Zum Inhalt springen

Rheingauer Dom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Die neogotischen Westtürme des Rheingauer Domes von Philipp Hoffmann
Südansicht

Rheingauer Dom wird die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz in Geisenheim im Rheingau genannt (Bischof-Blum-Platz 1, 65366 Geisenheim).

Die spätgotische Hallenkirche entstand größtenteils 1510 bis 1518, unter dem Mainzer Dombaumeister Johann von Hattstein,[1] als Nachfolgebau einer 1146 erstmals erwähnten romanischen Kirche.[2] Nachdem 1829 die noch aus der romanischen Entstehungszeit stammenden Westtürme wegen Baufälligkeit abgerissen wurden, nahm der in Geisenheim geborene Baumeister Philipp Hoffmann 1834 bis 1838 einen neogotischen Umbau vor. Neben dem Neubau der nunmehr 46 Meter hohen Türme wurde die Wölbung des Langhauses verändert.[3] Die Bezeichnung Dom erhielt der Bau aufgrund seiner Größe und Bedeutung im Vergleich zu anderen Kirchen der Region. Sitz eines Bischofs war er nie.

Seit 2015 ist der Rheingauer Dom die Pfarrkirche der neu gegründeten Pfarrei Heilig-Kreuz-Rheingau einer sogenannten Pfarrei neuen Typs. Zu ihr gehören, neben Geisenheim, folgende Ortskirchen mit den jeweiligen Kirchorten:[4]

Aus der Zeit der Spätgotik erhalten ist noch das Netzgewölbe des Chores sowie der sogenannte Dreikönigsaltar. 1886 wurde der neogotische Hochaltar eingefügt.

Die Orgel wurde 1842 von den Gebrüdern Stumm erbaut. Das Instrument hat 31 Register auf zwei Manualen und Pedal. Im Rahmen einer grundlegenden Restaurierung wurden Umbauten rückgängig gemacht und die Orgel wieder in den Ursprungszustand versetzt. Zahlreiche Register von Stumm sind original erhalten.[5]

Prospekt der Stumm-Orgel
I Unterwerk C–g3
1.Principal8′(S)
2.Bourdon B/D[6]8′(S)
3.Flautraver D[7]8′
4.Octav4′(S)
5.Spitzfloet4′(S)
6.Gamb4′
7.Quint3′
8.Rohrfloete4′(S)
9.Octav2′
10.Mixtur III
11.Krummhorn8′
II Hauptwerk C–g3
12.Principal16′(S)
13.Principal8′(S)
14.Cornet V D[7](S)
15.Gedackt8′(S)
16.Solicional8′
17.Viola de Gamba8′(S)
18.Octav4′(S)
19.Quintatoene8′(S)
20.Solicional4′(S)
21.Quint3′(S)
22.Flaut4′(S)
23.Super-Octav2′(S)
24.Mixtur IV(S)
25.Trompet B/D[6]8′
Pedal C–c1
26.Subbaß16′(S)
27.Violon16′(S)
28.Octav-Baß8′(S)
29.Violoncell8′(S)
30.Octav4′(S)
31.Posaune-Baß16′
  • Anmerkungen
(S) = Original erhaltenes Register von Stumm

Das vierstimmige Geläut des „Rheingauer Domes“ besteht aus drei historischen und einer modernen Kirchenglocke. Sie hängen in den Holzglockenstühlen der beiden Türme an Holzjochen, die 2011 erneuerten wurden.[8]

Glocke Name Masse Durchmesser Schlagton
(16tel)
Gussjahr Glockengießer Hängeort
1Christus≈ 2500 kg1570 mmcis1 -91401unbekanntNordturm
2St. Martin≈ 1300 kg1300 mmd1 -111631Thomas Simon von MainzSüdturm
3St. Josef1231 kg1230 mme1 -81960Friedrich Wilhelm SchillingNordturm
4Sta. Maria800 kg1080 mmf1 +21484Heinrich Moller / FrankfurtSüdturm

Im Rheingauer Dom sind Friedrich von Stockheim (1462–1528) und seine Frau begraben.

Commons: Rheingauer Dom Hl. Kreuz (Geisenheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Adam Gottron: Hattstein, Johann von in: Neue Deutsche Biographie, Band 8, 1969, S. 61 (Online-Ansicht).
  2. www.schau-mal-einer-an.com (Memento vom 7. November 2009 im Internet Archive)
  3. Baedeker Wiesbaden Rheingau, 2001, ISBN 3-87954-076-4, S. 115.
  4. Die 13 Kirchorte der Pfarrei Heilig Kreuz Rheingau. In: heilig-kreuz-rheingau.de. 19. Mai 2021, abgerufen am 27. August 2024.
  5. Nähere Informationen zur historischen Stumm-Orgel (Memento vom 6. Februar 2018 im Internet Archive).
  6. 1 2 Teilung zwischen h0 und c1
  7. 1 2 beginnt bei c1
  8. Glockendatenbank createsoundscape.de

Koordinaten: 49° 58′ 57,7″ N,  58′ 2,6″ O