Rittal
| Rittal GmbH & Co. KG | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1961 |
| Sitz | Herborn, |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 11.366 (2024) |
| Umsatz | 3,080 Mrd. Euro (2024) |
| Website | www.rittal.de |
| Stand: 31. Dezember 2024 | |
Die Rittal GmbH & Co. KG ist die Obergesellschaft der Rittal-Gruppe, eines Herstellers von Schaltschränken, Stromverteilungen, Klimatisierungen sowie der zugehörigen Software mit Sitz im hessischen Herborn. Der Firmenname Rittal setzt sich aus dem Gründungsort Rittershausen im Dietzhölztal zusammen.
Rittal gehört der Friedhelm Loh Group und ist deren größtes Unternehmen.
Das Unternehmen betreibt 9 Produktionsstätten und 65 Tochtergesellschaften. Die deutschen Produktionsstandorte sind Herborn, Rittershausen, Hof, Haiger (Industrie 4.0) und Ewersbach.
Produkte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Produkt-Portfolio umfasst Schaltschränke, Stromverteilung, Klimatisierung, IT-Infrastruktur und Software & Service. Im Zusammenspiel mit dem Schwesterunternehmen EPLAN digitalisiert Rittal die Prozesse der Kunden mit durchgängigen Daten vom Engineering über die Produktion bis hin zur Logistik und kaufmännischen Prozessen. Im Zentrum des digitalen Workflows steht der virtuelle Prototyp, der sämtliche Prozessschritte verbindet.
Auf dem deutschsprachigen Markt sind die Hauptkonkurrenten die Schaltschrank-Hersteller Sarel (Schneider Electric), Haewa und Enoc.
Hauptbranchen, in denen Schaltschränke von Rittal eingesetzt werden, sind:
- Elektrotechnik und Automation
- Erneuerbare Energien
- Informationstechnologie
- Infrastruktur
- Maschinenbau
- Nahrungs- und Genussmittelindustrie
- Prozessindustrie
- Verkehrstechnik
- Cooling für IT und Industrie
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rittal ging aus der 1961 von Rudolf Loh gegründeten Rudolf Loh KG, Elektrogerätebau hervor. Neben dem damals schon bestehenden Unternehmen Hailo-Werk, das Haushaltsgeräte für den Konsumgütermarkt produzierte, sollte ein zweites Standbein in der Investitionsgüterindustrie geschaffen werden. Loh sah den Bedarf von Schaltschränken, die bis dahin die elektrotechnische Industrie meist selbst gefertigt hatte oder in externen „Blechwerkstätten“ fertigen ließ.
Mit der ersten Fertigung von je zwei flachen Wand- und Standgehäusen begann die Serienprodukt gelten. Weiterentwicklungen dieses ersten Typen vertreibt das Unternehmen bis heute unter der Bezeichnung „AE“ im Programm.
1969 entwickelte Rittal einen Reihenschaltschrank. Der erste modulare RS-Schaltschrank in Gerüstbauweise wurde vormontiert ausgeliefert und damit das heute etablierte Prinzip der modularen Fertigung angewandt.[1]
Standorte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rittal ist mit 65 Tochtergesellschaften weltweit vertreten. Das Vertriebsnetz umfasst 150 Vertriebs- und Logistikcenter. Produziert wird in 9 Produktionsstätten, u. a.:
| Land | Standort |
|---|---|
| China | Shanghai |
| Indien | Bangalore |
| Italien | Valeggio |
| Niederlande | Zevenaar |
| Schweden | Ängelholm |
| Südkorea | Seoul |
| USA | Urbana, Schaumburg |
| Vereinigtes Königreich | Plymouth |
Seit 2016 baut Rittal am Standort Haiger eines der weltweit modernsten Werke für die Produktion von Kompaktgehäusen. Basis der Konzeption ist die Einführung moderner Ablauf- und Produktionsprozesse von der Bestellung des Kunden bis zur Anlieferung beim Kunden. Das Werk startete 2018 in die vernetzte Produktion. Die Rittalwerke in Rittershausen und Hof werden ebenfalls auf die Standards von Industrie 4.0 ausgerichtet. Ein weiteres Werk entsteht in Dietzhölztal-Ewersbach.
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- „Fair Company“: Rittal ist mit dem von einer Arbeitgeberinitiative verliehenen Gütesiegel „Fair Company“ prämiert.[2]
Kritik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die IG Metall wies im Jahr 2010 Rittal auf die Situation von Leiharbeitern hin.[3] Der Konzern-Betriebsrat des Unternehmens nahm die Geschäftsführung und den Unternehmensinhaber Friedhelm Loh in Schutz und warf der IG Metall eine „Neiddebatte“ vor.[4]
Im Frühjahr 2012 setzten sich Betriebsrat und Gewerkschaften für einen Haustarifvertrag bei Rittal ein. So kam es im Mai[5] und Anfang Juni 2012 zu einigen Warnstreiks der Belegschaft.
Sponsoring
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rittal ist Sponsor der HSG Wetzlar sowie diverser Fuß- und Handballvereine der Region. Das Unternehmen hat vom 1. März 2006 bis 1. Januar 2022 das Namenssponsoring der Mittelhessen-Arena in Wetzlar übernommen, die in dieser Zeit Rittal Arena Wetzlar hieß. Darüber hinaus war Rittal Premium Sponsor des Hessentags 2016 in Herborn.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Rittal: 50 Jahre Schaltschränke. Abgerufen am 12. September 2025.
- ↑ Fair Company auf www.karriere.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
- ↑ „IG Metall kritisiert Rittal-Chef Loh wegen Leiharbeit“ auf www.mittelhessen.de ( vom 5. September 2010 im Internet Archive)
- ↑ Rittal-Betriebsrat nimmt Loh in Schutz auf www.mittelhessen.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)
- ↑ Tarifkonflikt bei Rittal. In: metallzeitung. Juni 2012, abgerufen am 1. September 2026. (PDF, 4,7 MB)
