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Riddarhuset

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Riddarhuset von Norden (Seeseite) mit Statue von Axel Oxenstierna
Südseite (Straßenseite) mit dem Riddarholmskanalen
Seeseite mit Pavillons
Großer Saal mit den Wappenschilden an den Wänden.
Großer Saal

Das Riddarhuset wurde zwischen 1641 und 1670/1674 als Versammlungshaus[1] des schwedischen Adels errichtet. Es steht in der Stockholmer Altstadt (Gamla stan) und ist der Sitz des schwedischen Ritterhauses.

Reichskanzler Axel Oxenstierna hatte 1641 das Grundstück erworben, für den Bau eines „gut und prachtvoll gebauten Hauses zum Ruhme des Standes“. Zuvor war die Versammlungsstätte ein einfaches Gebäude neben der Deutschen Kirche gewesen. Bis zur Fertigstellung des repräsentativen Gebäudes vergingen allerdings Jahrzehnte. Während der Bauzeit zwischen 1641 und 1674 waren verschiedene Architekten für das Gebäude zuständig. Den Beginn machte der französische Architekt Simon de la Vallée. Danach wurde der Bau vom deutschen Steinmetz Heinrich Wilhelm und vom Niederländer Justus Vingboons fortgesetzt. Letzterer soll den entscheidenden Einfluss auf die Gestaltung gehabt haben. Nach dessen Rückkehr nach Holland beendete Simons Sohn, Jean de la Vallée, den Bau. Erst mit der Aufstellung einer Bronzestatue Gustavs I. Wasa 1773 auf der Straßenseite des Gebäudes war der Ausbau vollendet. Es wurde seither aber noch mehrfach sowohl innen als auch außen umgebaut. Die größte Veränderung erfolgte 1870, als das Haus auf der Wasserseite zwei Pavillons als freistehende Flügelbauten bekam, die vom Architekten Adolf W. Edelsvärd projektiert waren. Im dadurch gebildeten Ehrenhof wurde eine Statue von Axel Oxenstierna aufgestellt.

Das Riddarhuset ist zum größten Teil im Stile des holländischen Klassizismus errichtet. Es gibt interessante Inneneinrichtungen aus dem 17. Jahrhundert und eine aufwendige Treppenhalle. Früher war das Ritterhaus das schwedische Äquivalent zum englischen Oberhaus.

Bis heute ist das Gebäude Sitz des Ritterhauses, das bis 1865 eine eigene Kammer im Schwedischen Ständereichstag war und 2003 von einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft in eine juristische Person des Privatrechts umgewandelt wurde. Mitglieder sind die schwedischen Adelsgeschlechter, jeweils vertreten durch ihren Senior. Im Jahr 2004 gab es noch etwa 619 Adelsgeschlechter, die zusammen etwa 28.000 Personen umfassten. Die Wappen der Familien sind, auf Metallschilden gemalt, in genauer Rangordnung an den Wänden des großen Saales aufgehängt.[2][3]

Seit 1869 trifft sich der schwedische Adel jedes dritte Jahr im Ritterhaus zu einer festlichen Versammlung. Hier finden auch Feste, Konzerte und ähnliche Veranstaltungen statt.

  • Sven Hedin: Von der Ritterzentrale zur Kultur-Institution. In: Christina von Flotow (Hrsg.): Deutsches Adelsblatt. 65. Jahrgang, Nummer I, Sekt. Reise. Deutsches Adelsblatt GmbH-Selbstverlag, Westerbrak/Kirchbrak, 15. Januar 2026, ISSN 0012-1193, S. 33–35.
  • Alf Åberg, Hans Hammarskiöld, Dick Norberg: Riddarhuset. Hrsg. Svanbergs Bokbinderi (Lessebo), Trydells Tryckeri-Laholm, Byggförlaget, Stockholm 1999. ISBN 91-7988-194-7.
  • Friherre A. W. Stiernstedt: Riks Heraldicus, Svenska grefliga och friherrliga Ättars Vapen, i enlighet med Ä Riddarhuset befintliga Vapen plätar. Stockholm 1865.[4]

Koordinaten: 59° 19′ 33″ N, 18° 3′ 55″ O

Commons: Riddarhuspalatset – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Katharina Hissen: Guide Stockholm. Environs of Stockholm. In: Bellanders Guide. Selbstverlag G. Bellanders Förlag-Johnson & Edman, Stockholm/Gothenburg 1886, S. 8.
  2. Vgl. Carl A. von Klingspor, Bernhard Schlegel: Den med sköldebref förlande, men ej å Riddarhuset introducerade Svenska Adelns ättartaflor. (»Stammtafeln des mit Wappenbrief belehnten, aber im Ritterhause nicht introdizirten Schwedischen Adels«). Stockholm 1875.
  3. Siehe In: Botho Freiherr von Eberstein: Handbuch für den Deutschen Adel. Band, Hand- und Adressbuch der Genealogen und Heraldiker Europa’s mit Ausnahme von Deutschland und Deutsch-Oesterreich. Abt. I-Zweite Hälfte, Hrsg. Emil von Maltitz, Mitscher & Röstell, Berlin 1890, S. 233 f.
  4. Georg von Klinkowström: Geschichte derer von Klinkowström. Manuskriptdruck, Ernst Hühn, Oranienstein (Diez-Lahn)/Kassel 1. Januar 1889, S. 2.