review, 1935, 42, S. 425–454.
  • The inheritance of mental ability (Abstract). In: Psychological Bulletin, 1932, 29, S. 663–664.
  • So-called group factors as determinants of abilities. In: Psychological Review, 1932, 39, S. 403–439.
  • Mit Edward Tolman; L. A. Jeffress: A self-recording maze with an automatic delivery table. In: University of California Publications in Psychology, 1929, 4, S. 99–112.
  • The genetics of learning ability in rats. In: University of California Publications in Psychology, 1929, 4, S. 71–89.
  • Effect of the unreliability of measurement on the difference between groups. In: Journal of Comparative Psychology, 1926, 6, S. 449–453.

Einzelnachweise

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  1. Robert Tryon auf Prabook, abgerufen am 21. April 2026.
  2. Robert Choate Tryon auf mathgenealogy.org, abgerufen am 21. April 2026.
  3. Reto U. Schneider: Kann man Dummheit züchten auf NZZ vom 4. Mai 2021, abgerufen am 21. April 2026.
  4. Robert Choate Tryon auf Guggenheim Fellowship, abgerufen am 21. April 2026.